Eggenburg

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Eggenburg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Eggenburg
Eggenburg (Österreich)
Eggenburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 23,55 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 48° 38′ 35″ N, 15° 48′ 58″ O
Höhe: 329 m ü. A.
Einwohner: 3.599 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 153 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3730
Vorwahl: 02984
Gemeindekennziffer: 3 11 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kremserstraße 3
3730 Eggenburg
Website: www.eggenburg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Georg Gilli (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
16
6
1
16 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Eggenburg im Bezirk Horn
Altenburg Brunn an der Wild Burgschleinitz-Kühnring Drosendorf-Zissersdorf Eggenburg Gars am Kamp Geras Horn Irnfritz-Messern Japons Langau Meiseldorf Pernegg Röhrenbach Röschitz Rosenburg-Mold Sigmundsherberg St. Bernhard-Frauenhofen Straning-Grafenberg Weitersfeld NiederösterreichLage der Gemeinde Eggenburg im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Eggenburg ist eine Stadtgemeinde mit 3599 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eggenburg liegt am Ostrand des Waldviertels in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 23,52 Quadratkilometer. 11,59 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Eggenburg und seine Ortsteile haben die Postleitzahl 3730.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Eggenburg (3.114)
  • Engelsdorf (108)
  • Gauderndorf (95)
  • Stoitzendorf (252)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eggenburg, Engelsdorf, Gauderndorf, Stoitzendorf und Stoitzendorf Heide.

Die Stadtgemeinde Eggenburg ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meiseldorf Röschitz
Nachbargemeinden
Burgschleinitz-Kühnring Straning-Grafenberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon in urgeschichtlicher Zeit war das Granitplateau oberhalb der Schmida, auf dem sich Eggenburg gründet, ab der jüngeren Steinzeit von Menschen besiedelt. Die Geburtsstunde der Stadt ist in der Babenbergerzeit (976-1246) anzusetzen. Nach der Jahrtausendwende wurde Niederösterreich bis an den Nordwald – das heutige Waldviertel – besiedelt. Zur Sicherung dieses Gebietes entstand um 1160/70 die befestigte Grenzstadt Eggenburg bereits mit Marktfunktion. Erste urkundliche Nennungen von Eginpurch liegen aus dem 12. Jh. vor. Im Zwist Premysl Ottokars mit Rudolf von Habsburg schlug sich Eggenburg auf die Seite des Habsburgers, worauf dieser am 13. August 1277 der Stadt die Stadtrechte erneuerte.

Eine Brandkatastrophe im Jahre 1808 hat einen Niedergang der Stadt bewirkt. Mit dem Bau der Franz-Josefs-Bahn 1870 wurde Eggenburg von Wien aus in zwei Stunden erreichbar. Die Bevölkerung nahm wieder zu, und mit der Initiative Gartenstadt des Kaufmanns Franz Gamerith entstand eine Stadterweiterung.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeinderat gibt es insgesamt 23 Sitze. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Mandatsverteilung: ÖVP 16, SPÖ 6, und FPÖ 1.

Bürgermeister

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Pfarrhof in Eggenburg, auch Resch-Schloss genannt
Vogelsangmühle bei Eggenburg
Hauptplatz von Eggenburg mit gotischen Giebelhäusern, Sgraffitohaus, Pranger, Martinsbrunnen, Mariensäule; inmitten des Hauptplatzes befindet sich das Grätzel.
Der Eggenburger Hauptplatz mit Pestsäule
Hauptplatz von Eggenburg am frühen Morgen vom Heißluftballon aus
Zentrum von Eggenburg am frühen Morgen vom Heißluftballon aus
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eggenburg
  • Katholische Pfarrkirche Eggenburg St. Stephan: romanische Türme, gotisches Schiff
  • Karner: Gebeinhaus, bereits 1299 urkundlich erwähnt, der Oberbau wurde 1792 abgerissen, durch Grabung aufgefunden
  • Redemptoristenkloster
  • Martinskapelle mit Bürgerspital: mit Grabsteinsammlung
  • Stadtmauer: Die Stadtmauer ist fast gänzlich erhalten und teilweise begehbar
  • Hauptplatz: Großzügiger fünfeckiger Hauptplatz und Grätzel mit gotischen Giebelhäusern, Pranger, Martinsbrunnen, Mariensäule, barocker Pestsäule
  • Sgraffitohaus: Sgraffitomalereien aus 1547
  • Johannes-Nepomuk-Statue
  • Krahuletz-Museum: seit 1902 bestehendes Museum mit erdgeschichtlichen, urgeschichtlichen und volkskundlichen Sammlungen
  • Rollipop-Museum: das Rollipop-Museum stellt ungewöhnliche Kleinkraftfahrzeuge aus der Vergangenheit aus
  • Vogelsangmühle: ein barocker Gutshof
  • Kanzlerturm: begehbarer, eingerichteter Stadtmauerturm, beherbergt ein Museum des Bürgerkorps Eggenburg

