Lanz (Prignitz)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lanz führt kein Wappen
Lanz (Prignitz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lanz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 5′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Lenzen-Elbtalaue
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 60,36 km²
Einwohner: 766 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19309
Vorwahl: 038780
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 236
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
19309 Lanz
Bürgermeister: Hans Borchert (CDU)
Lage der Gemeinde Lanz im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Lanz ist eine Gemeinde im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lanz ist eine brandenburgische Gemeinde im Südwesten der Prignitz. Die Gemeinde gehört dem Amt Lenzen-Elbtalaue an. Der Verwaltungssitz des Amtes ist in der Stadt Lenzen. Nächste Städte sind Lenzen im Westen und Wittenberge im Südosten. Gemeinsam mit seinen Gemeindeteilen reicht das Ortsgebiet von Lanz im Süden bis an die Elbe und wird von der Löcknitz durchströmt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als bewohnte Gemeindeteile werden Babekuhl, Bernheide, Ferbitz, Gadow, Jagel, Lütkenwisch und Wustrow geführt. Die Wohnplätze Bärwinkel und Mittelhorst gehören ebenfalls zu Lanz.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde kann aus vielen archäologischen Funden auf eine Besiedlung schon in der Steinzeit geschlossen werden.[3]

Lanz, in seiner Ortsanlage ein typisches Runddorf, wurde 1325 als Lantzig erstmals erwähnt.

Der Gemeindeteil Wustrow wird 1399 als Wusterowe zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Ferbitz, ebenfalls ein Runddorf, 1423 als Verbettze, Jagel 1423 als Jauel und Bernheide 1521 als Berneheide. Der Gemeindeteil Gadow lag im Mittelalter vermutlich wüst und wird später ausschließlich als Rittergut überliefert. Für den direkt am Elbdeich gelegenen Gemeindeteil Lütkenwisch ist eine mittelalterliche Siedlung nachweisbar.

Im Mai 1945 erreichte die Rote Armee die Elbe. Die Dörfer lagen danach an der Demarkationslinie zur britischen Besatzungszone, nach Gründung der DDR im Grenz- und Sperrgebiet zur BRD. Zur Einschüchterung der vorwiegend bäuerlichen Bevölkerung erfolgten Zwangsaussiedlungen, 1952 "Aktion Ungeziefer" und 1961 "Aktion Kornblume". Die DDR ließ „politisch unzuverlässig“ eingeschätzte Familien zwangsweise von der innerdeutschen Grenze in das Landesinnere aussiedeln. Die Einschätzung der „politischen Unzuverlässigkeit“ erfolgte willkürlich, so dass von der Zwangsaussiedlung vor allem Menschen erfasst wurden, die sich in irgendeiner Form negativ über den Staat geäußert hatten. Bevorzugt wurden Bauernfamilien ausgesiedelt und deren Betriebe mit dem Ziel enteignet, den Aufbau der sozialistischen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften voranzutreiben.

Der im 500-Meter-Schutzstreifen liegende Ort Lütkenwisch verlor durch Repressalien des Grenzregimes der DDR bis zur Wende 1989 85 % seiner Bevölkerung, mehr als 40 Gebäude wurden abgerissen. Für 1992 war geplant, den Ort systematisch bis auf die Grundmauern zu schleifen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 494
1890 473
1910 459
1925 506
1933 538
1939 565
1946 829
1950 845
1964 661
1971 949
Jahr Einwohner
1981 1 069
1985 1 049
1989 1 054
1990 1 035
1991 1 002
1992 993
1993 988
1994 972
1995 978
1996 962
Jahr Einwohner
1997 950
1998 951
1999 932
2000 923
2001 914
2002 897
2003 900
2004 905
2005 896
2006 864
Jahr Einwohner
2007 855
2008 852
2009 840
2010 825
2011 804
2012 780
2013 764
2014 766

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[4][5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Lanz besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[6]

  • CDU 6 Sitze
  • Die Linke 2 Sitze
  • Wählergruppe WIR von HIER 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Borchert (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 80,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Lanz (Prignitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich-Ludwig-Jahn-Gedenkstätte

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feldsteinkirche Lanz mit verbrettertem Turm
  • Geburtshaus von Friedrich Ludwig Jahn
  • Schloss Gadow
  • Eiskeller Gadow

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist der Schlosspark Gadow mit dendrologisch wertvollem Bestand. Neben anderen Naturdenkmalen befindet sich dort die älteste Eiche des Landkreises Prignitz.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rhododendronfest Gadow

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lanz liegt an der B 195. Von Lütkenwisch gibt es eine Fährverbindung über die Elbe nach Schnackenburg. Der Abschnitt zwischen Wittenberge und Dömitz der Bahnstrecke Wittenberge–Buchholz, an dem der Bahnhof Lanz lag, wurde 1947 als Reparationsleistung an die Sowjetunion demontiert.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[9] 487 494 501 499 482 479 465
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 570 580 596 605 600 614 609

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahn-Denkmal (enthüllt am 7. August 1865)

In Lanz befindet sich eine Kindertagesstätte sowie die Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Lanz. Ministerium des Innern des Landes Brandenburg, abgerufen am 8. Februar 2016.
  3. www.bldam.brandenburg.de
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 22–25
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  6. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  8. Verordnung des Landkreises Prignitz über Naturdenkmale im Amtsbereich Lenzen-Elbtalaue (PDF; 18 kB), landkreis-prignitz.de, 21. September 2010, abgerufen am 11. März 2013, S. 3
  9. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  10. Schulporträts – Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule Lanz. In: Bildungsserver Berlin-Brandenburg. Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), abgerufen am 3. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lanz (Prignitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien