Drebkau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Drebkau
Drebkau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Drebkau hervorgehoben
Koordinaten: 51° 39′ N, 14° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 143,91 km2
Einwohner: 5626 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03116
Vorwahl: 035602
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 057
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Spremberger Straße 61
03116 Drebkau
Webpräsenz: www.drebkau.de
Bürgermeister: Dietmar Horke (parteilos)
Lage der Stadt Drebkau im Landkreis Spree-Neiße
Burg Briesen Dissen-Striesow Döbern Drachhausen Drehnow Drebkau Felixsee Forst Groß Schacksdorf-Simmersdorf Guben Guhrow Heinersbrück Jämlitz-Klein Düben Jänschwalde Kolkwitz Neiße-Malxetal Neuhausen Peitz Schenkendöbern Schmogrow-Fehrow Spremberg Tauer Teichland Tschernitz Turnow-Preilack Welzow Werben WiesengrundKarte
Über dieses Bild
Schloss in Drebkau

Die Stadt Drebkau, niedersorbisch Drjowk (selten auch Drepkau geschrieben), liegt südwestlich von Cottbus im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in folgende Ortsteile (sorbische Bezeichnungen in Klammern) mit den dazugehörenden Gemeindeteilen und Wohnplätzen:[2]

  • Casel (Kózle) mit dem Gemeindeteil Illmersdorf (Njamorojce) und dem Wohnplatz Göritz (Chórice)
  • Domsdorf (Domašojce) mit dem Gemeindeteil Steinitz (Šćeńc)
  • Drebkau (Drjowk) mit dem Gemeindeteil Golschow (Gólašow) und den Wohnplätzen Golschower Buden (Gólšojske budy), Kaupmühle (Kuparski młyn) und Raakow (Rakow). Zur Gemarkung von Drebkau gehört auch die frühere Gemarkung und Ortslage des devastierten Dorfes Kausche
  • Greifenhain (Maliń) mit dem Gemeindeteil Radensdorf (Radowašojce) und dem Wohnplatz Kolonie Greifenhain (Kolonija Maliń)
  • Jehserig (Jazorki) mit den Gemeindeteilen Merkur (Merkur), Papproth (Paprotna) und Rehnsdorf (Radušc)
  • Kausche (Chusej) (Neu-Kausche)
  • Laubst (Lubošc) mit dem Gemeindeteil Löschen (Lĕźiny) und den Wohnplätzen Laubster Ausbau (Lubošcańske wutwarki) und Löschener Buden (Lěźinske budki)
  • Leuthen (Lutol) mit dem Wohnplatz Kolonie Winkel (Kolonijowy nugłyšk). Völlig in Leuthen aufgegangen ist die frühere Gemeinde Wintdorf.
  • Schorbus (Skjarbošc) mit den Gemeindeteilen Auras (Huraz) und Klein Oßnig (Wóseńck) sowie den Wohnplätzen Alte Ziegelei (Stara cyglownja), Reinpusch (Rampuś), Oelsnig (Wólšynka) und Schorbus Ausbau (Skjarbošcańske wutwarki)
  • Siewisch (Źiwize) mit dem Gemeindeteil Koschendorf (Kóšnojce) und dem Wohnplatz Bollmühle (Bolojski młyn)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Drebkau

Ersterwähnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ersterwähnung von Drebkau wurde herkömmlich, aber unzutreffend für das Jahr 1280 angenommen. Das beruhte auf einer Erwähnung in einem Welzower Dokument zusammen mit Steinitz. Ebenso wie in Welzow bezog man sich bisher auf eine Abschrift von einem nicht mehr gut lesbaren Pergament, auf dem das Jahr 1280 gelesen wurde. Nach intensiven Recherchen in den Staatsarchiven von Potsdam und Dresden konnte Joachim Schneider (Welzow/Dresden) im Mai 2005 nachweisen, dass die älteste erhaltene Erwähnung Drebkaus aus dem Jahr 1353 datiert. Die Originalurkunden befinden sich in den Staatsarchiven von Brandenburg und Sachsen. Gleichwohl fand im Jahr 2005 die 725-Jahr-Feier der Stadt Drebkau statt.

Anschlag auf die Eisenbahn 1903[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Mai 1903 entgleiste beim Bahnhof Drebkau der Personenzug Nr. 983 auf der Bahnstrecke Großenhain–Cottbus, nachdem ein betrunkener Zimmermann eine neben der Strecke gelagerte Bahnschwelle quer über das Gleis gelegt hatte. Die Lokomotive und drei folgende Wagen entgleisten, wobei der der Lokomotive direkt folgende Wagen vollständig zertrümmert wurde. Ein Toter, drei Schwer- und fünf Leichtverletzte waren die Folge.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Gemeindegebiet von Kausche wurde am 29. September 1996 nach Drebkau umgegliedert.[4] Am 31. Dezember 2001 wurden folgende acht Gemeinden nach Drebkau eingemeindet: Casel, Domsdorf, Greifenhain, Jehserig, Laubst, Leuthen, Schorbus und Siewisch.[5] Das bis dahin bestehende Amt Drebkau (Niederlausitz) wurde aufgelöst. Drebkau wurde amtsfreie Stadt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1.300
1890 1.289
1910 2.017
1925 2.127
1933 2.159
1939 2.185
1946 2.518
1950 2.706
1964 2.541
1971 3.159
Jahr Einwohner
1981 3.005
1985 2.898
1989 2.813
1990 2.773
1991 2.725
1992 3.035
1993 2.955
1994 2.861
1995 2.912
1996 3.169
Jahr Einwohner
1997 3.145
1998 3.125
1999 2.926
2000 2.899
2001 6.577
2002 6.508
2003 6.423
2004 6.399
2005 6.324
2006 6.241
Jahr Einwohner
2007 6.223
2008 6.104
2009 5.984
2010 5.910
2011 5.849
2012 5.777
2013 5.734
2014 5.716
2015 5.626

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Drebkau besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

  • CDU 7 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • Ortsteile Bündnis Stadt Drebkau 3 Sitze
  • Die Linke 3 Sitze
  • Freie Wählervereinigung der Stadt Drebkau: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2014)[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 ist der parteilose Dietmar Horke Bürgermeister der Stadt. Er wurde in der Bürgermeisterwahl vom 12. September 2010 mit 53,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 44,9 %).[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 2. Mai 2003 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau eine durchgehende silberne Zinnenmauer mit zwei gezinnten, schwarz-befensterten, rot-bedachten und beknauften silbernen Türmen und einem spitzbogigen Tor mit hochgezogenem roten Fallgatter; zwischen den Türmen ein schwebender roter Schild belegt mit einem doppelt-geschwänzten, gold-bewehrten, -gezungten und –gekrönten silbernen Löwen.“[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drebkau besitzt eine Partnerschaftsbeziehung mit Czerwieńsk in Polen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Raakow, Sammlung Alexander Duncker
Rittergut Wintdorf um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Sühnekreuz in Greifenhain

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Drebkau und Liste der Bodendenkmale in Drebkau

In Drebkau befinden sich zwei Schlösser: das Schloss Drebkau und das Schloss Raakow. Ein weiteres sehenswertes Bauwerk ist das Rathaus der Stadt. Das ebenfalls denkmalgeschützte Gutshaus in Koschendorf befindet sich leider im Verfall.

Ein Steinkreuz aus grauem Granit befindet sich östlich des Ortsteils Greifenhain. Es steht nördlich des Weges nach Radensdorf westlich des Greifenhainer Fließes. Früher diente es als Steg über diesen Fließ, aus diesem Grund ist die Vorderseite glatt.[11]

Die Steinitzer Treppe ist ein 2012 errichteter Aussichtspunkt etwa 3,5 km südlich von Drebkau nahe dem Ortsteil Steinitz. Die schräg aufragende Metallkonstruktion ähnelt der Form einer Förderbrücke und führt zu einer 19 m hoch gelegenen Aussichtsplattform, von der sich ein sehr guter Blick über den Tagebau Welzow-Süd und ins Oberlausitzer Bergland bietet. Entlang des Geländers ist ein Schrägaufzug installiert, um auch Personen mit Behinderung den Zugang zu ermöglichen.[12]

Die Mumien von Illmersdorf sind im Gemeindeteil Illmersdorf zu besichtigen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rosenmontag findet alljährlich der vom Drebkauer Carnevalclub veranstaltete traditionelle Rosenmontagsumzug mit anschließender Party auf dem Marktplatz statt.

Seit 2005 wird jährlich der Drebkauer Kreisel veranstaltet, eine Radtour durch das Gemeindegebiet.

Im Ortsteil Casel wird ein jahrhundertealter sorbischer Brauch, das Johannisreiten, gepflegt.[13]

Große Resonanz finden das jährlich stattfindende „Drebkauer Drachenfest“ und die an jedem 2. Oktoberwochenende veranstaltete „Drebkauer Pilzwanderung“.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt verfügt über mehrere Vereine, wie den Feuerwehrverein Stadt Drebkau, den Drebkauer Carneval Club, den Steinitzer Alpenverein, den Kauscher Karneval Klub, die SG Kausche und den 1. Angelverein Drebkau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt sind unter anderem die Unternehmen Ardagh Glass Germany GmbH, ein Hersteller von Behälterglas, die Landhandel Drebkau GmbH, die Agrargenossenschaft Drebkau e.G, die Agrar GmbH Schorbus sowie die S.H.D. Säge- und Hobelwerk Drebkau GmbH ansässig.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drebkau liegt an der Bundesstraße 169 zwischen Senftenberg und Cottbus sowie an der Landesstraße L 52 zwischen Calau und Spremberg. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Cottbus-West an der A 15 (Dreieck Spreewald–polnische Grenze), etwa 10 km nordöstlich gelegen.

Der Bahnhof Drebkau liegt an der Bahnstrecke Großenhain–Cottbus und wird von der Regional-Express-Linie RE 18 und der Regionalbahnlinie RB 49 (beide CottbusRuhland) bedient.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[14] 3.455 3.473 3.514 3.529 3.520 3.479 3.502
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 555 569 587 597 602 602 611

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schiebell befindet sich die Grundschule Drebkau. Die Oberschule Drebkau ist seit Juli 2007 geschlossen. Eine weitere Grundschule liegt in Leuthen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Drebkau besteht der SV Einheit Drebkau, der die Sportarten Fußball, Billard, Kegeln und Gymnastik anbietet. Weitere Fußballvereine sind die SG Kausche, SV Leuthen/Oßnig und die SG Blau-Weiß Schorbus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drebkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Stadt Drebkau. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  3. Ludwig Ritter von Stockert: Eisenbahnunfälle. Ein Beitrag zur Eisenbahnbetriebslehre., Bd. 1. Leipzig 1913, S. 270, Nr. 198.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße (PDF) S. 14–17
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014 (PDF)
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl vom 12. September 2010
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. Dietrich Neuber, Günter Wetzel: Steinkreuze Kreuzsteine Inventar Bezirk Cottbus. Cottbus. 1982
  12. Aussichtspunkt „Steinitzer Treppe“ neben Tagebau eröffnet. In: Lausitzer Rundschau, 2. August 2012; abgerufen am 6. April 2015
  13. Flyer zu einer Ausstellung „Johannes der Täufer – christliche Wurzeln und Brauchtum in Süd-Brandenburg“ (Sommer 2008)
  14. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3