Martin Brundle

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Martin Brundle
Martin Brundle (2011)
Nation: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Formel-1-Weltmeisterschaft
Erster Start: Großer Preis von Brasilien 1984
Letzter Start: Großer Preis von Japan 1996
Konstrukteure
1984–1986 Tyrrell • 1987 Zakspeed • 1988 Williams • 1989/1991 Brabham • 1992 Benetton • 1993 Ligier • 1994 McLaren • 1995 Ligier • 1996 Jordan
Statistik
WM-Bilanz: WM-Sechster (1992)
Starts Siege Poles SR
158
WM-Punkte: 98
Podestplätze: 9
Führungsrunden:
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Martin Brundle (* 1. Juni 1959 in King’s Lynn, Norfolk, England) ist ein britischer TV-Kommentator und ehemaliger Automobilrennfahrer. Er berichtet für den britischen Sender Sky Sports live von der Formel 1.

Brundle startete zwischen 1984 und 1996 zu 158 Großen Preisen in der Formel-1-Weltmeisterschaft, seine größten Erfolge erzielte er jedoch in Sportwagenrennen. So gewann er dort 1988 die Weltmeisterschaft und war 1990 beim Langstreckenklassiker in Le Mans siegreich. Brundles Sohn Alex ist ebenfalls als Rennfahrer aktiv.

Fahrerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brundle begann seine Karriere als 18-Jähriger in der britischen Formel Ford. Er stieg rasch in die Formel 3 auf und fuhr dort 1983 mit dem späteren Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna um den Titel, den er knapp verlor. Zur Saison 1984 wechselte Brundle in die Formel 1, wo er beim Team Tyrrell Teamkollege des Deutschen Stefan Bellof wurde. Da sich im weiteren Verlauf der 1980er Jahre für Brundle auch wegen kaum konkurrenzfähigen Materials bei Tyrrell und Zakspeed keine nennenswerten Erfolge in der Formel 1 einstellten, nahm er an Sportwagenrennen teil. Dort gewann er 1988 die Weltmeisterschaft und 1990 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, beides auf Jaguar.

Zurück in der Formel 1 bekam Brundle über die Zwischenstation Brabham auch aufgrund seiner Sportwagen-Erfolge zur Saison 1992 ein Cockpit beim späteren Weltmeisterteam Benetton, wo er Teamkollege von Michael Schumacher wurde. Es wurde Brundles erfolgreichste Formel-1-Saison: Insgesamt stand er fünfmal auf dem Podest und errang beim Großen Preis von Italien in Monza als Zweiter hinter seinem früheren Gegner Ayrton Senna sein bestes Einzelergebnis. Trotz der Erfolge stand Brundle klar im Schatten des späteren Rekordweltmeisters Schumacher, der mit einem Sieg Dritter der Weltmeisterschaft wurde, während Brundle den sechsten Platz in der Fahrerwertung belegte. Brundles Vertrag wurde von Benetton-Teamchef Flavio Briatore daraufhin nicht verlängert.

1993 ging Brundle für Ligier an den Start und erzielte in einem soliden Auto aus dem vorderen Mittelfeld beachtliche Ergebnisse. So stand er beim Großen Preis von San Marino als Dritter auf dem Podium und belegte in der Weltmeisterschaft den siebten Schlussrang. Als ihm zur Saison 1994 beim zu jenem Zeitpunkt erfolgreichsten Team der Formel-1-Geschichte, McLaren, das frei gewordene Cockpit von Ayrton Senna angeboten wurde, griff Brundle zu und wurde Teamkollege des späteren Weltmeisters Mika Häkkinen. Abermals konnte er bei einem Topteam jedoch seine Fähigkeiten nicht zur Geltung bringen und war über die gesamte Saison gegenüber Häkkinen deutlich im Hintertreffen. Ein Achtungserfolg gelang ihm beim Großen Preis von Monaco, den er als Zweiter hinter seinem früheren Teamkollegen Michael Schumacher beendete. Zum Ende der Saison verlor Brundle sein Cockpit erneut und ging zur Saison 1995 zu Ligier zurück. Dort konnte er beim Großen Preis von Belgien auf der als Fahrerstrecke bekannten Bahn von Spa-Francorchamps nochmal auf sich aufmerksam machen, als er bei wechselnden Wetterbedingungen als Dritter ins Ziel kam.

1996 bestritt Brundle seine letzte Formel-1-Saison für das Jordan-Team. Vielen technisch bedingten Ausfällen standen schlechte Startplätze und nur acht WM-Punkte gegenüber. Da Eddie Jordan für die Folgesaison nicht mehr mit ihm plante, beendete Brundle seine Formel-1-Karriere. Insgesamt nahm er an über 160 Grand-Prix-Rennen teil (158 Starts) und stand dabei neunmal auf dem Podium. Sein bester Startplatz war der dritte Rang beim Großen Preis von Frankreich 1993 in Magny-Cours. Führungskilometer oder schnellste Rennrunden erzielte er nicht.

Martin Brundle im Le-Mans-Bentley, 2001

1997 kehrte Brundle zu den Sportwagen zurück und startete für Nissan erneut bei den 24 Stunden von Le Mans. 1998 und 1999 wiederholte er dies für Toyota mit dem GT1. Auch war er 2001 beim Comeback von Bentley in Le Mans am Start. Zu einem weiteren Start, der mit seinem Freund Mark Blundell in einem Aston Martin geplant war, kam es allerdings nicht. Die beiden fuhren dann aber die 24 Stunden von Daytona 2011 zusammen, wo sie den vierten Platz belegten, in der gleichen Runde wie der Sieger.

Im Jahr 2015 nahm Brundle, im Rahmen eines Filmtags von Force India, nach fast 19 Jahren wieder in einem Formel-1-Auto Platz. [1]

Ein komplizierter Beinbruch, den er bei einem schweren Unfall in Dallas 1984 erlitten hatte, behinderte ihn stets beim Bremsen.

Weitere Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brundle wurde zunächst 1997 Kommentator des britischen TV-Senders ITV Sport und begleitete, u. a. zeitweise zusammen mit Murray Walker, bis 2008 die Formel-1-Berichterstattung. Von 2009 bis 2011 war er in gleicher Funktion für die BBC tätig, bevor er zum Bezahlsender Sky wechselte, wo er noch heute tätig ist.

Zwischenzeitlich war Brundle auch als Motorsportfunktionär (Vorsitzender des British Racing Drivers' Club) und Manager des früheren schottischen Formel-1-Piloten David Coulthard tätig.

Erfolgsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1987 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Silk Cut Jaguar Jaguar XJR8 LM DanemarkDänemark John Nielsen DeutschlandDeutschland Armin Hahne Ausfall Zylinder überhitzt
1988 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Silk Cut Jaguar Jaguar XJR9 LM DanemarkDänemark John Nielsen Ausfall Zylinder überhitzt
1990 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Silk Cut Jaguar Jaguar XJR12 LM DanemarkDänemark John Nielsen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Price Cobb Gesamtsieg1
1997 JapanJapan Tom Walkinshaw Racing Nissan Motorsport Nissan R390 GT1 DeutschlandDeutschland Jörg Müller SudafrikaSüdafrika Wayne Taylor Ausfall Unfall
1998 JapanJapan Toyota Motorsport Toyota GT-One FrankreichFrankreich Emmanuel Collard FrankreichFrankreich Éric Hélary Ausfall Unfall
1999 JapanJapan Toyota Motorsport Toyota GT-One FrankreichFrankreich Emmanuel Collard ItalienItalien Vincenzo Sospiri Ausfall Reifenschaden
2001 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Team Bentley Bentley Exp Speed 8 FrankreichFrankreich Stéphane Ortelli Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Guy Smith Ausfall Feuer
2012 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Greaves Motorsport Zytek ZS11N Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alex Brundle SpanienSpanien Lucas Ordoñez Rang 15

1 Nach elektrischen Problemen seines ursprünglichen Fahrzeugs wechselte Brundle in den späteren Siegerwagen und ersetzte Eliseo Salazar.

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1988 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Castrol Jaguar Racing Jaguar XJR-9D DanemarkDänemark John Nielsen BrasilienBrasilien Raul Boesel Ausfall Motorschaden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martin Brundle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Motorsport Magazin: Martin Brundle nimmt Platz im Force India, Artikel vom 26. Mai 2015