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 189, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 60. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1608. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,13 Prozent.

Unternehmen
  • Egston mit über 1.300 Beschäftigten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das denkmalgeschützte Aufnahmsgebäude im Bahnhof Eggenburg
  • Straße: Die Retzer Straße (B35) führt von Krems aus durch Eggenburg bis über Retz hinaus an die Grenze zu Tschechien und durchquert die Stadt in Nord-Süd-Richtung. Eine andere regional wichtige Straßenverbindung ist die Waldviertler Straße (B2), welche Eggenburg mit Horn und Hollabrunn verbindet.
  • Bus: Die Stadt ist Ausgangs- und Zielpunkt mehrerer regionaler Buslinien des Betreibers ÖBB-Postbus.
  • Bahn: Auch die Franz-Josefs-Bahn verläuft durch Eggenburg. Die ÖBB betreiben den gleichnamigen Bahnhof Eggenburg, der für Pendler, besonders mit Ziel Tulln an der Donau und Wien, ein wesentlicher Knotenpunkt ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Eggenburger Bruderschaft, ab 1629 eigenständige Zunftvereinigung der Steinmetze und Steinbildhauer
  • Wolfgang Brandstetter (* 1957), Jurist, Universitätsprofessor, österreichischer Vizekanzler und Justizminister, lebt in Eggenburg
  • Ernst Degasperi (1927–2011), österreichischer Künstler, schuf das Kunsthaus – Haus des Friedens in Eggenburg
  • Johann Gallus Högl (1664–1719), österreichischer Steinmetzmeister, lebte und starb in Eggenburg
  • Eduard Kranner (1893–1977), österreichischer Schriftsteller und NS-Bürgermeister von Eggenburg
  • Josef Naderer (1906–1965), österreichischer Politiker (ÖVP) und Weingroßhändler, von 1934 bis 1938 Vizebürgermeister von Eggenburg
  • Arnulf Neuwirth (1912–2012), österreichischer Künstler, lebte in Eggenburg
  • Heinrich Reinhart (1927–2013), österreichischer Mediziner und Heimatforscher, lebte in Eggenburg
  • Hans Seitz (1929–2011) Förderer der Stadt, Einsatz für denkmalgeschützten Gebäude
  • Fritz F. Steininger (* 1939), österreichischer Geologe und Paläontologe, Obmann der Krahuletz-Gesellschaft
  • Angela Stifft-Gottlieb (1881–1941), österreichische Prähistorikerin, leitete das Krahuletzmuseum
  • Johann Baptist Stöger (1810–1883), Laienbruder der Redemptoristen – Kongregation, lebte und starb in Eggenburg
  • Werner Vasicek (1939–2013), österreichischer Heimatforscher und Paläontologe, ehemaliger Kustos im Krahuletz-Museum

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eggenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Burghard Gaspar: Die Gründung der Gartenstadt Eggenburg. Das Lebenswerk des Eggenburger Kaufmanns Franz Gamerith, Sonderdruck des Kulturreferates der Stadt Eggenburg, aus: Das Waldviertel Heft 3 1991.