The Menu

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Film
Deutscher Titel The Menu
Originaltitel The Menu
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2022
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Mark Mylod
Drehbuch Seth Reiss,
Will Tracy
Produktion Katie Goodson,
Betsy Koch,
Adam McKay,
DanTram Nguyen,
Zahra Phillips
Musik Colin Stetson
Kamera Peter Deming
Schnitt Christopher Tellefsen
Besetzung
Synchronisation

The Menu ist eine US-amerikanische schwarzhumorige Satire mit Horrorelementen von Regisseur Mark Mylod, in der das Thema Haute Cuisine in den Mittelpunkt gestellt wird. Die Hauptdarsteller Anya Taylor-Joy und Nicholas Hoult verkörpern ein junges Paar, das ein abgelegenes Restaurant des von Ralph Fiennes gespielten Küchenchefs mit ungeahnten Konsequenzen besucht.

Die Weltpremiere erfolgte am 11. September 2022 auf dem Toronto International Film Festival. Der Film kam am 17. November 2022 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Feinschmecker Tyler engagiert die Escort-Dame Margot, die ihn zu einem exklusiven Dinnerabend auf einer abgelegenen Insel vor der US-Küste begleiten soll. Gemeinsam mit zehn anderen geladenen Gästen werden beide von der Oberkellnerin Elsa in Empfang genommen und über die Insel geführt, auf der alle Zutaten des abendlichen Menüs selbst angebaut werden. Im Restaurant Hawthorn des Küchenchefs Julian Slowik wird Margot von Beginn an mit Misstrauen begegnet, da sie ursprünglich nicht auf der Gästeliste stand und nur kurzfristig für Tylers verhinderte Freundin eingesprungen ist.

Slowik möchte seine Gäste mit einem thematisch durchchoreografierten Abend und einem 1250 US-Dollar teuren Degustationsmenü beeindrucken, das „geschmeckt“ und nicht „gegessen“ werden soll. Die ersten drei Gänge finden nicht bei allen Gästen Anklang, können mit der Zeit aber insbesondere die Restaurantkritikerin Lillian Bloom und den Slowik anhimmelnden Tyler beeindrucken. Margot ist von den gebotenen Speisen hingegen nur wenig begeistert und verweigert den Verzehr, wodurch Slowik wütend wird.

Mit dem dritten Gang beginnen sich die Gäste zunehmend unwohl zu fühlen, da Slowik Tortillas mit privaten Fotos bedruckt und dadurch Geheimnisse der Anwesenden öffentlich macht. Die Situation spitzt sich weiter zu, als sich der ambitionierte, aber unterqualifizierte Souschef Jeremy Louden zu Beginn des vierten Gangs mit einer Pistole erschießt. Dann ertränkt Slowik den Inselinhaber, der auch sein Vorgesetzter ist, vor aller Augen im Meer. Als einem Gast nach einem Fluchtversuch ein Finger abgehackt wird, beginnen die Anwesenden zu verstehen, dass sie Teil einer morbiden Inszenierung sind, an deren Ende alle Anwesenden sterben sollen.

Gegenüber den anwesenden Gästen gibt Slowik als Beweggründe an, alle hätten dazu beigetragen, dass der Respekt gegenüber der Kochkunst mit der Zeit abgenommen und er seine Leidenschaft verloren habe. So seien die Restaurantkritikerin Lillian und ihr Verlagspartner Ted für die Schließung zahlreicher Restaurants verantwortlich, seine alkoholabhängige Mutter Linda hätte ihn nie bei seinen Träumen unterstützt, die Liebbrandts würden sich als Stammgäste an keines seiner Gerichte erinnern und den Schauspieler George Díaz wolle er einzig und allein für einen schlechten Film bestrafen. Da Margot unwissentlich von Tyler auf die Insel gebracht wurde, überlässt Slowik ihr die Wahl, zusammen mit den Gästen oder den Bediensteten zu sterben.

In den folgenden Gängen werden die männlichen Gäste unter anderem über die Insel gejagt, ehe sich der Hobbykoch Tyler gegenüber Slowik beweisen muss. Der Küchenchef befindet die von Tyler zubereitete Speise als fürchterlich und nötigt ihn, Suizid durch Erhängen zu begehen. Margot konnte unterdessen über ein Funkgerät Hilfe rufen, doch die Küstenwache entpuppt sich nur als weiterer Teil von Slowiks Inszenierung. Als sich der Küchenchef enttäuscht von der jungen Frau abwendet, beschließt Margot, Slowik herauszufordern, und lässt einen der Gänge zurückgehen.

Als Slowik fragt, was mit dem Essen nicht stimme, wirft die hungrige Margot ihm vor, ohne Liebe zu kochen, und fordert von ihm die Zubereitung eines Cheeseburgers mit Pommes frites. Vom Ehrgeiz getrieben nimmt der Küchenchef die Herausforderung an und erlaubt Margot sogar, das Essen einzupacken und die Szenerie zu verlassen. Die anderen Gäste werden als Dessert S’More verkleidet, ehe Slowik das gesamte Haus mit allen Personen abbrennt. Margot beobachtet die Flammen von einem Motorboot aus der Ferne und isst ihren Cheeseburger.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chefköchin Dominique Crenn beriet bei den im Film gezeigten Speisen (2013)

Das Filmprojekt wurde im April 2019 angekündigt, ursprünglich unter der Regie von Alexander Payne und mit Emma Stone in der weiblichen Hauptrolle.[3] Das Drehbuch von Seth Reiss und Will Tracy war 2020 in der Blacklist der besten unverfilmten Ideen Hollywoods gelistet.[4] Aufgrund von Terminkonflikten mussten Payne und Stone das Projekt verlassen und Mark Mylod wurde mit der Regie betraut. Für den Briten ist es die erste große Studioproduktion seit Der perfekte Ex (2011). Er hatte sich zuvor als Regisseur an der von Adam McKay mitproduzierten preisgekrönten Serie Succession einen Namen gemacht, an der Co-Drehbuchautor Tracy beteiligt war. McKay agiert mit seinem Unternehmen Hyperobject Industries gemeinsam mit Searchlight Pictures ebenfalls als Produzent an The Menu.[5] Die Hauptrollen wurden mit Ralph Fiennes, Anya Taylor-Joy und Nicholas Hoult besetzt.

Die Dreharbeiten begannen ab Anfang September 2021 in Savannah (Georgia).[6] Die Szenen auf der Insel wurden auf Tybee Island, einer kleinen Barriereinsel des Bundesstaates, in Tybee Beach sowie in Villen am Horsepen Point Drive gedreht.[7]

Für Kamera und Schnitt zeichneten Peter Deming bzw. Christopher Tellefsen verantwortlich. Als technische Beraterin für die im Film gezeigte Haute Cuisine wurde die mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete französische Köchin Dominique Crenn herangezogen, Besitzerin des Restaurants Atelier Crenn in San Francisco.[8]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutschsprachige Synchronfassung entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Christian Weygand bei FFS Film- & Fernseh-Synchron.

Rolle Schauspieler Synchronsprecher[9]
Küchenchef Julian Slowik Ralph Fiennes Udo Schenk
Margot Mills / Erin Anya Taylor-Joy Lina Rabea Mohr
Tyler Nicholas Hoult Ozan Ünal
Elsa Hong Chau Claudia Lössl
Lillian Bloom Janet McTeer Elisabeth Günther
Ted Paul Adelstein Hans-Georg Panczak
George Díaz John Leguizamo Christian Weygand
Felicity Aimee Carrero Patricia Strasburger
Anne Liebbrandt Judith Light Angelika Bender
Richard Liebbrandt Reed Birney Hans Bayer
Soren Arturo Castro Felix Auer
Bryce Rob Yang Benedikt Gutjan
Dave Mark St. Cyr Julian Manuel

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf über 15 Millionen US-Dollar. Am Startwochenende beliefen sich die Kinokartenverkäufe in den USA auf mehr als 9 Millionen US-Dollar. Damit belegte The Menu mit Abstand einen zweiten Platz hinter dem Science-Fiction-Streifen Black Panther: Wakanda Forever.[10]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Trailer zum Film wurde Anfang Juni 2022 veröffentlicht;[11] ein zweiter folgte Anfang August 2022.[12] Die Premiere von The Menu erfolgte am 11. September 2022 auf dem Toronto International Film Festival. Dort wurde das Werk als „scharfe Satire“ und finsterer „kulinarischen Albtraum“ angepriesen.[13] Die reguläre Veröffentlichung in den US-amerikanischen Kinos startetet am 18. November 2022 im Verleih von Searchlight Pictures.[14] In Deutschland erschien der Film einen Tag früher.

Der Film wird als möglicher Kandidat für die Oscarverleihung 2023 gehandelt.[15] Auf der Website Rotten Tomatoes hält The Menu eine Bewertung von 89 Prozent, basierend auf über 200 englischsprachigen Kritiken und einer Durchschnittswertung von 7,6 von 10 Punkten. Das Fazit der Seite lautet: „Während sich sein sozialer Kommentar auf grundlegende Zutaten stützt, serviert The Menu schwarze Komödie mit viel Geschmack“.[16] Auf der Website Metacritic erhielt der Film eine Bewertung von 71 Prozent, basierend auf mehr als 40 ausgewerteten englischsprachigen Kritiken. Dies entspricht „allgemein positive Bewertungen“ („generally favorable reviews“).[17]

In der Rezension des NDR heißt es von der Kritikerin Anna Wollner, der Film sei „eine Versuchsanordnung und eine Abrechnung mit dem Kult des guten Essens, egal zu welchem Preis, mit der immer größer werdenden Erwartungshaltung der betuchten Gäste, unterhalten zu werden“. Der Film verhandele das Verhältnis von Essen als Kunst, das er als leere Konsumhülle deklariere.[18]

In der Filmzeitschrift epd Film schreibt Kai Mihm, dass „von der selbstherrlichen Großkritikerin über die neureichen Prestige-Esser bis zum prätentiösen Supernerd sämtliche Gast-­Archetypen punktgenau karikiert“ würden. Nur vereinzelt verfalle das Drehbuch in „letztlich konservative Klischees über kulinarische Kreativität und Avantgarde“. Im Eifer des satirischen Gefechts werde manches simplifiziert, und am Ende sei The Menu „wohl eher blutiges Boulevardtheater als tiefschürfende Reflexion“.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für The Menu. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für The Menu. Jugendmedien­kommission.
  3. Mike Fleming Jr.: Hot Project Du Jour: Emma Stone, Ralph Fiennes, Alexander Payne On ‘The Menu’. In: deadline.com, 9. April 2022 (abgerufen am 4. Juni 2022).
  4. Anthony D’Alessandro, Dino-Ray Ramos: The Black List 2019 Screenplays Unveiled & Ranked: Ken Kobayashi’s Frozen-Time Romance ‘Move On’ Tops List. In: deadline.com, 16. Dezember 2019 (abgerufen am 4. Juni 2022).
  5. Justin Kroll: Searchlight and Adam McKay Tap ‘Succession’s’ Mark Mylod to Direct ‘The Menu’ (EXCLUSIVE). In: variety.com, 28. Mai 2020 (abgerufen am 4. Juni 2022).
  6. "The Menu" Core Extras. In: projectcasting.com (abgerufen am 4. Juni 2022).
  7. Christina M. Horn: Wo wurde The Menu gefilmt? Falstaff Travel, 12. Juni 2022, abgerufen am 19. November 2022
  8. Anthony D’Alessandro: ‘The Menu’: Paul Adelstein, Rob Yang, Arturo Castro & Others Are Searchlight Pic’s Final Ingredients. In: deadline.com, 5. Oktober 2021 (abgerufen am 4. Juni 2022).
  9. The Menu. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 21. November 2022.
  10. The Menu. In: boxofficemojo.com (abgerufen am 22. November 2022).
  11. The Menu – Official Teaser Trailer. In: youtube.com, 1. Juni 2022 (abgerufen am 4. Juni 2022).
  12. The Menu | Official Trailer | Searchlight Pictures. In: youtube.com, 10. August 2022 (abgerufen am 11. August 2022).
  13. Jane Schoettle: The Menu. In: tiff.net (abgerufen am 23. August 2022).
  14. Anthony D’Alessandro: Searchlight Rolling Out ‘The Menu’ Before Thanksgiving. In: deadline.com, 19. April 2022 (abgerufen am 4. Juni 2022).
  15. Samantha Bergeson: The 40 Movies You Need to Know Right Now for Oscars 2023: ‘Elvis,’ ‘Blonde,’ and More. In: indiewire.com, 4. Juni 2022 (abgerufen am 8. Juni 2022).
  16. The Menu. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 24. November 2022 (englisch).Vorlage:Rotten Tomatoes/Wartung/„importiert aus“ fehlt
  17. The Menu. In: Metacritic. CBS, abgerufen am 24. November 2022 (englisch).
  18. NDR: "The Menu": Mehrbödige Horrorsatire mit tiefschwarzem Humor. Abgerufen am 22. November 2022.
  19. Kritik zu The Menu | epd Film. Abgerufen am 22. November 2022.