Arnfels

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Arnfels
Wappen von Arnfels
Arnfels (Österreich)
Arnfels
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leibnitz
Kfz-Kennzeichen: LB
Fläche: 4,19 km²
Koordinaten: 46° 41′ N, 15° 24′ O46.67638888888915.403055555556317Koordinaten: 46° 40′ 35″ N, 15° 24′ 11″ O
Höhe: 317 m ü. A.
Einwohner: 1.081 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8454
Vorwahl: 03455
Gemeindekennziffer: 6 10 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 33
8454 Arnfels
Website: www.arnfels.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Gaber (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10
2
2
1
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Arnfels im Bezirk Leibnitz
Allerheiligen bei Wildon Arnfels Berghausen Breitenfeld am Tannenriegel Ehrenhausen Eichberg-Trautenburg Empersdorf Gabersdorf Gamlitz Glanz an der Weinstraße Gleinstätten Gralla Großklein Hainsdorf im Schwarzautal Heiligenkreuz am Waasen Heimschuh Hengsberg Kaindorf an der Sulm Kitzeck im Sausal Lang Lebring-Sankt Margarethen Leibnitz Leutschach Oberhaag Obervogau Pistorf Ragnitz Ratsch an der Weinstraße Retznei Sankt Andrä-Höch Sankt Georgen an der Stiefing Sankt Johann im Saggautal Sankt Nikolai im Sausal Sankt Nikolai ob Draßling Sankt Ulrich am Waasen Sankt Veit am Vogau Schloßberg Seggauberg Spielfeld Stocking Straß in Steiermark Sulztal an der Weinstraße Tillmitsch Vogau Wagna Weitendorf Wildon Wolfsberg im Schwarzautal SteiermarkLage der Gemeinde Arnfels im Bezirk Leibnitz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Arnfels (slowenisch Arnež) ist eine Marktgemeinde mit 1081 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leibnitz in der südlichen Steiermark. Sie liegt am Pößnitzbach und nahe der Grenze zu Slowenien.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Arnfels (879)
  • Maltschach (197)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Arnfels und Maltschach.

Geologisch gehören die Gesteine von Arnfels und Umgebung zum Gebiet des Poßruck und sind wissenschaftlich untersucht.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend um Arnfels war bereits den Römern als Arupium bekannt. Sie war im 11. Jahrhundert im Besitz der Spanheimer. Man nimmt daher an, dass einer ihrer Dienstmannen die Burg Arnfels erbaut habe, wobei die von deutschen Kolonisten am Fuße des Berges angelegte Ortssiedlung den gleichen Namen erhielt. Aufgrund der bisherigen Forschungen kann das Jahr 1150 als die historische Geburtsstunde von Arnfels angenommen werden. Urkundliche Erwähnung findet der Markt, ursprünglich eine Burgundensiedlung, erstmals 1280.

Das Schloss Arnfels[3] war schon um 1212 als castrum Arnuelse bekannt und befand sich zunächst im Besitz der Herren von Mureck, wechselte aber in den folgenden Jahrhunderten mehrmals den Besitzer. Der Name Arnfels könnte auch auf den Erbauer oder ersten Besitzer der Burg hinweisen: „Fels des Arno“ = Arnfels. Bereits 1278 wurde Arnfels zum Markt erhoben.

Zwei große Zerstörungen sind in der Ortsgeschichte markant: Zum einen die Verwüstung durch einfallende Türken 1532 und zum anderen eine Feuersbrunst, die 1825 im Markt wütete.

Pfarrkirche Arnfels

Seit 1788 ist Arnfels eine selbständige Pfarre. Zuvor gehörte sie, wie die meisten umliegenden Orte, zur Pfarre St. Johann im Saggautal. Durch die Reformen Kaiser Joseph II. wurden große Pfarrgebiete in mehrere Pfarreien umgewandelt, um eine bessere seelsorgliche Betreuung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die im Gegensatz zu anderen Kirchen nach Süden orientierte Pfarrkirche Maria am grünen Waasen wurde zwischen 1714 und 1717 anstelle einer Vorgängerkirche des 15. Jahrhunderts erbaut.

Im Mittelalter blühten Handel und Gewerbe, da der Markt an der sogenannten Radkersburger Weinstraße lag, über die - von Bad Radkersburg aus über Arnfels, Voitsberg und die Stubalpe - schwer beladene Fuhrwerke Obst und Wein in die Obersteiermark fuhren. Eisen und Salz wurden ins Unterland zurückgebracht.

Um 1850 wurde in Arnfels ein Bezirksgericht eingesetzt. Dieses Gericht wurde 1976 aufgelassen.[4] Seit damals gehört Arnfels zum Sprengel des Bezirksgerichtes Leibnitz.

