Bichl

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Oberbayern, weitere Bedeutungen unter Bichl (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bichl
Bichl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bichl hervorgehoben
Koordinaten: 47° 43′ N, 11° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Benediktbeuern
Höhe: 625 m ü. NHN
Fläche: 13,92 km2
Einwohner: 2187 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km2
Postleitzahl: 83673
Vorwahl: 08857
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 115
Adresse der Verbandsverwaltung: Prälatenstr. 7
83671 Benediktbeuern
Webpräsenz: www.bichl.de
Bürgermeister: Benedikt Pössenbacher (Unabhängige Bichler Bürger)
Lage der Gemeinde Bichl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
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Über dieses Bild
Bichl, Benediktbeuern und Fichtsee von oben
Rathaus von Bichl

Bichl ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bichl liegt in der Region Oberland. Es existiert nur die Gemarkung Bichl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1048 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Bichl bezieht sich auf den Hügel (bairisch: Bühel, vgl. Kitzbühel und viele andere Ortsnamen im bairischen Sprachraum), auf dem die Dorfkirche St. Georg steht (erbaut 1751–1753 von Johann Michael Fischer). Frühere Formen des Ortsnamens sind Puhil, Puhila und Bühel. Schon früh war Bichl durch einen keltischen Saumpfad, der 1492 zur Römerstraße ausgebaut wurde, bis nach Italien verbunden. Der Ort war Amtssitz und gehörte zum Kloster Benediktbeuern im Kurfürstentum Bayern. 1634 erlagen fast allen Bewohner der Pestepidemie. Viele Höfe waren daraufhin jahrelang unbewohnt. Später entstanden entlang des Dorfbachs mehrere Mühlen, Sägewerke, eine Hammerschmiede sowie Zement- und Ziegelöfen. Das ehemalige Reichsstift Benediktbeuern erlangte 1790 noch einmal den Blutbann, so dass seine Besitzungen Teil einer Herrschaft wurden. 1803 gelangte der Ort endgültig im Zuge der Säkularisation an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1898 wurde Bichl an die Kochelseebahn angeschlossen, auch deshalb verlor die Flößerei auf der Loisach ihre vormals große Bedeutung.

Im Jahr 1941 wurden in der Gemeinde Bichl 100 Kriegsgefangene bei der Erweiterung des Bahngeländes und 70 Jüdinnen, die aus dem Ghetto Litzmannstadt in das KZ Dachau überstellt wurden, in der Flachsfabrik der Gemeinde zu Arbeiten gezwungen.[2]

Am 22. Februar 1945 wurde der Bichler Bahnhof Ziel eines Bombenangriffs. Elf alliierte Flugzeuge attackierten nachmittags mit etwa 70 bis 80 Bomben einen Munitionstransport aus Geretsried. Drei Gebäude wurden dabei zerstört, diverse weitere beschädigt. Laut Ortschronist starben 23 Personen, der offizielle Bericht zählt 21 Tote, einen Vermissten sowie sieben Verwundete.[3]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist seit 1978 Bestandteil einer Verwaltungsgemeinschaft mit Benediktbeuern.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1840 415
1871 436
1900 552
1925 686
1939 868
1959 1327
1961 1296
1970 1370
1987 1544
1991 1649
1995 1840
2000 1958
2005 2073
2010 2141
2015 2187

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Benedikt Pössenbacher (Unabhängige Bichler Bürger). Er wurde im Jahr 2008 Nachfolger von Josef Schmid (Freie Wähler). Bis zum Jahr 2002 hatte Franz Pfund (Unabhängige Bichler Bürger) dieses Amt inne.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der letzten Kommunalwahl 2014 stammen alle 14 Mitglieder des Gemeinderats von einer gemeinsamen Liste. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,1 %.[5][6] Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Blau und Silber; oben drei zwei zu eins gestellte goldene Laubkronen, unten auf grünem Bichl (Hügel) ein grüner Laubbaum.“[7]

Die drei Kronen stammen aus dem seit dem 17. Jahrhundert geführten Wappen des Klosters Benediktbeuern, das bis zur Säkularisation 1803 die Gerichts- und Grundherrschaft in der Obmannschaft Bichl innehatte. Bei den drei Kronen handelt es sich wohl um einen Hinweis auf die legendären Stifter des Klosters, drei Brüder aus dem Haus der Huosi. Bichl gehörte zum ältesten Besitz des um 739/40 gegründeten Klosters. Der baumbestandene Hügel bzw. Bichl ergibt ein für den Gemeindenamen redendes Bild. Das Wappen wird seit 1958 geführt.[7]

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2013 umgerechnet 1.524.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 225.000 €.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2013 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 147 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 29 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 73 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 787. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe neun Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2013 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 595 ha.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Bichl liegt an der Kochelseebahn, die Verbindungen nach München ermöglicht, und an der Bundesstraße 11, die von Krün Richtung Norden in die Landeshauptstadt führt.

Von 1898 bis 1959 war Bichl die Endhaltestelle der vom Bahnhof München Süd kommenden Isartalbahn.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):[8]

  • 1 Kindergarten mit 87 Kindergartenplätze und 85 Kindern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter von Bichl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Dirk Riedel: Bichl. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H.Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 298 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Johanna Pfund: Bichl im Nationalsozialismus. In: Gemeinde Bichl (Hrsg.): …im Wandel der Zeit. Chronik der Gemeinde Bichl. 2012, S. 35–45.
  4. Bichl und seine Geschichte. In: bichl.de. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  5. Bichl: Das ist der neue Gemeinderat. In: Merkur.de. 18. März 2014, abgerufen am 13. Juni 2016.
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. In: wahlen.bayern.de. Abgerufen am 13. Juni 2016.
  7. a b Bichl: Wappengeschichte vom HdBG
  8. a b Bichl: Amtliche Statistik des LfStat

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bichl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien