Unterschneidheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Unterschneidheim
Unterschneidheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Unterschneidheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 57′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 487 m ü. NHN
Fläche: 68,07 km2
Einwohner: 4557 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73485
Vorwahl: 07966
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 075
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühlweg 5
73485 Unterschneidheim
Webpräsenz: www.unterschneidheim.de
Bürgermeister: Nikolaus Ebert
Lage der Gemeinde Unterschneidheim im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild

Unterschneidheim ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ostalbkreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschneidheim liegt im Tal der Schneidheimer Sechta rund 20 Kilometer östlich von Ellwangen am Rande des Nördlinger Ries an der bayerischen Grenze.

Da die Schneidheimer Sechta zur Donau fließt, andererseits aber beim Unterschneidheimer Gemeindeteil Walxheim die offizielle Quelle der Jagst liegt, die über den Neckar in den Rhein mündet, verläuft durch Unterschneidheim die Europäische Hauptwasserscheide.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Tannhausen, im Osten an die bayerischen Gemeinden Fremdingen und Marktoffingen, im Süden an Kirchheim am Ries und die Stadt Bopfingen, im Südwesten an Westhausen und im Westen an das Stadtgebiet von Ellwangen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Unterschneidheim mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Geislingen, Nordhausen, Unterwilflingen, Walxheim, Zipplingen und Zöbingen gehören 17 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Geislingen gehören das Dorf Geislingen sowie die abgegangene Ortschaft Stetten. Zur ehemaligen Gemeinde Nordhausen gehören das Dorf Nordhausen und der Weiler Harthausen. Zur Gemeinde Unterschneidheim im Gebietsstand von 1973 gehören das Dorf Unterschneidheim und der Weiler Oberschneidheim sowie die abgegangene Ortschaft Haghof. Zur ehemaligen Gemeinde Unterwilflingen gehören das Dorf Unterwilflingen und der Weiler Oberwilflingen. Zur ehemaligen Gemeinde Walxheim gehören das Dorf Walxheim und der Weiler Hundslohe. Zur ehemaligen Gemeinde Zipplingen gehören das Dorf Zipplingen und die Weiler Sechtenhausen und Wössingen sowie die abgegangene Ortschaft Rainhof. Zur ehemaligen Gemeinde Zöbingen gehören das Dorf Zöbingen, der Weiler Wöhrsberg, die Höfe Greuthof und Haidmühle und das Haus Jägerhaus sowie die abgegangenen Ortschaften Stetten, Heroltaych, Fallmeisterei und Ziegelhütte.[2]

Wappen der Ortsteile:

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Deutschordenschloss und heutiges Rathaus von Unterschneidheim

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschneidheim erscheint erstmals in den Traditiones Fuldenses, den Güterbeschreibungen des Klosters Fulda, die ihren Ursprung in der Zeit um 800 haben. Im Mittelalter war er Sitz einer Deutschordensvogtei. So unterstand der Ort dann auch später teilweise dem Deutschorden und der Herrschaft Oettingen-Wallerstein. Zahlreiche andere Herrschaften hatten im Laufe der Jahrhunderte ebenfalls Besitz in Unterschneidheim. Aufgrund von Säkularisation und Mediatisierung kam Unterschneidheim Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst an die Krone Bayern und dann 1810 durch einen Staatsvertrag an das Königreich Württemberg. In diesem Jahr hatte Unterschneidheim 735, Oberschneidheim 301 Einwohner.[4]

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschneidheim gehörte zum Oberamt Ellwangen, das 1938 zum größten Teil im Landkreis Aalen aufging. Durch die Kreisreform vom 1. Januar 1973 ging die Gemeinde an den neuen Ostalbkreis.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Geislingen, Nordhausen, Unterwilflingen und Walxheim sowie am 1. Januar 1975 Zöbingen nach Unterschneidheim eingemeindet. Die heutige Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Unterschneidheim und Zipplingen gebildet.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter und Paul Unterschneidheim

Im Kernort, in Nordhausen, Geislingen, Unterwilflingen, Zöbingen, Zipplingen, Sechtenhausen und Wössingen gibt es jeweils eine römisch-katholische Pfarrkirche, während in Walxheim eine evangelische Kirche besteht.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied des Gemeindeverwaltungsverbands Tannhausen mit Sitz in Tannhausen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl vom 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 70,7 % (−8,9) – 12 Sitze (+2)
  2. FWG 29,3 % (+8,9) – 5 Sitze (+3)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 5. April 2009 wurde Nikolaus Ebert mit 98,08 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 57,6 Prozent ohne Gegenkandidaten für eine zweite Amtszeit bestätigt.[6]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschneidheim unterhält seit 1988 partnerschaftliche Beziehungen zu der Stadt Volvic in der Auvergne in Frankreich und seit 1989 zur Gemeinde Krumhermersdorf im Erzgebirge in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtskirche St. Marien, Zöbingen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Unterschneidheim (heute Rathaus)
  • Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, Unterschneidheim
  • Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, Geislingen
  • Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, Sechtenhausen
  • Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius, Wössingen
  • Katholische Pfarrkirche St. Martin, Zipplingen[7]
  • Katholische Pfarrkirche St. Mauritius, Zöbingen
  • Leonhardskapelle, Oberwilfingen
  • Maria-Hilf-Kapelle, Unterwilfingen
  • Wallfahrtskirche St. Marien (Marienkapelle), Zöbingen[7] In der Sakristei der Wallfahrtskirche kann ein alemannischer Baumsarg besichtigt werden.[8]
  • Evangelische Kirche, Walxheim

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1945 befindet sich ein Mahnmal auf dem Friedhof des Ortsteils Zöbingen, das überlebende polnische Zwangsarbeiter errichteten. An dieser Stelle waren 42 KZ-Opfer des „Hessentaler Todesmarsches“ begraben worden, die im Frühjahr 1945 von SS-Männern bei einer Rast in der Nähe von Zöbingen ermordet wurden. 1968 wurden sie auf den KZ-Friedhof Kochendorf umgebettet.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterschneidheim ist keine reine Wohngemeinde. Am Ort gibt es etwa 700 Arbeitsplätze, allerdings verdienen mehr als 1300 Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Unterschneidheim gibt es eine Grundschule und eine Werkreal- und Realschule. In den Ortsteilen Zipplingen und Zöbingen gibt es jeweils eine Grundschule. Zudem gibt es in der Gemeinde insgesamt vier Kindergärten. Weiterführende Schulen stehen in den umliegenden Städten zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nikolaus Thoman (1457–1545), geboren in Zipplingen, Chronist von Weißenhorn
  • Franz Bühler (1760–1823), geboren in Unterschneidheim, Ordensname Gregor, Komponist und Domkapellmeister in Augsburg
  • Karl Hahn (* 1937), geboren in Zipplingen, Politikwissenschaftler
  • Paul Nagler (* 1925), geboren in Unterschneidheim, Architekt

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ortsnecknamen werden die Unterschneidheimer Bendelesbuben genannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Unterschneidheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 802–806.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Unterschneidheim.
  4. http://www.unterschneidheim.de/de/gemeinde-daten/geschichte/
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 471.
  6. Staatsanzeiger Nr. 13 vom 9. April 2009, Seite 10.
  7. a b vgl. Bodo Cichy: Festsäle Gottes – Sorgenkinder der Denkmalpflege. Sicherung, Instandsetzung und Erneuerung barocker Kirchenbauten in den Landkreisen Ostalb und Heidenheim. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 3. Jg. 1974, Heft 4, S. 2–25 (PDF)
  8. Frickhinger, Ernst: Ein alamannischer Baumsarg von Zöbingen, in: Rieser Heimatverein e.V. Sitz Nördlingen, 20. Jahrbuch 1937; Nördlingen 1938, S. 19–21
  9. Ulrike Puvogel: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. In: Bundeszentrale für Politische Bildung (Hrsg.): Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus : eine Dokumentation. 2., überarb. u. erw. Auflage. Band 1. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 99 f.