Baccharis

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Baccharis
Baccharis salicifolia

Baccharis salicifolia

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Astereae
Untertribus: Baccharidinae
Gattung: Baccharis
Wissenschaftlicher Name
Baccharis
L.

Baccharis ist eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 360 Arten sind hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika sowie Mexiko verbreitet, doch treten einige Arten auch in den USA auf. [1][2][3]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Baccharis-Arten wachsen als Sträucher oder mehrjährige krautige Pflanzen. Die einfachen Laubblätter stehen wechselständig.[4]

Sämtliche Arten dieser Gattung sind zweihäusig.[5] Die körbchenförmigen, in Rispen zusammengefassten Blütenstände bestehen aus entweder weiblichen oder männlichen, meist weißen oder rosafarbenen Röhrenblüten (Scheibenblüten). Zungenblüten sind nicht vorhanden. Die Hochblätter sind dachziegelartig angeordnet und die äußeren kleiner als die inneren. Die Blütenachse ist nackt und oft grubig. Die fünflappige Krone ist bei den weiblichen Blüten schlank und bei den männlichen röhrig. Die Staubblätter sind stumpf. Die Verzweigungen der Griffel sind schmal oder pfriemlich, bei den fertilen Blüten glatt und herausragend, bei den sterilen Blüten rudimentär und an der Spitze mit einem ovalen behaarten Anhängsel versehen.[4]

Die Früchte sind mehr oder weniger zusammengedrückte, gerippte Achänen mit einem reichlich behaarten Pappus. Bei den sterilen Blüten gibt es nur einen kurzen Pappus.[4]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, insbesondere Bienen, Fliegen und Wespen, aber auch Käfer und Tagfalter.[5]

Trivialnamen[Bearbeiten]

In den USA werden einige Baccharis-Arten örtlich broom („Besen“) genannt, was auch die Bezeichnung für den nicht verwandten Besenginster ist. Auf Spanisch heißen sie romerillo („kleiner Rosmarin“). In den Anden heißen die Baccharis-Arten auf Quechua unter anderem ch'illka (auch chillka oder chilka, daraus lokal spanisch chilca), t'ula (thula) oder tayanka (tayanqa), wobei auch für ein und dieselbe Art mehrere dieser Namen gültig sein können.[6][7][8]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die natürlichen Verbreitungsgebiete der Baccharis-Arten erstrecken sich über weite Teile Süd- und Nordamerikas. Einige Arten wurden nach Europa (Spanien) und Australien eingeschleppt, wo sie sich als invasive Pflanzenarten ausbreiten. Einige andere Arten, insbesondere in den nördlichen Anden, sind durch Zerstörung des Lebensraums in ihrem Bestand bedroht.

Nutzung[Bearbeiten]

Auf Grund ihres festen, biegsamen Holzes dienen mehrere Baccharis-Arten als Heckenpflanzen zur Brechung des Windes. Andere Arten sind auf Grund ihres Nektarreichtums für die Bienenzucht bzw. Honigproduktion interessant.

Auf Grund ihrer festen Wurzeln sind Baccharis-Arten für den Erosionsschutz wichtig und werden deshalb in den Anden auch angepflanzt, darunter Baccharis salicifolia (Quechua ch'illka).[9] Wie schon der englische Name broom andeutet, werden Baccharis-Arten als Besen verwendet. In manchen indigenen Quechua-Gemeinden der Anden sind sie die einzige zur Besenherstellung verwendete Pflanze. Sie haben den Vorteil, dass ihre Blätter auch von der getrockneten Pflanze nicht abfallen, so dass diese Besen gut zum Zusammenkehren gedroschenen Getreides verwendet werden können.[9]

Das Holz wird oft als Brennholz genutzt. Viele Arten finden auch in der Volksmedizin Verwendung, so etwa die harzreichen Blätter von Baccharis ivaefolia bei Verrenkungen und zur Wundheilung.[10] Aus Ch'illka-Asche wird in den Anden eine Lauge (llipt'a) hergestellt, mit der Koka-Blätter zum Kauen gemischt werden.[6][7]

Krankheiten[Bearbeiten]

53 Arten von Rostpilzen wurden auf Arten der Gattung Baccharis gefunden, darunter Puccinia baccharidis, Puccinia evadens, Puccinia baccharidis-multiflorae, Puccinia interjecta und Puccinia pistorica. Andere pilzliche Erreger auf Baccharis spp. sind Dothidea puccinioides und Phomopsis spp.[11][12]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Baccharis wurde von Carl von Linné 1753 in Species Plantarum erstmals beschrieben.[13] Die von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón y Jiménez 1798 beschriebene, als gegenüber Baccharis eigenständig postulierte Gattung Molina Ruiz & Pav.[10] ist ein Synonym; die an gleicher Stelle beschriebenen Molina-Arten wurden von Christiaan Hendrik Persoon 1807 zur Gattung Baccharis gestellt. Molina striata ist ein Synonym von Baccharis ivaefolia.[14] Weitere Synonyme der Gattung Baccharis sind Sergilus Gaertn., Tursenia Cass., Pingraea Cass., Baccharidastrum Cabrera, Baccharidiopsis G.M.Barroso und Neomolina Hellwig nom. illegit. non Honda & Sakis.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

Es gibt etwa 360 Baccharis-Arten:


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Baccharis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flora de Chile: Baccharis (Spanisch)
  2. Ulloa Ulloa, C. y P. M. Jørgensen. Árboles y arbustos de los Andes del Ecuador: Baccharis L. (Spanisch)
  3. Flora of North America: Baccharis Linnaeus (Englisch)
  4. a b c Nathaniel Lord Britton, Addison Brown. An Illustrated Flora of the Northern United States, Canada and the British Possessions. Volume 3, 39. Baccharis
  5. a b Wolf Engels, Rüdiger Hampp, Wolfgang Tzschupke (1999): Zwischenbericht 1998 zum DLR - BMBF - Projekt 01LT0011/7 Araukarienwald (Universität Tübingen). (PDF; 1,3 MB) Seite 26.
  6. a b Qheswa simi hamut'ana kuraq suntur: Simi Taqe Qheswa - Español - Qheswa. Qosqo, Piruw 2006. p. 105.
  7. a b Teofilo Laime Ajacopa: Iskay simipi yuyayk'ancha. La Paz - Bolivia, 2007. p. 28.
  8. Christine Franquemont, Timothy Plowman, Edward Franquemont, Steven R. King, Christine Niezgoda, Wade Davis, Calvin R. Sperling (1990): The Ethnobotany of Chinchero, an Andean Community in Southern Peru. Fieldiana Botany, New Series No. 24, 1-126, (PDF; 9,8 MB) p. 52-53.
  9. a b Jeffery Bentley, Jorge Valencia (2003): Learning about Trees in a Quechua-Speaking Andean Community in Bolivia. pp. 69-134. In: Paul Van Mele (ed.) Way Out of the Woods: Learning How to Manage Trees and Forests. Newbury, UK: CPL Press. 143 pp. (PDF; 1,5 MB)
  10. a b Systema vegetabilium florae peruvianae et chilensis, anno 1798, auctoribus Hippolyto Ruiz et Josepho Pavon. Tomus primus. P. 200, Molina. P. 207, Molina striata.
  11. Charudattan R, Verma U, Devalerio JT, Tomley AJ (1996) Pathogens attacking groundsel bush, Baccharis halimifolia, in Florida. In 'Biological control of weeds' pp. 437-44. Online verfügbar (PDF; 1,0 MB)
  12.  George Baker Cummins: The Rust Fungi of Cereals, Grasses and Bamboos. Springer, Berlin 1971, ISBN 3540053360.
  13. Carl von Linné (1753): Species Plantarum, Tomus 2. Pagina 668.
  14. Christiaan Hendrik Persoon: Synopsis plantarum. Pars secunda. Parisii Lutetiorum, 1807. P. 423-425, n. 1846