Waldmohr

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Waldmohr
Waldmohr
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldmohr hervorgehoben
Koordinaten: 49° 23′ N, 7° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Oberes Glantal
Höhe: 263 m ü. NHN
Fläche: 13,07 km2
Einwohner: 5194 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 397 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66914
Vorwahl: 06373
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 102
Gemeindegliederung: Hauptort und 2 Teilorte
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausstraße 8
66901 Schönenberg-Kübelberg
Webpräsenz: www.waldmohr.org
Ortsbürgermeister: Jürgen Schneider (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Waldmohr im Landkreis Kusel
Waldmohr Dunzweiler Breitenbach (Pfalz) Schönenberg-Kübelberg Gries (Pfalz) Brücken (Pfalz) Dittweiler Altenkirchen (Pfalz) Ohmbach Frohnhofen Nanzdietschweiler Börsborn Steinbach am Glan Krottelbach Langenbach (Pfalz) Herschweiler-Pettersheim Wahnwegen Henschtal Hüffler Quirnbach/Pfalz Rehweiler Glan-Münchweiler Matzenbach Selchenbach Herchweiler Albessen Konken Ehweiler Schellweiler Etschberg Theisbergstegen Haschbach am Remigiusberg Kusel Blaubach Oberalben Dennweiler-Frohnbach Körborn Thallichtenberg Ruthweiler Reichweiler Pfeffelbach Rathsweiler Niederalben Ulmet Erdesbach Bedesbach Rammelsbach Altenglan Welchweiler Elzweiler Horschbach Bosenbach Rutsweiler am Glan Föckelberg Niederstaufenbach Oberstaufenbach Neunkirchen am Potzberg Jettenbach (Pfalz) Rothselberg Kreimbach-Kaulbach Wolfstein Rutsweiler an der Lauter Eßweiler Oberweiler im Tal Aschbach (Westpfalz) Hinzweiler Oberweiler-Tiefenbach Relsberg Hefersweiler Einöllen Reipoltskirchen Nußbach (Pfalz) Hoppstädten Kappeln (bei Lauterecken) Medard (Glan) Odenbach Adenbach Ginsweiler Cronenberg (bei Lauterecken) Hohenöllen Heinzenhausen Lohnweiler Lauterecken Unterjeckenbach Langweiler (bei Lauterecken) Merzweiler Homberg (bei Lauterecken) Herren-Sulzbach Grumbach (Glan) Kirrweiler (bei Lauterecken) Sankt Julian Hausweiler Wiesweiler Deimberg Buborn Glanbrücken Offenbach-Hundheim Nerzweiler Saarland Landkreis Birkenfeld Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz Landkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Waldmohr ist eine Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Oberes Glantal im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Bis zum 1. Januar 2017 war sie Sitz der Verwaltung der dann aufgelösten Verbandsgemeinde Waldmohr.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldmohr liegt am westlichen Ende der westpfälzischen Moorniederung, direkt an der saarländisch-rheinland-pfälzischen Grenze. Mitten durch das Siedlungsgebiet fließt der Glan, der im Jahr 1933 vor Ort auf Betreiben der Gemeinde begradigt wurde.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortsgemeinde Waldmohr gehören die Ortsteile Eichelscheiderhof und der 1763 als Hengstwalder Ziegelhütte erstmals erwähnte Weiler Waldziegelhütte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldmohr wird erstmals 830 im Lorscher Codex als „villa Moraha“, also Dorf am Sumpfbach, erwähnt. 1449 kommt der Ort unter die Herrschaft der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und untersteht diesen bis das Herzogtum in den Folgen der Französischen Revolution 1794 untergeht. 1798 wird Waldmohr unter französischer Herrschaft Hauptort des gleichnamigen Kantons im Saardepartement. Damit beginnt die Geschichte des Ortes als Verwaltungssitz. Nach dem Ende der französischen Besatzung kommt die Pfalz an das Königreich Bayern, Waldmohr bleibt dabei Kantonshauptort für 57 Dörfer zwischen Kirkel und Glan-Münchweiler. Diese Stellung verliert es erst nach der Abtrennung des Saarlandes nach dem Ersten Weltkrieg. 1920 wird der Ort dem Bezirksamt Kusel unterstellt und zur Bezirksamtsaußenstelle degradiert. 1946 wird er in das neugeschaffene Land Rheinland-Pfalz eingegliedert und erhält 1971 als Sitz der Verbandsgemeinde Waldmohr einen Teil seiner früheren Kompetenzen zurück.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Waldmohr besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FDP FWG WGR Gesamt
2014 13 5 4 22 Sitze
2009 13 5 3 1 22 Sitze
2004 12 6 2 2 22 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mohrmühlweiher, umgangssprachlich Motschweiher genannt, am Ortsrand Richtung Eichelscheiderhof
Marktplatz, neugestaltet 2016, Brunnenskulptur „Vogel erhebt sich aus dem Schilf“ von Heinrich Betz, 1980

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der örtliche Handballverein heißt HSV Waldmohr und gehört trotz seiner Lage in Rheinland-Pfalz dem Handball-Verband Saar an.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt ist der Westricher Madrigalchor, ein 1998 aus der Sängervereinigung hervorgegangener gemischter Chor.

Der Musikverein Waldmohr e. V. wurde – in dieser Form – am 8. Oktober 1922 gegründet. Zum ersten Mal offiziell erwähnt wurde ein „Musikverein Waldmohr“ beim vierten Pfälzischen Musikfest, das im Januar 1830 in Speyer stattfand. Heute besteht der Musikverein Waldmohr aus einem Jugendblasorchester und einem Saxophon-Quartett.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegt das Erholungsgebiet „Bruchwiesen Waldmohr“, in dessen Gebiet der Glan renaturiert wird.

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Waldmohr

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldmohr lebt heute überwiegend von Industrie- und Handwerksbetrieben. Es ist der größte Industriestandort im Landkreis Kusel. Größte Arbeitgeber sind eine Möbelfrabrik (etwa 590 Beschäftigte) und ein Maschinenbaubetrieb, der auch mit Aluminiumprofilen handelt (etwa 260 Beschäftigte).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Jägersburg, der ebenfalls der Gemeinde Waldmohr diente und dessen Namen vor allem deshalb für Streit sorgte

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. Die Glantalbahn, die früher durch Waldmohr fuhr, ist in diesem Bereich stillgelegt. An ihr besaß Waldmohr zusammen mit dem Nachbarort Jägersburg einen Bahnhof, dessen Name aufgrund seiner Lage stets für Streit gesorgt hatte. So befand er sich zwar auf der Gemarkung von Jägersburg, jedoch näher am Siedlungsgebiet von Waldmohr. Bis 1905 hieß er Jägersburg-Waldmohr, von 1905 bis 1912 und von 1936 bis 1947 Waldmohr-Jägersburg und von 1912 bis 1921 Waldmohr und von 1921 bis 1936 sowie ab 1947 Jägersburg. Für den Personenverkehr wurde dieser bereits Mitte der 1950er Jahre aufgegeben. 1967 erhielt das Waldmohrer Industriegebiet ein Anschlussgleis.

Nachdem der Personenverkehr in diesem Bereich 1981 geendet hatte, wurde 1989 das Streckengleis zwischen Waldmohr und Schönenberg-Kübelberg zurückgebaut. Treibende Kraft war dabei die Gemeinde Waldmohr gewesen, da sie eine Bahnüberführung an ihrem Ortseingang abreißen wollte, um Lastkraftwagen die Durchfahrt zu ermöglichen. Inzwischen befindet sich auf der Bahntrasse von Waldmohr bis Glan-Münchweiler der Glan-Blies-Weg. Noch bevor die Glantalbahn offiziell eröffnet wurde, ging 1903 die sogenannte Nordfeldbahn in Betrieb, die von besagtem Bahnhof mitten durch die Bebauung Waldmohrs glanaufwärts bis zur Grube Nordfeld verlief. Der Glantalbahn-Abschnitt Homburg–Jägersburg wurde in diesem Zusammenhang bereits mit Eröffnung dieser Güterbahn inoffiziell in Betrieb genommen. Mangels Rentabilität musste besagte Grube schließen, weshalb die Bahnlinie nach lediglich zwei Betriebsjahren ebenfalls eingestellt wurde. In der Waldmohrer Ortsmitte befand sich während dieser Zeit der sogenannte Landdebitbahnhof, der für den Landabsatz der Grube zuständig war.

Die nächste Bahnlinie ist nunmehr die etwa sechs Kilometer südlich von Waldmohr verlaufende Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken. Buslinien der Gesellschaft Regionalbus Saar-Westpfalz verbinden Waldmohr mit den Bahnhöfen Homburg, Bruchmühlbach-Miesau und Landstuhl an dieser Strecke. Auch die Kreisstadt Kusel und Glan-Münchweiler an der Bahnstrecke Kusel–Kaiserslautern sind direkt per Bus erreichbar.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldmohr verfügt über eine Anschlussstelle (und eine Raststätte, mit Motel) der Bundesautobahn 6 (SaarbrückenWaidhaus) – auch „Via Carolina“ genannt – und ist damit nicht nur an den überregionalen deutschen Straßenverkehr angebunden, sondern auch nach Frankreich und Tschechien. Außerdem führt die Bundesstraße 423 (MandelbachtalAltenglan) durch den Ort und sorgt damit für eine regionale Anbindung im Bereich Saar und Pfalz. In Waldmohr endet zudem die Landesstraße 354, die ihren Ausgangspunkt in Frohnhofen hat sowie die Kreisstraßen 2 und 3, die an der Grenze zum Saarland beginnen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waldmohr beherbergt die Verwaltung der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Die Rothenfeldschule ist eine verbundene Grund- und Realschule plus. Seit dem Schuljahr 2007/2008 bietet sie als einzige Schule in Rheinland-Pfalz auch während der Ferien durchgehend Ganztagsbetreuung an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Heine (1803–1877), Mediziner, bewarb sich in Waldmohr als Kantonsarzt.
  • Hippolyt August Schaufert (1834–1872), Autor, war von 1864 bis 1866 Polizeikommissär in Waldmohr.
  • Adolf Berdel (1860–1925), Jurist, war im Ort königlicher Oberamtsrichter.
  • Robert Erbelding (1891–1965), Maler und Grafiker
  • Jakob Knissel (1905–1940), Politiker (NSDAP), war ab 1. Januar 1938 Kreisleiter von Landstuhl-Waldmohr
  • Shlomo Lewin (1911–1980) war vor dem Zweiten Weltkrieg im Ort als Lehrer tätig.
  • Günther Fuchs (* 1947), Fußballspieler, wuchs in Waldmohr auf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waldmohr – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen