Groß Pankow (Prignitz)

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Brandenburg. Ein Ortsteil der Gemeinde Siggelkow in Mecklenburg-Vorpommern heißt auch Groß Pankow.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz)
Groß Pankow (Prignitz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) hervorgehoben
Koordinaten: 53° 7′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 250,76 km²
Einwohner: 3955 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16928
Vorwahl: 033983
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 125
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Steindamm 21
16928 Groß Pankow
Webpräsenz: www.grosspankow.de
Bürgermeister: Thomas Brandt (parteilos)
Lage der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Groß Pankow ist eine Gemeinde im nordwestlichen Teil von Brandenburg. Sie liegt im Landkreis Prignitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort fließt die Panke, ein Nebenfluss der Stepenitz.

Kirche in Langnow
Kirche in Boddin
Kirche in Kreuzburg, 1900
Fachwerkbau in Kreuzburg, 1900

Die Gemeinde hat 18 Ortsteile mit insgesamt 39 Dörfern.[2]

Ortsteil Dörfer Einwohner
(Stand 1. Januar 2016)[3]
Baek Baek 245
Strigleben 64
Boddin-Langnow Boddin 145
Heidelberg 37
Langnow 53
Groß Pankow Groß Pankow 519
Luggendorf 36
Groß Woltersdorf Brünkendorf 12
Groß Woltersdorf 86
Klein Woltersdorf 49
Gulow-Steinberg Gulow 89
Steinberg 41
Helle Groß Langerwisch 233
Helle 37
Neudorf 38
Kehrberg 248
Klein Gottschow Guhlsdorf 43
Klein Gottschow 98
Simonshagen 30
Kuhbier 193
Kuhsdorf Bullendorf 54
Kuhsdorf 128
Lindenberg 238
Retzin Klein Linde 49
Kreuzburg 30
Retzin 130
Rohlsdorf 76
Seddin 115
Tacken 77
Tangendorf-Hohenvier Hohenvier 32
Tangendorf 83
Tüchen Klenzenhof 28
Reckenthin 98
Tüchen 94
Vettin 104
Wolfshagen Dannhof 47
Hellburg 48
Horst 37
Wolfshagen 218
Insgesamt 3982

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand zum 31. Dezember 2002 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Baek, Groß Pankow, Groß Woltersdorf, Helle, Kehrberg, Klein Gottschow, Kuhbier, Kuhsdorf, Lindenberg, Retzin, Tüchen, Vettin und Wolfshagen des Amtes Groß Pankow/Prignitz sowie der Gemeinde Boddin-Langnow des Amtes Pritzwalk-Land[4]. Das Amt Groß Pankow/Prignitz wurde zum gleichen Zeitpunkt aufgelöst.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Baek 31. Dezember 2002
Boddin 1. April 1974 Zusammenschluss mit Langnow zu Boddin-Langnow
Boddin-Langnow 31. Dezember 2002
Groß Langerwisch 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Helle
Groß Woltersdorf 31. Dezember 2002
Guhlsdorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Klein Gottschow
Gulow 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Baek
Helle 31. Dezember 2002
Hohenvier 1. Mai 1973 Eingemeindung nach Baek
Kehrberg 31. Dezember 2002
Klein Gottschow 31. Dezember 2002
Kreuzburg 1. Januar 1963 Eingemeindung nach Retzin
Kuhbier 31. Dezember 2002
Kuhsdorf 31. Dezember 2002
Langnow 1. April 1974 Zusammenschluss mit Boddin zu Boddin-Langnow
Lindenberg 31. Dezember 2002
Reckenthin 8. November 1962 Eingemeindung nach Tüchen
Retzin 31. Dezember 2002
Rohlsdorf 1. Januar 1963 Eingemeindung nach Retzin
Seddin 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Wolfshagen
Steinberg 7. Mai 1971 Eingemeindung nach Baek
Tacken 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Wolfshagen
Tangendorf 1. Mai 1973 Eingemeindung nach Baek
Tüchen 31. Dezember 2002
Vettin 31. Dezember 2002
Wolfshagen 31. Dezember 2002
Gutshaus Groß Pankow (Augenklinik)

Groß Pankow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rittergut in Groß-Pankow gehörte der Familie Gans zu Putlitz. Waldemar zu Putlitz kam am 2. Mai 1945 beim Einmarsch der Roten Armee ums Leben. Das Gut wurde im Herbst 1945 entschädigungslos enteignet. Ein Sohn von Waldemar zu Putlitz, Gisbert zu Putlitz, wurde in der Bundesrepublik ein bekannter Professor der Experimentalphysik. Bernhard von Barsewisch aus der Familie konnte nach der Wende das Gut mit Gutspark wieder erwerben, setzte es instand und betreibt dort seit 1993 eine Augen-Tagesklinik.

Tangendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde 1492 erstmals als Tankendorf urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von dem Personennamen Tank ab. 1954 wurde die Kirche des Ortes errichtet. Sie ist die einzige Kirche im Landkreis Prignitz, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Zusammen mit Hohenvier findet jährlich das Ernte- und das Backofenfest statt.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 579
1890 596
1910 620
1925 662
1933 602
1939 630
1946 1 001
1950 996
1964 829
1971 800
Jahr Einwohner
1981 705
1985 700
1989 700
1990 691
1991 684
1992 681
1993 665
1994 660
1995 651
1996 662
Jahr Einwohner
1997 652
1998 643
1999 641
2000 642
2001 638
2002 4 758
2003 4 710
2004 4 671
2005 4 560
2006 4 471
Jahr Einwohner
2007 4 345
2008 4 243
2009 4 193
2010 4 132
2011 4 063
2012 3 991
2013 3 999
2014 3 954

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 gewählten Mitgliedern aus 11 Parteien bzw. Wählergruppen und dem hauptamtlichen Bürgermeister. (Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Januar 2003 wurde Amtsdirektor Thomas Brandt (parteilos) durch die Gemeindevertretung für die restliche Dauer seiner Amtszeit zum hauptamtlichen Bürgermeister von Groß Pankow gewählt. Er wurde in der Bürgermeisterwahl 2008 in seinem Amt bestätigt. Seine nunmehr zweite Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde endet nach 13 Jahren am 23. August 2016. In der Bürgermeisterstichwahl am 17. April 2016 unterlag er seinem Herausforderer Marco Radloff (Wählergruppe Groß Pankow-Luggendorf). Radloff wurde mit 54,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. [9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 12. Mai 2004 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot auf einer silbernen Leiste eine auffliegende gold-bewehrte silberne Gans mit goldenem Halsring, darunter im von gestürzten silbernen Lindenblättern bestreuten Feld eine goldene Urne mit Deckel.“[2]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist Rot - Weiß - Rot (1:4:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[2]

Dienstsiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde führt ein Dienstsiegel. Es zeigt das Gemeindewappen mit der Umschrift im oberen Teil „Gemeinde Groß Pankow (Prignitz)“ und im unteren Teil „Landkreis Prignitz“.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Groß Pankow (Prignitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler. Insbesondere sind das:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befindet sich das Medizinische Versorgungszentrum Tages-Augenklinik Groß Pankow.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Groß Pankow befinden sich folgende Schulen:[10]

  • Grundschule Juri Gagarin in Groß Pankow
  • Landweg- Freie Schule Baek Grundschule in Baek

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist über die B 189 erreichbar. Die nächstliegenden Autobahnanschlussstellen sind Meyenburg und Pritzwalk an der A 24.

Des Weiteren verfügt die Gemeinde über mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte. Der Bahnhof Groß Pankow (Prignitz) an der Strecke Wittenberge–Wittstock wird von der Regional-Express-Linie RE6 – auch Prignitz-Express genannt – der DB Regio Nordost bedient und stellt so eine Direktverbindung nach Wittenberge in der einen und Berlin in der anderen Richtung her. Die Ortsteile Kuhbier und Groß Langerwisch verfügen darüber hinaus jeweils über einen Haltepunkt an der Strecke Pritzwalk–Putlitz. Diese werden von der Linie VGP70 der Eisenbahngesellschaft Potsdam nur im Schülerverkehr von Montag bis Freitag bedient.

Im südlichen Gemeindegebiet führt seit 2002 die als Museumsbahn betriebene Schmalspurbahn Pollo zwischen Mesendorf und dem Ortsteil Lindenberg mit Halt in den Ortsteilen Brünkendorf und Vettin.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Groß Pankow (Prignitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Hauptsatzung der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) vom 10.06.2014. Abgerufen am 2. Juli 2015 (PDF 98 kB, beschlossen am 5. Juni 2014).
  3. Einwohnerzahlen auf der Homepage der Gemeinde
  4. Bildung einer neuen amtsfreien Gemeinde Groß Pankow (Prignitz). Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 29. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 25, 19. Juni 2002, S.607 PDF.
  5. Märkische Oderzeitung, 8. Sept. 2006, S. 9
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 17. April 2016
  10. Liste aller Schulen im Schulporträt Brandenburg