Bundesautobahn 143
| Bundesautobahn 143 in Deutschland | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Betreiber: | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Straßenbeginn: | Salzatal (51° 28′ 53″ N, 11° 50′ 40″ O) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Straßenende: | Bad Lauchstädt (51° 24′ 18″ N, 11° 51′ 21″ O) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gesamtlänge: | 21,7 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| davon in Betrieb: | 9 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| davon in Bau: | 12,7 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ausbauzustand: | 2/2 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Das vorläufige nördliche Ende der A 143 an der B 80 (Stand 2017) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Straßenverlauf
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Die Bundesautobahn 143 (Abkürzung: BAB 143 oder A 143) ist eine Autobahn in Sachsen-Anhalt und soll künftig der Westumfahrung von Halle dienen. Sie soll, nach Fertigstellung, die Autobahnen 14 und 38 verbinden und ist Teil der sogenannten Mitteldeutschen Schleife. Bisher ist der südliche Teil zwischen der A 38 südlich von Halle und der B 80 westlich von Halle bei Bennstedt unter Verkehr. Der nördlich anschließende Abschnitt bis zur A 14 im Norden von Halle ist inzwischen im Bau, [veraltet] nachdem der Trassenbau bei Brachwitz und Salzmünde aufgrund von Verstößen gegen das Naturschutzrecht zunächst untersagt worden war. Nach einem neuen Planfeststellungsbeschluss 2019 erfolgte der Baustart für diesen Abschnitt am 3. Dezember 2019. Die Fertigstellung dieses Abschnitts und der Autobahn 143 ist für Ende 2028[veraltet] geplant.[1][2][3][4]
Bauvorhaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Wende wurde die A 143 als eines der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit festgelegt. Im Bundesverkehrswegeplan 1992 wurde die Autobahn als vordringlicher Bedarf eingestuft.
Vorgesehen ist ein vierstreifiger Neubau zuzüglich Standstreifen mit einem Regelquerschnitt von 29,5 Metern auf der gesamten Länge.[5]
Stand der Realisierung
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Der südliche Teil zwischen dem Autobahndreieck Halle-Süd und der Anschlussstelle (AS) Halle-Neustadt ist seit 2003 (Dreieck Halle-Süd bis AS Holleben)[6] bzw. 2004 (AS Holleben-AS Halle Neustadt)[7] freigegeben.
Gegen den Bau des nördlichen Teilstücks bis zum Autobahndreieck Halle-Nord, welches das Saaletal durchqueren soll, reichte der NABU Halle 2005 Klage ein, da die betroffene Porphyrkuppenlandschaft durch das europäische Naturschutzrecht insbesondere als Fauna-Flora-Habitat geschützt sei.
Das Bundesverwaltungsgericht untersagte 2007 zunächst den Weiterbau nördlichen Abschnitts der A 143,[8] da er gegen EU-Recht zu Fauna-Flora-Habitat-Gebieten verstoße. 2008 wurde von der DEGES ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag als Ergänzung zum Planfeststellungsverfahren erstellt. Das ergänzende Planfeststellungsverfahren wurde im September 2009 eingeleitet[9] und die zugehörigen Planfeststellungsunterlagen im Oktober 2009 veröffentlicht. Der NABU Halle hat Einwendungen gegen die Wiederaufnahme der Bauarbeiten eingelegt.
Vom 26. bis 29. September 2016 fand ein Erörterungstermin des Landesverwaltungsamtes statt,[10] bei dem vorgebrachte Einwendungen weitgehend abgewiesen wurden. Im April 2018 wurde ein weiterer Planfeststellungsbeschluss veröffentlicht.[11]
Der Naturschutzbund NABU Halle gab am 24. Mai 2018 bekannt, nicht erneut vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Weiterbau zu klagen, obwohl er die Autobahn nach wie vor ablehnt.[12] Die Bürgerinitiative Saaletal und der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder unterstützten kurz darauf die Klage eines Unternehmers gegen den aktuellen Planfeststellungsbeschluss, mit dem Ziel, den Bau vor dem Bundesverwaltungsgericht endgültig zu stoppen.[13][14] Das Hauptverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss wurde am 12. Juni 2019 entschieden.[15] Die Klage wurde abgewiesen.[16] Baubeginn war der 3. Dezember 2019.[17]
Die Saalebrücke bei Salzmünde wird mit 1175 m Länge das komplizierteste Bauwerk. Für den fehlenden Streckenabschnitt waren ursprünglich Kosten von 80 Millionen Euro veranschlagt, die sich bis zum Jahr 2019 auf 350 Millionen Euro erhöhten.[18] Die geplante Bauzeit für den 12 km langen nördlichen Bauabschnitt sollte etwa 5 bis 6 Jahre betragen.[19] Die ursprünglich veranschlagten Baukosten des gesamten nördlichen Bauabschnitts erhöhten sich bis 2024 auf 725 Millionen Euro[3] und bis 2025 auf etwa 1175 Millionen Euro.[20]
Am 9. Januar 2026 wurde durch eine parlamentarische Anfrage bekannt, dass der genehmigte Bauplan von der ausführenden DEGES geändert worden sei. Der ursprüngliche Bauplan sieht eine Bauweise mit Säulen und zentraler Entlüftungsanlage vor, während nun ein Gegenrichtungstunnel mit Trennwand gebaut werden soll.[21][22]
Kritik von Umweltschützern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Klage von Anwohnerinitiativen und dem NABU Halle vor dem Bundesverwaltungsgericht thematisierte insbesondere die durch die Autobahn stark bedrohte Hallesche Porphyrkuppenlandschaft und die Muschelkalkhänge bei Lieskau, die unter dem besonderen Schutz der Europäischen Union stehen.[23]
Vom NABU Halle und in einer nicht eingereichten Petition „Wissenschaftler und Künstler für den Erhalt des unteren Saaletals“[24] wurden an Stelle der Realisierung der A 143 zwei Alternativen vorgeschlagen, zum einen die Bundesstraße 180 zwischen Eisleben und Aschersleben und zum anderen der Bau einer Südumfahrung der Bundesstraße 80 für Halle. Eine solche Umgehungsstraße kann jedoch von der Stadt Halle nicht finanziert werden.[25] Mit den Geldern, die für die A 143 bereitstehen, sei laut NABU eine Umgehungsstraße bequem finanzierbar.[24]
Ein weiterer Kritikpunkt der Umweltschützer ist, dass innerstädtischer Verkehr nicht auf eine stadtferne Autobahn verlagert und die A 143 keinen großen Beitrag zur Verkehrsentlastung der Stadt Halle leisten könne.[26]



Im Juni 2011 hat sich im Anschluss an einen ersten Ostermarsch[27] die Bürgerinitiative Saaletal gegründet, mit dem Ziel, die „Natur und Kulturlandschaft vor der Zerschneidung durch die Autobahn zu bewahren“. In der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2021 drangen vermummte[28] Mitglieder des laut Bundesamt für Verfassungsschutz linksextremistisch beeinflussten Bündnisses[29] Ende Gelände in die Baustelle der Anschlussstelle der BAB 143 an die L 159 ein und brachten an einem Baukran ein Transparent für eine „klimagerechte Verkehrswende“ an.
Standpunkt der Befürworter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die damalige Oberbürgermeisterin von Halle, Dagmar Szabados, übergab der Landesregierung im Februar 2012 rund 5000 Unterschriften für den Weiterbau der Autobahn.[30] Unter anderem fordert auch der Handwerkstag Sachsen-Anhalt die schnelle Fertigstellung der A 143, da ohne sie weiterer wirtschaftlicher und ökologischer Schaden entstehe.[31]
Der damalige Verkehrsminister Thomas Webel führte als Argument für den nötigen Weiterbau unter anderem die Sperrung der A 14 im Juni 2012 an, bei der es mehrere Tage zu Staus mit stundenlanger Verzögerung kam. Weitere Punkte seien die Entlastung im überregionalen Verkehr sowie die existentielle Bedeutung für die Wirtschaft der Region. Die derzeitigen Transporte über die B 80 und die Saalequerung seien teilweise mit erheblichen Umwegen, zusätzlicher Zeit und Mehrkosten verbunden.[32]
Der damalige Saalekreis-Landrat Frank Bannert sah die Notwendigkeit der Westumfahrung nicht nur für Halle, sondern auch für die Wirtschaft des Saalekreises sowie die beiden Chemiestandorte Schkopau und Leuna. Laut Halles Stadtsprecher Drago Bock leide Halle massiv unter dem Durchgangsverkehr.[33]
Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt im Frühjahr 2016 plakatierte die CDU A 143 JETZT – GEGEN DIE KLAGEFLUT DER BLOCKIERER. Der NABU Halle sprach von „Parolen“, die gegen ihn gerichtet seien, obwohl er mit der Klage lediglich achtgebe, „dass die bestehenden Gesetze eingehalten werden“.[34]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Streckenbeschreibung der Bundesautobahn 143 bei autobahnatlas-online.de
- Projektseite des A143-Baus der DEGES
- Projektseite des A143-Baus der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt
- Informationen und Bilder zum Bau der A 143 auf baustellen-doku.info
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ jumpradio.de: Autobahn 143: Vorbereitungen für Weiterbau haben begonnen | MDR JUMP. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. Juni 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
- ↑ Bau der A143 Westumfahrung Halle im Zeitplan. In: MDR.de. Abgerufen am 15. Dezember 2023.
- ↑ a b A143: Westumfahrung von Halle wird teurer und kommt später. In: mdr.de. 22. März 2024, abgerufen am 22. März 2024.
- ↑ mdr.de: A143 bei Halle: Freigabe der Westumfahrung voraussichtlich frühestens Ende 2028 | MDR.DE. Abgerufen am 28. Juni 2025.
- ↑ Bundesautobahn A 38 Göttingen - Halle / A 143 Westumfahrung Halle. In: Sachsen-Anhalt.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 14. September 2012; abgerufen am 20. März 2013.
- ↑ Neubau von Bundesautobahnen. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 2003. In: autobahn-online.de. 31. Dezember 2013, abgerufen am 11. Januar 2022.
- ↑ Neubau von Bundesautobahnen. Zusammenstellung der Verkehrsfreigaben 2004. In: autobahn-online.de. 31. Dezember 2004, abgerufen am 11. Januar 2022.
- ↑ Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 17. Januar 2007. In: lexetius.com. Abgerufen am 20. März 2013.
- ↑ DEGES: Report 2010 / 2011 (PDF; 11,3 MB), Dezember 2010.
- ↑ Stadt fordert Weiterbau der A 143. In: Stadt Halle [Saale], Der Oberbürgermeister (Hrsg.): Amtsblatt der Stadt Halle (Saale). 24. Jahrgang, Nr. 16. Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung GmbH & Co. KG, Halle (Saale) 28. September 2016, S. 1 (Online [PDF; abgerufen am 20. November 2017]).
- ↑ Neuer Termin für Westumfahrung Halle. In: MDR Sachsen Anhalt. 6. September 2017, abgerufen am 20. November 2017.
- ↑ Silvia Zöller: Lückenschluss rückt näher. Autobahn A143 bei Halle: Nabu will diesmal nicht gegen Weiterbau klagen. In: Mitteldeutsche Zeitung. 24. Mai 2018, abgerufen am 11. Januar 2022 (die Pressemitteilung vom 24. Mai findet sich bei Für den Erhalt des Unteren Saaletals ohne Autobahn. A 143 stoppen!, nabu-halle.de, unter dem Titel Kein Gerichtsverfahren gegen Autobahn A 143).
- ↑ Autobahn 143 im Porzellanladen: Bürgerinitiative unterstützt Kaolinwerk Salzmünde und übt Medienkritik. In: hallespektrum.de. 15. Juni 2018, abgerufen am 11. Januar 2022.
- ↑ Umweltverein spricht von Mogelpackung: Arbeitskreis gegen Weiterbau der A143 bei Halle. In: Mitteldeutsche Zeitung. 9. Juli 2018, abgerufen am 11. Januar 2022.
