Westhausen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westhausen
Westhausen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westhausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 53′ N, 10° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 474 m ü. NHN
Fläche: 38,46 km2
Einwohner: 6045 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73463
Vorwahl: 07363
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 082
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Jahnstraße 2
73463 Westhausen
Webpräsenz: www.westhausen.de
Bürgermeister: Markus Knoblauch (parteilos)
Lage der Gemeinde Westhausen im Ostalbkreis
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Über dieses Bild

Westhausen ist eine Gemeinde im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westhausen liegt im Ostalbkreis und befindet sich im Jagsttal am Rande des Härtsfelds. Das Gemeindegebiet grenzt im Westen sowie im Süden an Aalen und im Norden an Ellwangen. Nordwestlich grenzt es an Rainau und östlich an Lauchheim. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von 3847 Hektar und ist zwischen 453 und 723 Meter hoch gelegen.

Die Stadt Aalen (Kernstadt) liegt vom Gemeindegebiet 6 km und die Stadt Ellwangen (Kernstadt) 7 km entfernt.

Der Wöllerstein ist mit 723 Metern über NN die höchste Erhebung, welcher an den benachbarten Braunenberg angrenzt.

Europäische Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quer zu der Autobahn A 7 (650 m ü. NN) verläuft die europäische Wasserscheide auf der Schwäbischen Alb (Härtsfeld).

In Nordrichtung fließt das Wasser über die Bäche und Flüsse Reichenbach bzw. Egelsbach, Jagst, Neckar und Rhein in die Nordsee.

In Südrichtung verlaufen zunächst die Wasseradern unterirdisch. An der Oberfläche gibt es am Anfang keine sichtbaren Bäche oder Flüsse. Durch den Kalkstein-Karstboden versickert das Wasser. Über die Flüsse Brenz oder die Egau fließt das Wasser in die Donau und schließlich in das Schwarze Meer.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westhausen besteht aus den nachfolgenden 13 Ortsteilen: Reichenbach, Westerhofen, Baiershofen, Immenhofen, Wagenhofen, Frankenreute, Jagsthausen, Forst und Vogel, Beerhalden, Lindorf, Lippach, Finkenweiler und Berg[2]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand wahrscheinlich als frühmittelalterliche Siedlung zwischen 700 und 900 nach Christus und wurde von den Franken gegründet. Westhausen kommt vom Namen Westhusen was so viel wie „Häuser im Westen“ bedeutet. Erste urkundliche Erwähnung im Güterverzeichnis des Klosters Ellwangen 1136. Während Lippach überwiegend zum Haus Oettingen gehörte, war Westhausen Teil der Fürstpropstei Ellwangen.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Mediatisierung und der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kamen beide Orte zum Königreich Württemberg, wo sie zum Oberamt Ellwangen zählten, das 1938 an den Landkreis Aalen fiel.

Im April 1945 ereignete sich im Ortsteil Lippach ein Kriegsverbrechen (Massaker von Lippach). Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der Ort durch die Nutzung der ehemaligen Collis-Werke – eines Rüstungsbetriebs im Zweiten Weltkrieg – auf rund 3000 Einwohner. Seit der Kreisreform 1973 gehört die Gemeinde zum neuen Ostalbkreis.

Wappen Lippachs

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Lippach nach Westhausen eingemeindet.[4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Westhausen ging die Reformation vorbei. Auch heute gibt es noch zwei römisch-katholische Gemeinden im Ort. Die knapp 1.000 evangelischen Gläubigen haben zwar seit 1957 mit der Kreuzkirche ein eigenes Gotteshaus, gehören aber zur Kirchengemeinde Lauchheim (seit 2008: Kirchengemeinde Lauchheim-Westhausen).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Verwaltungsverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Kapfenburg mit Sitz in Westhausen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU/FB 45,0 % – 8 Sitze
  2. FBW 26,8 % – 4 Sitze
  3. SPD und Unabhängige 20,5 % – 3 Sitze
  4. Freie Grüne 7,8 % – 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herbert Witzany wurde erstmals im November 1985 mit 67,7 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt und wurde 1993, 2001 und 2009 im Amt bestätigt.

Seit dem 15. Februar 2018 ist Markus Knoblauch Bürgermeister der Gemeinde Westhausen. Er wurde am 19. November 2017 mit 70,7 % der Stimmen gewählt. Herbert Witzany war nach 32 Amtsjahren nicht mehr zur Wahl angetreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzkirche
St.-Mauritius-Kirche
  • Kreuzkirche (evangelisch)
  • St.-Mauritius-Kirche (katholisch)
  • Silvesterkapelle
  • Rathaus mit modernem Anbau
  • Feuerwehrhaus
  • Jagsttalbrücke
  • Wöllersteinhalle (große Sporthalle)
  • beheiztes Freibad
  • höchstes Haus im Ostalbkreis (69 m)

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naherholungsgebiet Rainau/Buch
  • Stausee in Buch
  • Naherholungspark in der Silversterstraße

