Massagno

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Massagno
Wappen von Massagno
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Vezia
BFS-Nr.: 5196i1f3f4
Postleitzahl: 6900
Koordinaten: 716669 / 96836Koordinaten: 46° 0′ 47″ N, 8° 56′ 42″ O; CH1903: 716669 / 96836
Höhe: 352 m ü. M.
Fläche: 0,73 km²
Einwohner: 6268 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 8586 Einw. pro km²
Website: www.massagno.ch
Karte
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Wohnblock Albairone

Massagno ist eine politische Gemeinde im Kreis Vezia im Bezirk Lugano des Kantons Tessin in der Schweiz und grenzt als Vorortsgemeinde direkt an Lugano.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baum auf dem Wappen von Massagno ist ein Kastanienbaum. Das Wappen erinnert an die Position der Gemeinde auf einem kastanienreichen Hügel.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massagno hat eine Fläche von 0,73 km2 und gehört damit zu den flächenmässig kleinsten Gemeinden der Schweiz (an Position 13 der nach Fläche aufsteigend geordneten, alle 2212 Gemeinden enthaltenden Liste, Stand: 1. Januar 2019).[3] Die Gemeinde liegt zwischen 361 und 387 m ü. M. Die Nachbargemeinden sind Lugano und Savosa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Ortsteil Gerso

Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1146 unter dem damaligen Namen Masagnio, 1198 Maxanio.[4] Massagno war schon im Mittelalter eine vicinìa; der Weiler Gerso wurde ihm vermutlich später angeschlossen. Die Stiftskirche San Lorenzo von Lugano besass 1198 dort Grundrechte. Um 1600 sterben bis auf wenige Menschen fast alle Einwohner an der Pestepidemie.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«Während des starken demograf. Wachstums der 1960er Jahre wandelte sich M., das früher von der Landwirtschaft und der saisonalen Auswanderung gelebt hatte, vorwiegend zu einer Wohngemeinde mit reger Bautätigkeit.»[5]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1698 1820 1850 1880 1900 1927 1950 1970 2000[6] 2010 2012 2014 2017 2018[7]
Einwohner 35 Haushaltungen 258 343 580 773 1500 2304 5214 5558 5852 5942 6121 6268 6466

Unter allen Schweizer Gemeinden hat Massagno – nach Genf – die zweithöchste Einwohnerdichte, nämlich 8586,3 Einwohner pro km2 (Liste Schweizer Gemeinden, Stand: 1. Januar 2019).

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Kirche «Santa Lucia» von Massagno, abgerissen 1931 zur Verbreiterung der Via del San Gottardo
Piazza Santa Lucia in Massagno (2019)

Bei der Volkszählung 2000 waren 3.837 Einwohner oder 68 % römisch-katholisch, während 362 oder 6,5 % der Reformierten Schweizer Kirche angehörten. Es gab 1.054 Personen (etwa 19 %), die einer anderen oder keiner Kirche angehörten, und 305 Personen (etwa 5,4 % der Bevölkerung) haben die Frage nicht beantwortet.[8] Es besteht die röm.-kath. Pfarrei Santa Lucia.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massagno liegt in unmittelbarer Nähe zum SBB-Bahnhof Lugano an der Gotthard-Achse, die durch den 2018 eröffneten Gotthard-Basistunnel führt und damit an deren Hauptachse Zürich – Mailand. Noch im Bau ist der Ceneri-Basistunnel, geplante Eröffnung 2020, der die S-Bahnverbindung Luganos (und damit auch Massagnos) zu den Städten Bellinzona und Locarno verbessern wird. Die Reisezeit zwischen Locarno und Lugano soll sich durch den neuen Tunnel von 55 auf 22 Minuten reduzieren.[10]

„Trincea“ in Massagno

Es ist geplant, den „Graben (trincea)“, in dem vor der Nordeinfahrt zum Bahnhof von Lugano die Bahngleise verlaufen und der das Gebiet der Gemeinde Massagno zerschneidet, zu überdecken und auf der entstehenden Fläche einen Park anzulegen.[11]

Massagno liegt direkt an der Auffahrt Lugano-Süd zur Autobahn 2 (Gotthardroute) Basel – Mailand.

Zur Verkehrsgeschichte: Die Lugano-Tesserete-Bahn war eine seit 1907 vom Bahnhof Lugano ausgehende meterspurige Schmalspurbahn nach Tesserete. Die erste Haltestelle nach dem Bahnhof Lugano lag in Massagno. Die Bahn war von Beginn an elektrifiziert; sie wurde 1967 durch eine Buslinie ersetzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindeparlament, die gesetzgebende Gewalt, besteht aus 30 Mitgliedern. Es ist für die Amtszeit 2016–2020 von den Stimmberechtigten der Gemeinde gewählt worden und umfasst die folgenden Parteien[12]:

  • Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) mit 14 Gemeinderäten
  • Sozialistische Partei (SP) und Grüne Partei der Schweiz (GPS) mit 6 Gemeinderäten
  • Lega dei Ticinesi (Lega) mit 5 Gemeinderäten
  • FDP.Die Liberalen (FDP) mit 5 Gemeinderäten

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat ist das Exekutivorgan; es besteht aus einer ungeraden Anzahl von Mitgliedern (maximal sieben), die alle vier Jahre von den Stimmberechtigten der Gemeinde gewählt werden. Die letzten Wahlen waren im Jahr 2016. Gewählt wurden die folgenden Gemeinderäte (in Klammern deren Ressorts)[13]:

  • Giovanni Bruschetti, Bürgermeister (Verwaltung – Kultur – Finanzen – Elektrizitätsunternehmen)
  • Paola Bagutti, Vizebürgermeisterin (Bauwesen)
  • Sabrina Gendotti (Öffentliche Sicherheit – Tourismus – Sportzentrum Valgersa)
  • Giovanni Pozzi (Bildung – Freizeit und Vereine – Kultus – Recht)
  • Renato Tami (Bebauungsplan – Verkehr und Strassennetz)
  • Anke van der Mei Lombardi (Soziale Sicherheit – Öffentliche Gesundheit)
  • Adriano Venuti (Jugendfragen – Umweltschutz – Bauamt)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Botta, Einfamilienhaus Robbiani
Massagno (1950)
  • Pfarrkirche Santa Lucia mit Renaissancegemälde;[14] im Innenraum Gemälde Adorazione dei Magi (16. Jahrhundert), Annunciazione (1636), Santa Lucia (17. Jahrhundert) und Glasfenster von Kapuziner fra’ Roberto Pasotti.[14] Die alte Pfarrkirche Santa Lucia aus dem Jahre 1530 wurde 1931 im Zuge der Verbreiterung der Via del San Gottardo abgerissen
  • Oratorium Madonna della Salute (1710)[14]
  • Oratorium Sant’Antonio da Padova (1670) im Ortsteil Gerso[14]
  • Betkapelle In Selva im Ortsteil Rovello; mit Fresken (15. Jahrhundert)[14]
  • Wohnblock Albairone (1955/1956), Architekt: Peppo Brivio[14][15][16][17]
  • Wohnhaus mit Dekorationsmalereien[14]
  • Palast mit Kaminaufsatz, Stuckarbeiten und Familienwappen, Fresko Giuditta und Oloferne[14]
  • Wohnhaus Boni, Architekten: Mario Campi, Franco Pessina[14]
  • Reihegebäude, Architekten: Mario Campi und Franco Pessina[14]
  • Villa Elisa, Architekt: Adolfo Brunel[14]
  • Wohnhaus, Architekt: Franco Ponti[14]
  • Apartmenthaus Cate, Architekt: Peppo Brivio, 1958[14][18][19]
  • Apartmenthaus, Architekten: Aldo Nolli & Pia Durisch. Baujahr: 2003[20]
  • Einfamilienhaus, Architekt: Franco Ponti[14]
  • Einfamilienhaus Robbiani, Architekt: Mario Botta[14]
  • Brunnen mit Janusmaske[14]
  • Alte Waschanlage[14]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Virgilio Gilardoni, Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 411.
  • Antonio Gili: Massagno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 15. September 2011.
  • Guida generale della città di Lugano e dei comuni limitrofi di Paradiso, Castagnola, Viganello, Massagno. Arnold, Lugano 1932.[27]
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 291–292.
  • Domenico Robbiani: Massagno. Note storiche., Gaggini-Bizzozero, 2. Auflage, Lugano 1970.
  • Celestino Trezzini: Massagno. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5, Maillard – Monod., Attinger, Neuenburg 1929, S. 45, 46 (Digitalisat).
  • Heinz Wirz: Durisch + Nolli. Quart-Verlag, Luzern 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Massagno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Flags of the World.com abgerufen 8. Mai 2019
  3. Liste Schweizer Gemeinden
  4. Antonio Gili: Massagno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. Mai 2019.
  5. Antonio Gili: Massagno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. Mai 2019.
  6. Antonio Gili: Massagno. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. Mai 2019.
  7. Massagno mantiene alta la sua popolazione. 22. Januar 2019, abgerufen am 7. Mai 2019 (italienisch).
  8. Popolazione residente, secondo la lingua principale e la religione, nel 2000 2011-07-07 auf der Wayback Machine (italienisch,) Zugriff 17. Mai 2019
  9. Pfarrei Santa Lucia auf portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  10. Marco Ceriani: Ceneri-Basistunnel: Gegenwärtiger Baufortschritt und Ausblick. In: Tunnel. Band 34, Nr. 4, 2015, ISSN 0722-6241, S. 12–25.
  11. Un anno decisivo per la trincea. In: CdT.ch (Corriere del Ticino). 13. Januar 2019, abgerufen am 17. August 2019 (italienisch).
  12. Offizielle Website der Gemeinde Massagno, abgerufen am 26. Mai 2019
  13. Offizielle Website der Gemeinde Massagno, abgerufen am 26. Mai 2019
  14. a b c d e f g h i j k l m n o p q Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 291–292.
  15. Wohnblock Albairone (PDF; 80 kB)
  16. Wohnblock Albairone auf portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  17. Wohnblock Albairone auf ethorama.library.ethz.ch/en/node
  18. Apartmenthaus Cate auf portal.dnb.de (abgerufen am: 24. Juni 2016.)
  19. Casa Cate auf ethorama.library.ethz.ch/en/node
  20. Apartmenthaus auf ethorama.library.ethz.ch/en/node
  21. Centro Didattico Cantonale auf portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  22. Azienda Elettrica Comunale auf portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  23. Durisch + Nolli Architekten auf portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  24. Football Club Savosa-Massagno (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  25. Società Atletica Massagno in portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)
  26. Esploratori Tre Pini Massagno
  27. Guida generale della città di Lugano e dei comuni limitrofi di Paradiso, Castagnola, Viganello, Massagno. auf portal.dnb.de (abgerufen am: 31. Mai 2016.)