Oberrarbach

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Oberrarbach
Koordinaten: 51° 13′ 45″ N, 8° 19′ 22″ O
Höhe: 512 m
Einwohner: 57 (31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 57392
Vorwahl: 02971
Oberrarbach (Schmallenberg)
Oberrarbach

Lage von Oberrarbach in Schmallenberg

Oberrarbach

Oberrarbach ist ein Ortsteil der Stadt Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberrarbach liegt im Nordwesten des Rothaargebirges knapp 9 km nordnordöstlich der Schmallenberger Kernstadt. Durch das Dorf fließt der am nahen Rimberg (713,2 m) entspringende Rarbach. Das Dorf wird teilweise vom Landschaftsschutzgebiet Offenlandbereiche um Oberrarbach umgeben.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Orte sind Oberhenneborn, Föckinghausen und Gellinghausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1433. In dieser Urkunde und weiteren aus den Jahren 1447 und 1476 geht es um den Zehnten zu Oberrarbach. In Oberrarbach gab es sechs alte Höfe. Der Name Frigge wurde schon 1488 urkundlich erwähnt, die weiteren Höfe in den Schatzungslisten des 16. und 17. Jahrhunderts.[2] 1630 wurde Johan Henße aus Oberrarbach genannt, dessen Vater nach einem Hexenprozess hingerichtet worden war.[3]

Oberrarbach bestand um 1822/23 aus 12 Häusern einschließlich Beiliegerwohnungen. Die Einwohnerzahl betrug 84 im Jahr 1815, stieg bis 1900 auf 99[4] und ist im Jahr 2014 mit 61, die in etwa 20 Wohnhäusern wohnten, wieder gesunken.

Oberrarbach gehört zum Kirchspiel Kirchrarbach. Als Teil der im 19. Jahrhundert gebildeten politischen Gemeinde Rarbach wurde das Dorf am 1. Januar 1975 ein Ortsteil der neuen Stadt Schmallenberg.[5]

Kapelle Antonius der Einsiedler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle Antonius dem Einsiedler

In dem Ort gab es schon im 17. Jahrhundert eine Kapelle, die Antonius dem Einsiedler geweiht war. Sie war ein im Übergangsstil erbautes einschiffiges Gotteshaus mit kleinen rundbogigen Fenstern, und wurde Ende des 19. Jahrhunderts vergrößert und erneuert. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1951 abgerissen und durch eine Kapelle im neubarocken Stil ersetzt. Deren Einweihung erfolgte am 26. Juni 1952.[6]

Heiligenhäuschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Straße von Oberrarbach nach Fredeburg steht spätestens seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein Heiligenhäuschen. Der Vorgängerbau des jetzigen Heiligenhäuschens wurde 1974 wegen des Straßenneubaus abgerissen. Anschließend wurde auf der anderen Straßenseite ein neues Heiligenhäuschen errichtet und 1978 eingeweiht. In ihm steht wie im Vorgängerbau eine Madonnenstatue mit Kind.[7]

Bockfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestandteil des Dorflebens von Oberrarbach und dem Nachbarort Föckinghausen ist das Bockfest, das schon vor dem Zweiten Weltkrieg gelegentlich gefeiert wurde. Bei einem Kegelwettkampf gab es einen Schafsbock zu gewinnen. 1952 wurde die Tradition wieder aufgenommen und seit 1977 findet das Fest alle vier Jahre statt.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oberrarbach gibt es eine Schreinerei. Dieser Handwerksbetrieb begann Ende des 18. Jahrhunderts mit einem Zimmermann, im 19. Jahrhundert wurden Spinnräder hergestellt.[9] Eine weitere Einnahmequelle ist der Tourismus. Außerdem wird Land- und Forstwirtschaft betrieben. Unterhalb des Ortes wurde 1920 eine Fabrik zur Herstellung von Holzheften für Messer errichtet, die jedoch 1922 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde.[10]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimat- und Geschichtsverein der kath. Kirchengemeinde Kirchrarbach (Hrsg.): Tief verwurzelt – weit verzweigt. Leben im Henne- und Rarbachtal. Kirchrarbach 2012, ISBN 978-3-930264-96-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberrarbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen Schmallenberg 2016 abgerufen am 5. März 2017
  2. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 50.
  3. Reiner Decker: Die große Hexenverfolgung im Amt Fredeburg um 1630, Schmallenberger Sauerland. in Almanach 1993, S. 96–98
  4. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 50.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 335 f.
  6. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 238.
  7. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 607.
  8. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 576.
  9. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 462.
  10. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 457.
  11. Tief verwurzelt – weit verzweigt. S. 769–776.