Brădeni

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Brădeni
Henndorf
Hégen
Wappen von Brădeni
Brădeni (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Sibiu
Koordinaten: 46° 5′ N, 24° 50′ O46.07972222222224.829166666667482Koordinaten: 46° 4′ 47″ N, 24° 49′ 45″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 482 m
Fläche: 80,6 km²
Einwohner: 1.441 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 557060
Telefonvorwahl: (+40) 02 69
Kfz-Kennzeichen: SB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Brădeni, Retiș, Țeline
Bürgermeister: Liviu Modoi (PP-DD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 31
loc. Brădeni, jud. Sibiu, RO-557060
Webpräsenz:

Brădeni (rumänisch früher Hendorf; deutsch Henndorf, ungarisch Hégen) ist eine Gemeinde im Kreis Sibiu in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage von Brădeni im Kreis Sibiu

Das langgestreckte Straßendorf Brădeni liegt an der Nationalstraße 106 ca. 480 m hoch am oberen Lauf des Flusses Hârtibaciu (Harbach). Die benachbarten Städte Agnita (Agnetheln), Sighișoara (Schäßburg) und Făgăraș (Fogarasch) liegen jeweils etwa 20 Kilometer von Brădeni entfernt. Durch die Lage am Heerweg von Schäßburg nach Fogarasch war der Ort in Kriegszeiten immer wieder Brand- und Plünderungsgefahren ausgesetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Henndorf wurde erstmals 1297 als terra Heen erwähnt. Entstanden ist der Ort in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Gründung deutscher Siedler, der sogenannten Siebenbürger Sachsen. Im Jahr 1300 begann man mit dem Bau einer steinernen Kirchenburg, deren Fertigstellung noch im 14. Jahrhundert erfolgte. 1350 erhielt die Andreaskirche von Henndorff einen Ablass für ihre Ausstattung. Das zugrundeliegende Schriftstück ist die älteste erhaltene Urkunde mit der deutschen Form des Ortsnamens.

1426 wurde urkundlich erwähnt, dass Henndorf eine freie Gemeinde des siebenbürgisch-sächsischen Königsbodens ist, ein Jahr später (1427) wurde die Gemeinde zum Markt erhoben. Drei Brände in den Jahren 1503, 1539 und 1566 verursachten schwere Zerstörungen. Eine Erhebung aus dem Jahr 1920 zählte 1.020 Einwohner, von denen mit 539 etwa die Hälfte evangelisch war, was gleichzeitig etwa der Anzahl deutscher Bewohner entsprach. In der Gegenwart leben nur noch sehr wenige Bürger sächsischer Abstammung im Ort.

Durch die Wusch, eine Schmalspurbahn, war der Ort von 1898 bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts an das Schienennetz angebunden.

Im Jahr 1992 zählte man im eigentlichen Ort 751 Einwohner. 2002 wurden auf dem Gebiet der Gemeinde Brădeni 1741 Menschen registriert. 1010 davon waren Rumänen, 416 waren Roma, 37 Magyaren und acht davon waren Deutsche.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Henndorfer Handwerkerzunft war auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt, vor allem das Tischlerhandwerk. Das bezeugen auch die schönen Kircheneinbauten und die gotischen Truhen auf dem Dachboden der Henndorfer Kirchenburg.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirchenburg in Brădeni[4]

Bilder der Kirchenburg[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Glatz: Henndorf im Wandel der Zeit. Ein siebenbürgisches Heimatbuch. Herausgegeben und verlegt von Pfarrer Michael Seiverth, Bruck an der Leitha 1996.
  • Arne Franke: Das wehrhafte Sachsenland. Kirchenburgen im südlichen Siebenbürgen. Mit einer historischen Einführung von Harald Roth. Deutsches Kulturforum Östliches Europa, Potsdam 2007, ISBN 978-3-936168-27-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brădeni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Volkszählung 2002 in Rumänien
  3. Ein Bild der alten Kirchentruhen in der Kirchenburg von Henndorf
  4. Bild der Kirchenburg in Brădeni