Air Dolomiti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Air Dolomiti
Das Logo der Air Dolomiti
Embraer 195 der Air Dolomiti
IATA-Code: EN
ICAO-Code: DLA
Rufzeichen: DOLOMITI
Gründung: 1987
Sitz: Verona, ItalienItalien Italien
Drehkreuz:

Flughafen München

Heimatflughafen:

Flughafen Verona

Unternehmensform: S.p.A.
IATA-Prefixcode: 101
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 10
Ziele: National und kontinental
Website: airdolomiti.de

Air Dolomiti, eigentlich AIR DOLOMITI L.A.R.E. S.p.A., ist eine italienische Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Verona. Sie ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG sowie Teil des Verbundes Lufthansa Regional und unterhält ihre Heimatbasis in Verona sowie ein Drehkreuz in München.

Geschichte[Bearbeiten]

Air Dolomiti wurde 1987 durch den Eisen- und Stahlkonzern Gruppo Leali in Triest gegründet, ihr Name ist von den Dolomiten abgeleitet. Im Januar 1991 startete die Fluggesellschaft mit einer Bombardier Dash 8Q-300 regionale Flüge von Triest nach Genua und 1992 internationale Flüge von Verona, Venedig und Bari nach München, Lugano und Barcelona. 1994 ersetzen fünf ATR 42-300 die drei Dash 8 und es wurden Kooperationsabkommen mit der Lufthansa und Crossair geschlossen. Im Herbst 1995 kam die erste ATR 42-500, ab 1998 die erste ATR 72 und später mit der Fokker 100 der erste Jet zur Flotte.

Im September 1999 erwarb die Lufthansa 26 Prozent des Aktienkapitals der Fluggesellschaft, im Juni 2001 folgt der Börsengang und im April 2003 stockte die Lufthansa ihren Anteil zunächst auf 51,9, im November 2003 dann auf 100 Prozent auf, womit Air Dolomiti Teil des Lufthansa-Konzerns wurde.

Im April 2004 erhielt Air Dolomiti ihre erste ATR 72-500 und am 27. Januar 2009 ihre erste Embraer 195, die die zwischenzeitlich eingesetzten BAe 146-300 ersetzten.[1] Im Dezember 2012 wurde berichtet, dass Air Dolomiti plane, die bis dato elf ATR 72-500 durch weitere fünf Embraer 195 zu ersetzen.[2]

Im Mai 2013 stellte Air Dolomiti mit der Route Verona-Wien ihre einzige Verbindung nach Österreich ein.[3] Flüge in die Schweiz wurden bereits zuvor aufgegeben. Grund hierfür sowie für die sukzessive Einstellung einiger weiterer Strecken und dadurch letztendlich der Konzentration auf den Standort München ist die Ausmusterung der Turboprops innerhalb des Lufthansa-Konzerns.[4]

Am 26. Oktober 2013 führte Air Dolomiti schließlich zwischen München und Triest ihren letzten Flug mit einer Turboprop-Maschine durch. Die verbliebenen ATR 72-500 wurden ausgemustert.[5]

Flugziele[Bearbeiten]

BW

Das Streckennetz der Air Dolomiti ist nach der Streichung der meisten davon abweichenden Routen wie beispielsweise Bergamo-Moskau auf die Verbindung des Drehkreuzes der Lufthansa in München mit zahlreichen italienischen Städten ausgerichtet. Dabei werden einige Routen unter eigenem Namen vermarktet, während andere als Teil von Lufthansa Regional durchgeführt werden[6]:

betrieben unter eigenem Namen mit Lufthansa-Codeshare
betrieben im Rahmen von Lufthansa Regional unter dem Namen Lufthansa

Flotte[Bearbeiten]

Eine ehemalige ATR 72-500 der Air Dolomiti

Mit Stand März 2014 besteht die Flotte der Air Dolomiti aus 10 Flugzeugen[7] mit einem Durchschnittsalter von sechs Jahren[8]:

Alle Flugzeuge der Gesellschaft sind als Hommage an die Stadt Verona und ihr antikes Amphitheater Arena di Verona nach Opern berühmter italienischer Komponisten benannt.[9] So trägt die Embraer 195 I-ADJL beispielsweise den Namen Nabucco di Giuseppe Verdi.[9]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 17. Mai 2012 kam es auf dem Flughafen München zu einer Notlandung einer ATR 72-500 der Air Dolomiti. Kurz nach dem dortigen Start um 13:34 Uhr hatte sich Rauch in der Kabine des Flugzeugs gebildet, kurz vor der daher wieder in München notwendigen Landung kam es zu Triebwerksproblemen. Nachdem die Maschine aufgesetzt hatte, kam sie von der Landebahn ab, schlitterte 90 Meter über die Wiese und kam 20 Meter vor dem Zaun des Flughafengeländes zum Stehen. Die an Bord befindlichen 62 Personen, davon vier Crewmitglieder, konnten das Flugzeug selbstständig verlassen. Fünf Passagiere wurden leicht verletzt, einige klagten über Kreislaufprobleme und wurden medizinisch versorgt. Die betroffene Landebahn musste eine Stunde komplett gesperrt werden, es kam zu Verspätungen, 20 Umleitungen und mehreren Flugstreichungen. Die Auswertung der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung dürfte mindestens ein Jahr dauern.[10][11]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Generationswechsel zum Jubiläum - Air Dolomiti übernimmt erste Embraer 195. In: FlugRevue. April 2009, S. 26–29.
  2. Nachrichten aus aller Welt. Airliners, 14. Dezember 2012, abgerufen am 16. Dezember 2012.
  3. airliners.de - Air Dolomiti streicht Flüge zwischen Verona und Wien 24. Mai 2013
  4. airliners.de - Air Dolomiti streicht letzte Verbindung nach Frankfurt 11. September 2013
  5. austrianaviation.net - Lufthansa: Letzter Propellerflug 25. Oktober 2013
  6. e-travel.com - Timetables (englisch) abgerufen am 1. September 2013
  7. ch-aviation.ch - Air Dolomiti (englisch) abgerufen am 31. Oktober 2013
  8. airfleets.net - Fleet age Air Dolomiti (englisch) abgerufen am 31. Oktober 2013
  9. a b Taufnamen der Lufthansa Regional. Abgerufen am 31. Oktober 2013.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorfall am Münchner Flughafen: Qualm im Cockpit: Fünf Menschen nach Bruchlandung verletzt. FOCUS Online, abgerufen am 17. Mai 2012.
  11. Sebastian Krass: Neben der Spur. In: Süddeutsche Zeitung. 18. Mai 2012, abgerufen am 19. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Air Dolomiti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

45.3970310.909667Koordinaten: 45° 23′ 49″ N, 10° 54′ 35″ O