Burg (Spreewald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Burg (Spreewald)
Burg (Spreewald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Burg (Spreewald) hervorgehoben
Koordinaten: 51° 50′ N, 14° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Burg (Spreewald)
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 35,26 km2
Einwohner: 4338 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03096
Vorwahl: 035603
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 032
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 46
03096 Burg (Spreewald)
Webpräsenz: amt-burg-spreewald.de
Bürgermeisterin: Ira Frackmann (CDU)
Lage der Gemeinde Burg (Spreewald) im Landkreis Spree-Neiße
BurgBriesenDissen-StriesowDöbernDrachhausenDrehnowDrebkauFelixseeForstGroß Schacksdorf-SimmersdorfGubenGuhrowHeinersbrückJämlitz-Klein DübenJänschwaldeKolkwitzNeiße-MalxetalNeuhausenPeitzSchenkendöbernSchmogrow-FehrowSprembergTauerTeichlandTschernitzTurnow-PreilackWelzowWerbenWiesengrundKarte
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Burg (Spreewald), niedersorbisch Bórkowy (Błota), ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße im Osten von Brandenburg. Sie ist seit 2005 ein staatlich anerkannter Ort mit Heilquellenkurbetrieb. Burg wird vom Amt Burg (Spreewald) verwaltet, dessen Sitz sich in der Gemeinde befindet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kahnfahrt durch Hochwald in Burg (2017)

Burg als typische Streusiedlung auf 35 km² liegt im Zentrum des Oberspreewaldes etwa 20 km nordwestlich von Cottbus. Sie gehört damit mit zu den größten Landgemeinden in Deutschland.

In der intakten Spreewaldlandschaft gibt es 300 Wasserläufe, die Fließe genannt werden.[2] Eines der längsten ist das Große Fließ, welches im Norden der Gemarkung u. a. den Hochwald durchquert und einen Teil der Nordgrenze bildet. Der etwa 1000 km² große Hochwald wurde als landschaftlich einzigartiges Gebiet von der UNESCO zur Schutzzone 1 (höchste Schutzklasse) erklärt.[3]

Durch das geringe Gefälle hat sich die Spree zu einem Binnendelta mit vielen Fließen und Kanälen verzweigt und somit Kaupen gebildet. Burg gehört zum Biosphärenreservat Spreewald. Die Gemeinde liegt im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben. Öffentliche Gebäude und Einrichtungen, Straßen, Wege, Plätze und Brücken werden schrittweise zweisprachig beschriftet.

Während die Ortsteile Burg-Dorf und Müschen die normale Bebauung eines Dorfes haben, sind die ehemaligen Gemeinden Burg-Kauper und Burg-Kolonie als Streusiedlungen entstanden. Die Gehöfte sind auf Grund der Relief- und Wasserverhältnisse auf Kaupen angelegt, räumlich weitflächig verteilt und von Feldern, Wiesen und Waldflächen umgeben, so dass eher der Eindruck einer Parklandschaft als einer geschlossenen Ortschaft entsteht.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst neben dem Kernort Burg (Spreewald) den Ortsteil

sowie die zu Burg (Spreewald) gehörenden Gemeindeteile:

  • Burg-Dorf (Wobsedne Bórkowy)
  • Burg-Kauper (Kuparske Bórkowy) – 15,7 % der Bevölkerung mit Sorbischkenntnissen
  • Burg-Kolonie (Prizarske Bórkowy) – 20,6 % der Bevölkerung mit Sorbischkenntnissen

Die Gemeindeteile der Gemeinde Burg (Spreewald) haben nicht den Status eines Ortsteils mit Ortsbeirat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühzeit bis 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bronzezeitlicher Kultwagen aus Burg (Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin)
Evangelische Kirche in Burg

Die ältesten Anzeichen einer Besiedlung in der Jungsteinzeit und Bronzezeit finden sich auf dem Schlossberg (62 m) nördlich von Burg-Dorf. Bei Regulierungsarbeiten an der Spree im Jahr 1876 fanden Arbeiter einen bronzezeitlichen, dreirädrigen Kultwagen. Sein Alter wurde von Experten auf über 3000 Jahre bestimmt und gilt somit als Nachweis der Besiedlung dieser Region im Spreewald. Nach den germanischen Semnonen siedelten sich um das Jahr 600 Sorben, auch Wenden genannt, hier an. Um das Jahr 1000 ließ der polnische König Bolesław I. Chrobry an dieser Stelle eine Burg bauen, die damals eine der größten Burganlagen nördlich der Mittelgebirge war. Von dieser Burg leitet sich möglicherweise auch der deutsche Ortsname ab.

Bei den damaligen harten Lebensbedingungen war die Urbarmachung des Niedermoorbereiches im Gebiet von Burg sehr schwierig, da fast alles mit Kähnen bewerkstelligt werden musste. Die Häuser wurden aus Holzbohlen gebaut und mit Reet gedeckt, wovon es noch viele bis zu 300 Jahre alte gibt.[3]

1315 wurde Burg erstmals in einer Urkunde erwähnt,[6] als am 29. September 1315 eine Besitzung aus der Herrschaft Lübbenau verkauft wurde. Zu dieser Zeit lebten rund 300 Einwohner in dem Dorf, in dem auch bereits eine Mühle erwähnt wurde. Der Ort gelangte dabei aus dem Besitz von Bodo des Älteren von Ileburg an den Ritter Christian von Langen und dessen Söhne. Chronisten vermuten, dass eine Überschwemmung mit einer anschließend einsetzenden Hungersnot Bodo den Älteren zu diesem Schritt zwang. 1535 wurde die Reformation in Burg eingeführt. Im gleichen Jahr wird die Schriftsässigkeit nach Cottbus zugewiesen. Friedrich von Brandenburg ließ 1602 eine Hufenrolle anlegen. Sie ergab die Burg sechs Hufner, 51 Gärtner, drei Kötter sowie einen Müller, die insgesamt 28,5 Hufe bewirtschaften. Aus dem Jahr 1637 ist erstmals eine Schule überliefert. In den Jahren 1691 bis 1999 kam es jährlich zu einem Hochwasser, das erhebliche Teile der Ernte vernichtete.

18. und 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert begann der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., seine ausgedienten Soldaten in der Burger Umgebung anzusiedeln. Sie ließen sich auf natürlichen hochwasserfreien Anhöhen (Kaupen) nieder und begannen, die Umgebung urbar zu machen. Durch Rodungen wurden große Flächen für landwirtschaftliche Zwecke umgenutzt. Sie wurden die durch jährlichen Überschwemmungen gedüngt und erwiesen sich daher als ausgesprochen fruchtbar. 1725 wurde Burg Kauper gegründet (seit 1960 Ortsteil von Burg). In den Jahren 1748 bis 1750 siedelten sich Weberfamilien aus Nachbarorten in Burg an, die eine Leinweberei entstanden ließ.

Erst 1749 erhielt Burg ein erstes Gebetshaus, vorher mussten die Gläubigen in die Lübbenauer Kirche und ab 1635 in die Dorfkirche von Werben gehen. Das erste Gebetshaus war jedoch bald zu klein, so dass 1753 eine Fachwerkkirche errichtet wurde, die allerdings bereits am 30. September 1766 abbrannte. Daraufhin wurde provisorisch ein Bethaus errichtet und 1799 der Grundstein für die im 21. Jahrhundert vorhandene evangelische Kirche als frühklassizistischer Saalbau mit vierseitiger Empore gelegt, die am 11. November 1804 eingeweiht wurde.

Friedrich II. setzte die Ansiedlungen fort und ermöglichte durch die Vergabe von Land 100 zumeist ausländischen Siedlern die Gründung von Burg Kolonie im Jahre 1766. Der Plan hatte Erfolg: Nur zwölf Jahre später war die Einwohnerzahl bereits auf 375 Personen angewachsen. Von 1771 bis 1804 wurden erste Kanäle gebaut, um den Wasserhaushalt in der Region besser regulieren zu können. Sie wurden durch Untersuchungen der preußischen und sächsischen Regierung zur Regulierung der Wasserverhältnisse in den 1830er Jahren ergänzt. Aus dem Jahr 1817 ist überliefert, dass Christian Müller die Mühle wieder neu aufgebaut hat, sie mithin zuvor zerstört worden sein muss. Am 5. Dezember 1836 kam es zu einem Brand in dem Gebäude, das anschließend wiederaufgebaut wurde. 1844 wurde die erste Dorfschule eröffnet. 1852 eröffnete Heinrich Kleefeld die erste Apotheke; am 1. Juli 1856 eine Postexpedition dritter Klasse, die sich zu einem Postamt entwickelte. 1870 gründete sich ein Turnverein, der 1881 in eine Turnerfeuerwehr überging. 1879 wurde eine Telegraphenleitung in Betrieb genommen.

In den späten 1860er Jahren trugen Arbeiter am Schlossberg Erde ab, um feuchte Ackerflächen urbar zu machen. Dabei stießen sie auf zahlreiche Artefakte, die von Archäologen in die Bronzezeit datiert wurden. Eines der Kunstwerke war ein Bronzewägelchen, das Rudolf Virchow im Jahr 1880 von einem Schneider Purko erwarb. Es befindet sich im 21. Jahrhundert im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin und ist ein Beleg dafür, dass die Region bereits vor über 3000 Jahren besiedelt war. Virchow wurde auf die Region aufmerksam, sah auf Grund der wilden Schatzsuche am Berg jedoch ein Bodendenkmal in Gefahr. 1871 reiste Virchow daher mit seiner Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte zu einer Tagung nach Burg. 1880 fand dort unter seiner Mitwirkung ein Teil des Internationalen Anthropologischen Kongresses statt. Als 1897 auf dem Schlossberg zur Errichtung der Spreewaldbahn umfangreiche Erdarbeiten geplant waren, trat er erneute auf den Plan und überzeugte den Landrat Wackerbarth, die fünf Hektar große Fläche anzukaufen. Ab 1898 fuhr die Spreewaldbahn durch Burg, die jedoch 1970 wieder stillgelegt wurde.

Neben der besseren Anbindung durch die Eisenbahn waren es auch die Erzählungen Theodor Fontanes in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg, die auch in Burg zu einem Anstieg des Tourismus führten. 1884 eröffnete die erste homöopathische Praxis. Die Einwohnerzahlen stiegen weiter: So lebten 1885 bereits 4533 Einwohner in Burg. Hinzu kamen 97 Pferde, 2300 Rinder, 1300 Schweine sowie 371 Bienenstöcke. Insgesamt 97 Händler beleben den Ort. 1887 wurde die erste Telefonverbindung mit Werben eingerichtet. Gleichzeitig errichteten Handwerker eine Straßenverbindung nach Cottbus. Um 1900 kam daher auf Initiative des Kriegervereins die Idee auf, auf dem Schlossberg einen Bismarckturm zu errichten, der gleichzeitig als Aussichtsturm dienen sollte. Damit wurden Überlegungen des Spreewaldvereins obsolet, eine Aussichtsplattform am Gasthaus Eiche zu errichten. 1917 wurde der Turm der Öffentlichkeit übergeben.

Burg war in dieser Zeit immer wieder von zum Teil verheerenden Hochwassern betroffen. Durch eine erste Begradigung der Spree in den 1870er Jahren verschärfte sich die Situation, da sich die Durchlaufzeiten des Hochwasserscheitels drastisch verkürzten. Dennoch lehnte die Gemeinde im Jahr 1879 die Aufnahme in die neu gegründete Wasser-Genossenschaft Lübbenau ab. Sie befürchteten fallende Grundwasserstände und Wasserdefizite. Ebenfalls abgelehnt wurde 1886 der Bau eines Kanals, der als Umfluter dienen sollte. Doch bereits 1897 kam es zu einem weiteren Hochwasser, das zu erheblichen Schäden führte. Weitere Hochwasser in den Jahren 1899, 1900, 1901, 1915, 1917, 1919, 1920, 1926, 1927 und 1930 folgten. Erst ein erweiterter Ausbau der Fließe zwischen 1926 und 1936 führte zu einer Verbesserung des Hochwasserschutzes. 1899 gründete sich ein landwirtschaftlicher Verein, der in den folgenden Jahren durch zahlreiche Vortragsveranstaltungen zum kulturellen Leben in Burg beitrug.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. Oktober 1901 beschloss die Gemeinde Burg-Kauper, fünf Wege mit einer Länge von insgesamt 20 km Länge zu errichten. Damit sollte ein Anschluss an die Orte Burg-Dorf, Burg-Kolonie, Byhlegure sowie nach Schmorgrow hergestellt werden. In der Nacht vom 3. auf den 4. August 1903 kam es in der Mühle in Burg zu einer Mehlstaubexplosion, bei der das Bauwerk bis auf das Wasserrad zerstört wurde. Sie wurde ein Jahr später durch einen Neubau mit einer Wasserturbine ersetzt. 1908 gründete sich ein Kahnfährverein. 1911 weihte die Freiwillige Feuerwehr ein Spritzenhaus ein. Die Infrastruktur wuchs weiter – 1913 bauten Handwerker die Hafenanlage in der Mühlgrube. Kurze Zeit später erhielten die ersten Einwohner einen Anschluss an das elektrische Stromnetz, das von 1919 bis 1936 ausgebaut wurde. Von 1920 bis 1933 wurden Straßen und Verbindungen befestigt und ausgebaut. Zuvor gab es lediglich vereinzelte schmale Fußsteige. Über die Gräben waren Bohlen gelegt; über die größeren Fließe mit Kahnverkehr gab es hohe Brücken, auch Bänke genannt. Die Arbeiten gingen jedoch nur mühsam voran, denn es fehlte an Kies, um die Wege entsprechend aufzuschütten. Der erforderliche Sand wurde aus den Fließen gewonnen und mit Kähnen zu den Baustellen transportiert. Die Einwohner wurden dabei zu 35 bis 40 Tagen Hand- und Spanndiensten herangezogen. Als 1926 und 1927 durch Hochwasser die gerade fertig gestellten Wege wieder zerstört wurden, beschloss die Gemeinde, den Windmühlenberg abzubauen. Per Feldbahn wurden 66.000 m³ Sand nach Burg-Kolonie transportiert. 1930 errichteten Handwerker in der Bahnhofstraße ein festes Schulgebäude mit vier Räumen; 1934 bis 1936 die Ringchaussee.

In der Zeit des Nationalsozialismus hatte Hermann Göring den Plan, die wirtschaftlich schwache Region zu entvölkern und gleichzeitig Wisente und Elche anzusiedeln. Damit sollte im Spreewald ein Jagdgebiet für die Nationalsozialisten entstehen. In diesem Zusammenhang kamen Überlegungen auf, die von zahlreichen Hochwassern geplagte Region großflächig trockenzulegen. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die Pläne jedoch nicht mehr umgesetzt. Vielmehr wurde von 1951 bis 1975 ein Hochwasserschutzkonzept realisiert, der aus mehreren Umflutern und Rückhaltebecken besteht. 1952 konnten so bereits 10.000 Hektar Land geschützt werden.

1951 nannte die Gemeinde den Bismarckturm in Turm der Jugend um. Durch den zunehmenden motorisierten Verkehr errichteten Bauarbeiter in Burg-Kauper zwischen 1953 und 1955 insgesamt zwölf massive Brücken. Am 3. Mai 1960 gründet sich die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Spreeland unter dem Vorsitz von Max Fiedermann. Sechs weitere LPGs folgten, die 1975 zu einer einzigen LPG vom Typ III zusammengefasst wurden. 1965 feierte der Ort sein 650-jähriges Jubiläum. 1976 wurde die Hafenanlage am Waldschlösschen eröffnet. 1982 konnte die Zehnklassige Polytechnische Oberschule Hans Beimer Burg (Spreewald) ihren Betrieb aufnehmen. Sie ersetzte die Dorfschulen in den einzelnen Ortschaften durch ein zentrales Angebot.

Die amtliche Schreibweise des Ortsnamens lautete bis zum Ende der DDR Burg/Spreewald.[7] Nach der Wende erfolgte auch in Burg die Privatisierung der LPG. Der Turm der Jugend wurde zum 3. Oktober 1990 wieder in Bismarckturm umbenannt. Die Hauptstraße, die Bahnhofstraße sowie weitere Verbindungswege wurden grundlegend neu gebaut oder erhielten einen neuen Belag. 1991 gründete sich die Erzeugergemeinschaft Spreewaldmarkt. Ein Jahr später konnten zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität erfolgreich abgeschlossen werden. Dazu wurde unter anderem ein umfangreiches Leitungsnetz verlegt und ein Wasserwerk in Betrieb genommen. 1992 wurde die Oberschule in eine Gesamtschule umgewandelt. Dort bestand auch die Möglichkeit, das Abitur abzulegen. 1994 ging eine Kläranlage ans Netz. Der Ort entwickelt sich weiter: Pensionen, Hotels und Gaststätten eröffnen und richten sich auf den Tourismus aus. Hinzu kam 1994 eine Reha-Klinik.

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Müschen wurde am 31. Dezember 2001 nach Burg (Spreewald) eingemeindet.[8] 2005 eröffnete die SpreewaldTherme und im selben Jahr erhielt der Ort die Anerkennung als staatlich anerkannter Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb. 2010 wurde die gymnasiale Oberstufe aufgegeben, da die Schülerzahlen stark zurückgegangen waren. Seit dieser Zeit gibt es in Burg eine Grund- und Oberschule. 2014 beschloss die Gemeindevertretung ein Leitbild „Burg2020“. 2015 feierte Burg sein 700-jähriges Jubiläum.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 4 423
1890 4 251
1910 4 290
1925 4 030
1933 4 071
1939 3 914
1946 5 075
1950 4 772
1964 3 804
1971 3 799
Jahr Einwohner
1981 3 482
1985 3 447
1989 3 456
1990 3 433
1991 3 407
1992 3 413
1993 3 471
1994 3 517
1995 3 602
1996 3 736
Jahr Einwohner
1997 3 807
1998 3 932
1999 4 048
2000 4 138
2001 4 529
2002 4 577
2003 4 564
2004 4 555
2005 4 556
2006 4 582
Jahr Einwohner
2007 4 536
2008 4 469
2009 4 459
2010 4 391
2011 4 357
2012 4 312
2013 4 323
2014 4 335
2015 4 338

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[9][10] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:[11]

Partei / Liste Sitze
WG Gemeinsam für Burg 5
CDU 5
SPD 3
LINKE 1
WG Bündnis für Burg 1
WG Landwirtschaft und Umwelt 1

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ira Frackmann (CDU) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 51,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewappen

Das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg hat der Gemeinde Burg (Spreewald) die Genehmigung zur Führung eines Wappens am 15. Mai 2007 und zur Führung einer Flagge am 14. August 2007 erteilt.[14] Entworfen wurden Wappen und Flagge vom Grafiker und Heraldiker Uwe Reipert aus Beeskow.

