Bubenreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bubenreuth
Bubenreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bubenreuth hervorgehoben
49.62777777777811.017222222222288Koordinaten: 49° 38′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 4,13 km²
Einwohner: 4552 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91088
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 119
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Birkenallee 51
91088 Bubenreuth
Webpräsenz: www.bubenreuth.de
Bürgermeister: Norbert Stumpf (CSU)
Lage der Gemeinde Bubenreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet) Neunhofer Forst Mark (gemeindefreies Gebiet) Kraftshofer Forst Kalchreuther Forst Geschaidt Forst Tennenlohe Erlenstegener Forst Buckenhofer Forst Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Erlangen Landkreis Ansbach Landkreis Bamberg Landkreis Bamberg Landkreis Forchheim Buckenhof Aurachtal Eckental Heroldsberg Kalchreuth Lonnerstadt Möhrendorf Mühlhausen (Mittelfranken) Oberreichenbach (Mittelfranken) Spardorf Uttenreuth Vestenbergsgreuth Weisendorf Wachenroth Röttenbach (bei Erlangen) Marloffstein Höchstadt an der Aisch Heßdorf Herzogenaurach Hemhofen Großenseebach Gremsdorf Bubenreuth Baiersdorf Adelsdorf Dormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Bubenreuth ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und gilt als Zentrum des fränkischen Streich- und Zupfinstrumentenbaus.

Geografie[Bearbeiten]

Die Ortschaft liegt an der Regnitz, etwa 4 km nördlich des Zentrums von Erlangen und ist baulich fast damit verschmolzen.

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Baiersdorf, Langensendelbach, Marloffstein, Erlangen und Möhrendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Über die Gründung Bubenreuths ist nichts bekannt. Die Endung "-reuth" weist auf eine Rodungssiedlung hin. Die Bubenreuther Geschichte während des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit liegt weitgehend im Dunklen. In einer Urkunde König Konrads IV. vom 24. November 1243 wird der Ortsname als "Bubenrode" zum ersten Mal genannt. Sie bezeugt, dass der Bamberger Bischof Heinrich I. von Bilversheim das verpfändete Dorf wieder einlöste. Im Rechtsbuch des Bischofs Friedrich I. von Hohenlohe von 1348 werden in der "villa pubenreut" zehn zinspflichtige Güter aufgeführt, die dem Domkapitel gehörten. Durch die Angaben im Zins- und Lehensbuch des bambergischen Amtes Büchenbach von 1580 können die damals elf Güter sämtlich entlang der heutigen Hauptstraße lokalisiert werden, die damit die Urzelle des Dorfes bildet.

Nordwestlich davon, jenseits des Entlesbachs, lag Scherleshof. Ob dieser Name einen Einzelhof oder die Wüstung eines unbekannten frühmittelalterlichen Dorfes bezeichnet, ist nicht zu erhellen. Urkundlich erstmals erscheint der Scherleshof im Jahr 1390. Damals erhielt der Nürnberger Burggraf Johann von König Wenzel den Scherleshof als Lehen. Durch diese Belehnung an die Hohenzollern wurde der Hof später Bestandteil der Markgrafschaft Bayreuth. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Scherleshof immer weiter zersplittert. Heute erinnert nur noch ein Straßenname an ihn.

Im Baiersdorfer Vertrag vom 13. Mai 1524 zwischen Bamberg und der Markgrafschaft Bayreuth erhielt diese die Hochgerichtsbarkeit auch über das eigentliche Bubenreuth, während dieses weiterhin dem Bamberger Domkapitel zins- und lehenbar blieb. Die niedere Gerichtsbarkeit lag in den Händen des Bischofs. Kirchlich gehörte Bubenreuth zur Pfarrei Erlangen. Nach der Reformation wurden nur die Bauern auf dem Scherleshof evangelisch, die Besitzer der bambergischen Güter blieben weiterhin katholisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bubenreuth vollständig niedergebrannt. Die letzte Brandstätte wurde erst 1815 wieder bebaut.

Im Jahre 1791 wurde Bubenreuth mit dem Markgrafentum Ansbach-Bayreuth preußisch, 1807 fiel es im Frieden von Tilsit an Frankreich. Seit 1810 gehört Bubenreuth zu Bayern.[2]

In der Zeit der Demagogenverfolgung konnten sich die Erlanger Burschenschafter in Bubenreuth unbeobachtet von den Behörden des Staates und der Universität treffen. Bald schon wurden sie deshalb "die Bubenreuther" genannt. Die Burschenschaft übernahm den Ortsnamen zunächst in latinisierter Form als "Bubenruthia", später nannte sie sich "Burschenschaft der Bubenreuther". Die "Bubenreuther Bauern" und die "Bubenreuther Studenten" sind seitdem zu einer engen Gemeinschaft verwachsen. Die Bubenreuther Kirchweih wird gemeinsam von den Bauern und Studenten gefeiert. Seit 1914 gehört der Burschenschaft die Bubenreuther Gastwirtschaft "Mörsbergei".[3]

Einen großen Einschnitt brachte die Ansiedlung der aus Schönbach im Sudetenland vertriebenen Geigenbauer. In den Jahren 1949–1957 wurden in fünf Bauabschnitten rund 500 Wohnungen errichtet. Gleichzeitig entwickelte sich Bubenreuth zum Zentrum der nordbayerischen Musikinstrumentenfabrikation, die sich trotz zunehmender Konkurrenz aus Fernost halten konnte. Die Einwohnerzahl stieg von 695 im Jahre 1949 auf heute 4.497. Für die wachsende Zahl der Katholiken wurde an Stelle der St.-Josefs-Kapelle von 1927 im Jahr 1967 die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung geweiht. Die Protestanten errichteten 1957 die Lukaskirche, die seit 1999 eine eigene Gemeinde bildet.[4]

Ortsnamenskunde[Bearbeiten]

Der von Bubenrode abgeleitete Name könnte Rodung des Bubo (Budbert) bedeuten, was hieße, dass ein Mann namens Bubo hier rodete und sich niederließ. Diese Deutung ist rein spekulativ und nicht belegt.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Bubenreuth liegt unmittelbar am Frankenschnellweg (A 73) und ist über die Anschlussstelle Möhrendorf (AS 30) angebunden. Zwischen dem Frankenschnellweg und dem Ort verläuft die Staatsstrasse St 2244, die alte Bundesstraße 4.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Der Ort ist in das Tarifgebiet des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) eingebunden. Es existiert ein Haltepunkt an der Regionalbahnlinie R2 (Nürnberg/Hauptbahnhof– FürthErlangenForchheimEggolsheim). Zusätzlich stellen zwei Regionalbuslinien Verbindungen nach Erlangen und einigen weiteren Nachbargemeinden her.

Seit Dezember 2010 findet auf der Eisenbahnstrecke Nürnberg–Forchheim (KSB 820) S-Bahnbetrieb mit einem Halt in Bubenreuth statt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Bubenreuth hat 16 Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.

CSU SPD Grüne FW Gesamt
2014 5 4 3 4 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister von Bubenreuth ist seit 1. Mai 2014 Norbert Stumpf (CSU), der sich am 30. März 2014 in einer Stichwahl durchsetzte. Sein Vorgänger war Rudolf Greif (CSU).

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Schräg links geteilt durch einen mit goldenen Eichenranken belegten schwarzen Balken; oben in Silber eine rote Geige mit schwarzem Griffbrett und schwarzem Saitenhalter, unten in Silber ein schwarzer Pflug. Die Eichenranken beziehen sich auf die Erlanger Burschenschaft der Bubenreuther.

Patenstadt[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Bubenreuth

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben und wirken[Bearbeiten]

  • Peter Wackel (* 1977), Sänger und Alleinunterhalter, wuchs in Bubenreuth auf

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Zum Ganzen: Die Geschichte des Dorfes Bubenreuth 1243 - 1993, Herausgegeben von der Gemeinde Bubenreuth, 1993
  3. Julius Andreae, Fritz Griesbach, Die Burschenschaft der Bubenreuther, Erlangen, 1967
  4. Erlanger Stadtlexikon, W. Tümmels Verlag, Nürnberg, 2002

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bubenreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien