Philadelphia Union

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Philadelphia Union
Philadelphia Union Logo.svg
Voller Name Philadelphia Union
Ort Chester, PA
Gegründet 2008
Vereinsfarben blau-gold
Stadion PPL Park
Plätze 18.500
Eigentümer Keystone Sports & Entertainment, LLC
Präsident Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jay Sugarman
Trainer Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jim Curtin
Homepage philadelphiaunion.com
Liga Major League Soccer
2014 Eastern Conference: 6. Platz
Gesamttabelle: 12. Platz
Play-offs: nicht qualifiziert
Heim
Auswärts

Philadelphia Union ist ein US-amerikanisches Fußball-Franchise der Major League Soccer aus Chester, Pennsylvania, im Großraum Philadelphia. Das Franchise wurde 2008 gegründet und nahm zur Saison 2010 den Spielbetrieb auf.

Die Heimspiele werden im 2010 fertiggestellten PPL Park ausgetragen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Weg in die MLS[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren war die Major League Soccer sehr interessiert daran, in Philadelphia ein Franchise zu etablieren. Mehrere lokale Förderer setzten sich für dieses Projekt ein. So wurden über die Jahre mehrere Gespräche über den Standort eines Stadions für eine mögliche Mannschaft geführt. 2006 wurde die Stadt Chester als Stadionstandort ausgewählt.

Am 28. Februar 2008 gab Don Carber, Geschäftsführer der Major League Soccer, bekannt, dass Philadelphia den Zuschlag für ein neues Franchise in der MLS erhält.[1] Die Grundlage für die Finanzierung des Vereins schafft ein 47 Millionen US-Dollar Budget, welches von Politikern des Delaware Counties und dem Gouverneur von Pennsylvania, Edward Rendell, genehmigt wurde. Damit wurden die Kosten für das neue Stadion und eine Erneuerung des umliegenden Stadtgebietes gedeckt.[2]

Am 21. Dezember 2009 kündigte die Union an, dass sie eine Partnerschaft mit der Reading Rage youth soccer organization abgeschlossen habe. Mit Reading United A.C. hat das MLS Franchise ein Minor-League Team in der USL Premier Development League.[3] Im März 2010 wurde mit den Harrisburg City Islanders ein weiterer Partner gefunden.[4]

Erste Saison 2010[Bearbeiten]

Vor Beginn der ersten Saison hatte Union diverse Testspiele. Das erste fand gegen die Fußballmannschaft der University of North Carolina at Chapel Hill.

Das erste MLS-Spiel fand am 25. März 2010 statt. Union verlor 2:0 gegen die Seattle Sounders.[5] Am 10. April 2010 erzielte Sébastien Le Toux das erste Tor für Philadelphia Union. Die Mannschaft siegte am 2. Spieltag mit 3:2 gegen DC United. Darauf folgte eine Serie von vier Niederlagen. Den höchsten Sieg erreichte das Team am 27. Juni 2010 mit einem 3:1 gegen den Seattle Sounders FC. Die höchste Niederlage bescherte Union die Colorado Rapids mit 4:1. Am Ende der Regular Season belegte die Union den 7. Platz in der Eastern Conference und konnte sich somit nicht für einen Play-off Platz qualifizieren. In der Gesamttabelle wurde die Mannschaft 14. noch vor CD Chivas USA und DC United.

Im Qualifikationsspiel für die Teilnahme am Lamar Hunt U.S. Open Cup 2010 verlor Union gegen die New York Red Bulls mit 2:1.[6]

Gegen Ende 2010 wechselten die Spieler Chris Seitz, Fred, Shea Salinas und Alejandro Moreno zu anderen Mannschaften. Um dieses zu kompensieren wurde der kolumbianische Nationaltorhüter Faryd Mondragón, der zuvor beim 1. FC Köln unter Vertrag stand, und der Kapitän des kolumbianischen Erstligisten Santa Fe CD, Carlos Valdés, verpflichtet. Mit Brian Carroll konnte ein erfahrener MLS-Spieler geholt werden. Mit dem 16-jährigen Zach Pfeffer wurde der erste sogenannte "home-grown" Spieler verpflichtet.[7]

Name, Wappen und Farben[Bearbeiten]

Am 11. Mai 2009 wurde offiziell der Name, das Wappen und die Farben des neuen MLS-Franchises in der Philadelphia City Hall bekannt gegeben. Der Name "Union" soll an die Dreizehn Kolonien erinnern, von denen Philadelphia die Hauptstadt war.[8] Der Name wurde durch eine Umfrage, die zwischen dem 19. Januar 2009 und 6. Februar 2009 durchgeführt wurde, entschieden. Die anderen Möglichkeiten ware AC Philadelphia, SC Philadelphia und Philadelphia City.[9][10] Vor der offiziellen Verkündung des Teamnamens wurde Philadelphia von der Fangruppe Sons of Ben der Spitzname "Zolos" vergeben. Dieses geht auf eine "Meet-the-Owners" Veranstaltung zurück, die zwei Tage vor der Pressekonferenz, wo Philadelphia als Expansion Team benannt wurde, abgehalten wurde. Hierbei wurden handgeschriebene Nummern auf Zetteln zu einem großen 2010 aufgestellt. Dieses wurde von Nick Sakiewicz als ZOLO missinterpretiert. Dies führte zu einigen Insiderscherzen bei den Sons of Ben.[11]

Die Farben von Philadelphia Union sind navy blue und gold, und symbolisieren die Uniformen der Kontinentalarmee während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Das Wappen führt dreizehn Sterne, die sich auf die Dreizehn Kolonien beziehen. Die Schlange in der Mitte geht auf eine politische Karikatur von Benjamin Franklin zurück, die er 1754 in der Pennsylvania Gazette veröffentlichte. Zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskampfes wurde der Schlangenkopf zu einem Symbol für die Gefahr der Uneinigkeit der amerikanischen Bevölkerung. Er war auch Teil der Gadsden flag.[12] Der Schild geht auf das Stadtwappen von Philadelphia zurück. Das Hellblau in der Mitte ist ein Tribut an die Sons of Ben und gleichzeitig eine weitere Anlehnung an das Wappen bzw. Flagge der Stadt.[13]

Stadion[Bearbeiten]

Der PPL Park wurde 2010 eröffnet werden und bietet 18.500 Zuschauern Platz. Noch vor der Zusage seitens der MLS, gab das Delaware County im Oktober 2007 sein Einverständnis zum Bau des Stadions. Die Grundsteinlegung erfolgte am 1. Dezember 2008.

Das Stadion ist ab 2010 sowohl die Heimstätte der MLS-Profimannschaft als auch des neuen Frauenprofiteams Philadelphia Independence, das ebenfalls ab der Saison 2010 an der neu gegründeten Frauen-Profiliga WPS teilnehmen wird.

Bis zur Fertigstellung des Stadions in Chester hat Philadelphia Union seine Heimspiele im Lincoln Financial Field in Philadelphia ausgetragen.[14] Am 27. Juni 2010 fand das erste Heimspiel der Union gegen den Seattle Sounders FC in dem Stadion statt. Es konnte mit 3:1 gewonnen werden.[15] Das Lincoln kann immer noch von Philadelphia genutzt werden, z.B. für Spiele mit einem hohen Zuschaueraufkommen.

In der Premierensaison konnte man einen Zuschauerschnitt von 19.254 verbuchen.[16]

Fans, Rivalitäten und Sponsoren[Bearbeiten]

Fans[Bearbeiten]

Die Unterstützung der Fans war ein Grund, warum Philadelphia den Zuspruch bekam, ein MLS-Team zu gründen. Der größte Fanklub sind die Sons of Ben, die am 17. Januar 2007 gegründet wurden. Der 5.200 Mitglieder starke Klub hat seinen Sitz in Philadelphia und unterstützt auch die Vereine Reading United und Harrisburg City Islanders. Der Name geht auf Benjamin Franklin zurück.

Rivalitäten[Bearbeiten]

Es bestehen seit der ersten Stunde Rivalitäten mit D.C. United und den New York Red Bulls.[17][18] Diese sind auf die geographische Nähe und die traditionelle Ablehnung zwischen den Städten Philadelphia, Washington D.C. und New York in anderen Sportligen zurückzuführen. Philadelphia nimmt an keinem MLS Rivalry Cup teil.

Sponsoren[Bearbeiten]

Am 11. Januar 2011 wurde bekannt, dass der zukünftige Trikotsponsor Bimbo Bakeries USA sein wird.[19] Die Firma ist der US-amerikanische Ableger des mexikanischen Lebensmittelproduzenten Grupo Bimbo und hat seinen Sitz in Horsham, Pennsylvania.[20] Des Weiteren sponsert die Firma auch die Major League Soccer ab der Saison 2011.

Weitere Sponsoren sind neben dem Stadionnamensgeber PPL Corporation, die Firmen Crozer Keystone Health System, Premier Ortho, Panasonic, WPVI-TV (6ABC), Horizon Services und Toyota.[19]

Als Ausrüster fungiert Adidas.[19]

Organisation[Bearbeiten]

Eigentümer[Bearbeiten]

Eigentümer des Franchise sind Keystone Sports & Entertainment, LLC, eine aus mehreren Personen bestehende Interessengruppe. Mitglieder dieser Gruppe sind Christopher and Robert Buccini, Mitbegründer der Buccini/Pollin Group; Jay Sugarman, Vorstandsmitglied von iStar Financial; James Nevels, ehemaliger Vorsitzender Philadelphia School Reform Commission; William Doran, ein Anwalt aus Philadelphia; Nick Sakiewicz, ehemaliger Präsident von Tampa Bay Mutiny und Fußballspieler bei u.a. FC Nantes und Belenenses Lissabon.

Jugend[Bearbeiten]

Am 3. September 2013 gründete das Franchise seine eigene Privatschule in Wayne, Pennsylvania. Die YSC Academy richtet sich im Speziellen an die Ausbildung junger Fußballspieler. Die 33 Schüler spielen in den verschiedenen Jugendmannschaft von Union.[21]

Medien[Bearbeiten]

Alle Spiele von Philadelphia Union werden von den lokalen Sendern WPVI-TV und Live Well HD Network (Channel 6.2) in Philadelphia übertragen. Der Sender WQMY-TV überträgt die Spiele ins ganze nordöstliche Pennsylvania. Ausgewählte Spiele werden über die landesweit empfangbaren Sender ESPN2, Fox Soccer Channel und Telefutura ausgestrahlt.

Spieler und Mitarbeiter[Bearbeiten]

Aktueller Profikader[Bearbeiten]

Stand: 15. September 2014[22]

Nr. Position Name
1 JamaikaJamaika TW Andre Blake
2 KolumbienKolumbien AB Carlos Valdés
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Austin Berry
5 FrankreichFrankreich MF Vincent Nogueira
6 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ST Conor Casey
7 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Brian Carroll
8 BrasilienBrasilien MF Fred Da Silva
9 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ST Andrew Wenger
10 ArgentinienArgentinien MF Cristian Maidana
11 FrankreichFrankreich ST Sebastien Le Toux
12 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ST Aaron Wheeler
13 Sierra LeoneSierra Leone MF Michael Lahoud
14 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Amobi Okugo
15 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Ethan White
16 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Richie Marquez
Nr. Position Name
17 JamaikaJamaika ST Brian Brown
18 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten TW Zac MacMath
19 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Corben Bone
20 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Jimmy McLaughlin
21 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Maurice Edu
22 BrasilienBrasilien MF Leo Fernandes
23 MexikoMexiko ST Cristhian Hernandez
25 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Sheanon Williams
27 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Zach Pfeffer
28 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Raymon Gaddis
29 FrankreichFrankreich ST Antoine Hoppenot
30 BrasilienBrasilien MF Pedro Ribeiro
33 BrasilienBrasilien AB Fabio Alves
44 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MF Daniel Cruz
92 FrankreichFrankreich TW Rais Mbolhi

Bisherige Spieler[Bearbeiten]

siehe Hauptartikel: Liste der Spieler der Philadelphia Union

Trainerstab[Bearbeiten]

Stand: 13. September 2014[23]

  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jim Curtin (Trainer)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chris Albright (Assistenztrainer)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Sorber (Assistenztrainer)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Paul Rushing (Fitnesstrainer)

Bisherige Trainer[Bearbeiten]

  • PolenPolen Piotr Nowak (28. Mai 2009 – 13. Juni 2012)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Hackworth (Interim) (13. Juni 2012 – 30. August 2012)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Hackworth (30. August 2012 – 10. Juni 2014)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jim Curtin (Interim) (10. Juni 2014 - 7. November 2014)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jim Curtin (7. November 2014 - )

Erfolge[Bearbeiten]

