Olympische Sommerspiele 1960/Hockey

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Olympisches Hockeyturnier 1960
Olympische RingeHockey
Herren
Anzahl Nationen 16
Olympiasieger Pakistan Pakistan
Austragungsort Rom
Stadion Velodrom
Stadio dei Marmi
Stadio Tre Fontane
Eröffnung 26. August 1960
Endspiel 11. September 1960
1956 1964

Bei den XVII. Olympischen Spielen 1960 in Rom wurde ein Wettbewerb im Hockey (Herren) ausgetragen. Das Hockeyturnier dauerte vom 26. August bis zum 11. September. Spielstätten waren das Velodrom, das Stadio dei Marmi und das Stadio Tre Fontane.

Turniermodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Szene aus dem Spiel Neuseeland gegen Niederlande

Mit 16 Teilnehmern und letztlich 45 Spielen war das Turnier in Rom das bis dahin größte olympische Hockeyturnier. Es wurde in vier Vorrundengruppen gespielt:

  • Gruppe A: Dänemark, Indien, Neuseeland, Niederlande
  • Gruppe B: Australien, Japan, Pakistan, Polen
  • Gruppe C: Deutschland, Frankreich, Italien, Kenia
  • Gruppe D: Belgien, Großbritannien, Schweiz, Spanien

Da für die Tabellenreihenfolge nur die Punkte zählten, mussten in den Gruppen A und B Entscheidungsspiele ausgetragen werden.

Die ersten beiden jeder Vorrundengruppe kamen ins Viertelfinale. Wer dort unterlag, spielte um die Plätze 5–8, die Viertelfinalsieger kamen ins Halbfinale. Die Gruppenvierten spielten dann die Plätze 13–15 aus, da Dänemark verzichtete. Die Gruppendritten spielten die Plätze 9–11 aus, da Polen verzichtete.

Deutsche Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich die NOK der Bundesrepublik und der DDR nicht auf eine gemeinsame Mannschaft einigten, wurden Ausscheidungsspiele mit Hin- und Rückspiel angesetzt. Nach der ersten Runde hatte jede Mannschaft ein Spiel gewonnen. Daher war eine zweite Runde erforderlich. In dieser konnte sich die hoch favorisierte Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes gegen die Auswahl des Deutschen Hockey-Sportverbandes durchsetzen. Die Resultate:

  • Runde 1: Hinspiel am 24. April 1960 in Köln, BRD – DDR 3:0, Rückspiel am 30. April 1960 in Jena, DDR – BRD 4:1
  • Runde 2: Hinspiel am 26. Mai 1960 in Köln, BRD – DDR 0:0, Rückspiel am 5. Juni 1960 in Jena: DDR – BRD 0:3

Gruppenspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppe A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Indien gewann alle drei Gruppenspiele und zog ins Halbfinale ein. Das Entscheidungsspiel um den zweiten Platz der Gruppe gewann Neuseeland, das sich damit für das Viertelfinale qualifizierte.
27. August 15:00 Indien – Dänemark 10:0 (5:0)  
  16:30 Neuseeland – Niederlande 1:1 (1:1)  
30. August 16:30 Indien – Niederlande 4:1 (1:1)  
31. August 16:30 Neuseeland – Dänemark 4:1 (3:1)  
2. September 16:30 Indien – Neuseeland 3:0 (1:0)  
3. September 10:00 Dänemark – Niederlande 2:4 (1:0)  
4. September 15:30 Neuseeland – Niederlande 2:1 (1:1) um Platz 2A
Tabelle Gruppe A
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. Indien Indien 3 17:01 6
2. Neuseeland Neuseeland 3 05:05 3
NiederlandeNiederlande Niederlande 3 06:07 3
4. Danemark Dänemark 3 03:18 0

Gruppe B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pakistan gewann alle drei Gruppenspiele und zog ins Halbfinale ein. Das Entscheidungsspiel um den zweiten Platz der Gruppe gewann Australien, das sich damit für das Viertelfinale qualifizierte.
26. August 10:00 Pakistan – Australien 3:0 (0:0)  
  15:00 Japan – Polen 1:2 (0:1)  
29. August 16:30 Pakistan – Polen 8:0 (4:0)  
30. August 16:30 Japan – Australien 1:8 (1:6)  
1. September 10:00 Pakistan – Japan 10:0 (4:0)  
  16:30 Australien – Polen 1:1 (0:0)  
3. September 08:30 Australien – Polen 2:0 (0:0) um Platz 2B
Tabelle Gruppe B
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. Pakistan Pakistan 3 21:00 6
2. AustralienAustralien Australien 3 09:05 3
Polen 1944 Polen 3 03:10 3
4. JapanJapan Japan 3 02:20 0

Gruppe C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenia und Deutschland qualifizierten sich für das Viertelfinale.
29. August 10:00 Deutschland – Kenia 0:1 (0:0)  
  15:00 Italien – Frankreich 0:2 (0:1)  
31. August 10:00 Deutschland – Frankreich 5:0 (2:0)  
1. September 15:00 Italien – Kenia 0:7 (0:3)  
3. September 15:00 Deutschland – Italien 5:0 (2:0)  
  10:00 Kenia – Frankreich 0:0 (0:0)  
Tabelle Gruppe C
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. Britisch-Ostafrika Kenia 3 08:00 5
2. Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch Deutschland 3 10:01 4
3. FrankreichFrankreich Frankreich 3 02:05 3
4. ItalienItalien Italien 3 00:14 0

Gruppe D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanien und Großbritannien qualifizierten sich für das Viertelfinale.
26. August 16:30 Großbritannien – Spanien 0:0 (0:0)  
27. August 10:00 Schweiz – Belgien 2:4 (1:1)  
30. August 15:00 Großbritannien – Belgien 1:1 (1:0)  
31. August 15:00 Schweiz – Spanien 1:5 (1:4)  
2. September 10:00 Großbritannien – Schweiz 3:0 (1:0)  
  15:00 Spanien – Belgien 3:1 (2:0)  
Tabelle Gruppe D
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. Spanien 1945 Spanien 3 8:02 5
2. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 3 4:01 4
3. Belgien Belgien 3 6:06 3
4. Schweiz Schweiz 3 3:12 0

Platzierungsspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viertelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sieger qualifizierten sich für das Halbfinale, die Verlierer spielten um die Plätze 5–8.
5. September 09:00 Indien – Australien 1:0 n. V. (0:0, 0:0)  
  10:30 Kenia – Großbritannien 1:2 n. V. (1:1, 1:0)  
  14:30 Pakistan – Deutschland 2:1 (1:0)  
  16:00 Spanien – Neuseeland 1:0 n. V. (0:0, 0:0)  

Platzierung 13–16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dänemark verzichtete und belegte Platz 16. Die Plätze 13–15 wurden in einer einfachen Runde ausgespielt.[1]
6. September 16:30 Italien – Schweiz 1:1 (1:1)  
8. September 09:00 Japan – Schweiz 5:1 (1:0)  
10. September 15:00 Italien – Japan 2:1 (1:1)  
Platzierung 13–16
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. ItalienItalien Italien 3 3:2 3
2. JapanJapan Japan 3 6:3 2
3. Schweiz Schweiz 3 2:1 1

Platzierung 9–12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polen verzichtete und belegte Platz 12. Die Plätze 9–12 wurden in einer einfachen Runde ausgespielt.[2]
6. September 15:00 Frankreich – Belgien 1:0 (1:0)  
8. September 10:30 Niederlande – Frankreich 2:0 (2:0)  
10. September 10:00 Niederlande – Belgien 2:1 (0:0)  
Platzierung 9–12
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. NiederlandeNiederlande Niederlande 3 4:1 4
2. FrankreichFrankreich Frankreich 3 1:2 2
3. Belgien Belgien 3 1:3 0

Platzierung 5–8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Platzierungen 5–8 wurden zunächst zwei Qualifizierungsspiele ausgetragen, anschließend spielten die Sieger um Platz 5 die Verlierer um Platz 7.

Das Spiel zwischen Australien und Kenia stand auch nach 40 Minuten Verlängerung unentschieden. Wegen der hereinbrechenden Dunkelheit bestimmten die Schiedsrichter durch Münzwurf Australien zum Sieger. Australien bestritt dann auch am nächsten Tag das Spiel um Platz 5. Doch Kenia legte erfolgreich Protest ein, es wurde ein zweites Qualifikationsspiel angesetzt und das Spiel um Platz 5 annulliert.[3]

Das Spiel um Platz 7 wurde nicht ausgetragen. Deutschland konnte aus "unvorhersehbaren Gründen", wie es im IOC-Bericht heißt, nicht antreten. Deutschland und Kenia wurden deshalb beide auf Platz 7 gesetzt.[4]

8. September 15:00 Deutschland – Neuseeland 0:1 (0:0)  
  16:30 Australien – Kenia 1:1 n. V. (1:1, 0:0)  
10. September 16:30 Australien – Kenia 2:1 (0:0)  
9. September 08:30 Australien – Neuseeland 2:1 (0:1) um Platz 5 – annulliert
11. September 09:00 Neuseeland – Australien 1:0 (0:0) um Platz 5

 

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

7. September 10:00 Pakistan – Spanien 1:0 (1:0) Halbfinale
  15:30 Indien – Großbritannien 1:0 (1:0) Halbfinale
9. September 10:00 Spanien – Großbritannien 2:1 (1:1) um Platz 3
  15:30 Pakistan – Indien 1:0 (1:0) Endspiel
Rangliste
Platz Team
1. Pakistan Pakistan
2. Indien Indien
3. Spanien 1945 Spanien
4. Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien
5. Neuseeland Neuseeland
6. AustralienAustralien Australien
7. Britisch-Ostafrika Kenia
Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch Deutschland
9. NiederlandeNiederlande Niederlande
10. FrankreichFrankreich Frankreich
11. Belgien Belgien
12. Polen 1944 Polen
13. ItalienItalien Italien
14. JapanJapan Japan
15. Schweiz Schweiz
16. Danemark Dänemark

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gold medal icon.svg Silver medal icon.svg Bronze medal icon.svg 4
Pakistan Pakistan Indien Indien Spanien 1945 Spanien Vereinigtes Konigreich Großbritannien
Abdul Hamid
Anwar Ahmad Khan
Bashir Ahmad
Mustaq Ahmad
Munir Ahmad Dar
Nasir Ahmad
Noor Alam
Habib Ali Kiddi
Khurshid Aslam
Manzoor Hussain Atif
Abdul Rashid
Ghulam Rasul
Mutih Ullah
Abdul Waheed
Joseph Antic
Leslie Claudius
Mohinder Lal
Shankar Laxman
John Peter
Govind Sawant
Jaman Lal Sharma
Charanjit Singh
Jaswant Singh
Joginder Singh
Raghbir Singh Bhola
Prithipal Singh
Udham Singh
Pedro Amat Fontanals
Francisco Caballer Soteras
José Colomer Ribas
Juan Angel Cazado de Castro
Carlos Del Coso Iglesias
Eduardo Dualde
José Antonio Dinares Massagué
Joaquín Dualde
Rafael Egusquiza Basterra
Pedro Murúa Leguizamom
Ignacio Macaya Santos de Lamadrid
Luis María Usoz
Pedro Roig Junyent
Narciso Ventalló Surralles
Patrick Austen
John Bell
Harold Cahill
Denys John Carnill
Peter Croft
Colin Henry Dale
Francis Howard Davis
John Hindle
Charles Jones
Neil Livingstone
Stuart Mayes
Derek Miller
John Neill
Christopher Saunders-Griffiths
Frederick Hugh Scott
Ian Taylor

Teams Deutschland, Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland Mannschaft Gesamtdeutsch Deutschland Schweiz Schweiz
Utz Aichinger
Willi Brendel
Christian Büchting
Hugo Budinger
Werner Delmes
Wolfgang End
Eberhard Ferstl
Klaus Greinert
Carsten Keller
Peter Kranich
Dieter Krause
Klaus Lauth
Alfred Lücker
Helmut Nonn
Norbert Schuler
Günther Ullerich
Herbert Winters
Klaus Woeller
Walther Arber
Jean Giubbini
Jean Glarner
Werner Hausmann
Kurt Locher
Georges Mathys
Albert Piaget
Gilbert Recordon
Werner Schmid
Hans Straub
Kurt von Arx
René Widmer
Heinz Wirz
Walther Wirz
Roger Zanetti
Roland Zaninetti

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 456
  2. Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 455
  3. Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 453
  4. Offizieller IOC Report 1960 (PDF; 20,3 MB), Vol. 2, Pt. 1, S. 454