Wappenbeschreibung
„In Grün eine gold-bekrönte silberne Schlange, die sich um einen goldenen Säulenfuß windet und aus deren Rachen sich ein silberner Wasserschwall in das darauf liegende Becken ergießt; beseitet von je zwei goldenen Sumpfdotterblumen.“[15][16]

Das Schlangenmotiv ist angelehnt an die mythologische Darstellung der Hygieia, Tochter des Asklepios, die für gesunde Lebensführung steht. Die übliche Darstellung der sich um den Becher mit heilkräftigem Inhalt windenden Schlange ist erweitert um die regional bedeutsamen Attribute der Krone als Zeichen des Schlangenkönigs und des ausgespienen Wassers als Hinweis auf die Solequelle. Damit weist das Hauptmotiv des Wappens auf den Status der Gemeinde Burg (Spreewald) als Kurort hin.

Die vier Blüten der spreewaldtypischen Sumpfdotterblume versinnbildlichen die vier Gemeinde- bzw. Ortsteile Dorf, Kolonie, Kauper und Müschen. Die weiträumige Verteilung der Blüten bringt den Aspekt der Streusiedlung ins Spiel.

Flaggenbeschreibung
„Dreistreifig Grün-Weiß-Grün (Grün-Silber-Grün) im Verhältnis 1:4:1 mit dem Gemeindewappen im Mittelstreifen.“[16]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bismarckturm
Weidenburg

Die Denkmalliste von Burg enthält alle Bauten, die unter Denkmalschutz stehen.

  • Pfarrkirche, 1799 bis 1804 in frühklassizistischem Stil erbaut. Die davor befindliche Luther-Eiche ist als Naturdenkmal eingetragen.
  • Bismarckturm auf dem Schlossberg, 1915 bis 1917 auf einem ur- und frühgeschichtlichen Wall erbaut, dient als Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Die Plattform in 28 Metern Höhe diente einst als Feuerschale und ist für die Öffentlichkeit zugänglich.
  • Weidenburg – Arena Salix in der Nähe des Bismarckturms, ein von lebenden Weidenruten gebildetes Gebäude, vom Schweizer Architekten Marcel Kalberer geschaffenes Baumdenkmal auf einer Fläche von 7.878 m²
  • Kur- und Sagenpark in der Nähe des Medizinische Rehabilitationszentrums mit Skulpturen aus der sorbisch/wendischen Sagenwelt, einem Kräuter- und Pflückgarten sowie einem Rosengarten und mehreren Streuobstwiesen
  • Heimatstube Burg in einem für die Region typischen reetgedeckten Blockhaus, informiert über die Ur- und Kirchengeschichte sowie über Haus- und Landwirtschaft der Region. Daneben werden sorbisch/wendische Trachten gezeigt. Die Dauerausstellung wird durch wechselnde Ausstellungen zum früheren und heutigen Leben in Burg ergänzt.
  • Alter Bahnhof Burg (Spreewald) der Spreewaldbahn von 1898, zur Gaststätte umgebaut

Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Burg (Spreewald) aufgeführt. Burg ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof in Burg

Burg liegt an den Landesstraßen L 51 zwischen Straupitz und Cottbus sowie L 54 nach Vetschau. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Vetschau an der A 15 (Dreieck Spreewald–polnische Grenze).

Der Bahnhof Vetschau im gleichnamigen Nachbarort an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz wird von der Regional-Express-Linie RE 2 Wismar–Berlin–Cottbus bedient.

1898 wurde die Spreewaldbahn eröffnet, eine Schmalspurbahn, die von Cottbus über Burg (Spreewald) und Straupitz nach Lübben (Spreewald) führte. Diese Bahnstrecke wurde 1970 stillgelegt und demontiert. In Burg erinnert noch der zu einem Gasthof umgebaute Bahnhof, neben dem sich wieder ein Stück Gleis mit Museumswaggons und Teilen einer alten Dampflok der Spreewaldbahn befindet, an diese Strecke. Die Gaststätte selbst ist als Museum für die Spreewaldbahn eingerichtet. Inzwischen plant ein Förderverein den Wiederaufbau der Spreewaldbahn.

Per Fahrrad ist Burg über den Gurken-Radweg sowie über den Hofjagd-Radweg zu erreichen.

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war in großen Teilen von Burg der Spreewaldkahn - ein langes flaches Boot mit geringem Tiefgang, das mit einer langen Stange („Rudel“) gestakt wird und sich auch durch schmale und flache Kanäle steuern lässt - das einzige Transportmittel. Erst danach verlor er durch den Ausbau von Wegen und Brücken seine wirtschaftliche Bedeutung und dient jetzt vor allem touristischen Zwecken.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafen in Burg

Burg ist als Ausgangspunkt für Wasserwandertouren durch die Fließe des Spreewaldes geeignet. Besucher von Burg können selbst mit dem Paddelboot fahren, sich aber auch mit dem Spreewaldkahn von einem Fährmann durch die Fließe des Biosphärenreservates staken lassen.[3] Ein Befahren des inneren Teils des Biosphärenreservates ist nicht gestattet.

Das Informationszentrum Schlossberghof informiert über das Biosphärenreservat Spreewald. Neben einer Ausstellung gehören eine Natur-Erlebnis-Uhr sowie ein Arznei- und Gewürzpflanzengarten zum Angebot.

Inlineskater und Fahrradfahrer finden neu ausgebaute Strecken im gesamten Gebiet von Burg. Auch zwischen Cottbus und Burg sind ausgebaute Strecken vorhanden, die in weiten Teilen der früheren Streckenführung der stillgelegten Spreewaldbahn folgen.

Seit 2005 bietet der Ort mit der Spreewald-Therme eine Badeeinrichtung mit Solewasser und hat ein Rehabilitationszentrum, was zur staatlichen Anerkennung als Ort mit Heilquellenkurbetrieb führte. Die Bade- und Saunalandschaft sowie der Fitness- und Wellnessbereich werden auch in der Zusammenarbeit mit Hotels und Pensionen betrieben.[2]

In Burg existiert mit der SG Burg ein Sportverein, der neben dem Fußball noch Billard, Turnen, Volleyball und Darts anbietet. Gründungsjahr des Vereins ist das Jahr 1921. Im Jahr 2004 stieg die Fußballmannschaft in die Verbandsliga Brandenburg auf. Nach dem Rückzug zum Ende der Saison 2006/2007 spielte der Verein in der Landesklasse Süd und seit dem Aufstieg im Jahr 2008 in der Landesliga Süd.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amt Burg (Spreewald) (Hrsg.): 1315–2015, 700 Jahre Burg im Spreewald, 2015, S. 110
  • Amt Burg (Spreewald) Sachgebiet Tourismus (Hrsg.): Freizeitangebote in Burg Spreewald, keine Datumsangabe, S. 60.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg (Spreewald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Burg (Spreewald) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Tourismusverband Spreewald (Hrsg.): Touristinformation Gurkenradweg im Spreewald. 2006, S. 38.
  3. a b c Tourismusverband Spreewald (Hrsg.): Touristinformation Kahnfahrt Spreewald. 2005, S. 6.
  4. Ralf Jodelbauer, Gunter Spieß, Han Steenwijk: Die aktuelle Situation der niedersorbischen Sprache. Domowina-Verlag, Bautzen/Budyšin 2000; S. 30–33.
  5. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Burg (Spreewald)
  6. Zeittafel Burg (Spreewald). In: burgimspreewald.de. Abgerufen am 13. Juni 2017.
  7. Verzeichnis der Gemeinden der DDR, Berlin 1989.
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 14–17
  10. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  12. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  13. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  14. Satzung der Gemeinde Burg (Spreewald) zur Nutzung des Wappens und der Flagge
  15. Brandenburgisches Landeshauptarchiv: Wappen Gemeinde Burg (Spreewald)
  16. a b § 2 der Hauptsatzung der Gemeinde Burg (Spreewald)
  17. Webseite der SG Burg (Spreewald). Archiviert vom Original am 29. März 2016; abgerufen am 12. November 2016.