Auch die beiden Weltkriege mit ihren Folgen brachten schwere Zeiten für den Markt. Seit 1945 befindet sich Arnfels in einer steten Aufwärtsentwicklung.

Wappen[Bearbeiten]

Das Privileg ein Wappen zu führen, erhielt die Marktgemeinde Arnfels am 9. Oktober 1517 von Kaiser Maximilian I.
Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In rotem Schild ein goldener Adler, auf der mittleren von drei ineinander geschobenen goldenen Felsspitzen zum Flug gerichtet.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Arnfels um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Arnfels
  • Das Schloss Arnfels liegt auf einem Bergrücken über dem Markt, es wird urkundlich um 1200 erwähnt. 1424 wurde es nach einem Brand wiederaufgebaut, 1976 renoviert. Es ist nur die Nordhälfte erhalten, die durch einen Umbau von 1916 verändert ist. Ein östlicher Turm stammt aus 1693. Von 1681 bis 1912 war es im Besitz der Grafen von Schönborn.
  • Die ehemalige Margarethenkirche wurde bereits im 16. Jahrhundert aufgelassen, ihr Gebäude im 18. Jahrhundert abgetragen.
  • Die Pfarrkirche mit dem Patrozinium Maria Geburt wurde im 15. Jahrhundert als Maria am Waasen erbaut. Ein Neubau erfolgte 1714–1717, die umfangreiche Innenausstattung stammt aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert.
  • Im Ortsbild befinden sich eine Johann-Nepomuk-Statue auf einer alten gewölbten Steinbrücke über den Pößnitzbach, deren Chronogramm auf das Jahr 1706 verweist.
  • Eine steinerne Bildsäule an der Straße nach St. Johann stammt aus dem Jahr 1656. Der Denkmalführer enthält Hinweise auf eine Reihe weiterer Gebäude.[5]

Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

Der Ort wurde zu einem wichtigen Schulzentrum mit Volks- Haupt-/Real-/Neue Mittelschule, Landesberufsschule für Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker sowie einer Dislozierung der HTL Kaindorf (Mechatronik). Da die Schüler aus einem großen Einzugsgebiet kommen (es gibt mehrere Internate im Ort), stellen sie auch einen unverzichtbaren wirtschaftlichen Faktor für Arnfels dar.

Arnfels liegt an der Südsteirischen Grenz Straße B 69. Wirtschaftlich ist Arnfels durch seine schlechte Anbindung an den Straßen- und Bahnverkehr benachteiligt, wobei auch von Seiten der Gemeinde Fehler in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung gemacht wurden.

Kultur und Sport[Bearbeiten]

Das Gebiet von Arnfels um das Jahr 1879 (Aufnahmeblatt der 3. Landesaufnahme)

Kulturelle Höhepunkte sind der im September stattfindende Hobbykünstlermarkt, der jährlich bis zu 18.000 Besucher anzieht, die Arnfelser Schlossspiele, mehrere Theater- und Konzertveranstaltungen sowie Ausstellungen, die von unterschiedlichen Vereinen und Privatpersonen organisiert werden.

In Arnfels lebt und arbeitet der Maler und Zeichner Gerald Brettschuh.

Zwei Chöre, der Kirchenchor Arnfels und der Chor Arkadia Arnfels sowie das Arnfelser Vokalquartett tragen mit ihren Auftritten, Veranstaltungen und Aktivitäten (Adventsingen, Jahreskonzerte, Jugendchor, Sternsingeraktion, Chorprojekte) sehr stark zum kulturellen Leben in Arnfels und Umgebung bei.

Ein wichtiger Kulturpunkt in Arnfels ist die Marktmusikkapelle (kurz MMK). Die MMK Arnfels gibt es seit 1924. Zurzeit steht sie unter der Leitung von Obmann Christian Lederhaas und Kapellmeister Herbert Kriebernegg. Zwei Mal wurde die Robert-Stolz-Medaille und drei Mal der Steirische Panther verliehen. Seit dem 17. November 2006 wird in dem eigens gebauten „Haus der Musik“ geprobt.

Darüber hinaus verfügt Arnfels über ein Freizeitzentrum mit Freibad (zwei Becken), Buffet, Beachvolleyplatz, eine Tennishalle, ein Fußballstadion sowie die Grenzlandsportstätte, die mit ihren zwei Sälen für diverse Veranstaltungen genutzt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Franz Angel: Gesteine der Umgebung von Leutschach und Arnfels in Steiermark. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt Band 83, Wien 1933. Seiten 5-18. (PDF; 620 kB)
  3. Eintrag über Schloss Arnfels auf Burgen-Austria
  4. Verordnung der Bundesregierung vom 6. Juli 1976 Nr. 353/1976, Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich vom 15. Juli 1976, 108. Stück.
  5. Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seite 20–22.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien