Röschitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marktgemeinde
Röschitz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Röschitz
Röschitz (Österreich)
Röschitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 21,17 km²
Koordinaten: 48° 40′ N, 15° 53′ OKoordinaten: 48° 39′ 55″ N, 15° 53′ 27″ O
Höhe: 280 m ü. A.
Einwohner: 1.044 (1. Jän. 2019)
Postleitzahlen: 3743, 3730
Vorwahl: 02984
Gemeindekennziffer: 3 11 20
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
3743 Röschitz
Website: www.roeschitz.at
Politik
Bürgermeister: Christian Krottendorfer (ÖVP)
Gemeinderat: (2020)
(19 Mitglieder)
16
3
16 
Insgesamt 19 Sitze

Lage von Röschitz im Bezirk Horn
AltenburgBrunn an der WildBurgschleinitz-KühnringDrosendorf-ZissersdorfEggenburgGars am KampGerasHornIrnfritz-MessernJaponsLangauMeiseldorfPerneggRöhrenbachRöschitzRosenburg-MoldSigmundsherbergSt. Bernhard-FrauenhofenStraning-GrafenbergWeitersfeldNiederösterreichLage der Gemeinde Röschitz im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Röschitz ist eine Marktgemeinde mit 1044 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Osten des Bezirkes Horn und am westlichen Rande des Weinviertels.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röschitz liegt im westlichen Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 21,17 Quadratkilometer. 2,85 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kleinjetzelsdorf, Kleinreinprechtsdorf, Roggendorf und Röschitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pulkau Zellerndorf
Meiseldorf Nachbargemeinden Sitzendorf an der Schmida
Eggenburg

Postleitzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Röschitz hat die Postleitzahl 3743. Die anderen Ortschaften der Gemeinde haben die Postleitzahl 3730.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Katastralgemeinde Kleinreinprechtsdorf wurde 1931 auf der Flur „Hollerberg“ ein Grab mit Beigaben zerstört. Eine 1932 daraufhin erfolgte Grabung legte weitere fünf Gräber – darunter eine Doppelbestattung – frei, alle aus der Mittellatènezeit (280 bis 190/150 v. Chr.) stammend. Im zerstörten Grab befand sich nach Auskunft des Finders ein Mann, geschmückt mit eisernen Schulter-Fibeln, Armreif und Gürtelkette. In einem Frauengrab fanden sich je ein Eisen- und Glasarmreif, zwei Eisenfibeln und eine Gürtelkette. Ein zweites Frauengrab enthielt je einen goldenen und eisernen Spiral-Fingerring, sowie ebenfalls zwei Fibeln und eine Gürtelkette mit Bronzeösen. Vermutliche Trepanationsspuren sind am Schädel zu erkennen. Die anderen Gräber enthielten ähnliche Grabbeigaben. Diese Artefakte machten die genannte Datierung möglich. Ein weiteres Körpergrab wurde 1938 im Ortsbereich freigelegt.[2]

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Röschitz mit dem Namen „respice“ im Jahre 1198. 1514 wurde der Ort zum Markt erhoben, und 46 Jahre später erhielt Röschitz von Kaiser Ferdinand I. ein eigenes Wappen. Durch Pest, den Dreißigjährigen Krieg (Schweden) und Feuersbrunst wurde die Marktgemeinde mehrmals erschüttert. In Kriegszeiten fanden viele Zuflucht in den sogenannten Erdställen. Es ist schwer zu sagen, wann diese Erdställe entstanden sind, aber vermutet wird, dass sie circa 1000 bis 1200 von Anhängern heidnischer Religionen (Bayern) gegraben wurden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rückgang der Einwohnerzahl konnte in den letzten Jahrzehnten verringert werden, da die negative Geburtenbilanz durch eine positive Wanderungsbilanz verringert und seit 2011 ausgeglichen wurde,[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Röschitz
  • Weber-Keller: In diesem Keller wurden Bibeldarstellungen, Prominente und Politiker aller Zeitepochen etc. in Löss geschnitzt.
  • Pfarrkirche: Die spätbarocke Pfarrkirche, die dem hl. Nikolaus geweiht ist, wurde 1768–1782 von Leopold Wißgrill erbaut. Die Kirche zählt zwei Altarbilder von Johann Martin Schmidt, dem „Kremser Schmidt“, zu ihren besonderen Kunstschätzen. Das Gotteshaus wirkt vor allem durch seinen großen, einheitlich gestalteten Innenraum und wurde in den letzten Jahren sorgfältig renoviert.
  • Röschitzer-Raritäten-Museum: Privatsammlung von Emmerich Grath; zu sehen sind: altes Handwerk, bäuerliche Geräte, altes Gewerbe, Weinbau, Alltagsleben, alte Ansichten von Röschitz, Radiosammlung, Fotoapparate, Puppen- und Spielzeugsammlung, Lebensstil der 1950er Jahre, Musikbox, Möbel, Motorräder, Traktor-Oldtimer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 gab es 87 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Davon waren 43 Haupterwerbsbetriebe, die 90 Prozent der Flächen bewirtschafteten.[4] Der Produktionssektor beschäftigte (Stand 2011) in fünf Betrieben 43 Arbeitnehmer, überwiegend im Bau. Im Dienstleistungssektor gaben 43 Betriebe 95 Menschen Arbeit. Ein Drittel war in sozialen und öffentlichen Diensten und ebenfalls ein Drittel im Handel beschäftigt.[5][6]

Regionale Zusammenarbeit: Die Marktgemeinde Röschitz ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde gibt es zwei Kindergärten und eine Volksschule.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr

Das Linienbusunternehmen PostBus fährt in Röschitz und Klein-Reinprechtsdorf Haltestellen der Linien 1250 (Eggenburg - Hollabrunn) sowie in Röschitz, Klein-Jetzelsdorf und Roggendorf Haltestellen der Linie 1254 (Eggenburg–Retz) an. Der Personenverkehr auf der ebenfalls durch die Gemeinde führenden Pulkautalbahn wurde 1988 eingestellt. Der nächstgelegene Bahnhof der ÖBB ist Eggenburg an der Franz-Josefs-Bahn.

Straße

Röschitz liegt an der Waldviertler Straße B 2 sowie an der Retzer Straße B 35.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei Sitze
ÖVP 16
SPÖ 3

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Röschitz COA.png

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Röschitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 933 f.
  3. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Röschitz, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 30. September 2019.
  4. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Röschitz, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 30. September 2019.
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Röschitz, Arbeitsstätten. Abgerufen am 30. September 2019.
  6. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Röschitz, Beschäftigte. Abgerufen am 30. September 2019.
  7. Marktgemeinde Röschitz, Unser Röschitz. Abgerufen am 30. September 2019.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Röschitz. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 16. Januar 2020.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Röschitz. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 20. Februar 2020.