Maximilianstraße (Bayreuth)

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Maximilianstraße – ein Straßenmarkt in der historischen Innenstadt und Keimzelle Bayreuths
Fußgängerzone Maximilianstraße mit Famabrunnen und Maibaum
Untere Maximilianstraße: enger, gewunden und leicht abschüssig

Die Maximilianstraße ist eine Straße in der oberfränkischen Stadt Bayreuth. Im örtlichen Sprachgebrauch wird sie auch Maxstraße und in ihrem zentralen Abschnitt Markt genannt. Zentral in der Innenstadt gelegen führt sie vom Sternplatz zur Erlanger Straße und entspricht in ihrer überwiegenden Länge einem Straßenmarkt. Mit ca. 330 m Länge und 45 m maximaler Breite stellt dieser die zentrale Straße und wichtigste Geschäftsstraße der historischen Innenstadt dar.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Stadtbuch von 1441 werden die Häuser an der Nordseite des Marktplatzes als „erst riß“ (erste Reihe), jene der Südseite als „ander riß“ bezeichnet. Der vermutlich seit dem Mittelalter existierende Name Haupt-Gaße wird erst um das Jahr 1700 greifbar.[1] Auf der Carte Spéciale De La Résidence De Bareuth von 1745, dem sog. Riediger-Plan, tritt die Straße als Marck Gaß in Erscheinung.[2] Um 1800 wird erwähnt, dass die Hauptstraße auch Marktstraße genannt werde.[1]

Nach dem Verkauf der ehemaligen Hauptstadt des Fürstentums Bayreuth an das Königreich Bayern[3] änderten sich im Jahr 1810 die Herrschaftsverhältnisse. Aus Anlass des 25-jährigen Regierungsjubiläums des bayerischen Königs Maximilian I. wurde die örtliche Hauptstraße zu dessen Ehren 1824 in Maximilianstraße umbenannt.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Sternplatz in die Maximilianstraße mit den Häusern Maximilianstraße 1 (links) und 2 sowie einem den Fußgängerbereich befahrenden Linienbus (2012)

Die Maximilianstraße bildet mit der Richard-Wagner-Straße einen durchgehenden Straßenzug, der die Innenstadt von Südosten nach Nordwesten durchquert und historisch die Hauptverkehrsachse Bayreuths darstellt. Weitgehend gerade und steigungsfrei auf einer Anhebung zwischen zwei Tälern angelegt, fällt sie an ihrem westlichen Ende („untere Maximilianstraße“) in einem gekrümmten Verlauf zum Niveau des Sendelbachs hin ab.

Seitenstraßen bzw. -plätze vom Sternplatz aus gesehen sind:

  • Südseite:
  • Kanzleistraße
  • Brautgasse
  • Kirchgasse
  • Sophienstraße
  • Spitalgasse
  • Von-Römer-Straße
  • Dammallee
  • Nordseite
  • Schloßberglein
  • Ehrenhof des Alten Schlosses
  • Schulstraße
  • Frauengasse
  • Am Mühltürlein
  • Pauschenberglein

Daneben führen zwei überdachte Ladenpassagen vom Markt aus in nördlicher Richtung: Die Eysserhauspassage beginnt im Haus Maximilianstraße 26 und führt zur Kanalstraße, die Passage Max 48 parallel zur Schulstraße zur Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH).

Die Maximilianstraße endet an der Kreuzung der Kulmbacher Straße mit der Erlanger Straße und dem Hohenzollernring. Letzterer wurde Anfang der 1970er Jahre im Verlauf der ehemaligen Straßen Graben und Wolfsgasse als Teil des weitgehend vierspurigen „Stadtkernrings“ angelegt.

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterer Markt mit Spitalkirche und dem 2007 abgerissenen Sparkassengebäude (2006)
Blick über den unteren Markt mit dem Neptunbrunnen nach Südosten (1891)
Herkulesbrunnen und Häuserzeile auf der Nordseite des Marktplatzes (1904)
Altes Rathaus (Maximilianstraße 33), links das 1970 abgerissene Geburtshaus des Philosophen Max Stirner (ca. 1910)
Erster für Wagen passierbarer Durchbruch zwischen der Spitalkirche und dem ehemaligen Amtsgericht (um 1910)

Der sog. untere Markt im Bereich zwischen Frauengasse und Sophienstraße wird als Keimzelle der Stadt Bayreuth angesehen. Vermutlich existierte dort, auf der vom Roten Main und dem Sendelbach eingerahmten Spitze eines Sandsteinplateaus, bereits vor der Stadtgründung im Zuge der Rodungstätigkeit durch die Schweinfurter Grafen eine kleine fränkische Ansiedlung.[4] Otto VII. von Meranien ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Landesherr, der den 1194 erstmals urkundlich erwähnten und 1199 noch als „villa“ (Dorf) bezeichneten Ort zwischen 1200 und 1230 zur Stadt erhob.[5]

Bereits vor 1370 hatte Bayreuth das Marktrecht erhalten. Die Anlage des Straßenmarkts, dessen Führung sich in eine karolingische Altstraße eingliedert, weist auf ein frühes kleines Handelszentrum hin.[5] Der Markt erstreckte sich vom Oberen (Stadt-)Tor nordwestlich des Sternplatzes bis zum Unteren Tor an der Straße Pauschenberglein. Noch in den 1920er Jahren war seine Funktion weniger die einer Durchgangsstraße als vielmehr jene eines Marktplatzes.[6]

Der künstliche Wasserlauf Tappert folgte dem Markt vom Sternplatz bis zum Mühltürlein. Als bis ins frühe 19. Jahrhundert offener Kanal[7] diente er als Abwasserkanal und als Löschwasserreservoir im Brandfall.[8] Beim Umbau des Marktplatzes wurden im Jahr 2010 Reste des einstigen Kanalbetts gefunden,[9] eine Reaktivierung als „Stadtbächlein“ war wegen der tiefen Lage aber nicht möglich. Stattdessen wurde vor der nördlichen Häuserfront eine wasserführende Zierrinne mit Wasserspielplatz neu geschaffen.

Zwei große Stadtbrände in den Jahren 1605 und 1621 vernichteten große Teile der Bausubstanz, im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1634 und 1640 geplündert und teilweise zerstört. Das erste bekannte Rathaus der Stadt stand mitten auf dem unteren Markt. Im Jahr 1430 wurde es von den Hussiten mit zahlreichen anderen Gebäuden niedergebrannt. Der 1446 errichtete Nachfolgebau überstand den Stadtbrand von 1621 nicht. Unmittelbar hinter dem Rathaus stand das Brauhaus, vor dem Rathaus war ein Galgen aufgerichtet. Lange Zeit markierte ein schwarzes Dreieck im Straßenpflaster diesen Richtplatz.[10]

Bereits im 13. Jahrhundert oder früher soll sich an der Stelle des Altes Schlosses ein Amtmannsitz befunden haben.[11] 1455 wurde dort ein erstes Schloss erbaut; das fortifikatorisch an günstiger Stelle gelegene Bauwerk könnte aber auch bereits für die Gründung bzw. Verlegung der Siedlung eine Rolle gespielt haben. Noch im 17. Jahrhundert sprachen zeitgenössische Quellen von der „Burg“ Bayreuth.[12] Nach dem Stadtbrand von 1621 konnte die Herrschaft mehrere anliegende Häuser aufkaufen und abbrechen, wodurch der Ehrenhof zum Markt hin geöffnet wurde. Von 1603 bis 1753 war das Alte Schloss Residenz der Markgrafen von Brandenburg-Bayreuth.

1771 erwarb die damals wohlhabende Hospitalstiftung das heutige Anwesen Maximilianstraße 33 und stellte es der Stadt zur Nutzung als Rathaus zur Verfügung. Nach dem Umzug der Stadtverwaltung in das Reitzenstein-Palais am Luitpoldplatz, das 1916 zum neuen Rathaus umgebaut wurde,[13] verlor es vorübergehend seine Funktion. Da das „Neue Rathaus“ im April 1945 dem Bombenkrieg zum Opfer fiel, wurde nach dem Kriegsende das „Alte Rathaus“ bis 1972 erneut als solches, danach bis 1996 als Polizeidienstgebäude, genutzt.[14] Seit 1999 beherbergt das Gebäude das Kunstmuseum und eine Gaststätte.[15]

In den Jahren 1864/65 kaufte die Stadt das damalige Haus Maximilianstraße 82 und ließ es abreißen. In der entstandenen Bresche wurde eine Straße hinunter zur Schwarzen Allee (seit 1889: Kanalstraße) angelegt, die nach der Errichtung des Zentralschulhauses (Graserschule) den Namen Schulstraße erhielt. 1895 wurde mit dem Abbruch des Mühltürleins ein weiterer für Wagen passierbarer Durchgang geschaffen, in ihrer heutigen Breite existiert diese Straße aber erst seit 1934.[16]

In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur diente der Markt vielfach als Ort für Aufmärsche und Großkundgebungen.[17]

Bereits in den 1930er Jahren wurde zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai jeweils in Höhe des Alten Rathauses mittig ein Maibaum aufgestellt, der Symbole des örtlichen Handwerks zeigte. 1952 wurde diese Tradition durch einen Verein wiederbelebt;[18] mittlerweile steht der Maibaum ganzjährig auf dem Markt und zeigt die fränkischen Farben weiß-rot. In den 1940er Jahren wurde mitten auf dem Markt eine gemauertes Löschwasserbecken errichtet, das in den ersten Nachkriegsjahren zur Fahrradaufbewahrung genutzt wurde.[19]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs lagen nach den Bombardierungen vom 5., 8. und 11. April 1945 große Teile der Stadt in Schutt und Asche. Der historische Stadtkern war dabei verhältnismäßig glimpflich davongekommen. Beim Einrücken der amerikanischen Soldaten verbrannten die Nazis jedoch im Alten Schloss belastende Dokumente. Das Feuer griff auf das Gebäude und auf die Häuser auf der Nordseite des Marktplatzes über. Wegen des Fehlens einer gut funktionierenden Feuerwehr, des Mangels an Löschwasser und der nächtlichen, auch für die Feuerwehrleute gültigen Ausgangssperre, ließ es sich erst durch die Sprengung der Häuser Maximilianstraße 34 und 36 durch die United States Army eindämmen. Diesem Brand fiel ein bedeutender Teil der Häuser auf der Nordseite der Straße zum Opfer. Erstes wiederaufgebautes Gebäude war das 1950 fertiggestellte Haus Maxstraße 22.[20]

Von den erhalten gebliebenen Gebäuden wurden ab 1962 drei weitere (Maximilianstraße 40,42 und 44) einem im Oktober 1963 eröffneten[21] Kaufhausneubau (Hertie, jetzt Karstadt) geopfert. Weitgehend im Original erhalten blieb an der Nordseite des Markts zwischen dem Ehrenhof und der Schulstraße nur das Haus Maximilianstraße 38 (ehemals Restauration Herrmann, 1937–2004 Bankhaus Schmidt).[22]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sternplatz mit dem 1962 abgerissenen „Gärtnerhaus“ (links), Mündung der Maximilianstraße und Textilkaufhaus Pfefferkorn (Mitte)
„Henselhaus“ Maximilianstraße 17
  • Im 1830 errichteten „Gärtnerhaus“ (Maximilianstraße 1) entstand das erste Kaufhaus der Stadt. 1962 wurde im Zuge der Neugestaltung des Sternplatzes der klassizistische Sandsteinbau abgerissen[23] und in den Jahren 1991/92 durch einen Neubau ersetzt.[24]
  • 1892 verlegte der jüdische Kaufmann Simon Pfefferkorn sein Textilgeschäft in das Eckgebäude Opernstraße 1 / Maximilianstraße 2 am Sternplatz, wo es sich zur führenden Handlung für Teppiche und Stoffe Bayreuths entwickelte. Bereits 1928 musste Pfefferkorn unter dem Druck der NSDAP sein Anwesen weit unter seinem Wert an den nationalsozialistischen Gauverlag Bayerische Ostmark verkaufen. Der örtliche Architekt Hans Reissinger baute es zum Sitz des Gaus Bayerische Ostmark um, an der Eckfront des in der Folge als „Braunes Haus“ bezeichneten Gebäudes war zeitweise ein überdimensionales Bildnis Adolf Hitlers angebracht. In den letzten Tagen der NS-Diktatur brannte das Eckhaus im April 1945 unter ungeklärten Umständen aus.[25]
  • Maximilianstraße 3: Dreigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, um 1700 erbaut.
  • Maximilianstraße 9: Dreigeschossiger, barocker Sandsteinquaderbau mit Mittelrisalit und Pilastergliederung aus dem Jahr 1738.
  • Maximilianstraße 13: Zweigeschossiges Haus mit Satteldach von 1716.
  • Maximilianstraße 17: Dreigeschossiger Bau mit Walmdach und reichem Rokokoschmuck, um 1740 über älterem Kern erbaut. 1897 kaufte der Fahrradhändler Conrad Hensel das Anwesen und errichtete im Hinterhof zunächst eine Fahrradwerkstatt, in der er nach 1900 auch Motorräder und Autos reparierte.[26] Bis 1988 verkaufte die Fa. Heinrich Hensel im Vorderhaus Fahrräder, Schreibmaschinen und Nähmaschinen. Die Automobilwerkstatt wurde bereits 1914 in die Badstraße ausgelagert.[27]
  • Das Geburtshaus (Maximilianstraße 31) des Philosophen Max Stirner (1806–1856) wurde 1970 abgerissen. Die von John Henry Mackay gestiftete Gedenktafel wurde an das Nachfolgebauwerk übernommen.
  • Das Hotel Reichs-Adler in der Maximilianstraße 28 wurde 1920 geschlossen,[28] im April 1945 brannte das Gebäude ab. Das in den 1950er Jahren wiederaufgebaute Anwesen beherbergte anschließend das 1996 geschlossene Kino Reichshof.[29]
  • Maximilianstraße 41: Dreigeschossiger Putzbau mit Rokokoschmuck aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
  • Die Adler-Apotheke in der Maximilianstraße 47 ist die älteste Apotheke der Stadt.
  • Maximilianstraße 50: Zweigeschossiger, giebelständiger Sandsteinbau mit Satteldach, im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert.
  • Das 1610 durch den Hofbaumeister Michael Mebart an der Stelle einer Brandruine errichtete Haus Maximilianstraße 57 („Mohren-Apotheke“) gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt.
  • Maximilianstraße 58: Zweigeschossiger Sandsteinquaderbau mit Mansarddach und Zwerchhaus aus dem Jahr 1733.
  • In der Maximilianstraße 62 befand sich das Amtsgericht, ehe es in den 1904 eingeweihten Justizpalast an der Wilhelminenstraße umzog. Ab 1905 wurde das Gebäude von der Sparkasse genutzt und 1934 im Zuge der Verbreiterung der Straße Am Mühltürlein abgerissen. Der folgende Neubau diente der Sparkasse bis 1968 als Hauptgeschäftsstelle.[30] 2007 verschwand auch dieses Gebäude zugunsten eines modernen Geschäftshauses.
  • Die evangelisch-lutherische Spitalkirche am unteren Markt gehört zu den Markgrafenkirchen.[31] Das namengebende ehemalige Spital, in dem Wohnungen und das Stadtarchiv untergebracht sind, grenzt direkt an. Über den Spitalhof gelangt man zum nahen Einkaufszentrum Rotmain-Center.
  • Maximilianstraße 65 und 67: Dreigeschossige Sandsteinbauten mit Sattel- bzw. Walmdach aus dem 17. Jahrhundert.
  • Maximilianstraße 69: Zweigeschossiger, giebelständiger Sandsteinbau mit neubarocker Fassadengestaltung von 1886, im Kern aus dem 17. Jahrhundert.
  • Maximilianstraße 75: Zweigeschossiger Sandsteinquaderbau von 1739 mit Fensterschürzen.

Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkulesbrunnen – im Hintergrund die Spitalkirche und das ehemalige Amtsgericht (vor 1913)

In der Längsachse der Maximilianstraße wurden vier Zierbrunnen angelegt.

  • Aus dem Jahr 1676[32] stammt der Herkulesbrunnen, der 1755 eine neue Figur von Johann Gabriel Räntz erhielt.
  • Der Famabrunnen wurde 1708 von Elias Räntz geschaffen.[33] Um in der Maximilianstraße Platz für vier Fahrspuren zu schaffen, wurde er 1965 zur nördlichen Häuserfront hin versetzt;[34] seit 2010 steht er wieder an der alten Stelle.
  • Der Neptunbrunnen auf dem Marktplatz entstand im Jahr 1755.[35]
  • Vor dem Ehrenhof des Alten Schlosses wurde 2010 ein begehbarer Brunnen errichtet.[36]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die Frühneuzeit hatte die Stadt keine bedeutende Funktion als Verkehrsknoten. Erst im Rahmen des Baus von befestigten Chausseen im 18. Jahrhundert entstand ein leistungsfähiges Netz von Poststraßen, die nach Bayreuth führten. 1861 endeten jene von Bamberg, Kulmbach und Hof sowie von Amberg und Nürnberg in der Maximilianstraße.[37] Zwischen der Straße Schloßberglein und dem Ehrenhof des Alten Schlosses hatten zunächst die Fiaker, später dann die Taxis ihren Standplatz.[38]

Ab ca. 1937 verliefen die Reichsstraße 22 (Bamberg–Weiden) und die Reichsstraße 85 (BergaPassau) gebündelt über die Bayreuther Maximilianstraße. Mit der Zunahme des Individualverkehrs ab den 1950er Jahren wurde die Maximilianstraße „autogerecht“ umgebaut.[39] Dem Generalverkehrsplan von 1964 entsprechend erhielt sie zwei bis drei Fahrspuren je Richtung, wobei die mittig gelegene zentrale Bushaltestelle beibehalten und durch einen Fußgängertunnel an die Gehsteige sowie an das Unterschoss des Kaufhauses Hertie angebunden wurde. Damit konnte der Verkehr der Bundesstraßen 22 und 85 statt auf Kopfsteinpflaster nahezu ungehindert auf Asphalt durch die Innenstadt fließen. Die „Businsel“, die von den Omnibussen von links angefahren wurde, wurde wiederholt umgestaltet und 1987 überdacht.[40]

In der unteren Maximilianstraße entstand im Juli 1978 der erste Abschnitt der Fußgängerzone,[41] In den Folgejahren wurde diese auf die gesamte Straße ausgedehnt, jedoch zwischen Sternplatz und Am Mühltürlein weiter von den städtischen Linienbussen befahren. Erst 2007 übernahm die neue Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) am nahen Hohenzollernplatz diese Funktion. Linienbusverkehr existiert nach wie vor zwischen dem Sternplatz und der Kanzleistraße. Der Fußgängertunnel verlor mit dem Bau der Fußgängerzone seine Funktion. Zunächst diente er noch als Fluchtweg für das nahe Kaufhaus und dem Ordnungsamt als Abstellraum. 1996 beschloss der Stadtrat, die letzte noch dorthin führende Treppenöffnung zuzuschütten und zu überpflastern.[42]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenhof mit Maximiliansdenkmal am einstigen Standort des Markgrafenbrunnens, der Schlossturm trägt noch kein Kreuz, (um 1910)

Im Alten Schloss, das im April 1945 bis auf die Außenmauern ausbrannte, befindet sich das Bayreuther Finanzamt. Der Wiederaufbau des Gebäudes in den Jahren 1950 bis 1954 war zunächst nicht unumstritten. Der Schlossturm ist erst seit 1960 Glockenturm der Schlosskirche; das auf seiner Spitze angebrachte goldene Kreuz stammt aus dem Jahr 1964. Der katholische Stadtpfarrer ließ es eigenmächtig, unter Umgehung des Stadtrats und gegen dessen Einwände, Ende Mai jenes Jahres anbringen.[43]

Die örtlichen Tageszeitungen hatten lange Zeit ihren Sitz in der Maximilianstraße. 1892 erwarb Lorenz Ellwanger das Anwesen Maximilianstraße 60 und sicherte sich 1896 die Verlagsrechte für die Oberfränkische Zeitung.[44] 1938 erwarb dessen Sohn das Verlagsrecht für das Bayreuther Tagblatt, in dem die Oberfränkische Zeitung aufging. Bis 2016 war das Gebäude Maximilianstraße 58 Geschäftsstelle des Nordbayerischen Kuriers.[45] Die 1945 gegründete Fränkische Presse residierte ab 1946 im Haus Maximilianstraße 4,[46] bis sie 1968 mit dem Bayreuther Tagblatt zum Nordbayerischen Kurier fusionierte.[47]

Eine originale Variante der Skulptur Non Violence des schwedischen Malers und Bildhauers Carl Fredrik Reuterswärd, ein Revolver mit verknotetem Lauf, befindet sich in der Maximilianstraße. Sie wurde am 3. April 2011 aufgestellt,[48] bald darauf von Unbekannten zerstört und steht restauriert seit August 2012 wieder an ihrem Platz.[49]

Gegenüber dem Alten Schloss steht eine große Dinosaurier-Figur, die auf das nahe Urwelt-Museum Oberfranken in der Kanzleistraße hinweist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth. Maximilianstraße,auch Maxstraße oder Markt genannt, mit abzweigenden Straßen und Gassen. Ellwanger, Bayreuth 2005, ISBN 978-3-925361-51-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maximilianstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rosa und Volker Kohlheim: Bayreuth von A-Z. Lexikon der Bayreuther Straßennamen. Rabenstein, Bayreuth 2009, ISBN 978-3-928683-44-9, S. 56 f.
  2. a b Rosa und Volker Kohlheim: Bayreuth von A-Z, S. 81 ff.
  3. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten. 1. Auflage. Gondrom, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-0809-8, S. 139.
  4. Rainer Trübsbach: Geschichte der Stadt Bayreuth. 1194–1994. Druckhaus Bayreuth, Bayreuth 1993, ISBN 3-922808-35-2, S. 28.
  5. a b Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 30.
  6. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 13 u. 21.
  7. Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt. Ellwanger, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-60-9, S. 95.
  8. Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt, S. 340 f.
  9. Stadtarchäologie bei bayreuth1320, abgerufen am 6. Juni 2021.
  10. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 120.
  11. Rainer Trübsbach: Geschichte der Stadt Bayreuth, S. 30.
  12. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten. 1. Auflage. Gondrom, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-0809-8, S. 28.
  13. Bayreuths Bürgermeister: Die vier Bayreuther Rathäuser bei: bayreuther-tagblatt.de, abgerufen am 6. Juni 2021
  14. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 94.
  15. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 98 ff.
  16. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 174.
  17. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 22.
  18. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 18.
  19. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 62.
  20. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 57.
  21. Bernd Mayer: Bayreuth im zwanzigsten Jahrhundert, S. 118.
  22. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 59 u. 70.
  23. Bernd Mayer: Bayreuth – Die letzten 50 Jahre. Ellwanger, Bayreuth 1983, S. 154.
  24. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 71.
  25. Bernd Mayer, Frank Piontek: Jüdisches Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 2010, ISBN 978-3-925361-81-4, S. 174.
  26. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 85.
  27. Kurt Herterich: Im südöstlichen Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 2000, ISBN 3-925361-38-3, S. 124 ff.
  28. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 49.
  29. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 66.
  30. Menschen, Technik und Millionen in: Nordbayerischer Kurier vom 10. September 2018, S. 8.
  31. Markgrafenkirchen entdecken (PDF-Datei) bei bayreuth.de, abgerufen am 6. Juni 2021
  32. Infotafel am Herkulesbrunnen
  33. www.historisches-franken.de (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.historisches-franken.de
  34. Vor 50 Jahren in Nordbayerischer Kurier vom 10. Februar 2015, S. 10.
  35. Bernd Mayer: Geheimnisvolles Bayreuth, S. 36.
  36. Probelauf für neuen Brunnen (Memento vom 29. September 2014 im Internet Archive). Bei: nordbayerischer-kurier.de vom 10. November 2010, abgerufen am 6. Juni 2021.
  37. Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt, S. 64.
  38. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 12.
  39. Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt, S. 75 f.
  40. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 23.
  41. Bernd Mayer: Bayreuth im zwanzigsten Jahrhundert, S. 126 ff.
  42. Vor 25 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 5./6. Juni 2021, S. 10.
  43. Eva-Maria Bast, Heike Thissen: Bayreuther Geheimnisse. 1. Auflage. Bast Medien Service, Überlingen 2014, ISBN 978-3-9816796-1-8, S. 21 ff.
  44. Kurt Herterich: Im Herzen von Bayreuth, S. 23.
  45. Der Kurier zieht um bei kurier.de vom 18. Oktober 2016, abgerufen am 8. Juni 2021
  46. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 222.
  47. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten, S. 247.
  48. Reuterswärd Pistole. (Memento vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) In: bayreuth4u.de. 3. April 2011.
  49. Nordbayerischer Kurier. 15. August 2012, S. 15.