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das beheizte Freibad Westhausen zieht Besucher auch aus umliegenden Orten an.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Fussball-Abteilung des lokalen Sportvereins TSV Westhausen spielt in der Kreisliga A. Die Jugendmannschaften spielen teilweise in einer Spielgemeinschaft mit dem Verein der Nachbargemeinde Lauchheim.
  • Die Tennis-Abteilung des lokalen Sportvereins TC TSV Westhausen 1896 spielt mit ihrer aktiven Mannschaft in der ersten Kreisstaffel 3 Gr. 033.
  • Der beste Spieler der Tischtennis-Abteilung spielt in der Leistungsklasse 4 bei internationalen Turnieren und belegte auf dem TTV Mettingen den 15. Platz.
  • Westhausen hat einen erfolgreichen Schachclub mit 6 Mitgliedern. Sie haben den Badenwürttemberg-Cup 2014 in Stuttgart gewonnen und belegten in der Europameisterschaft in Frankfurt 2009 45 Platz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Silvesterritt in Westhausen erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Reitergruppen aus dem ganzen Ostalbkreis treffen sich am Mittag des 31. Dezembers in Westhausen, um einmal durch den Ort zu reiten. Über 200 Pferde sind dabei zu sehen.
  • Ein Faschingsumzug findet jährlich statt.
  • Der ortsansässige Motorsport-Verein MSC Neumühle veranstaltet meist jährlich die ganztägige Traktorpulling-Veranstaltung Bremswagaziaga.[5]

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wohl bekannteste Westhausener Spezialität heißt Sackschlupfer, ein kleiner, sehr luftig gebackener Hefezopf. Er wird so genannt, weil er aus sehr weichem Hefeteig hergestellt wird.

Die traditionellen Maultaschen (auf Schwäbisch „Mauldasche“ genannt) kann man in Westhausen in jedem Restaurant kaufen. Sie haben eine grobe Fleischfüllung und ihre eigene Teigummantelung, deren Rezept nicht allgemein bekannt ist, sondern ausschließlich in den Gasthäusern von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westhausen ist durch die Bundesautobahn 7, Anschlussstelle Aalen/Westhausen, direkt über die Bundesstraße 29 erreichbar. Der 1987 für den Verkehr freigegebene dreispurige Albaufstieg der A 7 mit dem Agnesburgtunnel liegt auf dem Gebiet Westhausens. Zudem besitzt Westhausen durch die K 3319 eine direkte Verkehrsverbindung zur großen Kreisstadt Ellwangen und zur B 290.

Ferner besitzt Westhausen einen Haltepunkt an der Riesbahn (Aalen–Donauwörth).

Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westhausen verfügt über eine flächendeckende Breitband-Infrastruktur. Diese umfasst eine Kabel-Internet-Breitband-Infrastruktur. Dadurch sind in der Gemeinde Westhausen Breitband-Internet-Verbindungen mit Übertragungsraten von über 400 MBit/s, basierend auf einem Glasfasernetz, durch den TV-Kabelanschluss von Unitymedia möglich. Des Weiteren ist eine VDSL/DSL-Netzabdeckung vorhanden.[6]

Ferner ist das gesamte Gewerbegebiet flächendeckend mit FTTB/FTTH-Glasfaseranschlüssen versorgt. Das Glasfasernetz wurde 2009 im Rahmen eines einzigartigen Pilotprojektes, welches erstmals in Ostwürttemberg realisiert wurde flächendeckend in einem Gewerbegebiet aufgebaut. Durch diese LWL-Infrastruktur sind technisch nahe zu unbegrenzte Datenübertragungsraten möglich.[7]

Mobilfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westhausen verfügt zudem über eine flächendeckende LTE und UMTS-Netzabdeckung. Dadurch sind sehr schnelle mobile Übertragungsraten mit über 375 MBit/s flächendeckend über das LTE-Mobilfunknetz möglich.[8][9]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Arbeitgeber in Westhausen ist der Werkzeughersteller Apex Tool Group, der hier einen Fertigungsstandort und die Hauptniederlassung für Europa hat. Des Weiteren betreibt die GEO DATA GmbH im Gewerbegebiet Waage ihren Europa-Hauptsitz.

Viele Arbeitsplätze stellt OstalbPA zur Verfügung. Die Firma ist bekannt für ihre Großbühnen für große Events.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Westhausen gibt es mit der Propsteischule seit 2012 eine Gemeinschaftsschule sowie mit der Jagsttalschule eine Förderschule für geistig Behinderte. Außerdem gibt es drei gemeindliche und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Feilmayr (1870–1934), Politiker, Reichstagsabgeordneter; ist im Ortsteil Westerhofen geboren.
  • Markus Elmer (* 1952), Fußballspieler, spielte in der A-Jugend für den TSV Westhausen.
  • Max Seckler (* 1927), Fundamentaltheologe

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Zahlen / Daten / Fakten – Gemeinde Westhausen
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Westhausen.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  5. MSC-Neumuehle - Bremswagaziaga 2016. In: msc-neumuehle.de.tl. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  6. VDSL-Verfügbarkeitsabfrage
  7. Erstes flächendeckendes Glasfasernetz in Ostwürttemberg für Gewerbegebiet
  8. LTE-Verfügbarkeitsabfrage Deutsche Telekom – In der Waage 1
  9. UMTS-Informationsseite mit allen Links zu den Netzbetreibern

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westhausen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien