Heinersbrück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heinersbrück
Heinersbrück
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heinersbrück hervorgehoben

Koordinaten: 51° 49′ N, 14° 31′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Peitz
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 23,98 km2
Einwohner: 579 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03185
Vorwahl: 035601
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 176
Adresse der Amtsverwaltung: Schulstraße 6
03185 Peitz
Website: www.heinersbrück.de
Bürgermeister: Horst Nattke
Lage der Gemeinde Heinersbrück im Landkreis Spree-Neiße
BurgBriesenDissen-StriesowDöbernDrachhausenDrehnowDrebkauFelixseeForstGroß Schacksdorf-SimmersdorfGubenGuhrowHeinersbrückJämlitz-Klein DübenJänschwaldeKolkwitzNeiße-MalxetalNeuhausenPeitzSchenkendöbernSchmogrow-FehrowSprembergTauerTeichlandTschernitzTurnow-PreilackWelzowWerbenWiesengrundKarte
Über dieses Bild

Heinersbrück, niedersorbisch Móst, ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße im Süden des Landes Brandenburg. Sie ist Teil des Amtes Peitz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinersbrück grenzt im Südwesten an das Stadtgebiet von Cottbus. Die Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Durch die Gemeinde fließt die Malxe.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst den Ortsteil Grötsch (niedersorbisch: Groźišćo) und die Wohnplätze Ausbau (Wutwaŕki), Radewiese (Radowiza) und Sawoda (Zawóda).[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinersbrück und Grötsch gehörten seit 1816 zum Kreis Cottbus in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Forst im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße.

Am 26. Oktober 2003 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Grötsch im Zuge der Gemeindegebietsreform Brandenburgs in die Gemeinde Heinersbrück als Ortsteil eingegliedert.[4]

Heinersbrück[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1411 wurde die Gemeinde als Henrichsbrugk („Siedlung an der Brücke eines Heinrich“) erstmals urkundlich erwähnt. Wie der Name bezeugt, ist die Geschichte des Ortes untrennbar mit dem Flüsschen Malxe verbunden. Der niedersorbische Name Móst bedeutet Brücke. Heinersbrück ist als typisches, lang gezogenes Straßendorf angelegt. Seit 1462 gehörte der Ort in der Herrschaft Peitz zum Kurfürstentum Brandenburg der Hohenzollern.

Jahrhundertelang war das Dorf durch große Bauernwirtschaften geprägt; die Bevölkerung war überwiegend sorbischsprachig. Bis heute haben sich einige Bräuche erhalten, die Trachten waren charakteristisch.[5][6]

Im Oktober 1938 wurde der Ort Radewiese in Heinersbrück zwangseingemeindet, die Eingemeindung wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder rückgängig gemacht. Am 1. Juli 1950 wurde Radewiese wieder nach Heinersbrück eingemeindet.[7] Seit den 1950er Jahren bestimmt der angrenzende Tagebau Jänschwalde das Bild der Umgebung.

Grötsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Grötsch wurde bereits 1344 als Grods (von altsorbisch gród, Burg) urkundlich erwähnt. Der Ortskern ist ein Angerdorf.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 631
1890 648
1910 726
1925 707
1933 693
1939 810
1946 709
1950 865
Jahr Einwohner
1964 726
1971 709
1981 639
1985 620
1989 617
1990 613
1991 604
1992 588
1993 587
1994 594
Jahr Einwohner
1995 598
1996 602
1997 594
1998 620
1999 609
2000 620
2001 607
2002 624
2003 704
2004 691
Jahr Einwohner
2005 687
2006 683
2007 668
2008 652
2009 642
2010 632
2011 621
2012 621
2013 608
2014 598
Jahr Einwohner
2015 602
2016 580
2017 573
2018 581
2019 579

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[8][9][10]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Heinersbrück besteht aus sieben Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[11]

Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Heinersbrück 4
Einzelbewerber André Wenzke 1
Einzelbewerber Peter Mortak 1
Einzelbewerberin Angela Zeptner 1

Die Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Heinersbrück erreichte bei der Wahl fünf Sitze. Da sich zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 kein Bewerber für das Amt des Bürgermeisters fand, wählte die Gemeindevertretung am 25. Juni 2019 aus ihrer Mitte Horst Nattke zum ehrenamtlichen Bürgermeister. Dessen Sitz als Gemeindevertreter bleibt daher unbesetzt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Regina Lindner[12]
  • 2003–2008: Uwe Lindner[13]
  • 2008–2019: Horst Gröschke (Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Heinersbrück)[14]
  • seit 2019: Horst Nattke (Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr Heinersbrück)

Zur Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 fand sich kein Bewerber für das Amt des Bürgermeisters. Entsprechend dem Brandenburgischen Kommunalwahlgesetz[15] wählte die Gemeindevertretung am 25. Juni 2019 aus ihrer Mitte Horst Nattke für eine Amtszeit von fünf Jahren[16] zum ehrenamtlichen Bürgermeister.[17]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 17. Februar 2010 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über erniedrigtem blauen Schildfuß eine goldene Bohlenbrücke, darauf auf einem golden-gesattelten und -gezäumten silbernen Pferd linkshin reitend ein golden-bekrönter und -gegürteter, hersehender silberner König mit einem aufgerichteten und golden-begrifften silbernen Schwert in der Rechten; im rechten Obereck begleitet von einem goldenen Hochkreuz.“[18]

Hintergrund: Der Ortssage nach geht die Bezeichnung des Ortsnamens auf Heinrich II. (HRR) zurück. Er ließ einen Knüppeldamm und eine Holzbrücke erbauen, um die Überquerung der morastigen Malxe und ihrer Uferregion zu erleichtern und auch mehrmals bei Feldzügen Heinrichs II. gegen Polen benutzt worden sind.[19]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Rot - Weiß - Rot (1:4:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Heinersbrück stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Kirche in Heinersbrück
  • Backsteinkirche, neu erbaut in den Jahren 1900/1901

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sorbische Bauernstube mit sorbisch/wendischer Kultur, über 50 Trachten und Informationen zu traditionellen Handwerkstechniken[20]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinersbrück liegt an der Bundesstraße 97 zwischen Groß Gastrose und der Anschlussstelle Roggosen der Autobahn A 15 (Dreieck Spreewald–polnische Grenze).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2019 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Bundesamt für Naturschutz: Lage von Heinersbrück gem. Geodienste. Schutzgebiete in Deutschland. Abgerufen am 5. Mai 2013.
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Heinersbrück
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Abendmahlstracht aus Heinersbrück Deutsche Fotothek
  6. Halstuch aus Heinersbrück, um 1920, Wendisches Museum Cottbus
  7. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 18–21
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  10. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  12. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Spree-Neiße (Memento des Originals vom 17. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  13. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 32
  14. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  15. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 72 (5)
  16. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Juni 2019
  18. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  19. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.peitz.de Informationen über die Gemeinde Heinersbrück auf den Seiten des Amtes Peitz (abgerufen am 6. Mai 2010)
  20. Bauernstube Heinersbrück erweitert Lausitzer Rundschau vom 2. Dezember 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heinersbrück/Móst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien