Monthey

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Monthey
Wappen von Monthey
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton WallisKanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Montheyw
BFS-Nr.: 6153i1f3f4
Postleitzahl: 1870
UN/LOCODE: CH CHX (Choëx)
CH MON (Monthey)
Koordinaten: 562315 / 122181Koordinaten: 46° 15′ 0″ N, 6° 57′ 0″ O; CH1903: 562315 / 122181
Höhe: 430 m ü. M.
Höhenbereich: 382–2250 m ü. M.[1]
Fläche: 28,70 km²[2]
Einwohner: i17'894 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 623 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
33,0 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.monthey.ch
Monthey

Monthey

Lage der Gemeinde
GenferseeLac de TanayLac de SalanfeLac de MontriondLac d’EmossonLac du Vieux EmossonLac Supérieur de FullyLac de BretayeLac de ChavonnesFrankreichKanton WaadtBezirk EntremontBezirk MartignyBezirk Saint-MauriceChampéryMontheyMontheyMontheyMontheyCollombey-MurazMontheyPort-ValaisSaint-Gingolph VSTroistorrentsVal-d’IlliezVionnazVouvryKarte von Monthey
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Monthey ist eine politische Gemeinde, eine Burgergemeinde und Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Wallis in der Schweiz. Sie umfasst die Stadt Monthey, das Dorf Choëx, die Weiler Outrevièze und Giettes sowie Exklaven in der Gemeinde Collombey-Muraz. Die Gemeinde liegt am Flüsschen Vièze, das hier in die Rhone mündet, und gehört zum Schweizer Teil der Landschaft Chablais.

Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1949

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monthey liegt an der Rhone, die im Nordosten die Gemeindegrenze und die Grenze zum Kanton Waadt ist, zwischen dem Genfersee und Martigny. Die Nachbargemeinden sind Collombey-Muraz, Troistorrents, Vérossaz, Massongex, Bex, Ollon. Eine Exklave Montheys befindet sich rund 10 km südwestlich vom Stadtzentrum. Dieser oberste Teil des Val de Morgins grenzt an die Gemeinden Troistorrents und Val-d’Illiez sowie Frankreich. Der höchste Punkt Montheys befindet sich in dieser Exklave, Pointe de Chésery mit 2249 m ü. M. Monthey hat vier weitere Exklaven innerhalb der Gemeinde Collombey-Muraz. Der tiefste Punkt ist die Rhône mit 390 m ü. M.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt stand seit dem 11. Jahrhundert unter der Herrschaft des Hauses Savoyen und wurde von Viztumen und Hausmeiern verwaltet. Von 1536 bis 1798 übten Oberwalliser Landvögte die Herrschaft aus.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1329 1422 1850 1900 1950 1970 2000 2010 2012 2014 2016
Einwohner 82 Feuerstätten 56 1841 3392 5608 10114 13933 16408 16880 17409 17573

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5
12
12
20
5
6
12 12 20 
Insgesamt 60 Sitze
  • Grüne: 5
  • SP–Gauche Citoyenne: 12
  • CVP: 12
  • FDP: 20
  • Entente: 5
  • SVP: 6

Sitzverteilung des Generalrats (2021–2024)[5]

Gemeindepräsident ist Stéphane Coppey (CVP, Stand 2020).

Gemeindeparlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Generalrat (conseil géneral) von Monthey ist die Legislative und besteht aus 60 Mitgliedern. In der Legislaturperiode 2021–2024 setzt er sich gemäss der nebenstehenden Grafik zusammen.

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Monthey: FDP 28,5 %, SP 21,1 %, CVP 16,2 %, SVP 16,1 %, Grüne 14,1 %, CSP 2,3 %.[6]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Monthey sind

  • Diekirch im Großherzogtum Luxemburg, seit 1954
  • Ivrea im Piemont (Italien), seit 1954
  • Tübingen in Baden-Württemberg (Deutschland), seit 1959
  • Göd in Ungarn, seit 2007

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monthey ist ein wichtiger Industriestandort im Kanton Wallis. Es gibt viele Chemiefabriken: die wichtigsten sind BASF, Syngenta[7] und Cimo, ein Joint-Venture der beiden erstgenannten Firmen. Das Maschinenbauunternehmen Giovanola musste im Jahr 2004 wegen Zahlungsunfähigkeit aufgeben. Das Ingenieurunternehmen Bolliger & Mabillard konstruiert weltweit Achterbahnen. In Monthey befindet sich weiter die Kehrichtverbrennungsanlage Satom SA. Eine Erdölraffinerie im benachbarten Collombey wurde 2015 geschlossen.

