Sacharow-Preis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Verleihung des Preises 2013 im Europäischen Parlament in Straßburg an Aung San Suu Kyi

Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit (auch EU-Menschenrechtspreis genannt) wird seit 1988 vom Europäischen Parlament an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich für die Verteidigung der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit einsetzen. Der Preis ist nach dem Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow benannt und mit 50.000 Euro dotiert. Er wird jährlich in Straßburg verliehen.

2016 fand die Verleihung am 13. Dezember statt.

Es gibt auch einen seit 2006 alle zwei Jahre verliehenen Andrei Sakharov Prize der American Physical Society[1] und den Sacharow-Freiheitspreis.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bislang am häufigsten ausgezeichnet (Stand: 2018) wurden Personen oder Organisationen aus Kuba (drei Preise), gefolgt vom Kosovo, der Volksrepublik China und Weißrussland (je zwei Auszeichnungen).

Jahr Preisträger Land Anmerkungen
1988 Nelson Mandela* Südafrika Führer des südafrikanischen ANC
Anatoli Martschenko
(postum)
Sowjetunion Dissident; † 1986
1989 Alexander Dubček Tschechoslowakei Politiker und Mitinitiator des Prager Frühlings
1990 Aung San Suu Kyi* Myanmar Gründerin der Nationalen Liga für Demokratie
1991 Adem Demaçi Kosovo Albanischer Schriftsteller
1992 Madres de Plaza de Mayo Argentinien Menschenrechtsbewegung
1993 Oslobođenje Jugoslawien Zeitung aus Sarajevo
1994 Taslima Nasrin Bangladesch Schriftstellerin
1995 Leyla Zana Türkei Kurdische Angehörige des türkischen Parlaments
1996 Wei Jingsheng VR China Regimekritiker
1997 Salima Ghezali Algerien Journalistin und Menschenrechtsaktivistin
1998 Ibrahim Rugova Kosovo Politischer Führer der albanischen Bevölkerung im Kosovo
1999 Xanana Gusmão Osttimor Führer der Unabhängigkeitsbewegung in Osttimor
2000 ¡Basta Ya! Spanien Organisation, die sich gegen den ETA-Terrorismus richtet.
2001 Don Zacarias Kamwenho Angola Erzbischof von Lubango
Izzat Ghazzawi Palästina Schriftsteller
Nurit Peled-Elhanan Israel Universitätsdozentin und Autorin, verlor 1997 ihre 13-jährige Tochter in West-Jerusalem durch die Bombe eines palästinensischen Selbstmordattentäters
2002 Oswaldo Payá Kuba Regimekritiker
2003 Kofi Annan* Ghana UN-Generalsekretär
Alle Mitarbeiter der Vereinten Nationen* multinational „in besonderem Gedenken an Sérgio Vieira de Mello und die vielen anderen UN-Beamten, die in Ausübung ihres Dienstes für den Frieden in der Welt ihr Leben verloren“
2004 Weißrussischer Journalistenverband (BAJ) Weißrussland
2005 Damen in Weiß Kuba Menschenrechtsbewegung
Hauwa Ibrahim Nigeria Anwältin
Reporter ohne Grenzen Frankreich
2006 Aljaksandr Milinkewitsch Weißrussland Oppositionspolitiker
2007 Salih Mahmoud Osman Sudan Menschenrechtsanwalt
2008 Hu Jia VR China Bürgerrechtler
2009 Memorial Russland Menschenrechtsorganisation
2010 Guillermo Fariñas Kuba Regimekritiker und Arzt
2011 Mohamed Bouazizi
(postum)
Tunesien Aktivisten des Arabischen Frühlings
Ali Ferzat Syrien
Asmaa Mahfouz Ägypten
Ahmed al-Senussi Libyen
Razan Zaitouneh Syrien
2012 Jafar Panahi Iran Filmregisseur
Nasrin Sotudeh Anwältin
2013 Malala Yousafzai* Pakistan Bloggerin und Kinderrechtsaktivistin
2014 Denis Mukwege* DR Kongo Gynäkologe
2015 Raif Badawi Saudi-Arabien In seinem Heimatland zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilter Blogger.
2016 Lamija Adschi Baschar Irak vom „Islamischen Staat“ verfolgte Jesidinnen
Nadia Murad*
2017 Demokratische Opposition in Venezuela Venezuela Die Nationalversammlung (stellvertretend Julio Borges) und alle von der Organisation „Foro Penal Venezolano“ (venezolanisches Forum zur Verteidigung politischer Häftlinge) als solche anerkannten politischen Gefangenen, darunter Leopoldo López, Antonio Ledezma, Daniel Ceballos, Yon Goicoechea, Lorent Saleh, Alfredo Ramos und Andrea González.
2018 Oleh Senzow[2] Ukraine Filmregisseur

* = Personen oder Organisationen, die auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrei Sakharov Prize
  2. Sacharow-Preis geht an ukrainischen Regisseur Oleg Sentsov in: Spiegel Online, 25. Oktober 2018, abgerufen am 25. Oktober 2018