Werben (Spreewald)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Werben führt kein Wappen
Werben (Spreewald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Werben hervorgehoben
Koordinaten: 51° 49′ N, 14° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Burg (Spreewald)
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 25,01 km²
Einwohner: 1694 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03096
Vorwahl: 035603
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 412
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 46
03096 Burg (Spreewald)
Webpräsenz: www.amt-burg-spreewald.de/content/rubrik/229.html
Bürgermeister: Joachim Dieke (CDU)
Lage der Gemeinde Werben im Landkreis Spree-Neiße
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Über dieses Bild

Werben, niedersorbisch Wjerbno, ist eine dem Amt Burg (Spreewald) im Landkreis Spree-Neiße zugehörige Gemeinde im südöstlichen Teil von Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Öffentliche Gebäude und Einrichtungen, Straßen, Wege, Plätze und Brücken sind zweisprachig beschriftet. Das Dorf liegt im Süden Brandenburgs zwischen Burg (Spreewald) und Cottbus.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile sind Brahmow (sorb. Brama) und Ruben (sorb. Rubyn).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus Werben um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Das Dorf wurde erstmals 1346 in einer Matrikel des Bistums Meißen erwähnt, existiert aber wahrscheinlich seit ca. 1000 und zählt somit zu den ältesten Dörfern des Spreewalds. Der Name geht auf das sorbische wjerba (deutsch: Weide) zurück. Die für die örtlichen Verhältnisse mächtige Kirche zeugt davon, dass das ehemalige Angerdorf einst ein wichtiges Kirchdorf der Region war und wichtigen Adelsfamilien als Sitz diente. Von 1464 bis 1945 war die Familie von Schönfeldt auf dem Rittergut ansässig.

Juliane von Schönfeldt aus dem Hause Werben war mit Otto Heinrich von Pannwitz verheiratet; ihre Tochter Juliane Ulrike von Pannwitz (* 1746) heiratete 1775 Joachim Friedrich von Kleist (Gutsbesitzer auf dem Werben benachbarten Rittergut Guhrow), deren Sohn ist der berühmte Dichter Heinrich von Kleist.

Im Jahr 1826 wurde ein erstes Schulhaus gebaut, welches bis dahin übliche private Provisorien ablöste. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand eine neue Schule, die heute als Kulturzentrum dient. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im April 1945 bei den Kämpfen um Werben die Kirche schwer beschädigt. Das Gutshaus verfiel nach 1990 und wurde in der Folge abgerissen. Der Gutspark ist verwildert. Die Grablege der Familie von Schönfeldt wurde saniert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 630
1890 1 566
1910 1 504
1925 1 436
1933 1 478
1939 1 511
1946 1 949
1950 1 992
1964 1 590
1971 1 507
Jahr Einwohner
1981 1 627
1985 1 553
1989 1 560
1990 1 539
1991 1 511
1992 1 513
1993 1 541
1994 1 564
1995 1 651
1996 1 744
Jahr Einwohner
1997 1 838
1998 1 891
1999 1 927
2000 1 942
2001 1 926
2002 1 908
2003 1 900
2004 1 872
2005 1 865
2006 1 842
Jahr Einwohner
2007 1 843
2008 1 812
2009 1 795
2010 1 763
2011 1 719
2012 1 700
2013 1 689
2014 1 694

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[2][3], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Werben besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[4]

  • Wählergruppe Alternative für Werben: 4 Sitze
  • CDU: 4 Sitze
  • Wählergruppe Bürgerbewegung Ruben: 2 Sitze
  • SPD: 1 Sitz
  • Wählergruppe Landwirtschaft und Umwelt: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Dieke (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 54,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die in wendischer Backsteingotik ausgeführte Dorfkirche Werben, welche das Wahrzeichen des Ortes ist und Deckenmalereien von Feldfrüchten aufweist. Deshalb wird sie auch die „Gemüsekirche“ genannt. Auf der Denkmalliste steht auch der an der Hauptstraße befindliche, im Jahre 2003 erneuerte Gedenkstein zu Ehren des sorbisch/wendischen Dichters Mato Kosyk.

Die nur zwei Kilometer entfernte Zosna bietet für Wanderfreudige Möglichkeit zur aktiven Erholung: ein Laubwald mit uralten Eichen, Hainbuchen und bemerkenswerter Bodenflora.

Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Werben (Spreewald) aufgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werben ist Standort für eine Kindertagesstätte, darüber hinaus gibt es die Spreewald-Grundschule Burg/Werben. Der Bahnhof Werben (Spreewald) lag an der Spreewaldbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mato Kosyk (1853–1940), niedersorbischer Dichter, in Werben geboren
  • August Lentze (1860–1945), Oberbürgermeister Magdeburgs und preußischer Finanzminister, in Werben gestorben
  • Ulrich Kluge (* 1935), Wirtschafts- und Sozialhistoriker, in Werben geboren

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 30–33
  3. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  4. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  5. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werben (Spreewald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien