Steinfeld (Oldenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steinfeld
Steinfeld (Oldenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steinfeld hervorgehoben
Koordinaten: 52° 35′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Vechta
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche: 59,83 km2
Einwohner: 9903 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 166 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49439
Vorwahl: 05492
Kfz-Kennzeichen: VEC
Gemeindeschlüssel: 03 4 60 008
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathausplatz 13
49439 Steinfeld
Webpräsenz: www.steinfeld.de
Bürgermeisterin: Manuela Honkomp (parteilos)
Lage der Gemeinde Steinfeld im Landkreis Vechta
Nordrhein-Westfalen Landkreis Cloppenburg Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Bakum Damme (Dümmer) Dinklage Goldenstedt Holdorf (Niedersachsen) Lohne (Oldenburg) Neuenkirchen-Vörden Steinfeld (Oldenburg) Vechta VisbekKarte
Über dieses Bild

Steinfeld (Oldenburg) ist eine Gemeinde im Landkreis Vechta in Niedersachsen. Die Region Vechta gilt als Pferderegion, Steinfeld ist für reitsportliche Aktivitäten[2] auch über die Regionalgrenzen hinaus bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld liegt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Bremen. Über die Ausläufer der Dammer Berge, die Steinfeld von Süden nach Norden durchziehen, verläuft die Wasserscheide zwischen der Hase und damit der Ems sowie der Hunte und damit der Weser. Im Südosten geht der Höhenzug in die Dümmerniederung über. Im Nordosten Steinfelds liegt das Steinfelder Moor, ein großes zusammenhängendes Naturschutzgebiet, das im Norden bis nach Kroge-Ehrendorf reicht. Zu den direkten Nachbargemeinden und Städten zählen Damme, Holdorf, Lohne und Diepholz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld hat mehrere Ortsteile:

  • Brokamp-Wieferich
  • Ondrup
  • Holthausen
  • Düpe
  • Baring
  • Harpendorf
  • Lehmden
  • Schemde
  • Steinfeld-Süd
  • Steinfeld-Mitte
  • Mühlen

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Steinfeld 8,5° - 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen[3] gerechnet werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld Ortsmitte
Steinfeld (Blick auf die Kirche)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Steinfeld besteht aus 22 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[4] Die 22 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem die hauptamtliche Bürgermeisterin Manuela Honkomp.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
CDU 68,03 % 15 -3,49 % -1
UWG 24,04 % 5 +2,95 % 0
SPD 7,91 % 1 +0,53 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 55,84 %[5] geringfügig über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 54,58 %.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die parteilose Kandidatin Manuela Honkomp gewann am 24. September 2006 die Stichwahl gegen den CDU - Herausforderer Udo Koschate mit 54,79 % der abgegebenen Wählerstimmen. Damit ist Manuela Honkomp die erste Frau im Amt eines hauptamtlichen Bürgermeisters im Landkreis Vechta. Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde sie mit 73,17 % gegen zwei Gegenkandidaten wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,59 %.[7] Honkomp trat ihre weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Steinfeld zeigt:

  • 1. Feld, oben links (heraldisch rechts): das alte Grafenwappen (2 rote Balken auf gelbem Grund).
  • 2. Feld, oben rechts (heraldisch links): der heilige Johannes der Täufer, der Schutzpatron der Kirche zu Steinfeld, hinter seinem Haupte liegt das Schwert als Zeichen des Märtyrertodes.
  • 3. Feld, unten links (heraldisch rechts): fünf stilisierte Steine zum Anklang an den Namen Steinfeld, im farbigen Wappenschild werden die weißen Steine auf grünem Grund stehen.
  • 4. Feld, unten rechts (heraldisch links): Delmenhorster Kreuz (gelb auf blauem Grund).

Die Felder 2 und 3 enthalten die Besonderheiten der Gemeinde Steinfeld (Oldb), die Felder 1 und 4 deuten auf die Zugehörigkeit zum früheren Großherzogtum Oldenburg hin.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft besteht mit der polnischen Stadt Jastrowie.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2004 wurde die Aktion „Pferdestraße Steinfeld“ initiiert: 75 bunt bemalte Pferdemodelle wiesen auf die Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Steinfeld hin. 14 Pferde gehörten im Jahr 2006 zum Kulturprogramm der Fußballweltmeisterschaft in der Stadt Hannover. Zehn Modelle, die mit den Trikots der in Hannover spielenden Fußball-Nationalmannschaften bemalt waren, standen 2007 beim Dicken Stein in Steinfeld. Heute sind im gesamten Gemeindegebiet verstreut, teilweise aber auch in den Nachbargemeinden Steinfelds, einzelne Modelle der „Pferdestraße“ zu finden.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erholungszentrum Schemder Bergmark
Renaturierter Steinfelder Bach unterhalb der Lohgerberei

Im Süden des Gemeindegebietes erstrecken sich die „Dammer Berge“. Die von der Natur reich gesegnete Landschaft gehört zu den schönsten im Oldenburger Münsterland. In diesem waldreichen Gebiet mit seinen kilometerlangen Wanderwegen findet man Ruhe und Erholung. Das Erholungszentrum „Schemder Bergmark“ bietet weitere Freizeitmöglichkeiten.

Brauerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld besaß von Ende 2007 bis Ende 2012 seine eigene Brauerei, in der das Bier „Lüken Topp“ gebraut wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Silvester findet jedes Jahr der Silvesterlauf in Mühlen statt.

Am ersten Wochenende im Juli findet das dreitägige Steinfelder Schützenfest statt, dessen Höhepunkt die Proklamation des neuen Königs am Montagabend gegen 19 Uhr ist. Ca. 1.000 Schützen beteiligen sich an den Umzügen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld liegt in Nähe der Bundesautobahn A 1, Anschlussstelle Holdorf, und der Bundesstraße B 214. Des Weiteren verläuft die Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe durch Steinfeld. Die Züge der NordWestBahn fahren im Stundentakt als RB 58 von Osnabrück nach Bremen. Steinfeld ist aufgrund der Verkehrslage und der guten Infrastruktur von einer hohen Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen geprägt. Die letzten Jahrzehnte waren von einer intensiven Arbeitsstättenentwicklung und -ansiedlung gekennzeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinfeld liegt im südlichen Oldenburger Münsterland, welches sich in den 1990er Jahren zur Boomregion Niedersachsens entwickelt hat. Seit 1994 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 62 %, die Dienstleistungswertschöpfung um 63 %. Der Industrieumsatz stieg seit 1997 um 48 % auf 6,5 Milliarden Euro, der Exportumsatz um 137 %.

Die Arbeitslosenquote im Oldenburger Münsterland von gut 3,5 % (Steinfeld ca. 4 %) gehört zu einer der niedrigsten, die Eigenheimquote von über 80 % zu einer der höchsten in Deutschland. Ebenfalls ist die Dichte der Einfamilienhäuser einer der höchsten in der ganzen Bundesrepublik.

Die Gesamtfläche aller Industrie- und Gewerbeflächen in Steinfeld umfasst ca. 100 ha. Die Gemeinde ist ländlich geprägt, wodurch der Agrarwirtschaft besondere Aufmerksamkeit zu kommt. In Steinfeld sitzen diverse Schlachtereien. Die kunststoffverarbeitende Industrie ist im gesamten Gemeindegebiet durch mittelständische und internationale Firmen vertreten.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeitschrift des Sportvereins "Falken-Echo"

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es

  • vier Kindergärten
  • zwei Grundschulen,
  • eine Hauptschule und
  • eine Realschule.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassermühle „Meyers Mühle“ in Mühlen
Wassermühle „Pöhlkings Mühle“ in Düpe
  • 134 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG bei 52°33'30"N 8°12'38"E
  • Militärischer Fernmeldeturm auf dem Signalberg bei 52°33'10"N 8°12'56"E
  • Kath. Pfarrkirche St. Johannes der Täufer (St. Johannes Baptist), 1897–1899 (Architekt: Wilhelm Rincklake, Münster; Bauausführung: August Rincklake, Münster; Farbglasfenster-Zyklus aus der Glasmalereiwerkstatt Dr. Heinrich Oidtmann, Linnich).[8]
  • Evangelische Pfarrkirche Auferstehungskirche
  • Wassermühle Pöhlking[9]
  • Wassermühle Schemde[10]
  • Wassermühle Meyer in Mühlen[11]

Tourismus-Routen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gebiet von Steinfeld verlaufen die FerienstraßenBoxenstopp-Route[12][13] und „Niedersächsische Mühlenstraße“.[14] Durch Steinfeld verläuft ebenfalls der Pickerweg, der zum Netz der Jakobswege gehört. Dadurch ist der Pickerweg Teil der ältesten europäischen Kulturstraße.[15]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde ist überwiegend katholisch. In der Gemeinde befinden sich die katholische Pfarrkirche St. Johannes und die evangelische Auferstehungskirche. In der Ortschaft Mühlen befindet sich die katholische St. Bonaventura Kirche.

Schützenverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben anderen Kulturvereinen gibt es in Steinfeld drei Schützenvereine(Schützenverein Steinfeld von 1845 e.V., Schützenverein Mühlen von 1919 e.V. und der Schützenverein Harpendorf-Düpe von 1965 e.V.). Der Schützenverein Steinfeld von 1845 e. V. feiert sein jährlich stattfindendes traditionelles Schützenfest am 1. Sonntag im Juli.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. www.steinfeld.de, Reit- und Fahrverein
  3. klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 11. Januar 2017.
  5. a b c Gemeinde Steinfeld – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 11. Januar 2017
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 11. Januar 2017.
  7. Steinfeld: Bürgermeisterwahl 2014 – Vorläufiges Gesamtergebnis Bürgermeisterwahl 2014 25.05.2014, abgerufen am 31. August 2014
  8. St. Johannes der Täufer. Glasmalereien des Historismus. Steinfeld in Oldenburg. Festschrift Hundert Jahre Katholische Pfarrkirche Steinfeld 16. November 1899-16. Nov. 1999, Hrsg.: Franz Ortmann, Druckhaus Friedr. Schmücker, Löningen 1999, ISBN 3-9806575-2-3.
  9. Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen - Bremen e.V.: Wassermühle Pöhlking, Steinfeld
  10. Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen - Bremen e.V.: Wassermühle Schemde/Steinfeld
  11. Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen - Bremen e.V.: Wassermühle Meyer in Mühlen/Steinfeld
  12. Karte der Boxenstopp-Route auf archive.org (2,2 MB PDF) (Memento vom 28. Oktober 2007 im Internet Archive), abgerufen am 18. Oktober 2013
  13. Steinfelder Stationen der Boxenstopp-Route http://www.boxenstopp-route.de/index.php?pageId=3&treg=2&preg=21
  14. Karte der Mühlen im Landkreis Vechta http://www.niedersaechsische-muehlenstrasse.de/index.php?id=322
  15. Karte der Jakobswege http://www.via-regia.org/kulturstrasse/karte.php

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinfeld (Oldenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien