Westhausen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westhausen
Westhausen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westhausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 53′ N, 10° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 474 m ü. NHN
Fläche: 38,46 km2
Einwohner: 6007 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 156 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73463
Vorwahl: 07363
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 082
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Jahnstraße 2
73463 Westhausen
Webpräsenz: www.westhausen.de
Bürgermeister: Herbert Witzany (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Westhausen im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild

Westhausen ist eine Gemeinde im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westhausen liegt im Ostalbkreis und ist 10 km von der großen Kreisstadt Aalen und 12 km von der großen Kreisstadt Ellwangen (Jagst) entfernt.

Im Westen grenzt das Gemeindegebiet an Aalen und im Nordwesten an Ellwangen.

Westhausen befindet sich im Jagsttal am Rande des Härtsfelds, das Gemeindegebiet ist zwischen 453 und 723 Meter hoch gelegen.

Höchste Erhebung ist der Wöllerstein mit 723 Metern über NN.

Europäische Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quer zu der Autobahn A 7 (650 m ü. NN) verläuft die europäische Wasserscheide auf der Schwäbischen Alb (Härtsfeld).

In Nordrichtung fließt das Wasser über die Bäche und Flüsse Reichenbach bzw. Egelsbach, Jagst, Neckar und Rhein in die Nordsee.

In Südrichtung verlaufen zunächst die Wasseradern unterirdisch. An der Oberfläche gibt es am Anfang keine sichtbaren Bäche oder Flüsse. Durch den Kalkstein-Karstboden versickert das Wasser. Über die Flüsse Brenz oder die Egau fließt das Wasser in die Donau und schließlich in das Schwarze Meer.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westhausen besteht aus den Ortsteilen Reichenbach, Baiershofen, Westerhofen, Frankenreute, Jagsthausen, Hardtbucksiedlung und Lippach. Immenhofen war bis 2. Juni 2017 ein eigener Ortsteil von Westhausen, wurde aber dann in den Ortsteil Baiershofen eingegliedert.

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand wahrscheinlich als frühmittelalterliche Siedlung zwischen 700 und 900 nach Christus und wurde von den Franken gegründet. Westhausen kommt vom Namen Westhusen was so viel wie „Häuser im Westen“ bedeutet. Erste urkundliche Erwähnung im Güterverzeichnis des Klosters Ellwangen 1136. Während Lippach überwiegend zum Haus Oettingen gehörte, war Westhausen Teil der Fürstpropstei Ellwangen.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Mediatisierung und der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kamen beide Orte zum Königreich Württemberg, wo sie zum Oberamt Ellwangen zählten, das 1938 an den Landkreis Aalen fiel.

Im April 1945 ereignete sich im Ortsteil Lippach ein Kriegsverbrechen (Massaker von Lippach). Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Ort durch die Nutzung der ehemaligen Collis-Werke - eines Rüstungsbetriebs im Zweiten Weltkrieg - auf ca. 3000 Einwohner. Seit der Kreisreform 1973 gehört die Gemeinde zum neuen Ostalbkreis.

Wappen Lippachs

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Lippach nach Westhausen eingemeindet.[3]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Westhausen ging die Reformation vorbei. Auch heute gibt es noch zwei römisch-katholische Gemeinden im Ort. Die knapp 1.000 evangelischen Gläubigen haben zwar seit 1957 mit der Kreuzkirche ein eigenes Gotteshaus, gehören aber zur Kirchengemeinde Lauchheim (seit 2008: Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Kapfenburg mit Sitz in Westhausen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU/FB 45,0 % – 8 Sitze
  2. FBW 26,8 % – 4 Sitze
  3. SPD und Unabhängige 20,5 % – 3 Sitze
  4. Freie Grüne 7,8 % - 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Witzany wurde erstmals im November 1985 mit 67,7 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt und wurde 1993, 2001 und 2009 im Amt bestätigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzkirche
St.-Mauritius-Kirche
  • Kreuzkirche (evangelisch)
  • St.-Mauritius-Kirche (katholisch)
  • Silvesterkapelle
  • Rathaus mit modernem Anbau
  • Feuerwehrhaus
  • Jagsttalbrücke
  • Wöllersteinhalle (große Sporthalle)
  • beheiztes Freibad
  • höchstes Haus im Ostalbkreis (69 m)

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naherholungsgebiet Rainau/Buch
  • Stausee in Buch
  • Naherholungspark in der Silversterstraße

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das beheizte Freibad Westhausen zieht Besucher auch aus umliegenden Orten an.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Fussball-Abteilung des lokalen Sportvereins TSV Westhausen spielt in der Kreisliga A. Die Jugendmannschaften spielen teilweise in einer Spielgemeinschaft mit dem Verein der Nachbargemeinde Lauchheim.
  • Die Tennis-Abteilung des lokalen Sportvereins TC TSV Westhausen 1896 spielt mit ihrer aktiven Mannschaft in der ersten Kreisstaffel 3 Gr. 033.
  • Der beste Spieler der Tischtennis-Abteilung spielt in der Leistungsklasse 4 bei internationalen Turnieren und belegte auf dem TTV Mettingen den 15. Platz.
  • Westhausen hat einen erfolgreichen Schachclub mit 6 Mitgliedern. Sie haben den Badenwürttemberg-Cup 2014 in Stuttgart gewonnen und belegten in der Europameisterschaft in Frankfurt 2009 45 Platz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Silvesterritt in Westhausen erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Reitergruppen aus dem ganzen Ostalbkreis treffen sich am Mittag des 31. Dezembers in Westhausen, um einmal durch den Ort zu reiten. Über 200 Pferde sind dabei zu sehen.
  • Ein Faschingsumzug findet jährlich statt.
  • Der ortsansässige Motorsport-Verein MSC Neumühle veranstaltet meist jährlich die ganztägige Traktorpulling-Veranstaltung Bremswagaziaga.[4]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wohl bekannteste Westhausener Spezialität heißt Sackschlupfer, ein kleiner, sehr luftig gebackener Hefezopf. Er wird so genannt, weil er aus sehr weichem Hefeteig hergestellt wird.

Die traditionellen Maultaschen (auf Schwäbisch „Mauldasche“ genannt) kann man in Westhausen in jedem Restaurant kaufen. Sie haben eine grobe Fleischfüllung und ihre eigene Teigummantelung, deren Rezept nicht allgemein bekannt ist, sondern ausschließlich in den Gasthäusern von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westhausen ist durch die Bundesautobahn 7, Anschlussstelle Aalen/Westhausen, direkt über die Bundesstraße 29 erreichbar. Der 1987 für den Verkehr freigegebene dreispurige Albaufstieg der A 7 mit dem Agnesburgtunnel liegt auf dem Gebiet Westhausens. Zudem besitzt Westhausen durch die K 3319 eine direkte Verkehrsverbindung zur großen Kreisstadt Ellwangen und zur B 290.

Ferner besitzt Westhausen einen Haltepunkt an der Riesbahn (AalenDonauwörth).

Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westhausen verfügt über eine flächendeckende Breitband-Infrastruktur. Diese umfasst eine VDSL[5]/DSL-Abdeckung sowie eine Kabel-Internet-Breitband-Infrastruktur. Dadurch sind in der Gemeinde Westhausen Breitband-Internet-Verbindungen mit Übertragungsraten von über 400 MBit/s, basierend auf einem Glasfasernetz, durch den TV-Kabelanschluss der Unitymedia möglich.

Mobilfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westhausen verfügt zudem über eine flächendeckende LTE und UMTS-Abdeckung. Dadurch sind sehr schnelle mobile Übertragungsraten mit über 50 MBit/s im Download sowie über 10 MBit/s im Upload flächendeckend über das LTE/UMTS-Netz möglich. Des Weiteren ist eine ergänzende EDGE-Netzabdeckung vorhanden.[6]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Arbeitgeber in Westhausen ist der Werkzeughersteller Apex Tool Group, der hier einen Fertigungsstandort und die Hauptniederlassung für Europa hat. Des Weiteren betreibt die GEO DATA GmbH im Gewerbegebiet Waage ihren Europa-Hauptsitz.

Viele Arbeitsplätze stellt OstalbPA zur Verfügung. Die Firma ist bekannt für ihre Großbühnen für große Events.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Westhausen gibt es mit der Propsteischule seit 2012 eine Gemeinschaftsschule sowie mit der Jagsttalschule eine Förderschule für geistig Behinderte. Außerdem gibt es drei gemeindliche und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Feilmayr (1870–1934), Politiker, Reichstagsabgeordneter; ist im Ortsteil Westerhofen geboren.
  • Markus Elmer (* 1952), Fußballspieler, spielte in der A-Jugend für den TSV Westhausen.
  • Max Seckler (* 1927), Fundamentaltheologe

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Westhausen.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  4. MSC-Neumuehle - Bremswagaziaga 2016. In: msc-neumuehle.de.tl. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  5. VDSL-Verfügbarkeitsabfrage
  6. UMTS-Informationsseite mit allen Links zu den Netzbetreibern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westhausen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien