Niki Luftfahrt

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Niki Luftfahrt GmbH
Logo der Niki
Airbus A320-200 der Niki in neuer Lackierung
IATA-Code: HG
ICAO-Code: NLY
Rufzeichen: FLYNIKI
Gründung: 2003
Sitz: Wien, OsterreichÖsterreich Österreich
Heimatflughafen:

Flughafen Wien

Unternehmensform: GmbH
IATA-Prefixcode: 411
Leitung: Oliver Lackmann[1]
Mitarbeiterzahl: 840 (2017)[2]
Umsatz: 455,7 Mio. € (2014)[3]
Fluggastaufkommen: 4,9 Mio. (2014)[4]
Allianz: Etihad Airways Partners
Flottenstärke: 30
Ziele: national und international
Website: www.flyniki.com

Die Niki Luftfahrt GmbH, in der Eigenschreibweise kurz NIKI, ist eine österreichische Fluggesellschaft mit Sitz in Wien und Basis auf dem Flughafen Wien. Sie ist ein Tochterunternehmen der insolventen Air Berlin und soll, vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung, von der deutschen Lufthansa übernommen werden.

Geschichte

Der Sitz von Niki am Flughafen Wien

Gründung

Die Niki Luftfahrt GmbH entstand aus der Aero Lloyd Austria GmbH, welche infolge der Insolvenz der deutschen Muttergesellschaft Aero Lloyd im November 2003 von Niki Lauda mehrheitlich übernommen wurde und zunächst bis Anfang Jänner 2004 unter dem provisorischen Namen flyniki geführt wurde.

Übernahme durch Air Berlin

Im Jänner 2004 übernahm Air Berlin 24 % der Gesellschaft, im Juli 2010 erhöhte sie ihren Anteil auf 49,9 %. Die Mehrheit von 50,1 % der Anteile hielt bis November 2011 die NL Holding GmbH, welche sich wiederum zu 100 % im Eigentum der Privatstiftung Lauda befindet. Im Zusammenhang mit der Aufstockung der Beteiligung gab Air Berlin der Privatstiftung Lauda ein Darlehen in Höhe von 40,5 Mio. Euro. Die Privatstiftung Lauda hatte das Wahlrecht, innerhalb von drei Jahren das Darlehen in bar oder durch Übereignung der verbleibenden 50,1 % der Anteile an der Niki Luftfahrt GmbH zurückzuzahlen.[5] Gewählt hat sie zweite Option, und Laudas Anteile wurden an die Air Berlin übereignet, der Markenname blieb erhalten. Lauda selbst gab am 8. November 2011 bekannt, dass er als Vorstand von Niki zurücktreten werde. Ihm wurde ein Posten im Verwaltungsrat der Air Berlin zugesprochen,[6] dort schied er jedoch im Jänner 2013 aus.[7]

Von 20. März 2012 bis zur Einstellung des Flugverkehrs von Air Berlin am 28. Oktober 2017 war Niki an die Oneworld Alliance angeschlossen.[8]

Ursprünglich geplanter Teilverkauf an Etihad Airways und Übernahme durch die Lufthansa

Im Dezember 2016 wurde die Übernahme von 49,8 % durch Etihad Airways für einen Kaufpreis von 300 Millionen Euro von Air Berlin angekündigt. Zusätzlich sollte Niki von Air Berlin einige Flughafenslots von touristischen Mittelstrecken-Destinationen in Südeuropa, Nordafrika und der Türkei bekommen. Etihad plante zusammen mit TUI eine neue europäische Ferienfluggesellschaft, basierend auf den Flugzeugen von Niki und jenen von TUIfly, die für Air Berlin flogen.[9] Die Gespräche zur Einbeziehung der TUIfly wurden im Juni 2017 ergebnislos abgebrochen.[10]

Am 15. August 2017 meldete Air Berlin beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung an. Zu diesem Zeitpunkt stand die kartellrechtliche Genehmigung des Kaufs von 49 % durch Etihad noch aus. Auf Betriebsversammlungen am Hauptsitz Wien und Düsseldorf teilte der Niki-Betriebsrat mit, dass das operative Geschäft und die Gehälter der Mitarbeiter bis Ende August finanziert werden könnten. Um bis zur möglichen Zerschlagung der Air-Berlin-Gruppe den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, kündigte die österreiche Regierung ihre Unterstützung in Form einer Brückenfinanzierung an.[11] Am 12. Oktober 2017 einigte sich die Lufthansa auf eine Übernahme der Air-Berlin-Tochterunternehmen Niki und LGW sowie den Betrieb von 20 Flugzeugen. Die Anteile sollen voraussichtlich 210 Mio. Euro kosten. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gläubiger von Air Berlin sowie der europäischen Wettbewerbsbehörde.[12]

Flugziele

Niki bedient hauptsächlich Urlaubsziele rund um das Mittelmeer. Angeflogen werden beispielsweise Paris, Rom, Nizza, Rhodos, Teneriffa und Heraklion, Scharm asch-Schaich, Larnaka und Abu Dhabi. Einige Flüge werden auch im Codesharing mit Air Berlin, Air Serbia, Etihad Airways und S7 Airlines[13] angeboten.