- ↑ Verhandlungstermine. Bundesverwaltungsgericht, abgerufen am 12. Juni 2019.
- ↑ Pressemitteilung Bundesverwaltungsgericht, 12. Juni 2019
- ↑ Weiterbau von Autobahn 143 bei Halle beginnt. In: morgenpost.de. 3. Dezember 2019, archiviert vom am 4. Dezember 2019; abgerufen am 3. Dezember 2019.
- ↑ Staatssekretär im Landesverkehrsministerium Sachsen-Anhalt Andreas Schröder (CDU) in einer "Mitgliederversammlung der CDU über den Planungsstand der A 143" am 18. November 2010 in Halle/Dölau.
- ↑ Alexander Schierholz: Autobahn A143 bei Halle (Saale) kann weitergebaut werden: Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht. In: Mitteldeutscher Rundfunk. 12. Juni 2019, abgerufen am 11. Januar 2022.
- ↑ Alexander Schierholz: Verkehrsdesaster abgewendet: Baustopp der A143 ist vom Tisch. In: mz.de. 23. Juli 2025, abgerufen am 15. Februar 2026.
- ↑ Dirk Skrzypczak: Tunnel für A143 bei Halle als Schwarzbau? Bundesgesellschaft bestätigt Planänderung. In: mz.de. 9. Januar 2026, abgerufen am 15. Februar 2026.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung: Aktuelle Ausschreibungen ‚A422350405‘ der DEGES GmbH für die Autobahn A 143 im unteren Saaletal, westlich von Halle. (PDF; 1,4 MB) 5. Januar 2026, abgerufen am 15. Februar 2026.
- ↑ NABU für den Erhalt des Unteren Saaletals. NABU Sachsen-Anhalt, 14. Dezember 2006, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. Juli 2012; abgerufen am 20. November 2017.
- ↑ a b Petition: Wissenschaftler und Künstler für den Erhalt des Unteren Saaletals. In: Sebastian Voigt, Astrid Grüttner, Götz Meister, Maud von Lampe, Matthias Stöck (Hrsg.): Calendula - Hallesche Umweltblätter: Landschaften von europäischer Bedeutung im Unteren Saaletal. 4. Sonderheft. Halle 2000, S. 64–73 (Online [PDF; 1,9 MB]).
- ↑ Planungsansätze Stadt. Bürgerinitiative Hochstrasse Halle an der Saale e. V., archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. November 2017; abgerufen am 21. November 2017.
- ↑ Sebastian Voigt: Was nützt die Saaletalautobahn A143 ? In: hallesche störung. 23. Januar 2014, abgerufen am 21. November 2017.
- ↑ Enrico Seppelt: Neue Initiative will A 143 verhindern. In: hallelife.de. 29. Juni 2011, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 13. April 2014; abgerufen am 24. März 2013.
- ↑ Bekennervideo 00:00-00:15, 00:41-00:53
- ↑ Linksextremisten instrumentalisieren „Klimaschutz“-Proteste. Bundesamt für Verfassungsschutz, 18. Oktober 2018, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. September 2019; abgerufen am 26. September 2019.
- ↑ Enrico Seppelt: 5000 Unterschriften für die A143. In: hallelife.de. 14. Februar 2012, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 21. September 2013; abgerufen am 24. März 2013.
- ↑ Westumfahrung: Handwerkstag fordert schnelle Fertigstellung der A 143. In: Mitteldeutsche Zeitung. 14. Februar 2012, abgerufen am 13. Juli 2021.
- ↑ Thomas Webel: Freie Fahrt für A143. In: Mitteldeutsche Zeitung. 12. Oktober 2012, abgerufen am 7. Juli 2021.
- ↑ Dirk Skrzypczak: Verkehr: Halle und Saalekreis votieren für einen zügigen Weiterbau der A143. In: mz-web.de. 14. Januar 2013, abgerufen am 28. Mai 2021.
- ↑ A143 im Landtagswahlkampf. NABU Halle, 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2017; abgerufen am 21. November 2017 (Stellungnahme des NABU).

