Breese

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Breese im Landkreis Prignitz. Für andere Bedeutungen siehe Breese (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breese
Breese
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breese hervorgehoben
Koordinaten: 53° 0′ N, 11° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Bad Wilsnack/Weisen
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 23,69 km2
Einwohner: 1481 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19322
Vorwahlen: 03877 + 038791
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 052
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil,
1 bewohnter Gemeindeteil,
2 Wohnplätze[2]
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19336 Bad Wilsnack
Webpräsenz: amt-badwilsnack-weisen.de
Bürgermeister: Werner Steiner (SPD)
Lage der Gemeinde Breese im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Breese ist eine Gemeinde im Landkreis Prignitz in Brandenburg. Sie wird vom Amt Bad Wilsnack/Weisen mit Sitz in Bad Wilsnack verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Nordwesten Brandenburgs etwa zwei Kilometer östlich der Stadt Wittenberge im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg. An der westlichen Gemeindegrenze fließt die Stepenitz in Richtung Elbe. Die Bahnlinie Berlin–Hamburg verläuft durch das Gemeindegebiet, besitzt im bewohnten Gemeindeteil Kuhblank aber nur einen ehemaligen Haltepunkt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Breese gehören der Ortsteil Groß Breese mit dem Wohnplatz Ausbau und der bewohnte Gemeindeteil Kuhblank mit dem Wohnplatz Buutendörp[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breese wurde 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie „Ort, wo die Birken stehen“. Die drei Dörfer der Gemeinde (Breese, Groß Breese, Kuhblank) sind vom Ursprung her Rundlinge.

Klein Breese gehörte einst zum Gut Neuburg. Urnenfunde belegen eine Besiedlung der Gemarkung bereits zur Bronzezeit. Von 1441 bis 1728 besaßen die Ritter von Retzdorf, bis 1825 die Herren von Möllendorf und nach 1828 ein Herr Strilack das Gut. 1820 wurde Klein Breese infolge eines Brandes fast vollständig zerstört. Von 1849 bis 1878 war Klein Breese Teil der Stadt Wittenberge und gehörte danach bis 1952 zum Amtsbereich Wittenberge. 1877 wurde das Gut Klein Breese aufgelöst.

Ein durch Ansiedlung von Kolonisten entstandenes Mittel Breese wurde zusammen mit Klein Breese 1939 zur Gemeinde Breese vereinigt.

Im Mai/Juni 2013 war Breese vom Elbhochwasser 2013 betroffen. [3]

Groß Breese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Großbrand im Jahr 1840 wurde der gesamte Ort vernichtet, da es sich um ein Rundlingsdorf mit eng beieinander stehenden Häusern handelte. Ausnahme war die Kirche, deren Turm aber ebenfalls nicht mehr zu retten war. Um eine erneute Feuersbrunst zu verhindern, wurde das Dorf als Straßendorf neu aufgebaut, und zwar innerhalb eines Jahres. Aus dieser Zeit stammt die breite Hauptstraße mit dreifacher (vormals vierfacher) Baumreihe auf jeder Straßenseite.

Groß Breese ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuhblank gehört seit dem 1. Oktober 1973 zur ehemaligen Gemeinde Groß Breese.[4] Groß Breese wurde am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1946 1 647
1950 1 634
1964 1 481
1971 1 452
1981 1 221
1985 1 195
1989 1 175
1990 1 133
1991 1 087
Jahr Einwohner
1992 1 075
1993 1 077
1994 1 074
1995 1 130
1996 1 173
1997 1 233
1998 1 266
1999 1 340
2000 1 382
Jahr Einwohner
2001 1 411
2002 1 366
2003 1 691
2004 1 671
2005 1 655
2006 1 624
2007 1 622
2008 1 603
2009 1 594
Jahr Einwohner
2010 1 560
2011 1 482
2012 1 473
2013 1 456
2014 1 447
2015 1 481

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Breese besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Steiner (SPD) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 71,3 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Brandenburgische Landeshauptarchiv erteilte der Gemeinde Breese seine Zustimmung zur Führung von Wappen und Flagge am 14. November 2012.

Blasonierung: „In Silber eine rote Nadel mit einem durch das Öhr gesteckten, zweifach (b-förmig) um die Nadel geschlungenen und beiderseits abgerissenen roten Faden, daneben ein steigendes rotes Einhorn.“[11]

Flagge von Breese

Das Einhorn ist dem Wappen der Uradelsfamilie von Retzdorf entlehnt, der vom 14. bis 18. Jahrhundert als Gutsherrschaft die Orte Groß und Klein Breese und die Kolonie Mittelbreese ganz oder anteilsweise gehörten. Die Nadel ist Sinnbild für die 1903 in Wittenberge angesiedelte Nähmaschinenfabrik der Firma Singer. Das Unternehmen war eine der wichtigsten Arbeitgeber für Breese und hat das Erscheinungsbild des Ortes durch die 1925 gebaute Werkssiedlung nachhaltig geprägt. Der b-förmig um die Nadel geschlungene Faden verweist auf den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens.

Das Wappen wurde auf Initiative des Prignitz-Herold e. V. von dessen Mitgliedern und der Gemeinschaft wappenführender Familien entworfen und von Sven Schwab für die Gemeinde gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge von Breese ist Rot-Weiß (1:1) gestreift mit dem Gemeindewappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Breese stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Sonstige Sehenswürdigkeiten sind:

  • Heimatstube des Heimat-, Geschichts- und Kulturverein e.V. Groß Breese/Kuhblank
  • Kirche Groß Breese

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Breese liegt an der Landesstraße L 11 zwischen Wittenberge und Bad Wilsnack.

Der Haltepunkt Kuhblank an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg wird nicht mehr bedient.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 89 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Breese – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gemeinde Breese auf der Website des Amtes Bad Wilsnack/Weisen
  • Groß Breese in der Reihe „Landschleicher“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg vom 31. März 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Breese. Abgerufen am 21. November 2012.
  3. FAZ: Kein Damm für Herrn Neumann
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  11. Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Genehmigungsbrief. Potsdam: 14.11.2012