Im Grundwasser rhoneabwärts des Chemiestandorts Monthey und in der Nähe einer stillgelegten Trinkwasserfassung wurden Rückstände von PFAS gefunden. Die Ursache der Verschmutzung wird in PFAS-haltigem Löschschaum (AFFF) vermutet, mit welchem die Betriebsfeuerwehr der Chemiewerke von den 1970er-Jahren bis in die 2000er trainierte. Eine Sanierung des stark belasteten Standortes ist vorgesehen.[8][9][10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahn A9, die SBB-Linie St. Maurice – Saint Gingolph wie auch die Schmalspurbahn Chemin de fer Aigle-Ollon-Monthey-Champéry (AOMC) passieren Monthey. Mit den Zügen der AOMC und mit dem Auto kann man das nahe liegende Skigebiet „Portes du Soleil“ in ca. 30–45 Minuten erreichen.

Guggenmusik beim
Carneval de Monthey

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sportliche Aushängeschild der Stadt ist der 2-fache Basketballmeister, der BBC Monthey.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monthey ist schweizweit für seinen Karneval bekannt, der nach den Aktivitäten in Basel und Luzern zu den grössten regionalen Veranstaltungen gehört und jedes Jahr Guggenmusik aus allen Kantonen anzieht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche Notre-Dame-de-l'Immaculée-Conception ist eine klassizistische, dreischiffige Basilika mit giebelbekröntem Portikus, die 1851 bis 1855 von Emile Vuilloud errichtet wurde. Dekor und Mobiliar stammen aus dem 19. bis 20. Jahrhundert.[11]

An der Rue du Château steht das Neue Schloss, das im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt und 1663–1664 von den Oberwalliser Landvögten gänzlich neu erbaut wurde. Der Bau, der einen mittelalterlichen Turm miteinbezieht, besteht aus drei um einen Arkadenhof angelegten Gebäudetrakten.

Das Zeughaus, ein ehemaliger Turm aus dem Mittelalter, der im 17. Jahrhundert umgestaltet wurde, findet man an der Rue de Bourg-aux-Favres.

An der Place de l'Hôtel de Ville befindet sich die barocke Kapelle Notre-Dame-du-Pont, ein Gebäude über ovalem Grundriss mit Vorhalle, das 1775 neu erbaut wurde. Im Innern befindet sich ein Rokokoaltar mit Pietà aus dem 15. Jahrhundert.

Eine gedeckte Holzbrücke aus dem Jahre 1809 führt über den Fluss Vièze.

Am rechten Brückenkopf ist die vom Bildhauer J. Casanova 1917 geschaffene Figur „Entfesselte Vièze“ zu sehen.

Das Haus Delacoste, das im 17. Jahrhundert für Bischof Hildebrand Jost über einem ehemaligen Wehrbau errichtet wurde, steht an der Rue du Commerce.

Le Crochetan an der Avenue du Crochetan 10–12 ist ein ehemaliger Wehrbau, der bis 1875 im Besitz der Familie Du Fay war. Vom mittelalterlichen Gebäude sind die Ringmauer mit zwei Ecktürmen und ein Tor mit Wehrerker erhalten. Der Wohntrakt stammt aus dem Jahre 1734.

In Monthey steht einer der grössten Gletscherfindlinge der Schweiz, die Pierre des Marmettes. Der mächtige Stein und die vielen anderen Findlinge am westlichen Berghang, die von der alten Seitenmoräne des Rhonegletschers her kommen, geben ein gutes Bild von der Dimension des Gletschers in der letzten Eiszeit, sie sind deshalb im Bundesinventar der Landschaften und Naturobjekte von nationaler Bedeutung mit der Sachnummer 1709.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Monthey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller Gemeinden. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  5. ELECTIONS COMMUNALES 2020 – Formulaire de résultat pour le Conseil Général de la commune de Monthey. (pdf) Gemeinde Monthey, 15. November 2020, abgerufen am 19. November 2020 (französisch).
  6. Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. 8. August 2019, abgerufen am 1. August 2020.
  7. Syngenta Crop Protection SA auf ETHorama
  8. PFAS im Grundwasser – Kanton Wallis verstärkt Überwachung und definiert PFAS-Strategie. Dienststelle für Umwelt des Kantons Wallis, 18. März 2021, abgerufen am 19. März 2021.
  9. Mehrere Walliser Industriestandorte durch Umweltgifte belastet. SWI swissinfo.ch, 18. März 2021, abgerufen am 19. März 2021.
  10. Roger Brunner: Walliser Behörde schlägt Alarm – Feuerlöschschaum verschmutzt Grundwasser. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 25. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
  11. May Rivier: L'église paroissiale de Monthey et la cure. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 570). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1994, ISBN 978-3-85782-570-5.
  12. Frédéric Giroud: Anton de Augustini. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 18. Februar 2010, abgerufen am 27. April 2020.