Luftfahrtgesellschaft Walter

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Luftfahrtgesellschaft Walter mbH
Logo der LGW
Bombardier Dash 8Q-400 der LGW
IATA-Code: HE
ICAO-Code: LGW
Rufzeichen: WALTER
Gründung: 1980
Sitz: Dortmund, DeutschlandDeutschland Deutschland
Heimatflughafen:

Flughafen Dortmund

Unternehmensform: GmbH
Leitung: Bernd Walter
Allianz: Oneworld Alliance
Vielfliegerprogramm: Topbonus
Flottenstärke: 20
Ziele: national und international
Website: www.airberlin.com

Luftfahrtgesellschaft Walter (kurz LGW) ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Dortmund und Basis auf dem Flughafen Dortmund. Vor ihrer Übernahme durch Air Berlin im Juni 2017[1] führte sie bereits jahrelang Regional- und Zubringerflüge für eben dieses Unternehmen durch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und eigenständiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dornier Do 228-200 der LGW im Jahr 2000

Im Jahr 1980 gründete der Fluglehrer Bernd Walter die Luftfahrtgesellschaft Walter am Flughafen Dortmund-Wickede und etablierte sich mit der bis heute bestehenden Flugschule, nachdem er selbst Ausbildungsleiter der früheren Luftfahrerschule NRW war. Das Unternehmen expandierte mit dem Angebot von Foto- und Rundflügen sowie einem Seebäderdienst zu den deutschen Nordseeinseln, der erst mit Cessna U206G und ab 1988 mit Britten-Norman BN-2 Islander bedient wurde.

Mit Cessna 404 sowie Turboprop-Flugzeugen des Typs Dornier Do 228, die seit 1992 das Rückgrat der Flotte bildeten, begann LGW nach der Deutschen Wiedervereinigung, Ziele in den neuen Bundesländern anzufliegen. Der Verbindung Dortmund–Erfurt folgten rasch Flüge zu unterschiedlichen Flughäfen, unter anderem nach Hannover, Paderborn/Lippstadt und Rostock, die jedoch seither alle wieder eingestellt wurden. Stattdessen nahm LGW Strecken auf, die andere Fluggesellschaften wie Eurowings, European Air Express und City-air Germany aufgegeben hatten. Im Jahr 2003 flogen bis zu 50.000 Passagiere im Linienflugbetrieb.

Partnerschaft mit Air Berlin seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cessna U206G der LGW im Jahr 2001

Eine große Veränderung trat zum 1. November 2007 in Kraft, als die Luftfahrtgesellschaft Walter eine Kooperation mit der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin einging. Durch diese Partnerschaft änderte sich der damalige Flugplan. Die Flugziele Dresden, Leipzig/Halle und Nürnberg der LGW wurden aufgegeben, ebenso wie später die Zubringerflüge für Air Berlin von den Flughäfen Hannover, Saarbrücken und Erfurt zum Düsseldorf Airport. Air Berlin übernahm den Flugscheinverkauf für LGW über das Internet, es konnten fortan Verbindungen von LGW und Air Berlin auf gemeinsame Flugscheine gebucht werden. LGW wurde zudem Mitnutzer des Vielfliegerprogramms Topbonus der Air Berlin.

Am 28. September 2008 wurden die Liniendienste der LGW von Dortmund nach Stuttgart und Berlin-Tegel aus Kostengründen eingestellt. Am 12. Oktober folgte die Streichung der Verbindung zwischen Dortmund und Westerland auf Sylt.

Am 26. März 2008 gab Air Berlin den Kauf von zehn Bombardier Dash 8Q-400 bekannt, die zukünftig durch LGW für Air Berlin betrieben werden sollten.[2] Ab 9. November 2008 wurden die alten Maschinen sukzessive ausgeliefert und ersetzten seither bei Air Berlin die Fokker 100 und bei LGW die Dornier 228.

Am 14. Januar 2009 fand der bis heute letzte Linienflug der LGW unter eigenem Namen von der Nordseeinsel Sylt nach Düsseldorf statt. Seither fliegt die Gesellschaft im Liniendienst ausschließlich im Namen und Auftrag der Air Berlin.

Im April 2013 übernahm LGW im Rahmen von Umstrukturierungen innerhalb der Air-Berlin-Gruppe drei Embraer 190 von Niki Luftfahrt. Entgegen anderen Planungen, die zunächst eine Übernahme weiterer Maschinen des Typs vorsahen, wurden die Maschinen nach Ende des Sommerflugplans 2013 im November 2013 wieder an Niki zurückgegeben.[3]

Anfang Januar 2014 sollte die Flotte um zwei weitere Dash 8Q-400 erweitert werden, die vorher von SkyWork Airlines eingesetzt worden waren. Aufgrund schwerer Strukturschäden an beiden Flugzeugen verweigerte die LGW jedoch die Abnahme.[4]

Ende Mai 2017 verkündete Air Berlin, die Luftfahrtgesellschaft Walter zu einem symbolischen Preis übernehmen zu wollen.[5][6] Nach entsprechender Genehmigung seitens des Bundeskartellamtes kam die Übernahme Anfang Juni 2017 zustande.[1]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LGW führt ausschließlich Regional- und überregionale Zubringerflüge für Air Berlin unter deren Namen, Flugnummern und Markenauftritt durch.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabine einer Bombardier Dash 8 Q-400 der LGW

Mit Stand April 2017 besteht die Flotte der Luftfahrtgesellschaft Walter aus 20 Bombardier Dash 8Q-400 mit einem Durchschnittsalter von 7,7 Jahren, die für Air Berlin betrieben werden.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luftfahrtgesellschaft Walter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Air Berlin darf LGW kaufen. In: airliners.de. 1. Juni 2017, abgerufen am 1. Juni 2017.
  2. Geschäft mit Bombardier – Air Berlin bestellt zehn Q400 Kurzstreckenflugzeuge. In: airliners.de. 26. März 2008, abgerufen am 15. Mai 2016.
  3. Niki to resume operating three E190s currently with LGW from October. In: ch-aviation. 30. Juni 2013, abgerufen am 15. Mai 2016 (englisch, Premium-Account zum Einsehen notwendig).
  4. Strukturschäden: LGW lehnt ehemalige SkyWork-Flugzeuge ab. In: airliners.de. 8. Januar 2014, abgerufen am 15. Mai 2016.
  5. Gerhard Hegmann: Air Berlin kauft Fluggesellschaft für „symbolischen Preis“. In: Welt.de. WeltN24 GmbH, 24. Mai 2017, abgerufen am 25. Mai 2017.
  6. Air Berlin übernimmt LGW. In: Austrian Wings. 24. Mai 2017, abgerufen am 25. Mai 2017.
  7. planespotters.net – LGW Fleet Details and History (englisch), abgerufen am 1. April 2017