Im Frühjahr 2014 wurden die neuen Strecken nach Larnaka (Zypern), Malta und Madrid in das Programm von Niki aufgenommen und die Frequenzen zu 19 Zielen in Griechenland ausgebaut. Neben den traditionellen Urlaubsdestinationen wie Kreta, Rhodos, Mykonos oder Santorin werden auch Karpathos, Kavalla/Thassos, Lesbos, Volos, Kalamata, Araxos, Lefkas und Skiathos angeflogen.[14] Im April 2015 wurden sechs Verbindungen wöchentlich nach Athen in den Flugplan aufgenommen.[15]

Mit Beginn des Winterflugplans 2014 bietet Niki ab Wien drei wöchentliche Verbindungen nach Marokko an.[16] Seit November 2014 wird zudem einmal täglich das Drehkreuz Abu Dhabi des Air Berlin Teilhabers Etihad bedient, dabei wird zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte auch eine Business Class angeboten.[17]

Bei einer geplanten Übernahme einer 49 %-Beteiligung durch Etihad Airways würden die bisherigen Städteverbindungen nicht mehr angeflogen. Schon im Jänner 2017 würden die Destinationen Alicante, Barcelona, Hamburg, Hannover, Madrid, Mailand, Malta, Nizza, Paris, Rom, Stockholm, Valencia und Zürich wegfallen, aber auch Flüge zu den Drehkreuzen von Air Berlin und Etihad Airways fielen weg.[18]

Flotte

Ehemalige Embraer 190 in der bis 2012 genutzten Lackierung

Mit Stand Jänner 2017 besteht die Niki-Flotte aus 30 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 9,9 Jahren:[19]

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze[2]
Airbus A321-200 16 210
Boeing 737-700 4 werden von TUIfly betrieben[20] 144
Boeing 737-800 10 werden von TUIfly betrieben[20] 186
gesamt 30

Im Sommer 2013 entschied sich Air Berlin dafür, drei Embraer 190 von Niki an ihre deutsche Schwester Luftfahrtgesellschaft Walter zu übertragen. Zum Winterflugplan 2013/2014 wurden diese jedoch wieder in die Niki-Flotte integriert.[21] Zwischen Dezember 2014 und Juni 2015 wurden die Embraer endgültig ausgeflottet und an Helvetic übergeben.[22]

Erscheinungsbild

Airbus A321-200 in der von Anfang 2004 bis Ende 2005 genutzten Lackierung

Bei der Unternehmensgründung 2003 waren die Flugzeuge einfarbig weiß lackiert und trugen einen blau-roten flyniki-Schriftzug am vorderen Rumpf. Anfang 2004 wurde das heutige Logo eingeführt und die Flugzeuge wurden mit zwei roten Streifen auf dem weißen Flugzeugrumpf lackiert. Im Herbst 2005 wurde eine neue Lackierung eingeführt; jetzt sind die Flugzeuge silbern mit einer stilisierten Fliege am vorderen Flugzeugrumpf. Ab Herbst 2012 wurde das Design der Flotte bei Neulackierungen an das rot-weiße Erscheinungsbild der Konzernmutter Air Berlin angepasst, lediglich das ovale Logo blieb erhalten.[23]

Trivia

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Niki – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Air-Berlin-Tochter Niki bekommt neuen Geschäftsführer. In: airliners.de. 5. April 2016, abgerufen am 7. Juni 2016.
  2. a b flyniki.com – Über uns abgerufen am 14. April 2017
  3. Air Berlin-Tochter Niki fliegt höheren Gewinn ein, trend.at vom 11. November 2015, abgerufen am 14. April 2017
  4. Air Berlin greift bei Niki durch, abgerufen am 14. April 2017
  5. Air Berlin hält 49,9 Prozent an Flyniki Standard vom 5. Juli 2010, abgerufen am 8. November 2011
  6. airliners.de – Air Berlin übernimmt Niki komplett 8. November 2011
  7. nachrichten.at – Niki Lauda trat nun auch als Air-Berlin-Aufsichtsrat ab 3. Jänner 2013
  8. airberlin verlässt oneworld zum 28. Oktober - oneworld news. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  9. Air Berlin trennt sich von Niki, abgerufen am 6. Dezember 2016
  10. Niki-Deal: Etihad bricht Gespräche mit Tui ab. airliners.de, abgerufen am 4. Juli 2017.
  11. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: SPÖ will für Niki Sicherheitsnetz spannen. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 18. August 2017]).
  12. Lufthansa und Air Berlin besiegeln Deal. tagesschau.de. Zugegriffen 12. Oktober 2017.
  13. aero.de-Artikel vom 16. Oktober 2008
  14. NIKI: „Mehr Zeit für mich!“ auf der Ferien-Messe (Memento vom 15. Mai 2014 im Internet Archive)
  15. Niki nimmt Wien-Athen auf, austrianaviation.net, 16. Dezember 2014
  16. NIKI: Ab Wien nach Marrakesch und Agadir, traveller online, 14. März 2015
  17. NIKI plant Flüge von Wien nach Abu Dhabi. Niki-Pressemitteilung, 2. Juni 2014, abgerufen am 28. Februar 2015.
  18. aerotelegraph.com - Niki stellt Städteflüge Ende Januar ein, abgerufen am 7. Januar 2017
  19. Planespotters.net: Niki Fleet Details and History (englisch), abgerufen am 28. September 2016
  20. a b Niki flottet 15 Boeing 737 ein  - Austrian Aviation Net. Abgerufen am 30. März 2017 (englisch).
  21. airliners.de – Flottenverschiebung: Niki holt Embraer 190 von LGW wieder zurück, 1. August 2013
  22. Austrian Wings – Aus für Embraer bei NIKI, abgerufen 6. Oktober 2015
  23. orf.at Meldung vom 7. Mai 2012
  24. flyniki.com – Über uns abgerufen am 26. August 2011