Weisen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Weisen führt kein Wappen
Weisen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weisen hervorgehoben
Koordinaten: 53° 1′ N, 11° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Bad Wilsnack/Weisen
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 15,63 km2
Einwohner: 979 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19322
Vorwahl: 03877
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 416
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19336 Bad Wilsnack
Bürgermeister: David Leu (CDU)
Lage der Gemeinde Weisen im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Weisen ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Prignitz in Brandenburg. Sie gehört zum Amt Bad Wilsnack/Weisen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weisen liegt zwischen den Städten Perleberg und Wittenberge am Unterlauf der Stepenitz. Am 1. Mai 1973 wurde die etwa drei Kilometer entfernte ehemalige Gemeinde Schilde in Weisen eingegliedert.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes kommt aus dem Polabischen und bedeutet „Ort, an dem Schilf/Riedgras wächst“. Weisen wurde 1424 erstmals in einer Urkunde über die Liquidation der aus den Landen der Herzogin Katharina von Mecklenburg in der Mark verübten Beschädigungen erwähnt.

Während der Wendenkreuzzüge siedelten sich zahlreiche Adelsfamilien in der Prignitz an. So war auch das Rittergeschlecht von Restorff (spätere Schreibweise auch "von Retzdorff"), gebürtig aus der Gegend von Lüchow-Dannenberg, in mehreren Generationen in einem Herrschaftsbereich um Weisen in einer Burganlage namens "Neuburg" ansässig.

In einem historischen Dokument von 1441 ist die Belehnung des Herrn Cone von Restorff mit Schloss Neuburg, Klein Breese, Groß Breese, Kuhblank, Weisen und verschiedenen anderen Besitzungen festgehalten. In der nachfolgenden Zeit herrschten wechselnde Besitzverhältnisse in den Ländereien vor, bis 1563 die Familie von Restorff durch Rückkauf wieder Besitzer des Rittergutes (d.h. von ganz Neuburg und Weisen) wurde.

Zwischen 1569 und 1609 wurde das Rittergut Weisen in Weisen I und Weisen II geteilt. 1619 ging halb Neuburg an die Quitzows auf Rühstädt. 1646 erwarb die Familie von Lüderitz Teile der Ländereien. Im Jahr 1805 entließen die Brüder von Retzdorff die Untertanen aus Kuhblank, Bentwisch, Groß Breese in die Selbstständigkeit.

Der Bau der Chaussee Weisen–Perleberg war ein bedeutendes Ereignis für den Ort, wurde doch der Sandweg endlich durch eine "Kunststraße" ersetzt. Ihre feierliche Einweihung erfolgte am 31. Juli 1843. Mit dem Ausbau Wittenberges als Industriestandort siedelten sich in Weisen zahlreiche Pendler an, und der Ort wurde zur Bauern- und Industriearbeitergemeinde. Heute ist Weisen Wohnstadt von Wittenberge.

Schilde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Schilde stammt aus dem Jahr 1339. Der Name leitet sich von dem schildförmigen Flurstück ab, auf welchem das Dorf liegt. 1240 wurde eine Feldsteinkirche errichtet. Die Altarwand sowie die Kanzel dieser ältesten erhaltenen Feldsteinkirche in Brandenburg stammen aus der Zeit des Barock. Schilde, ein Angerdorf, war im Mittelalter im Besitz der Adelsfamilie von Graevenitz, deren Rittersitz 1433 erwähnt wurde. In einer Schrift aus dem Jahre 1438 beklagten sich die Herzöge von Mecklenburg über die Raubzüge des Prignitzer Adels. Unter anderem wurden "de Graevenitzen tom Schilde" genannt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 386
1890 399
1910 490
1925 711
1933 860
1939 1 342
1946 1 549
1950 1 545
1964 1 369
1971 1 185
Jahr Einwohner
1981 1 182
1985 1 144
1989 1 142
1990 1 131
1991 1 099
1992 1 118
1993 1 127
1994 1 132
1995 1 177
1996 1 160
Jahr Einwohner
1997 1 184
1998 1 161
1999 1 159
2000 1 182
2001 1 156
2002 1 163
2003 1 133
2004 1 117
2005 1 126
2006 1 108
Jahr Einwohner
2007 1 084
2008 1 057
2009 1 047
2010 1 038
2011 1 016
2012 1 005
2013 1 004
2014 988
2015 979

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 59,5 % (2008: 50,5 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,8 %
42,9 %
6,3 %
n. k.
Pro Deutschland
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+13,4 %p
-10,0 %p
+6,3 %p
-9,7 %p
Pro Deutschland

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 9 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister, welcher zugleich Vorsitzender der Gemeindevertretung ist. Ein Sitz konnte nicht besetzt werden, da die CDU zwar 6 Mandate errungen, jedoch nur 5 Kandidaten nominiert hatte.

