Alex Zülle

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Alex Zülle Straßenradsport
Alex Zülle 1993
Alex Zülle 1993
zur Person
Geburtsdatum 5. Juli 1968
Nation Schweiz
Disziplin Straße
Doping
1998 Festina-Affäre
Team(s)
1991–1997
1998
1999–2000
2001–2003
2003–2004
ONCE
Festina
Banesto
Coast
Phonak
Wichtigste Erfolge
Goldenes Trikot Gesamtwertung Vuelta a España 1996 und 1997
Regenbogentrikot Zeitfahrweltmeister 1996

Alex Zülle (* 5. Juli 1968 in Wil SG, wohnhaft in Zuckenriet SG) ist ein ehemaliger Schweizer Profi-Radrennfahrer. Zu seinen größten Erfolgen zählen zwei Gesamtsiege der Vuelta a España und ein Weltmeistertitel im Einzelzeitfahren. Außerdem belegte er zweimal den zweiten Rang der Tour de France.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zülle begann seine Profikarriere 1991 beim Radsportteam ONCE und entwickelte sich dort zum Spezialisten für Etappenrennen und Zeitfahren. Er wurde Zweiter der Tour de France 1995 und gewann er die Vuelta a España 1996 und 1997. 1996 wurde er außerdem Weltmeister im Zeitfahren. Zülle übernahm 1996 und 1997 zudem zweimal kurz die Führung der UCI-Weltrangliste.

Zur Saison 1998 wechselte Zülle zur französischen Mannschaft Festina um Richard Virenque, Zweiter der Tour de France 1997, und Laurent Dufaux, Zweiter der Vuelta a España 1996.

Im Folgejahr bestritt Zülle für Festina erstmals den Giro d’Italia 1998. Der Schweizer gewann drei Etappen und trug das Rosa Trikot mit kurzen Unterbrechungen zwölf Etappen lang. Auf der letzten Bergankunft der Rundfahrt brach er dann jedoch total ein und verlor über eine halbe Stunde, sodass er im Schlussklassement auf dem 14. Platz landete. Diese extremen Leistungsschwankungen wurden von dem Pfleger, dem späteren Kronzeugen Willy Voet auf den Missbrauch von Cortidon zurückgeführt.[1]

Bei der Tour de France 1998 trat er zusammen mit Virenque als einer der Mitfavoriten an, befand sich aber nach wenigen Tagen im Zentrum der so genannten Festina-Affäre, bei der eine systematische Dopingpraxis in seinem Team Festina aufgedeckt wurde. Zülle gab nach anfänglichem Leugnen wie fast alle Teamkollegen unter Tränen die Einnahme verbotener Mittel zu. Am 1. Oktober 1998 verhängte die Doping-Kommission des Schweizer Radsportverbands gegen Zülle eine achtmonatige Sperre.[2][3]

Nach Ablauf seiner Sperre belegte Zülle bei der Tour de France 1999 hinter Lance Armstrong den zweiten Platz. Dabei wurde er schon in der Frühphase der Rundfahrt in einen Massensturz verwickelt, wobei er über sechs Minuten in der Gesamtwertung verlor. Die Etappe führte über einen Damm, die Passage du Gois, der nur bei Niedrigwasser passierbar und von Meerwasser glitschig geworden war.[4]. Im Jahre 2012 wurde Armstrong der Toursieg wegen Doping aberkannt; der erste Platz bleib unbesetzt, so dass Zülle weiterhin als Zweiter der Tour de France 1999 geführt wird.[5]

An seine früheren Leistungen hat er jedoch nicht mehr anknüpfen können. Sein letzter grosser Erfolg war der Sieg bei der Tour de Suisse 2002 mit einem Vorsprung von 1:27 Minuten auf den Polen Piotr Wadecki. Nach der Saison 2004 trat Zülle zurück.

Platzierungen bei den Grand Tours[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grand Tour 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004
Pink jersey Giro d’Italia 14 DNF
Yellow jersey Tour de France DNF 41 8 2 26 DNF DNF 2 DNF
red jersey Vuelta a España DNF 2 4 20 1 1 8 37 49 109 DNF


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Alle Champions sind gedopt. Ohne Doping kann man heute nichts mehr gewinnen». thomashaemmerli.ch, 22. Oktober 2012, abgerufen am 7. Juli 2016.
  2. Das neue Leben des Alex Zülle. spiegel.de, 28. Mai 2001, abgerufen am 7. Juli 2016.
  3. Virenque neun Monate gesperrt. swissinfo.ch, 29. Dezember 2000, abgerufen am 7. Juli 2016.
  4. Tour de France 1999, prologue. cyclingnews.com, 3. Juli 1999, abgerufen am 7. Juli 2016 (englisch).
  5. zeit.de vom 22. Oktober 2012: Armstrong verliert alle sieben Tourtitel, abgerufen am 28. Dezember 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  Wikiquote: Alex Zülle – Zitate