TSV Schott Mainz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
TSV Schott Mainz
Vereinslogo
Basisdaten
Name Turn- und Sportverein
Schott Mainz e. V.
Sitz Mainz
Gründung 11. Juni 1953
Erster Vorsitzender Helmut Olyschläger
Website www.tsvschott.de
Erste Mannschaft
Spielstätte Bezirkssportanlage Mombach
Plätze
Liga Regionalliga Südwest (Fußball/Männer)
2. Bundesliga Süd (Fußball/Frauen)
2016/17 1. Platz (Männer, Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar)
8. Platz (Frauen)
Heim
Auswärts

Der Turn- und Sportverein Schott Mainz e. V., kurz TSV Schott Mainz, ist ein Breitensportverein aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Der am 11. Juni 1953 gegründete Sportverein hat rund 4600 Mitglieder und bietet über 30 Sportarten in 14 Abteilungen an.

Ein Arbeitsschwerpunkt des Vereins liegt in der sportlichen Ausbildung und Entwicklung seiner fast 2000 Kinder und Jugendlichen. Finanziell, personell und organisatorisch unterstützt von der Schott AG, einem der weltgrößten Produzenten von technischen Gläsern und Glasartikeln, verfügt der Club mit dem Otto-Schott-Sportzentrum über eine ausgedehnte und moderne Sportstätte mit mehreren Sportplätzen und Hallen.[1]

Im Spitzensport ist insbesondere die Schachabteilung des TSV erfolgreich. So gehörten im Mannschaftsschach sowohl die Damen als auch die Herren zu den Gründungsmitgliedern der jeweiligen Schachbundesliga. Die erste Fußballmännermannschaft stieg im Jahre 2017 in die viertklassige Regionalliga Südwest auf. Die erste Fußballmannschaft der Frauen spielt seit 2015 in der 2. Bundesliga Süd.

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Vorsitzender des TSV Schott Mainz ist Helmut Olyschläger.

Der Verein unterhält eine Kindersportakademie und ein Fitness- und Gesundheitstrainingszentrum für den Gesundheitssport und die Betriebliche Gesundheitsförderung. Neben den üblichen Breitensportarten bietet der Verein Cheerleading, Taekwondo, Sportschießen und Tanzen an.[2] Die Showtanzgruppe Fantasy der Abteilung Turnen errang 2010 den Titel DTB-Showtanzgruppe und wurde dafür vereinsintern in der Kategorie „Erwachsene weiblich“ als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Auch in Individualsportarten wie der Leichtathletik arbeitet der Sportverein erfolgreich. So wurde Damon Künstler 2010 Deutscher Vizemeister im Blockmehrkampf, einer Disziplin für Schüler und Schülerinnen mit den Hauptbestandteilen Sprint, Sprung, Lauf, und Wurf.[3] Für seine Leistung wurde Damon Künstler 2010 vereinsintern zum Sportler des Jahres gekürt. Zur internen Mannschaft des Jahres in der Kategorie „Jugend männlich“ wurde die Leichtathletik Sprintstaffel Schüler A als Rheinland-Pfalz-Meister gewählt.[4] Aufgrund der erfolgreichen Arbeit der Hockeyabteilung wurde dem Verein am 12. Januar 2012 das Prädikat „Landesleistungszentrum Hockey weiblich“ verliehen.[5]

Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zigurds Lanka, hier 2008, spielte für Mainz
Ildikó Mádl, hier 1984 bei der Schacholympiade in Thessaloniki, verstärkte in den 1990er-Jahren die Damen-Mannschaft des TSV

Im Juli 2009 gewann der für Schott Mainz spielende lettische Großmeister Zigurds Lanka mit 6,5 Punkten aus 7 Runden die Einzelmeisterschaft des Schachbundes Rheinland-Pfalz. An der Meisterschaft, die erstmals als Offenes Turnier nach Schweizer System ausgetragen wurde, nahmen 147 Spieler teil.[6]

Bundesliga Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herren-Mannschaft stieg 1975 in die zu dieser Zeit noch viergleisige Schachbundesliga auf und belegte in der Saison 1975/76 in der Gruppe West den 4. Platz. Die beiden folgenden Spieljahre beendete der TSV auf dem 6. Platz. In der Saison 1978/79 wechselte das Team in die Bundesliga-Gruppe Südwest. Nach einem 5. Platz erreichte sie 1979/80 mit dem 2. Platz ihre beste Bundesliga-Platzierung überhaupt. Mit diesem Erfolg war sie als einer der vier Vertreter der Gruppe Südwest für die 1980 neu gebildete eingleisige Schachbundesliga qualifiziert. Allerdings landete das Team in der Saison 1980/81 auf dem 15. und vorletzten Platz und musste die neue Bundesliga gleich wieder verlassen.

Nach fast 20 Jahren in der viergleisigen 2. Bundesliga spielte sie 2000/01 noch einmal erstklassig, stieg aber – wie die übrigen drei Neulinge auch – sofort wieder in die 2. Liga Süd ab. In dieser bisher letzten Bundesligasaison saß für Mainz der Internationale Meister Jakob Balcerak mit einer Elo-Zahl von 2413 am ersten Brett. Trotz höherer Elo-Zahlen (2524 und 2538) spielten der Großmeister Anthony Kosten und Slavko Cicak (IM, inzwischen GM) nur an Brett zwei und drei. Im 14-köpfigen Mannschaftskader setzte der TSV in seinem bislang letzten Bundesligajahr lediglich zwei ausländische Spieler ein, während der Deutsche Meister 2000/01, der Lübecker Schachverein von 1873, gleich zwölf ausländische Spitzenspieler aufbot. Zu den weiteren Meisterspielern, die für Mainz im Bundesliga-Einsatz waren, zählen Slavko Cicak (GM) und Florian Grafl (IM). In der Ewigen Tabelle der Schachbundesliga belegen die Herren mit Stand Abschluss der Saison 2011/12 den 59. Rang.

Bundesliga Damen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Damen-Mannschaft qualifizierte sich 1991 als Vertreter der Landesverbände Baden und Rheinland-Pfalz für die neu gebildete eingleisige Schachbundesliga. Nach mehreren Ab- und Aufstiegen war sie in der ersten Liga in den Spielzeiten 1991/92, 1992/93, 2007/08, 2010/11 und 2011/12 vertreten. Zwar landete das Team 2010/2011 ebenso wie der SC Leipzig-Gohlis und der SAV Torgelow auf einem Abstiegsplatz; da jedoch der SK Großlehna nach der Saison seine Mannschaft aus der Bundesliga zurückzog, blieb Mainz erstklassig. Ein Jahr später konnte Schott Mainz den Abstieg nicht mehr verhindern, obwohl im 14-köpfigen Mannschaftskader der Saison 2011/12 mit den beiden Polinnen Joanna Worek und Hanna Leks zwei Internationale Meister der Frauen (WIM) an Brett eins und zwei gemeldet waren. In den 1990er-Jahren verstärkte die Großmeisterin (WGM) Ildikó Mádl (WGM) die Damen-Mannschaft des TSV, in der Saison 1999/00 zählte Nikoletta Lakos (WGM) zum Kader der 2. Bundesliga.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Fußballmannschaft der Männer spielte jahrzehntelang lediglich auf lokaler Ebene. Zwischen 1962 und 1969 erreichte die Mannschaft die 2. Amateurliga Rheinhessen. Ende der 2000er Jahre erlebte die Abteilung einen sportlichen Aufschwung. Im Jahre 2008 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. Unter dem neuen Trainer Bert Balte schaffte der TSV Schott drei Aufstiege in Folge, die die Mannschaft in die Verbandsliga Südwest beförderte. Ergänzt wurde die Mannschaft unter anderem durch Nils Döring, einem ehemaligen Zweitbundesligaspieler, der seine fußballerische Laufbahn eigentlich beenden wollte, nachdem er beim SV Wehen Wiesbaden keinen neuen Vertrag erhalten hatte.[7]

Zur Saison 2013/14 übernahm Ali Cakici von Christian Hock den Trainerposten, und mit Preston Zimmerman, Martin Willmann und Markus Kreuz verstärkten weitere ehemalige Profis die Mannschaft. Drei Spieltage vor Saisonende stand der Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar rechnerisch fest. Zwei Jahre später erreichten die Mainzer erstmals das Endspiel im Südwestpokal. Das Endspiel verlor die Mannschaft auf neutralem Platz in Römerberg gegen den SC Hauenstein mit 1:2 nach Verlängerung. Zur Saison 2016/17 übernahm Sascha Meeth den Trainerposten.[8] Der TSV sicherte sich am 33. Spieltag den Meistertitel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und damit den Aufstieg in die Regionalliga Südwest.[9] Janek Ripplinger wurde mit 37 Toren Torschützenkönig der Oberliga.

Kader Saison 2017/18[10]
Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
1 Igor Luketic KroatienKroatien 02.03.1986
30 Denis Ademovic DeutschlandDeutschland 13.01.1986
32 Ruben Zimmer DeutschlandDeutschland 16.09.1995
33 Niklas Reichel DeutschlandDeutschland 14.10.1995
3 Dennis Engelmann DeutschlandDeutschland 08.02.1995
4 Simic Nenad Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina 13.11.1983
5 Jonas Raltschitsch DeutschlandDeutschland 09.10.1992
6 Joshua Iten SchweizSchweiz 16.04.1995
8 Serdal Günes TurkeiTürkei 31.10.1992
13 Omar Njie DeutschlandDeutschland 25.06.1996
14 Manuel Schneider DeutschlandDeutschland 20.04.1991
15 Nicklas Schlosser DeutschlandDeutschland 16.09.1993
22 Constantin Leinhos DeutschlandDeutschland 14.01.1997
27 Jan Just DeutschlandDeutschland

PolenPolen

14.09.1996
7 Necmi Gür DeutschlandDeutschland 13.02.1995
10 Ilias Soultani DeutschlandDeutschland 24.05.1996
11 Edis Sinanovic Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina 04.01.1996
16 Konstantin Fring DeutschlandDeutschland 09.01.1990
18 Masashi Sakai JapanJapan 09.09.1992
19 Igor Heizmann DeutschlandDeutschland 30.10.1993
20 Marco Senftleben DeutschlandDeutschland 13.04.1992
21 Silas Schwarz DeutschlandDeutschland 08.11.1997
24 Stephane Eba-Eba KamerunKamerun 18.11.1995
25 Elion Xhaferi AlbanienAlbanien 25.12.1998
Karsten Endlich DeutschlandDeutschland 07.07.1998
9 Janek Ripplinger DeutschlandDeutschland 16.02.1991
12 Arif Güclü DeutschlandDeutschland

TurkeiTürkei

26.02.1993
17 Khaled Abou Daya DeutschlandDeutschland

Palastina AutonomiegebietePalästinensische Autonomiegebiete

21.09.1997
29 Leon Kern DeutschlandDeutschland 22.04.1997

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 besteht eine Frauenfußballabteilung beim TSV Schott. Die erste Mannschaft begann in der Bezirksliga Rheinhessen und stieg 2012 mit einer Tordifferenz von 247:1 in die Verbandsliga Südwest auf. Dabei gewann die Mannschaft alle 22 Saisonspiele. Ein Jahr später gelang der Durchmarsch in die drittklassige Regionalliga Südwest. Im Jahre 2013 gewann die Mannschaft auch den Südwestpokal durch einen 5:0-Finalsieg über den SC Kirn-Sulzbach und qualifizierte sich damit für den DFB-Pokal, in dem die Mannschaft in der ersten Runde dem Zweitligisten TSV Crailsheim mit 2:4 unterlag.

Auch in der Regionalligasaison 2013/14 gewann die Mannschaft alle Saisonspiele und war sportlich in die Zweite Bundesliga aufgestiegen. Der Verein hatte es allerdings versäumt, den Lizenzantrag für die Zweite Bundesliga fristgerecht beim DFB einzureichen.[11] Dadurch stieg der Vizemeister 1. FFC Montabaur auf. Im DFB-Pokal 2014/15 schlugen die Schott-Frauen in der ersten Runde den Bundesligaabsteiger VfL Sindelfingen mit 7:1. In der zweiten Runde schieden sie allerdings nach einem 1:9 gegen den FC Bayern München aus. In der Regionalligasaison 2014/15 blieben die Mainzerinnen erneut ohne Punktverlust und stiegen in die Zweite Bundesliga auf. Dort wurde die Mannschaft in der Saison 2015/16 Fünfter. Die Mannschaft wird von Stefan von Martínez trainiert.

Im Oktober 2016 erlitten die Mainzer Fußballerinnen einen schweren Schicksalsschlag, als die 21-jährige Abwehrspielerin Larissa Gördel, ehemalige U-15- und U-16-Nationalspielerin, bei einem Autounfall ums Leben kam.[12]

Die B-Juniorinnen des TSV Schott, trainiert von Thorsten Siefert und Felix Klünemann, stiegen im Jahre 2016 mit 15 Siegen in 15 Spielen aus der Regionalliga Südwest in die Bundesliga auf.

Hockey und Eishockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hockey-Mannschaft der Herren stieg in der Saison 2008/09 in die 2. Feldhockey-Bundesliga auf, stieg aber gleich wieder ab. Die 1. Damenmannschaft spielt im Feld in der 1. Regionalliga und während der Hallensaison in der Oberliga. Bis 1989 verstärkte die spätere Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen, Denise Klecker, die Hockey-Damenmannschaft. Das Eishockeyteam der Männer trägt seine Spiele im Eisstadion Mainz aus und ist in der Regionalliga Hessen vertreten.

Kegeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Damen der Kegelabteilung betreiben das Sportkegeln mit Erfolg. Die Nationalspielerin Verena Bechtluft wechselte 2001 zum TSV und bestritt dort bis 2004 40 Bundesligaspiele. In der Saison 2011/12 spielt die Frauenmannschaft in der zweiten Bundesliga, Sektion Classic (Asphalt).[13]

American Football[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die American Football-Abteilung des TSV Schott Mainz, die Mainz Golden Eagles (MGE), spielt mit mehreren Mannschaften in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen. Die Heimspiele finden auf der Bezirkssportanlage in Mainz-Mombach statt.

Die Frauen der Golden Eagles starteten erstmals den Spielbetrieb in der Saison 2009. Auf Anhieb wurden sie Meister in der zweiten Footballbundesliga German Football League 2 der Frauen. In der Saison 2010 wurden sie Vizemeister. In der darauf folgenden Spielzeit gelang es den Frauen erneut, den Titel gegen die Bochum Miners zu gewinnen.

Im Jahr 2013 spielte die U 16 der Mainz Golden Eagles erstmals als Mainzer Jugendmannschaft die „Perfect Season“: Sie gewann alle sechs Saisonspiele mit einer Punkteausbeute von 152:56.[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2014 erhielt der Verein die Auszeichnung Großer Stern des Sports.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TSV Schott Mainz: Wir über uns. Siehe ferner: Unterseite Otto-Schott-Sportzentrum.
  2. TSV Schott Mainz: Herzlich Willkommen beim TSV Schott Mainz. Siehe entsprechende Unterseiten.
  3. Veranstaltungsordnung des Deutschen Leichtathletikverbandes. (PDF-Datei; 124 kB) Stand 26. Februar 2010. Siehe Tabelle S. 5
  4. TSV Schott Mainz: Sportler und Mannschaften des Jahres 2010.
  5. TSV Schott Mainz: Neuigkeiten. Landesleistungszentrum Hockey weiblich.
  6. Schachbund Rheinland-Pfalz: Abschlusstabelle 1. Rheinland-Pfalz-Open
  7. Ex-Profi Döring spielt für Schott Mainz. In: Allgemeine Zeitung.
  8. Sascha Meeth übernimmt TSV Schott Mainz. Fupa, abgerufen am 29. September 2017.
  9. Der TSV Schott Mainz darf feiern: Aufstieg in die Regionalliga ist perfekt. Allgemeine Zeitung, abgerufen am 29. September 2017.
  10. 1. Herrenmannschaft – Fußball – TSV SCHOTT Mainz. Abgerufen am 30. September 2017.
  11. Marco Rosbach: Endlich Klarheit: 1. FFC Montabaur ist Zweitligist-DFB entscheidet gegen Schott Mainz. Rhein-Zeitung, 30. Mai 2014, abgerufen am 30. Mai 2014.
  12. DFB-Pokal: Spielabsage wegen Todesfall. In: womensoccer.de
  13. Deutscher Keglerbund
  14. U 16 schließt Liga ohne Niederlage ab. mainz-golden-eagles.de, abgerufen am 2. Oktober 2013.
  15. Roland Hessel: TSV Schott Mainz mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold 2013 ausgezeichnet. Allgemeine Zeitung, 13. Januar 2014.

Koordinaten: 50° 0′ 40,4″ N, 8° 13′ 38,2″ O