Saitama

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Saitama-shi
さいたま市
Saitama
Geographische Lage in Japan
Saitama (Japan)
Red pog.svg
Region: Kantō
Präfektur: Saitama
Koordinaten: 35° 52′ N, 139° 39′ OKoordinaten: 35° 51′ 42″ N, 139° 38′ 44″ O
Basisdaten
Fläche: 217,49 km²
Einwohner: 1.307.931
(1. Oktober 2019)
Bevölkerungsdichte: 6014 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 11100-7
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Saitama
Baum: Japanische Zelkove
Blume: Siebolds Primel
Blühender Baum: Kirsche
Lied: Kibō no machi (Stadt der Hoffnung)
Rathaus
Adresse: Saitama City Hall
6-4-4, Tokiwa
Urawa-ku, Saitama-shi
Saitama 330-9588
Webadresse: http://www.city.saitama.jp/
Lage Saitamas in der Präfektur Saitama
Lage Saitamas in der Präfektur

Saitama (jap. さいたま市, -shi) ist die jüngste Millionenstadt Japans mit 1.307.931 Einwohnern (1. Oktober 2019) auf einer Fläche von 217,49 Quadratkilometern. Sie liegt nördlich der japanischen Hauptstadt Tokio, im Süden der gleichnamigen Präfektur Saitama in der Kantō-Ebene und ist Sitz der Präfekturverwaltung.

Saitama gehört zur Metropolregion Tokio, es ist mit dem Shinkansen nur 15 Minuten von Tokio entfernt. Die größten Zentren des öffentlichen Lebens konzentrieren sich um die Bahnhöfe Omiya (mit 310.400 Passagieren pro Tag der größte Bahnhof der Präfektur), Shintoshin (mit der Saitama Super Arena) und Urawa. Einige Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 wurden im Saitama Stadium ausgetragen, das auch Heimat der Erstliga-Mannschaft Urawa Reds ist.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist in zehn Stadtbezirke ( -ku) unterteilt, von denen jeder seit April 2005 eine offizielle Farbe besitzt:

Die Stadtbezirke und ihre Farben
Nr. in
Karte
Code
mit Prüfziffer
Bezirks-Name Fläche (in km2)
(01.10.2018)1
Bevölkerung Bevölkerungs-
dichte
(in Ew/km2)
Herkunft4
(ehem. Stadt)
Rōmaji Kanji 01.10.20182 01.10.20153
1 11105-8 Nishi-ku 西区 8,39 100.765 98.762 11.771,39 Ōmiya
2 11110-4 Kita-ku 北区 49,17 110.771 109.801 2233,09 Ōmiya
3 11102-3 Ōmiya-ku 大宮区 16,86 145.122 143.446 8508,07 Ōmiya
4 11109-1 Minuma-ku 見沼区 26,44 122.311 116.522 4407,03 Urawa
5 11108-2 Chūō-ku 中央区 13,82 188.462 180.152 13035,6 Yono
6 11104-0 Sakura-ku 桜区 30,69 163.445 161.960 5277,29 Urawa
7 11101-5 Urawa-ku 浦和区 29,12 89.783 87.146 2992,65 Urawa
8 11103-1 Minami-ku 南区 12,80 116.157 113.864 8895,63 Ōmiya
9 11106-6 Midori-ku 緑区 18,64 98.334 97.910 5252,68 Urawa
10 11107-4 Iwatsuki-ku 岩槻区 11,51 160.457 154.416 13.415,81 Iwatsuki
11100-1 Saitama-shi さいたま市 217,43 1.295.607 1.263.979 5813,27

1Flächenangaben von 2018[1]
2Geschätzte Bevölkerung (Estimated Population) 2018[2]
3Ergebnisse der Volkszählung 2015[3]
4Herkunft der Stadtbezirke: Namen der ehemaligen Städte, aus denen 2001 die Stadt Saitama gebildet wurde.

Das Verwaltungszentrum mit dem Rathaus liegt in Urawa-ku. Ansonsten ist Saitama sehr dezentral, hat als zusammengewachsener Städteteppich weder ein städtebauliches Zentrum noch irgendeine andere ablesbare Stadtstruktur (sein geographisches Zentrum liegt ungefähr in Saitama-Shintoshin), auch geht es an seinen Grenzen nahtlos in die Nachbarstädte über.

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Saitama fließt der Arakawa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil des heutigen Gebiets der Stadt Saitama lag historisch im Kreis Adachi (später Nord-Adachi) der Provinz Musashi, nur die 2005 eingemeindete Stadt Iwatsuki lag im Kreis Saitama (später Süd-Saitama). In der Edo-Zeit waren weite Teile der Provinz Musashi um den Regierungssitz Edo und auch des Kreises Adachi Hatamoto- oder Shōgunatsland (bakuryō), also nicht Teil eines Fürstentums (-han). Im Nordosten herrschten von der Burg Iwatsuki zuletzt die Ōoka über das Fürstentum Iwatsuki, das sich zum Ende der Edo-Zeit unter anderem über Teile des Kreises Saitama erstreckte, aber auch Besitzungen in anderen Provinzen, vor allem in Kazusa, umfasste.

Gemeinden auf dem heutigen Gebiet der Stadt Saitama in den 1920er Jahren, heutige Bezirke in Flächenfarben, heutige Teile von Nachbargemeinden weiß. Nur die damaligen kreisangehörigen Städte (-machi) Urawa, Ōmiya, Yono und Iwatsuki überdauerten die große Shōwa-Gebietsreform der Nachkriegszeit, die umliegenden Dörfer wurden eingemeindet.
Karte der Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte (jinkō shūchū chiku, engl. DIDs, siehe Volkszählung (Japan) – näherungsweise: zusammenhängende Gebiete mit >4000 Ew./km²) in und um die heutige Stadt Saitama in Fünfjahresschritten 1960–2010. Urawa, Ōmiya und Yono bilden bereits 1960 ein zusammenhängendes verdichtetes Gebiet.

In der Meiji-Zeit wurden die Kreise Nord-Adachi und Süd-Saitama Teil der Präfektur (-ken) Saitama, deren Verwaltungssitz in der späteren Stadt Urawa eingerichtet wurde. Im 20. Jahrhundert wurde das Gebiet schrittweise in vier kreisfreien Städten (-shi) konsolidiert: Urawa, die Präfekturhauptstadt von Saitama und ehemalige Kreisstadt von Nord-Adachi, wurde 1934 erst als vierte Stadt in Saitama (nach Kawagoe, Kumagaya und Kawaguchi) kreisfrei und absorbierte in den 1940ern und 50ern mehrere Nachbargemeinden. Ōmiya fusionierte 1940 mit vier Nachbargemeinden, wurde gleichzeitig kreisfrei und 1956 um weitere umliegende Gemeinden erweitert, Iwatsuki, einst Sitz der Kreisverwaltung von Süd-Saitama, wurde 1954 kreisfrei und Yono – weitgehend ohne Gebietsveränderung seit 1889 – schließlich 1958.

Die kreisfreie Stadt (-shi) Saitama entstand per Dekret am 1. Mai 2001 aus den Städten Urawa, Ōmiya und Yono. 2003 wurde sie durch Verordnung bestimmte Großstadt und in Bezirke (-ku) unterteilt. Am 1. April 2005 wurde außerdem die angrenzende Stadt Iwatsuki einverleibt. Damit ist heute Saitama die zehntgrößte Stadt Japans.

Mit der Vereinigung der Städte Urawa, Omiya und Yono sollte die neu entstandene Präfekturhauptstadt auch einen neuen Namen erhalten. In einer öffentlichen Befragung setzte sich der Präfekturname Saitama (埼玉), geschrieben in den üblichen chinesischen Schriftzeichen, durch. Trotzdem entschieden sich die Offiziellen für die in der Silbenschrift Hiragana geschriebene Version (さいたま) mit identischer Aussprache, die bei der Umfrage den zweiten Platz belegte. Platz drei belegte der Name Omiya, Platz vier Saitama (彩玉), geschrieben mit einem alternativen Kanji für sai (), das bunt bedeutet. Saitama ist die einzige Präfekturhauptstadt, die sich nur in Hiragana schreibt.

Der Name der Präfektur Saitama leitet sich vom Namen des Landkreises Saitama (埼玉郡, Saitama-gun, historisch auch Sakitama-gun) im Osten ab, dessen Name von Sakitama (mit der Sakitama-Kofungruppe) im nördlichen Teil des Kreises Saitama, heute Teil der Stadt Gyōda. Sai () ist eine seltenere Version des Schriftzeichens (sai) und bedeutet Bergausläufer, tama () steht für Ball oder Kugel.

Saitama-Shintoshin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1986 begann man mit Überlegungen zum Bau eines neuen, gemeinsamen Zentrums für die neue Präfekturhauptstadt Saitama, Saitama-Shintoshin (さいたま新都心), dem Neuen Stadtzentrum Saitama. Ab 1991 entstand bis zur Eröffnung im Jahr 2000 auf einem über 47 Hektar großen Areal im Süden von Ōmiya, an der Grenze zu Urawa und Yono, ein (im städtebaulich normalerweise planlosen Japan) einzigartiges und markantes städtebauliches Ensemble, von vier Büro- und Hotelhochhäusern, einem Fernmeldeturm, einer neuen S-Bahn-Station, einem Einkaufszentrum und der Veranstaltungshalle Saitama Super Arena um dem öffentlichen Platz Keyaki-Hiroba. Saitama-Shintoshin zählt zu den bedeutenden japanischen innerstädtischen Projekten, vergleichbar mit Tokios Hochhausbezirk Nishi-Shinjuku und Minato Mirai 21 in Yokohama.

Insgesamt wurden rund 1.800.000 Quadratmeter neu gebaut. Der Fernmeldeturm NTT DoCoMo Saitama Building (NTTドコモ埼玉ビル) ist mit 218,50 Metern das höchste Bauwerk der ganzen Präfektur Saitama, der Land Axis Tower (ランド・アクシス・タワー) mit seinen 168,30 Metern das höchste Gebäude. Die benachbarten Saitama Government Tower 1 (153,90 Meter), Saitama Government Tower 2 (138,70 Meter) und Saitama-Shintoshin MPT Building (129,80 Meter) folgen auf den Plätzen zwei, drei und vier der höchsten Gebäude. Der geplante Bau des über 300 Meter hohen Saitama Towers (und damit theoretisch höchsten Gebäude Japans) wurde bis heute nicht realisiert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saitama ist mit 1.193.926 Einwohnern aktuell die zehntgrößte Stadt in Japan, 599.037 Männer und 594.889 Frauen leben in insgesamt 494.112 Haushalten. Das Durchschnittsalter beträgt 39,8 Jahre (bei Männern 38,9 und bei Frauen 40,7).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fraktionen im Stadtparlament
(Stand: 7. Mai 2019)[4]
      
Insgesamt 60 Sitze

Bürgermeister von Saitama (Saitama shichō) ist seit 2009 Hayato Shimizu. Er wurde am 21. Mai 2017 mit 63,5 % der Stimmen gegen die ehemalige liberaldemokratische Unterhausabgeordnete Fukuyo Nakamori und den Kommunisten Hideo Maejima für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.[5][6]

Das Stadtparlament von Saitama (Saitama shigikai) hat regulär 60 Mitglieder, die in zehn mit den Stadtbezirken deckungsgleichen Wahlkreisen bei den einheitlichen Wahlen im April 2019 gewählt wurden. Die Liberaldemokratische Partei blieb mit 23 Sitzen stärkste Partei.[7] Allerdings verteilen sich ihre Abgeordneten seit einer Spaltung 2017 auf zwei Fraktionen.[8]

Ins 93-köpfige Präfekturparlament von Saitama (Saitama kengikai) wählt die Stadt Saitama 14 Abgeordnete, auch dabei dienen die Stadtbezirke als Wahlkreise: sechs Einmandats- und vier Zweimandatswahlkreise.[9] Die Präfekturparlamentswahlen finden ebenfalls im einheitlichen Wahlzyklus statt.

Unterhauswahlkreise und Gemeinden in Saitama mit der Stadt Saitama in lila

Für das Unterhaus des nationalen Parlaments erstreckt sich die Stadt seit einer Neuordnung der Wahlkreise 2002 in die Wahlkreise 1, 5 und 15 (umfasst auch die südlichen Nachbarstädte Warabi und Toda sowie seit 2017 einen Teil von Kawaguchi) der Präfektur Saitama, die nach der Wahl 2017 unverändert durch die Liberaldemokraten Hideki Murai und Ryōsei Tanaka sowie den Gründer der Konstitutionellen Demokraten Yukio Edano vertreten werden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saitama unterhält mit folgenden Städten internationale Partnerschaften:

Und Partnerschaften mit folgenden Ortschaften in Japan:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saitama Stadium

Saitama ist die Heimat zweier Fußballvereine, die in der Profiliga J. League spielen: Der aktuelle Meister Urawa Reds spielt im anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 errichteten Saitama Stadium und im kleineren Urawa Komaba Stadion, der Lokalrivale Ōmiya Ardija im Omiya Park-Stadion.

Die zweite Mannschaft der Baseballmannschaft Chiba Lotte Marines ist seit 1989 im Lotte-Urawa-Baseballstadion (Lotte Urawa Kyūjō) beheimatet.

Universitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Urawa

U-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saitama-Kōsoku-Bahn

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kokudo Chiriin (GSI — Geospatial Information Authority of Japan), 平成30年全国都道府県市区町村別面積調 (Landesweite Flächenerhebung aller Präfekturen und Gemeinden 2018), S. 34: 11 Saitama-ken (japanisch), abgerufen am 17. März 2019.
  2. 簡単検索・詳細検索・検索サンプル, abgerufen am 17. März 2019. (japanisch)
  3. e-stat (englisch), abgerufen am 17. März 2019.
  4. Saitama shigikai: Fraktionen (japanisch), abgerufen am 23. Mai 2019
  5. Shimizu cruises to third term in Saitama mayoral race. In: The Japan Times. 22. Mai 2017, abgerufen am 17. März 2018 (englisch).
  6. 2017年さいたま市長選. In: NHK senkyo web. 21. Mai 2017, abgerufen am 17. März 2018 (japanisch).
  7. 統一地方選2019 さいたま市議選 各党議席. In: NHK Senkyo Web. 8. April 2019, abgerufen am 23. Mai 2019 (japanisch).
  8. さいたま市議会で自民が分裂 議会運営巡り溝、民進が最大会派に. In: nikkei.com. 11. März 2017, abgerufen am 17. März 2018 (japanisch).
  9. Saitama kengikai: Wahlkreise

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saitama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien