Weißkirchen in Steiermark

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Marktgemeinde
Weißkirchen in Steiermark
Wappen Österreichkarte
Wappen fehlt
Weißkirchen in Steiermark (Österreich)
Weißkirchen in Steiermark
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Murtal
Kfz-Kennzeichen: MT (ab 1.7.2012; alt: JU)
Fläche: 149,62 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 14° 44′ OKoordinaten: 47° 9′ 14″ N, 14° 44′ 19″ O
Höhe: 689 m ü. A.
Einwohner: 4.776 (1. Jän. 2020)
Postleitzahl: 8741
Vorwahl: 03577
Gemeindekennziffer: 6 20 48
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeplatz 1
8741 Weißkirchen in Steiermark
Website: www.weisskirchen-steiermark.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ewald Peer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(21 Mitglieder)
13
4
3
1
13 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Weißkirchen in Steiermark im Bezirk Murtal
FohnsdorfGaalLobmingtalHohentauernJudenburgKnittelfeldKobenzMaria Buch-FeistritzObdachPöls-OberkurzheimPölstalPusterwaldSankt Georgen ob JudenburgSankt Marein-FeistritzSankt Margarethen bei KnittelfeldSankt Peter ob JudenburgSeckauSpielbergUnzmarkt-FrauenburgWeißkirchen in SteiermarkZeltwegSteiermarkLage der Gemeinde Weißkirchen in Steiermark im Bezirk Murtal (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Weißkirchen in Steiermark ist eine Marktgemeinde mit 4776 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) im Bezirk Murtal in der Steiermark.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißkirchen in Steiermark liegt ca. 6½ km östlich der Stadtgemeinde Judenburg. Die höchsten Erhebungen im Gemeindegebiet sind der Ameringkogel (2187 m ü. A.) und der Rappoldkogel (1928 m).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 1. Jänner 2015 wurden im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform die Gemeinden Eppenstein, Maria Buch-Feistritz und Reisstraße eingemeindet.[1]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2020[2]):

  • Allersdorf (275)
  • Baierdorf (325)
  • Baumkirchen (31)
  • Eppenstein (297)
  • Fisching (205)
  • Größenberg (34)
  • Großfeistritz (128)
  • Kathal (198)
  • Kothgraben (30)
  • Maria Buch (293)
  • Möbersdorf (361)
  • Möbersdorfsiedlung (234)
  • Mühldorf (118)
  • Murdorf (15)
  • Pichling (221)
  • Reisstraße (124)
  • Schoberegg (292)
  • Schwarzenbach am Größing (201)
  • Thann (53)
  • Weißkirchen in Steiermark (1265)
  • Wöllmerdorf (76)

Die Gemeinde besteht aus zehn Katastralgemeinden (Fläche 2016[3]):

  • Allersdorf (445,41 ha)
  • Feistritz (840,10 ha)
  • Fisching (707,46 ha)
  • Kothgraben (3.807,71 ha)
  • Maria Buch (857,94 ha)
  • Mühldorf (1.383,10 ha)
  • Reisstraße (2.421,21 ha)
  • Schoberegg (2.265,50 ha)
  • Schwarzenbach (2.107,29 ha)
  • Weißkirchen (126,81 ha)

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Judenburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fohnsdorf Zeltweg
Judenburg Nachbargemeinden Lobmingtal
Obdach Hirschegg-Pack
(Bezirk Voitsberg)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Weißkirchen von Osten
Blick auf Maria Buch und Weißkirchen vom Liechtensteinberg

Das früheste Schriftzeugnis ist von 1066 und lautet „Wizinchiricha“. Der Name geht auf althochdeutsch wiz (weiß) zurück und bezeichnet ein Flurstück mit einer Kirche aus weißem Stein.[4]

Die Ortschaft befindet sich an der Kreuzung der Gaberl Straße B 77 und der Obdacher Straße B 78 im Zentrum des Murbodens auf einem Schwemmkegel des Granitzenbaches. Sie ist zwischen den Gutshöfen und Mühlen der umliegenden Herrschaften Eppenstein, Thann und Liechtenstein entstanden. Die Markterhebung erfolgte 1453. Die politische Gemeinde Weißkirchen wurde 1849/50 errichtet,[5] 1951 wurde der Name auf Weißkirchen in Steiermark geändert.

Das Ortsbild ist gut erhalten. Die meist zweigeschossigen Häuser stehen meist mit der Traufseite zur Straße. Durch Hochwasser und Brände wurden Teile des Marktes mehrmals vernichtet. Daher stammen viele der Fassaden aus dem 19. Jahrhundert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weißkirchen in Steiermark

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 13 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 5 im Haupterwerb), die zusammen 604 Hektar bewirtschafteten (Stand 1999).

Im sekundären Wirtschaftssektor gab es 61 Betriebe mit 752 Mitarbeitern. Beinahe 500 davon waren mit der Herstellung von Waren beschäftigt, über hundert im Baugewerbe und siebzig im Bergbau. Der Dienstleistungssektor beschäftigte in 206 Firmen 561 Menschen, etwa ein Drittel davon im Handel und ein Viertel in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[6][7]

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Bergbau in Kleinfeistritz in der Katastralgemeinde Reisstraße gewonnene talkähnliche Mineral Leukophyllit wird in Weißkirchen von der Firma IMERYS weiterverarbeitet.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Weißkirchen liegt an der Lavanttalbahn. Der Personenverkehr zwischen Zeltweg und Bad St. Leonhard wurde 2010 eingestellt.[9]
  • Straße: Für die früher durch den Ort führende Obdacher Straße B 78 zwischen Zeltweg und Obdach wurden Umfahrungsstraßen gebaut, die 2004 mit der Umfahrung Zeltweg vollendet worden sind.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1946 Franz Uitz
  • 1946–1980 Josef Trattnig
  • 1980–1992 Gerhard Pilz
  • seit ? Ewald Peer (ÖVP)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Gemeindewappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Drei der vier Fusionsgemeinden hatten bis Ende 2014 eigene Wappen. Die Neuverleihung des Gemeindewappens durch die Steiermärkische Landesregierung ist bisher nicht erfolgt (Stand Juni 2017).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1909: Abt Severin Kalcher (Stift St. Lambrecht)
  • 1909: Eligius Semelrock (Bürgermeister von Weißkirchen 1889–1897, 1904–1910)
  • 1937: Anton Frewein (Gemeinderat)
  • 1938: Bartholomäus Mayer (Bürgermeister von Allersdorf 1898–1938)
  • 1950: Johann Apfelknab (Gemeindesekretär)
  • 1950: Franz Pristautz (Gemeindefunktionär)
  • 1950: Anton Telsnigg (Gemeindefunktionär)
  • 1950: Wilhelm Dobnig (Volksschuldirektor in Weißkirchen 1924–1938, 1945–1950)
  • 1953: Josef Anderle (Gemeindefunktionär)
  • 1953: Franz Uitz (Bürgermeister von Weißkirchen 1945–1946)
  • 1954: Konrad Eigler (Arzt)
  • 1954: Fritz Matzner (Landesrat)
  • 1956: Ernst Klepsch-Kirchner
  • 1960: Eduard Matauschek (Feuerwehrhauptmann)
  • 1960: Engelbert Nothdorfer
  • 1968: Johann Bammer (Landesrat)
  • 1980: Josef Trattnig (Bürgermeister von Weißkirchen 1946–1980)
  • 1983: Josef Kufner (Industrieller)
  • 1983: Georg Kufner (Industrieller)
  • 1984: Josef Krainer (Landeshauptmann)
  • 1993: Gerhard Pilz (Bürgermeister von Weißkirchen 1980–1992)
  • 1999: Dominik Kufner (Industrieller)
  • 2003: Waltraud Klasnic (Landeshauptmann)
  • 2003: Franz Tropper (Pfarrer von Weißkirchen 1965–2003)
  • 2015: Rupert Enzinger (Bürgermeister von Maria Buch-Feistritz 1995–2014)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Denifl (* 1980), Nordischer Kombinierer, lebt in Weißkirchen
  • Renate Götschl (* 1975), Skirennläuferin und mehrfache Weltmeisterin, stammt aus Schwarzenbach

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reiner Puschnig: Geschichte des Marktes Weißkirchen in Steiermark. Weißkirchen 1981 (2. Auflage)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weißkirchen in Steiermark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Weißkirchen in Steiermark und der Gemeinden Eppenstein, Maria Buch-Feistritz und Reisstraße, alle politischer Bezirk Murtal. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 14. Oktober 2013. Nr. 95, 28. Stück. S. 553.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  3. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  4. Fritz Frhr. Lochner von Hüttenbach: Zum Namengut des Frühmittelalters in der Steiermark (= Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. Band 99). Böhlau Verlag, Wien 2008, S. 56 (historischerverein-stmk.at [PDF; 16,9 MB]).
  5. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Weißkirchen, Arbeitsstätten. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  7. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Weißkirchen, Beschäftigte. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  8. Das Unternehmen - IMERYS Talc Austria. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
  9. Dr Michael Alexander Populorum: Lavanttalbahn Zeltweg Obdach Wolfsberg St. Paul Lavanttal Lavamünd Unterdrauburg Dravograd Wöllern Velence Cilli Celje Eisenbahn. 10. Juni 2018, abgerufen am 6. Dezember 2019.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Weißkirchen in Steiermark. Land Steiermark, 22. März 2015, abgerufen am 2. Juli 2020.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Weißkirchen in Steiermark. Land Steiermark, 28. Juni 2020, abgerufen am 2. Juli 2020.