  • weitere Erfolge
  • MLS Fair Play Award: 2014

Statistiken[Bearbeiten]

Saisonbilanz[Bearbeiten]

Saison Regular Season[24] Play-offs[24] Lamar Hunt
U.S. Open Cup
[25]
CONCACAF
Champions League
[Anm. 1][26]
2010 7. Platz (Ost) nicht qualifiziert nicht qualifiziert nicht qualifiziert
2011 3. Platz (Ost) Conference Halbfinale nicht qualifiziert nicht qualifiziert
2012 8. Platz (Ost) nicht qualifiziert Halbfinale nicht qualifiziert
2013 7. Platz (Ost) nicht qualifiziert 4. Runde nicht qualifiziert
2014 6. Platz (Ost) nicht qualifiziert Finale nicht qualifiziert
  1. Der Wettbewerb beginnt jeweils im Herbst des vorherigen Jahres.

Vereinsrekorde[Bearbeiten]

Diese Rekorde beziehen sich auf die Regular Season bis einschließlich der Saison 2012:[27]

Zuschauerschnitt[Bearbeiten]

Regular Season / Play-offs

  • 2010: 19.254 / nicht qualifiziert
  • 2011: 18.259 / 18.539 [24]
  • 2012: 18.049 / nicht qualifiziert

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Philadelphia Union – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. MLS awards Philadelphia 2010 expansion team. 28. Februar 2008, abgerufen am 22. Juli 2010 (englisch).
  2. Major hurdle cleared for Philly expansion 31. Januar 2008 auf www.mlsnet.com
  3. New era for Reading PDL team 21. Dezember 2009 auf www.uslsoccer.com
  4. Philadelphia Union To Play Harrisburg City Islanders July 27. Daily Times. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  5. The Union go down in their debut 26. März 2010 auf www.philly.com
  6. Chinn's brace leads Red Bulls over Union (Englisch) Red Bull New York. 28. April 2010. Abgerufen am 21. Januar 2011.
  7. Team Signs 15-Year-Old Team Signs 15-Year-Old (Englisch) New York Times. 22. Dezember 2010. Abgerufen am 21. Januar 2011.
  8. CLUB HISTORY. Abgerufen am 24. November 2012.
  9. PHILLY Soccer 2010 Name The Team. 29. Januar 2009. Abgerufen am 29. Januar 2009.
  10. Philly-area soccer team holds vote for team name. In: USA Today, 15. Januar 2009. Abgerufen am 18. Juni 2009. 
  11. The Sons Also Rise. Philadelphia Weekly. 14. Mai 2008. Abgerufen am 14. Mai 2008.
  12. Philadelphia Union brand narrative. 11. Mai 2009. Abgerufen am 11. Mai 2009.
  13. Philadelphia Union supporters club. 11. Mai 2009. Abgerufen am 12. August 2009.
  14. Linc to host first Phila. Union soccer game 23. September 2009 auf www.philly.com
  15. MATCHCENTER Philadelphia Union vs. Seattle Sounders FC. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  16. mlssoccer.com: Stats - MLS Regular Season 2010, abgerufen am 22. November 2010
  17. D.C. United fosters a rivalry with expansion Philadelphia Union. In: The Washington Post. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  18. Philadelphia Union gain a rival. In: Yahoo.com. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  19. a b c Partners (Englisch) Philadelphia Union. Abgerufen am 29. Juni 2011.
  20. Jeff Gammage: Union soccer team wins sponsorship from Bimbo bakery. The Philadelphia Inquirer. 11. Januar 2011. Abgerufen am 12. Januar 2011.
  21. PHILADELPHIA UNION YOUTH MODEL. Abgerufen am 15. September 2014.
  22. Philadelphia Union – Players. Abgerufen am 15. September 2014 (englisch).
  23. Philadelphia Union – Technical Staff. Abgerufen am 13. September 2014 (englisch).
  24. a b c MLS Factbook 2012. MLSsoccer.com, abgerufen am 28. Juli 2012 (pdf; 1,2 MB, englisch).
  25. TheCup.us – Spieldetails zu den Wettbewerben. Abgerufen am 28. Juli 2012 (englisch).
  26. rsssf.com – Spieldetails zu den Wettbewerben. Abgerufen am 28. Juli 2012 (englisch).
  27. Philadelphia Union – Stats. Abgerufen am 25. Januar 2013.