  • CDU: 5 Sitze (+2)
  • Unabhängige Wählergemeinschaft: 4 Sitze (–2)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[5][6]

Darüber hinaus hat die Gemeindevertretung einige Ausschüsse gegründet und in diese auch sachkundige Bürger berufen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Leu (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 62,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.[7]

Wirtschaft, Infrastruktur und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bahnhof Weisen halten Züge der Linie RE6 (Prignitz-Express). Zudem gibt es Busverbindungen in Richtung Perleberg und Wittenberge. Vom Gemeindeteil Schilde aus verkehrt eine Buslinie (Schülerverkehr) über Breese nach Wittenberge.

Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Weisen ansässig ist die Fenster AS GmbH. Außerdem befindet sich hier ein Werk der TBG Betonwerk Prignitz GmbH & Co. KG. Zudem fertigt die PRIGNITZ Mikrosystemtechnik GmbH aus Wittenberge in Weisen elektronische Druck-, Füllstands- und Temperaturmessgeräte. Der Reisedienst Westprignitz GmbH hat hier ebenso seinen Firmensitz wie viele andere kleinere und mittlere Unternehmen. Außerdem ist die Firma Der Metalldoktor hier ansässig.

Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Weisen betreibt einen kommunalen Kindergarten am Schulplatz 6. Im Landmarkt Weisen, einem ehemaligen Baumarkt, ist das neue Zentrum der Gemeinde entstanden. Hier befinden sich das Büro des ehrenamtlichen Bürgermeisters sowie ein Fleischerladen, ein Bistro, ein Blumenladen sowie ein Naturladen. Direkt neben dem Landmarkt befinden sich der Holzspielplatz und die ehemalige neu errichtete Schmiede mit einem angrenzenden Buschback- und Räucherofen. Neben diesen Einrichtungen gibt es in Weisen viele Vereine und Veranstaltungen, die sich um den sozialen Zusammenhalt und die kulturelle Belebung in den beiden Ortschaften bemühen. So gibt es den SV Eiche 05 Weisen, einen Sportverein für jung und alt mit verschiedenen Aktivitätsbereichen wie Fußball, Gymnastik, Frauensport usw. Hervorzuheben ist die gute Jugendarbeit, die der Verein aufgebaut hat. Die Volkssolidarität trifft sich regelmäßig, um den älteren Menschen einen gemütlichen Nachmittag, interessante Gesprächsrunden oder Ausflüge zu ermöglichen. Im Ort gibt es einen Jugendtreff, in welchem sich die Jugendlichen regelmäßig treffen können. Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde führt regelmäßige Dienstveranstaltungen durch. Auch hier besteht die Möglichkeit für Kinder- und Jugendliche, in der Jugendfeuerwehr mitzuwirken.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Weisen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale. Im Gemeindeteil Schilde existiert vom alten Gut derer von Graevenitz der Park, welcher zum Erholen einlädt. In Weisen gibt es eine alte Schmiede.

Holländer Windmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mühle fand ihre erste Erwähnung 1491 in der Belehnungsurkunde des Berend Moltzan. Die heutige Holländer-Windmühle wurde 1884 in Wittenberge ab- und in Weisen von 1885 bis 1888 wieder aufgebaut. 1936 wurde sie zur heutigen Mühle umgebaut, bis 1985 wurde hier noch Schrot gemahlen. Alljährlich finden Mühlentage statt, an denen man die Mühle und ihre Ausstattung besichtigen kann.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorfkern von Weisen befindet sich die große rechteckige Fachwerkkirche, wohl aus dem 17. Jh., mit massivem Putzportal an der Südseite, dem Westturm mit geschweifter Haube und Laterne sowie im Inneren mit einem Altaraufsatz und Kanzel und einem schwebenden Taufengel.

Die alte Kirche in Schilde ist ein sehenswerter Feldsteinbau und birgt eine barocke Altarwand mit Kanzel. Sie ist eine der ältesten Dorfkirchen im Landkreis Prignitz.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 937 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weisen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 37
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 30–33
  4. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  5. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  6. Ergebnis der Kommunalwahl 2008 im Amt Bad Wilsnack/Weisen
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014