Rüdiger Lucassen

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Rüdiger Lucassen (* 19. August 1951 in Dollerupholz) ist ein deutscher Politiker (AfD), Oberst a. D. der Bundeswehr und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucassen trat nach dem Abitur 1973 als Offiziersanwärter in die Bundeswehr ein. Während seiner Dienstzeit studierte er Wirtschaftswissenschaften an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg. Nach dem Studium wurde Lucassen zum Hubschrauberpiloten auf der Bölkow BO 105 ausgebildet. In weiteren Verwendungen war er als Kommandeur einer fliegerischen Abteilung im rheinland-pfälzischen Mendig, Referent bei der NATO und im Bundesministerium der Verteidigung eingesetzt. Nach 34 Dienstjahren schied er 2006 im Rang eines Oberst i. G. auf eigenen Wunsch aus der Bundeswehr aus.[2]

Nach dem Ende seiner militärischen Laufbahn gründete Lucassen sein eigenes Unternehmen. Er war Geschäftsführer der pro-ades GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Ausbildung und Beschaffung für militärische und polizeiliche Organisationen anbot.[2]

Lucassen ist verheiratet und hat zwei Kinder.[1]

Politik und Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucassen trat 2016 in die AfD ein und ist stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Euskirchen.[3] Zur Bundestagswahl 2017 trat er für die AfD im Bundestagswahlkreis Euskirchen – Rhein-Erft-Kreis II an und wurde über Platz 7 der Landesliste der AfD Nordrhein-Westfalen in den 19. Deutschen Bundestag gewählt. Lucassen ist verteidigungspolitischer Sprecher seiner Fraktion und Obmann im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages.[1]

Lucassen sieht die Landes- und Bündnisverteidigung als erste Aufgabe der Bundeswehr.[4] Auslandseinsätze stuft er als nachrangig ein und fordert für diese stets eine klare Exit-Strategie, sowie die Definition des nationalen Interesses.[5][6] Er setzt sich für einen Aufwuchs der Bundeswehr ein und forderte im Zuge dessen eine Personalstärke von 240.000 Soldaten.[4] Lucassen plädiert immer wieder für die Einhaltung der Vereinbarung von Wales 2014 (2-%-Ziel der NATO).[7] Darüber hinaus plädiert er seit Beginn seiner Mandatszeit für die Wiedereinführung der Wehrpflicht.[8]

Weiterhin setzt er sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der belgischen Partei Vlaams Belang ein.[3][9]

Im Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2017 bezeichnete er Politiker wie Martin Schulz als „Schande für Deutschland“ und Angela Merkel als „Gefahr für Deutschland“.[10] Er sieht den Brexit als sinnvolle Konsequenz, weil ein „gleichgeschaltetes Europa“ nicht funktioniere.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Deutscher Bundestag Biografien. Abgerufen am 13. September 2018.
  2. a b Über mich - Rüdiger Lucassen, MdB offizielle Homepage von Rüdiger Lucassen, MdB. In: Rüdiger Lucassen, MdB. (ruediger-lucassen.de [abgerufen am 16. September 2018]).
  3. a b Pralinen vom „Vlaams Belang“ | Blick nach Rechts. 16. Juli 2018, abgerufen am 16. September 2018.
  4. a b AfD Bayern TV: Bundestagsdebatte 16.05.2018 - Rüdiger Lucassen. 16. Mai 2018, abgerufen am 16. September 2018.
  5. Sicherheitspolitik - Rüdiger Lucassen, MdB offizielle Homepage von Rüdiger Lucassen, MdB. In: Rüdiger Lucassen, MdB. (ruediger-lucassen.de [abgerufen am 16. September 2018]).
  6. Rüdiger Lucassen MdB: 6. Rede - 21.03.18 - Bundeswehreinsatz in Mali (MINUSMA). 30. Mai 2018, abgerufen am 16. September 2018.
  7. tagesschau.de: Deutsche Perspektive auf NATO-Gipfel. Abgerufen am 16. September 2018 (deutsch).
  8. Der Berufssoldat: Rüdiger Lucassen. In: Das Parlament. (das-parlament.de [abgerufen am 16. September 2018]).
  9. Wahlkreisbüro in Euskirchen eingeweiht | AfD Kreis Euskirchen. Abgerufen am 16. September 2018 (deutsch).
  10. Michael Schwarz: Renner in Euskirchen: AfD-Mitbegründer beschimpft etablierte Parteien als „Clique“. In: Kölner Stadt-Anzeiger. (ksta.de [abgerufen am 16. September 2018]).
  11. Ramona Hammes und Franz Küpper: Proteste: Rund 140 Anhänger und Gegner bei Veranstaltung der AfD in Kall. In: Kölnische Rundschau. (rundschau-online.de [abgerufen am 16. September 2018]).