Seefeld-Kadolz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Marktgemeinde
Seefeld-Kadolz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Seefeld-Kadolz
Seefeld-Kadolz (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen: HL
Hauptort: Seefeld
Fläche: 21,85 km²
Koordinaten: 48° 43′ N, 16° 10′ OKoordinaten: 48° 43′ 0″ N, 16° 10′ 0″ O
Höhe: 192 m ü. A.
Einwohner: 982 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 45 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2062
Vorwahl: 02943
Gemeindekennziffer: 3 10 42
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Seefeld 39
2062 Seefeld-Kadolz
Website: www.seefeld-kadolz.at
Politik
Bürgermeister: Peter Frühberger (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
9
6
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Seefeld-Kadolz im Bezirk Hollabrunn
Alberndorf im PulkautalGöllersdorfGrabernGuntersdorfHadresHardeggHaugsdorfHeldenbergHohenwarth-Mühlbach am ManhartsbergHollabrunnMailbergMaissauNappersdorf-KammersdorfPernersdorfPulkauRavelsbachRetzRetzbachSchrattenthalSeefeld-KadolzSitzendorf an der SchmidaWullersdorfZellerndorfZiersdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Seefeld-Kadolz im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Seefeld-Kadolz ist eine Marktgemeinde im Bezirk Hollabrunn im österreichischen Bundesland Niederösterreich mit 982 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seefeld-Kadolz liegt im Weinviertel in Niederösterreich im Pulkautal. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 21,85 Quadratkilometer. Davon sind 77 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 5 Prozent Weingärten und 7 Prozent der Fläche sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[2]):

  • Großkadolz (610)
  • Seefeld (372)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Großkadolz und Seefeld.

Die Gemeinde ist Mitglied der Kleinregion Initiative Pulkautal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slup (CZ) Jaroslavice (CZ)
Hadres Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Großharras (MI)
Mailberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde bereits 1108 als Markt erwähnt. Die Familie der Chadolte lässt sich bereits im 11. Jahrhundert nachweisen und wurde für den Ort namensgebend. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde hier eine erste Wasserburg an der Straße von Wien über Znaim nach Prag errichtet. Nach dem Aussterben der Chadolte fiel der Besitz an den deutschen König zurück. Rudolf I. von Habsburg übertrug das ganze Gebiet Ende des 13. Jh. an den Nürnberger Burggrafen Friedrich III. von Zollern. Die Herrschaft Seefeld wurde dadurch zum Kernstück des sogenannten Brandenburger Lehens, das sich bis in das 18. Jahrhundert hinein seine Reichsunmittelbarkeit erhalten konnte. Von 1292 bis 1594 hatten die Kuenringer dieses Lehen inne. 1336 belagerte König Johann von Böhmen vier Wochen lang die Burg, bis sie ihm von Albero VII. von Kuenring übergeben wurde.

Im Mai 1360 trafen in Seefeld an der Grenze zu Mähren Kaiser Karl IV und dessen aufmüpfiger Schwiegersohn Rudolf IV auf Vermittlung des ungarischen Königs aufeinander. In Seefeld erhielten sowohl Albrecht II wie auch Rudolf IV ihr Lehen vom Kaiser Karl IV.[3][4][5]

1543 wurde hier Florian von Kuenring ermordet. Johann IV. Ladislaus, der letzte Kuenringer, ist in der Seefelder Kirche "St. Anna" bestattet.[6]

Nach einigen Erbstreitigkeiten kaufte Hans Wilhelm Graf zu Hardegg 1629 erst die Herrschaft Kadolz.[7][8][9][10] und 1662 dann auch Seefeld.[11] Als die Familie 1656 ihre Burg Hardegg verkauft hatte, zog die Familie nach Seefeld. Die Brüder Julius und Johann ließen auf den Grundmauern der alten Wasserburg,[12] die noch auf dem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1672 festgehalten ist, das heutige Schloss erbauen. Der Entwurf für die barocke Sommerresidenz wurde 1705 von Johann Jakob Castelli erstellt. Die Bauarbeiten begannen 1710 und waren fünf Jahre später beendet. Nach dem bayerischen Erbfolgekrieg verzichteten die Brandenburger 1779 auf ihre Lehensrechte und Seefeld wurde ein landesfürstliches Lehen.[13] 1784 gab es politische Konflikte.[14][15] Schloss Seefeld blieb bis heute im Hardegg´schen Familienbesitz.[16] Ab 1992 fanden umfassende Restaurierungsarbeiten statt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volksschule Großkadolz
Pfarrkirche Seefeld
(ehemalige) Schustermühle in Seefeld (Jetzt das Jufa Hotel Weinviertel)
Kaiser-Franz-Joseph-Brunnen in Seefeld
BW
BW

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seefeld-Kadolz besitzt ein Freiluftschwimmbad, einen Tennisplatz, einen Reiterhof, einen Volleyballplatz, Spielplätze, einen Teich zum Angeln, einen Fußballplatz, eine Rodelbahn, Minigolfanlage und ein Jugendzentrum, welches erst eingerichtet wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 gab es 25 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (im Jahr 1999 waren es 53). Davon waren 15 Haupterwerbsbetriebe, die 99 Prozent der Fläche bewirtschafteten.[17] Der Produktionssektor ist schwach ausgebildet, vier Betriebe beschäftigen zehn Arbeitnehmer. Im Dienstleistungssektor finden 75 Personen Arbeit in 30 Betrieben, hauptsächlich in sozialen und öffentlichen Dienstleistungen, aber auch in der Gastronomie und im Handel (Stand 2010).[18][19]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.[20]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2015 hat der Gemeinderat 15 Mitglieder, davor 19.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2001 Franz Höller
  • 2001–2019 Georg Jungmayer (SPÖ)[27]
  • seit 2019 Peter Frühberger (SPÖ)[28]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1976 wurde der Gemeinde folgendes Wappen verliehen: In einem von einem naturfarbenen braunen Pfahl durchzogenen grünen Schild eine goldene Weinranke, deren Blätter im Schildeshaupt von einem silbernen Faden getragen werden und von der zwei goldene Trauben herabhängen.[29]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seefeld-Kadolz wurde 1992 zum jugendfreundlichsten Ort Niederösterreichs gewählt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Seefeld-Kadolz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Seefeld-Kadolz, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 20. Oktober 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  3. Eva Schlotheuber: Das Privilegium maius – eine habsburgische Fälschung im Ringen um Rang und Einfluss. In: Die Geburt Österreichs. 850 Jahre Privilegium minus. Regensburg 2007. S. 143–165. Zu Seefeld: S. 148–149.
  4. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/HHStA AUR 1360 V 21 Kaiser Karl IV., König von Böhmen, belehnt seinen Schwiegersohn Herzog Rudolf von Österreich und dessen Brüder Friedrich, Albrecht und Leopold mit Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain, der Mark, Portenau und mit allem Lehen, welche sie und ihre Vorfahren in Schwaben,. Abgerufen am 4. April 2020.
  5. Die Geburt Österreichs (PDF) geschichte.hhu.de. Abgerufen am 6. April 2020.
  6. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.6 Aussterben des Hauses Kuenring durch den Tod des Hans Lasla von Kuenring (Johann VI. Ladislaus von Kuenring-Seefeld, gestorben 1594), Untersuchung der hiedurch apert gewordenen Lehen und neuerliche Ventilierung des Plans, die brandenburgischen Lehen in Österreich abzul. Abgerufen am 4. April 2020.
  7. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.5 Summarischer Extrakt, was die niederösterreichische Landschaft wegen der abgelösten brandenburgischen Herrschaft Kadolz zu bezahlen schuldig verbleibt, 1633 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)). Abgerufen am 4. April 2020.
  8. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.7 Nachricht über die Rechtslage bei den brandenburgischen Lehen Seefeld, Gross-Schweinbarth und Kadolz, 1633 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)). Abgerufen am 4. April 2020.
  9. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.8 Verhandlungen betreffend die Auswechslung oder Ablösung der brandenburgischen Herrschaften Gross-Schweinbarth und Seefeld, 1602-1635 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)). Abgerufen am 4. April 2020.
  10. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.11 Protest der brandenburgischen Abgesandten gegen die Einziehung der Lehen Seefeld und Gross-Schweinbarth seitens der niederösterreichischen Landschaft wegen nicht entrichteter Landessteuern (1653) und daran sich knüpfende Verhandlungen, 1653-1655 (Akt (Sammelakt, Grund)). Abgerufen am 4. April 2020.
  11. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.12 Verkauf einiger Stücke, Gülten und Untertanen von der eingezogenen Herrschaft Seefeld durch die niederösterreichische Landschaft an den Grafen Julius von Hardegg, 1664.06.23 (Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)). Abgerufen am 4. April 2020.
  12. Topographia Austriae Inferioris. von Seefeld (bei Haugsdorf) – Seeveld. – Original-Kupferstich aus: Vischer, Georg Matthäus.: (1672) | Antiquariat MEINDL & SULZMANN OG. Abgerufen am 4. April 2020.
  13. Museum Niederösterreich: Gedächtnis des Landes – Orte: Seefeld. Abgerufen am 4. April 2020.
  14. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/FHKA SUS RA 150.1.14 Gutachten des Hofkammerarchivars Johann Florian Baumberg über die Frage, ob die brandenburgischen Lehen in Österreich Seefeld, Kadolz und Gross-Schweinbarth durch Felonie verfallen sind und ob dies durch die folgenden Friedensschlüsse wieder aufgehoben wurde, 1784 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)). Abgerufen am 4. April 2020.
  15. Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/HHStA SB KA 16/1784 Note an die Staatskanzlei wegen Akten über die Brandenburgischen Lehensgüter Seefeld, Kadolz und Sweinbart in Österreich, 1784.06.15 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)). Abgerufen am 4. April 2020.
  16. Seefeld. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  17. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Seefeld-Kadolz, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 12. Oktober 2019.
  18. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Seefeld-Kadolz, Arbeitsstätten. Abgerufen am 12. Oktober 2019.
  19. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Seefled-Kadolz, Beschäftigte. Abgerufen am 12. Oktober 2019.
  20. Marktgemeinde Seefeld-Kadolz, Bürgerservice, Schule und Kindergarten. Abgerufen am 12. Oktober 2019.
  21. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Seefeld-Kadolz. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 5. April 2020.
  22. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Seefeld-Kadolz. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 5. April 2020.
  23. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Seefeld-Kadolz. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 5. April 2020.
  24. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Seefeld-Kadolz. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 5. April 2020.
  25. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Seefeld-Kadolz. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 5. April 2020.
  26. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in Seefeld-Kadolz. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 5. April 2020.
  27. Bürgermeister Georg Jungmayer tritt mit 10. 4. 2019 zurück. meinbezirk.at, 8. April 2019.
  28. Bürgermeister. Gemeinde Seefeld-Kadolz, abgerufen am 20. Oktober 2021 (österreichisches Deutsch).
  29. Gedächtnis des Landes - Orte: Seefeld. Niederösterreichische Museum BetriebsgesmbH, abgerufen am 20. Oktober 2021.