Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg

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Marktgemeinde
Hohenwarth-Mühlbach a. M.
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hohenwarth-Mühlbach a. M.
Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg (Österreich)
Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen: HL
Hauptort: Hohenwarth
Fläche: 43,54 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 48° 30′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Höhe: 365 m ü. A.
Einwohner: 1.309 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 30 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3472 bzw. für Mühlbach, Bösendürnbach, Zemling, Olbersdorf 3473 bzw. für Ebersbrunn 3711
Vorwahl: 02957
Gemeindekennziffer: 3 10 21
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hohenwarth 67
3472 Hohenwarth-Mühlbach a. M.
Website: www.hohenwarth-muehlbach.at
Politik
Bürgermeister: Martin Gudenus (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
14
5
14 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Hohenwarth-Mühlbach a. M. im Bezirk Hollabrunn
Alberndorf im PulkautalGöllersdorfGrabernGuntersdorfHadresHardeggHaugsdorfHeldenbergHohenwarth-Mühlbach am ManhartsbergHollabrunnMailbergMaissauNappersdorf-KammersdorfPernersdorfPulkauRavelsbachRetzRetzbachSchrattenthalSeefeld-KadolzSitzendorf an der SchmidaWullersdorfZellerndorfZiersdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg (offizieller Name: Hohenwarth-Mühlbach a.M.[1]) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich mit 1309 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großgemeinde befindet sich am Übergang vom Waldviertel ins westliche Weinviertel an den Abhängen des Manhartsberges. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 43,59 Quadratkilometer. 29,87 Prozent der Fläche sind bewaldet. Mühlbach wird von Gscheinzbach durchflossen und bei Hohenwarth entspringt der Gießgraben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[2]):

Zemling

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bösendürnbach, Burgfrieden, Ebersbrunn, Hohenwarth, Mühlbach am Manhartsberg, Olbersdorf, Ronthal und Zemling.

Auf dem Gemeindegebiet bestehen drei Pfarren – Hohenwarth, Mühlbach, Zemling – nebeneinander, die ursprünglich auch Schulorte waren.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1968 begann ein Prozess der Gemeindezusammenlegungen, der mit 1. Jänner 1972 abgeschlossen wurde. Dabei wurden die ehemaligen eigenständigen Gemeinden Bösendürnbach, Burgfrieden, Ebersbrunn, Hohenwarth, Mühlbach, Olbersdorf, Ronthal und Zemling zur Großgemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg vereint.[3][4]

In Gedenken an Joseph Misson wurde 1975 zur 100. Wiederkehr des Todestages des Mundartdichters und Priesters in dessen Geburtshaus eine Gedenkstätte eingerichtet. Im Jahr 2002 erfolge eine Neugestaltung der Gedenkstätte zu einem Museums. 2003 wurde der ehemals barocke Schlossgarten und der Englische Landschaftspark des Schlosses Mühlbach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[3]

Mit Verordnung 1. Jänner 2019 wurden zur besseren Orientierung Straßenbezeichnungen eingeführt und dementsprechend eine neue Hausnummerierung.[5] Dabei wurden etwa 160 Straßennamen gemeinsam mit den Einwohnern erarbeitet. Zuvor wurden die Häuser, die neu gebaut wurden, unabhängig davon, wo sie standen, fortlaufend nummeriert und es entstand eine Situation, die sogar Einheimische überforderte.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 ist die Wanderungsbilanz positiv oder ausgeglichen, sodass trotz negativer Geburtenbilanz die Bevölkerungszahl konstant bleibt.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg
  • Schloss Mühlbach: Erstmals 1083 genannt wurde das Schloss 1481 zerstört und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Renaissanceschloss neu erbaut. Im 19. Jahrhundert außen und innen Umgestaltung im Stil des Historismus und Anbau des Nordtraktes. Das Schloss befindet sich im Zentrum des Ortes Mühlbach. Die Besichtigung des Schlosses ist nur von außen möglich.[8] Ein Teil der Räume wird Gruppen nach telefonischer Voranmeldung gezeigt. Außerdem wird das Schloss bei Veranstaltungen geöffnet.[9] Um das Schloss Mühlbach befinden sich ein französischer Garten, ein englischer Landschaftspark mit seltenen Bäumen, ein Teich aus dem 18. Jahrhundert und die ehemalige Orangerie. Der Schlosspark ist ganzjährig frei zugänglich.[10]
  • Pfarrkirche Hohenwarth
  • Pfarrkirche Mühlbach am Manhartsberg
  • Pfarrkirche Zemling
  • Misson-Museum: Das Misson-Museum ist der Kulturmittelpunkt der Region und befindet sich im Geburtshaus von Joseph Misson. Neben dem Misson-Museum befindet sich hier auch ein bedeutendes Dokumentationsarchiv der niederösterreichischen Mundartdichtung, welches durch den Mundart- und Missonforscher Walther Sohm in lebenslanger Arbeit geschaffen wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 gab es 94 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 44 Haupterwerbsbetriebe, die 72 Prozent der Fläche bewirtschafteten. Im Jahr 1999 waren es 134 Betriebe mit 57 im Haupterwerb.[11] Im Produktionssektor gab es dreizehn Betriebe, die 34 Arbeitnehmer beschäftigten, überwiegend im Baugewerbe. Der Dienstleistungssektor gab in 54 Betrieben 124 Menschen Arbeit. Etwa ein Drittel war im Handel und ein Drittel in sozialen und öffentlichen Diensten beschäftigt (Stand 2011).[12][13]

Regionale Zusammenarbeit: Die Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.[14]

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg ordiniert ein praktischer Arzt.[15]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Retzer Straße B35 von Krems nach Retz und weiter zur Tschechischen Grenze.[16]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Martin Gudenus, Amtsleiterin Monika Keusch. Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 14, SPÖ 5, andere keine Sitze.[17]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das gevierte Wappen zeigt im ersten und vierten goldenen Feld einen schwarzen offenen Flug und in den anderen Feldern auf einem blauen Dreiberg einen goldenen dreizinnigen Turm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

  • Joseph Misson (1803–1875), katholischer Ordensgeistlicher (Piarist) und österreichischer Mundartdichter (ui-Mundart, Epos „Da Naz“).
  • Joseph Freiherr von Gudenus (seit 1907: Graf; seit 1919: Joseph Gudenus; 1841–1919), 1896–1902 Landmarschall des Niederösterreichischen Landtags
  • Leopold Diwald (1862–1927), Landwirt und Politiker
  • Ludwig Zack (1934–2015), Priester und Bundespräses von Kolping Österreich.
  • Norbert Franz-Josef Tischelmayer (* 1945), freier Journalist im Weinsektor

Personen mit Bezug zur Gemeinde:

  • Walther Sohm (1909–2001), Volksschuldirektor, niederösterreichischer Heimat- und Mundartforscher, in Bösendürnbach bei Mühlbach am Manhartsberg verstorben
  • Jürgen E. Schmidt (1937–2010), Aufnahmeleiter und Musikproduzent, in Zemling verstorben

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roman Freudenschuss: Geschichtlicher Grundriss (Heimatkunde) über Siedlung, Burg und Kirche Zemling. Gemeinde Zemling, Zemling 1965

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  3. a b c Gedächtnis des Landes: Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach a. M. - Ortsgeschichte; abgerufen am 7. Jän. 2019
  4. Gemeindeänderungen ab 1945 (Vereinigungen, Teilungen, Namens- u. Statusänderungen). Statistik Austria, S. 38, 54, 74, abgerufen am 6. Februar 2019.
  5. Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach a. M.: Amtliche Adressänderung; abgerufen am 7. Jän. 2019
  6. ORF-Online: 1.300 Menschen bekommen eine neue Adresse; abgerufen am 7. Jän. 2019
  7. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Hoehenwart-Mühlbach, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  8. Eintrag über Schloss Mühlbach auf Burgen-Austria
  9. Informationstafel gegenüber dem Schloss Mühlbach, gesehen am 24. April 2015
  10. Barockgarten und Englischer Landschaftspark Mühlbach am Manhartsberg
  11. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Hoehenwart-Mühlbach, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  12. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Hoehenwart-Mühlbach, Arbeitsstätten. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  13. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Hoehenwart-Mühlbach, Beschäftigte. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  14. Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach, Bildung&Soziales, Bildungseinrichtungen. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  15. Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach, Gesundheit&Soziales, Gesundheitseinrichtungen. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  16. Google Maps, Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  17. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 8. Februar 2019.