D. B. Cooper

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Fahndungsbild aus dem Jahre 1972 von D. B. Cooper

Dan Cooper und D. B. Cooper sind Pseudonyme für einen Flugzeugentführer, der am 24. November 1971 über dem Pazifischen Nordwesten über der Gebirgskette der südlichen Kaskaden aus einer Boeing 727 sprang, nachdem er zuvor ein Lösegeld in Höhe von 200.000 US-Dollar (entspricht heute etwa 1.110.000 US-Dollar) erhalten hatte.

Weder zur Identität noch über das Verbleiben des Entführers tauchten schlüssige Anhaltspunkte auf, und es gibt etliche sich widersprechende Theorien darüber, was nach dessen Absprung geschah. Die einzigen Hinweise in diesem Fall sind drei Bündel verwitterter Banknoten, die ein Kind 1980 am sandigen Flussufer des Columbia River ausgegraben hatte und die später als Teil des Lösegelds identifiziert wurden,[1] sowie ein Teil eines Schildes, das vermutlich von der hinteren Treppe des Flugzeuges stammt, von der Cooper abgesprungen war. Das FBI führt den Fall Cooper unter dem Codenamen „Norjak“.[2]

Im Dezember 2007 und im März 2009 belebte das FBI den Fall wieder und hoffte aufgrund neuer Informationen auf eine Klärung von Coopers Identität.[3][4] Doch endgültige Antworten ergaben auch diese und neuere Recherchen nicht.

Bis heute (August 2014) ist der Fall nicht vollständig aufgeklärt.[5]

Die Entführung[Bearbeiten]

Eine Aktentasche mit einer Bombe[Bearbeiten]

Am 24. November 1971, dem Vorabend von Thanksgiving, entführte um 16:35 Uhr Ortszeit in den USA ein unter dem Namen Dan Cooper reisender Mann eine Boeing 727-051 der Fluggesellschaft Northwest Orient Airlines, indem er mit einer Bombe drohte. Er trug eine Aktentasche voller Drähte und roter Stangen bei sich.

Cooper hatte das Flugzeug zuvor zusammen mit 36 anderen Passagieren und sechs Crewmitgliedern in Portland in Oregon in Richtung Seattle bestiegen. Er trug einen schwarzen Regenmantel, Slipper, einen dunklen Geschäftsanzug, ein sauber gebügeltes weißes Hemd, eine schmale schwarze Krawatte mit einer perlmuttbesetzten Krawattennadel sowie eine schwarze Sonnenbrille.

„Das ist eine Entführung“[Bearbeiten]

Das Flugzeug war kaum in der Luft, als er eine in der Nähe seines Platzes sitzende Stewardess, Florence Schaffner, wegen einer Getränkebestellung herbeirief. Beim Bezahlen gab er ihr auch einen Umschlag. Da sie dachte, er würde ihr seine Telefonnummer geben, steckte sie ihn ungeöffnet in ihre Tasche. Cooper lehnte sich näher und sagte: „Fräulein, Sie schauen sich den Zettel besser an! Ich habe eine Bombe.“ Im Umschlag befand sich ein Zettel mit dem Inhalt:

“I have a bomb in my briefcase. I will use it if necessary. I want you to sit next to me. You are being hijacked.”

„Ich habe eine Bombe in meiner Aktentasche. Falls nötig, werde ich von ihr Gebrauch machen. Ich möchte, dass Sie sich neben mich setzen. Das ist eine Entführung.“[6]

Die Flugbegleiterin bat darum, die Bombe zu sehen. Der Entführer öffnete seinen Koffer einen Spalt, lange genug, damit Schaffner rote Zylinder und Drähte erkennen konnte. Dann forderte er 200.000 Dollar, vier Fallschirme und Treibstoff, um das Flugzeug wiederaufzutanken.

Nachdem die Flugbegleiterin das Cockpit über Cooper und seinen Zettel benachrichtigt hatte, kontaktierte Pilot William Scott die Flugsicherung des internationalen Flughafens Seattle/Tacoma. Diese gab die Anweisung, mit Cooper zu kooperieren. Scott wies Schaffner an, zu Dan Cooper zurückzukehren und sich neben ihn zu setzen. Als sie wiederkam, trug er eine schwarze Sonnenbrille.[7] Er befahl ihr, dem Piloten zu sagen, dass er nicht landen solle, bevor nicht das von ihm geforderte Geld und die Fallschirme in Seattle-Tacoma bereitlägen.[8] Schaffner ging zurück zum Cockpit und gab Coopers Anweisungen weiter.

Freilassung der Geiseln im Tausch gegen seine Forderungen[Bearbeiten]

Das entführte Flugzeug war eine Boeing 727, deren – für eine Zivilmaschine seltenes – Ausstattungsmerkmal eine Heckklappe mit einer Gangway war.

Als das Flugzeug um 17:45 Uhr an seinem Zielort Seattle-Tacoma landete, ließ der Entführer die Passagiere im Austausch gegen 200.000 Dollar und vier Fallschirme, bestimmt für die vier Personen an Bord, den Piloten, Copiloten, eine Stewardess und Cooper selbst, frei. Es wird vermutet, dass Cooper damit sicherstellen wollte, dass die Fallschirme nicht manipuliert waren. Um 19:40 Uhr zwang er die Flugbesatzung, erneut abzuheben und bei relativ niedriger Geschwindigkeit und einer Höhe von etwa 10.000 Fuß (ca. 3000 m) (im Gegensatz zur normalen Flughöhe von 25.000 bis 37.000 Fuß) mit ausgefahrenem Fahrwerk und Landeklappen auf 15 Grad in Richtung Mexiko zu fliegen. Irgendwann während des Fluges sprang er mit dem Geld und den Fallschirmen von der hinteren Treppe des Flugzeuges ab. Das FBI vermutet, dass der Absprungzeitpunkt um 20:11 Uhr über dem Südwesten des Bundesstaates Washington war, denn zu diesem Zeitpunkt schlug die Treppe gegen das Flugzeug. Wegen der schlechten Sicht konnte sein Absprung nicht von den verfolgenden F-106-Kampfflugzeugen beobachtet werden.

Spurlos verschwunden[Bearbeiten]

Flucht[Bearbeiten]

A, B, C Airports Portland - Seattle - Reno
1 Erster errechneter mutmaßlicher Absprungpunkt
2 Fundort der abgerissenen Gebrauchsanleitung der Hecktreppe
3 Fundort der Geldbündel
4 Zweiter errechneter mutmaßlicher Absprungpunkt.
Cooper benutzte zur Flucht die Gangway am Heck der 727. Sie war nicht dazu konstruiert, um während des Fluges heruntergelassen zu werden und fiel deshalb schwerkraftbedingt nach unten und blieb bis zur Landung des Flugzeugs in diesem Zustand.

Das FBI befragte zunächst einen Mann namens D. B. Cooper und ließ ihn dann wieder frei. Dieser Mann wurde nie als dringend tatverdächtig angesehen. Wegen eines Missverständnisses mit den Medien wurden seine Initialen jedoch fest mit dem Entführer verknüpft und so ist jener heute bekannt als D. B. Cooper. Die Landezone wurde zunächst auf Clark County und Cowlitz County im Südwesten des Bundesstaats Washington in der Nähe des Lewis River lokalisiert. Spätere Überlegungen lokalisierten das Gebiet weiter südöstlich im Einzugsgebiet des Washougal Rivers. Jedoch wurde trotz mehrfacher umfangreicher Suchaktionen auch von privaten Amateuren nie eine Spur von Cooper gefunden.

Nach drei ähnlichen, aber weniger erfolgreichen Flugzeugentführungen verlangte die Federal Aviation Administration, dass alle Boeing 727 mit einem mechanischen aerodynamischen Keil, bekannt in Amerika als „Cooper vane“, ausgerüstet werden, der verhindert, dass die hintere Treppe während eines Fluges herabgelassen werden kann. Metalldetektoren wurden an den Flughäfen installiert und es kam zu einigen Flugsicherheitsregeln.

Das Lösegeld[Bearbeiten]

Teil des 1980 gefundenen Lösegeldes

Am 13. Februar 1980 fand ein achtjähriger Junge bei einem Picknickausflug mit seiner Familie drei Bündel mit 20-Dollar-Noten, insgesamt 5800 Dollar, am Ufer des Columbia River, acht Kilometer nordwestlich des amerikanischen Vancouver (Washington) im US-Staat Washington.[9] Die Bündel konnten dem Lösegeld zugeordnet werden, da die Seriennummern notiert worden waren.[10] Der Rest des Geldes wurde nie gefunden.

Aus Sicht des FBI spricht einiges dafür, dass der Entführer den Fallschirmabsprung nicht überlebt hat. In den Worten des mit dem Fall befassten FBI Special Agent Larry Carr:

„Wir dachten ursprünglich, dass Cooper ein erfahrener Springer gewesen sei, vielleicht sogar ein Fallschirmjäger. Nach einigen Jahren kamen wir zu dem Schluss, dass das einfach nicht stimmte. Kein erfahrener Fallschirmspringer würde bei pechschwarzer Nacht im Regen mit Gegenwind um 320 km/h, bekleidet mit einem Trenchcoat und Straßenschuhen mit dem Fallschirm [über unbekanntem Gebiet] abspringen. Es ist einfach zu riskant. Er hatte auch übersehen, dass sein Reservefallschirm nur für Trainingszwecke gedacht und zugenäht war, ein Umstand, der einem erfahrenen Fallschirmspringer nicht entgangen wäre.“[11]

Auch die Tatsache, dass nie irgendwelche Banknoten aus dem Lösegeld wieder aufgetaucht sind, außer jenen, die am Columbia River angespült wurden, wäre damit zu erklären. Dennoch hält das FBI diesen Fall, der den einzigen ungelösten Fall einer Flugzeugentführung in den USA darstellt, weiter offen. Die Seriennummern der 20-Dollar-Noten können weiter abgerufen werden.[12]

Ein Hinweis auf den Verdächtigenkreis könnte auch das gewählte Pseudonym Dan Cooper sein. Es gibt eine belgische Comicfigur gleichen Namens. Dieser Dan Cooper ist kanadischer Militärpilot, und in den Comics kommen unter anderem auch Fallschirmabsprünge vor. Der Entführer könnte ein Fan dieses Comichelden gewesen sein. Da die Comicserie zu dieser Zeit nicht in englischer Sprache erhältlich war, wurde spekuliert, der Entführer könne frankokanadischer Herkunft sein.[13]

FBI-Fahndungsplakat von D. B. Cooper

Verdächtige[Bearbeiten]

Richard McCoy, Jr.[Bearbeiten]

Vier Monate nach D. B. Coopers Flugzeugentführung entführte Richard McCoy am 7. April 1972 ein Flugzeug. McCoy stieg dem Flug United Flight 855 während eines Zwischenhaltes in Denver zu. Die Maschine war wie im Fall Coopers eine Boeing 727 mit Hecktreppe; McCoy nutzte sie für seine Flucht, nachdem er der Flugzeugbesatzung Anweisungen ähnlich denen Coopers gegeben hatte. McCoy hatte eine Handgranatenattrappe und eine ungeladene Pistole bei sich. Da er auf einem Magazin, das er während des Fluges gelesen hatte, seine Fingerabdrücke hinterließ und auch seine handgeschriebenen Zettel vergaß, konnte ihn das FBI identifizieren.[14]

Die Polizei befragte McCoy auf den Hinweis eines Autofahrers hin. Der Autofahrer hatte McCoy, der einen Fallschirmspringeranzug trug und einen Kleidersack mit sich führte, per Anhalter mitgenommen.

McCoy war verheiratet und Vater zweier Kinder. Er war Lehrer an einer Mormonensonntagsschule und studierte Jura an der Brigham Young University. Er sprach mit einer Reihe von Personen darüber, wie einfach es wäre, ein Flugzeug zu entführen. Als begeisterter Fallschirmspringer und Hubschrauberpilot in einer Spezialeinheit war er als Vietnamveteran ausgezeichnet worden. Sein Traum war es, FBI- oder CIA-Agent zu werden.

Aufgrund der Übereinstimmung der Fingerabdrücke und der Handschrift wurde McCoy zwei Tage nach der Entführung inhaftiert. Ironischerweise war McCoy als Hubschrauberpilot der Nationalgarde an der Suche nach dem Entführer beteiligt gewesen. In seinem Haus fand das FBI den Fallschirmspringeranzug und den Kleidersack, der mit Geld in der Höhe von 499.970 US-Dollar gefüllt war. McCoy plädierte auf unschuldig, wurde vor Gericht aber der Flugzeugentführung überführt und zu einer Haftstrafe von 45 Jahren verurteilt. Eine Berufung ging bis zum Supreme Court.[15]

In der Haft nutzte er seinen Zugang zum Gefängniszahnlabor zum Modellieren einer Handfeuerwaffe aus zahnmedizinischer Paste. Zusammen mit Mitgefangenen entkam er im August 1974, indem sie ein Müllauto stahlen und damit das Haupttor durchbrachen. Das FBI benötigte drei Monate, um McCoy in Virginia aufzuspüren. Vermutlich eröffnete McCoy das Feuer auf die FBI-Agenten. Dem Bericht zufolge wurde er in dem folgenden Schusswechsel von dem Polizisten Nicholas O’Hara mit einem Gewehr erschossen.[15] Andere Zeugen bestreiten diese Aussage.

1991 wurde das Buch „D. B. Cooper: Der wahre McCoy“, geschrieben von Bernie Rhodes und dem früheren FBI-Agenten Russell Calame, veröffentlicht. Darin werden Indizien dahingehend benannt, dass Cooper und McCoy dieselbe Person seien. Die Autoren verweisen auf die gleichen Methoden der Entführung, die Krawatte und das Brigham Young Medaillon mit McCoys Initialen auf der Rückseite, die von Cooper im Flugzeug zurückgelassen wurden. Zudem wird angeführt, dass McCoy nie zugab oder bestritt, dass er Cooper sei.[7] Und als McCoy direkt gefragt wurde, ob er Cooper sei, gab er zu Antwort: „Darüber möchte ich nicht reden.“ Der Polizist, der McCoy erschossen haben soll, wird mit den Worten zitiert: „Als ich Richard McCoy erschoss, habe ich auch zugleich D. B. Cooper erschossen.“ McCoys Witwe, Karen Burns McCoy, kam mit den Buchautoren überein, dass das Buch mit der Theorie, McCoy sei Cooper, nicht verfilmt werden solle.

Duane Weber[Bearbeiten]

Im Juli 2000 veröffentlichte U.S. News and World Report einen Artikel über eine Witwe aus Pace in Florida namens Jo Weber und ihre Behauptung, dass ihr verstorbener Mann Duane Weber vor seinem Tod im Jahr 1995 ihr gegenüber gestanden hätte: „Ich bin Dan Cooper“. Sie schöpfte Verdacht und begann seine Vergangenheit zu überprüfen. Duane Weber hatte im Zweiten Weltkrieg in der Armee gedient und später in einem Gefängnis in der Nähe des Flughafens Portland gearbeitet. Sie erinnerte sich daran, dass ihr Mann einst einen Albtraum gehabt und im Schlaf davon gesprochen habe, aus einem Flugzeug zu springen und „die Fingerabdrücke auf der Hecktreppe zu hinterlassen“. In seinen Unterlagen habe sie auch einmal ein altes Flugticket mit dem Kürzel SEA-TAC (Seattle-Tacoma Airport) gefunden. Zudem gab sie an, dass ihr Mann kurz vor seinem Tod gesagt habe, seine alte Knieverletzung stamme „von einem Sprung aus einem Flugzeug“.

Jo Weber erzählte auch von einem Urlaub, den das Paar in Seattle verbrachte, „einer sentimentalen Reise“, wie Duane diese genannt habe. In diesem Urlaub seien sie auch zum Columbia River gegangen. Dort sei ihr Mann seltsamerweise zu den Ufern des Flusses hinunter gegangen – genau vier Monate, bevor der Teil von Coopers Beute in der gleichen Gegend gefunden wurde. Weiter berichtete sie, dass sie ein Buch über den Fall Cooper in der örtlichen Bibliothek angeschaut und darin in Aufzeichnungen die Handschrift ihres Gatten wiedererkannt habe. Sie begann einen Schriftwechsel mit FBI Agent Ralph Himmelsbach, dem Vorsitzenden der Untersuchungskommission des Falls Cooper. Himmelsbach erklärte, dass Duane Weber einer der Hauptverdächtigten sei. Obwohl man die Übereinstimmung von Fahndungsbildern mit Photographien Webers als nicht beweiskräftig ansehen musste, machte ihn eine Gesichtserkennungssoftware als beste Übereinstimmung aus.

Der Verdacht, Duane Weber sei Dan Cooper, wurde zudem von Robert Knoss aus Minneapolis (Minnesota), einem früheren Bekannten Webers, gestützt. Seinen Angaben zufolge sei Weber als Dan Cooper bekannt gewesen, wohnhaft in Bloomington (Minnesota), wo dieser drei Jahre vor der Entführung auch als geübter Fallschirmspringer trainiert habe.

Aufgrund einer DNA-Analyse, in der DNA-Proben Webers mit DNA-Spuren von der im Flugzeug zurückgelassenen Krawatte verglichen wurden, konnte Duane Weber als Täter jedoch ausgeschlossen werden.[3]

John List[Bearbeiten]

Im Jahr 1971 wurde der Mehrfachmörder John List der D.-B.-Cooper-Entführung verdächtigt, die direkt nach der Ermordung seiner Familie geschah. Lists Alter, seine Gesichtszüge und sein Körperbau passten auf den mysteriösen Flugzeugentführer. Lists Schulden entsprachen genau der damaligen Beute von Cooper. Aus dem Gefängnis heraus bestritt er jedoch hartnäckig, Cooper zu sein, und das FBI betrachtete ihn schließlich nicht mehr als Verdächtigen.

D. B. Coopers mutmaßliche Alterung

Kenneth Christiansen[Bearbeiten]

Im Jahr 2003 kam Lyle Christiansen aus Minnesota, als er einen Dokumentationsfilm über die Flugzeugentführung sah, der Gedanke, dass sein 1994 verstorbener Bruder Kenneth Christiansen der Täter gewesen sein könnte.[16] Dieser war 1944 zur Armee gegangen und dort zum Fallschirmjäger ausgebildet worden. Einige Jahre nach Kriegsende verließ er die Armee und arbeitete als Flugbegleiter und später als Zahlmeister bei Northwest Airlines in Seattle.[16] Aufgrund der schlechten Bezahlung hatte er den Angaben seines Bruders zufolge Aggressionsgefühle gegenüber seinem Arbeitgeber entwickelt. Einige Details der Personenbeschreibung stimmten mit der D. B. Coopers überein, so z. B. die Linkshändigkeit, das geschätzte Alter, seine Vorliebe für Bourbon und das Zigarettenrauchen. Auch hatte sich Christiansen kurz nach der Entführung eine teure Briefmarkensammlung gekauft. In seinem Nachlass fanden die Angehörigen ein Bankkonto mit 200.000 US-Dollar und einen Aktenordner mit Zeitungsausschnitten über Vorfälle bei NWA, die bis etwa zum Zeitpunkt der Entführung datierten, danach aber abbrachen.[16] Allerdings gab es auch Personendetails, die nicht zur Person des Entführers passten, so z. B. Augenfarbe, Teint, Größe, Gewicht, Haar, so dass das FBI Christiansen nicht als primären Tatverdächtigen ansah.[16][17]

Lynn Doyle Cooper[Bearbeiten]

Im Juli 2011, fast vierzig Jahre nach der Tat, geriet der zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbene Lynn Doyle Cooper unter Tatverdacht. Seine Nichte hatte berichtet, dass er – ein Veteran des Koreakriegs – und ein weiterer Onkel am Tag vor der Tat ein Gespräch geführt hätten, in dessen Rahmen ihr teure Funkgeräte aufgefallen seien. Am Tag nach der Tat sei Lynn Doyle Cooper dann „blutig, verletzt und unordentlich“ aufgetaucht und habe zunächst von einem Autounfall gesprochen, dann aber von einer Flugzeugentführung und gelösten Geldproblemen. Danach habe sie ihren Onkel nie wieder gesehen.[18][19] Das FBI untersuchte einen Gitarrengurt aus dem Besitz des Verdächtigen auf Fingerabdrücke und führte DNA-Analysen durch, jedoch ohne Erfolg.[20]

In Serien und Filmen[Bearbeiten]

Die Tatsache, dass der Fall nie aufgeklärt wurde, bot vielfach Stoff für Film und Fernsehen:

  • In der US-Serie Twin Peaks (1990) heißt der ermittelnde FBI-Agent und Hauptperson Dale Bartholomew Cooper, benannt nach D. B. Cooper.
  • In der US-Serie Prison Break spielt der Fall D. B. Cooper eine wichtige Rolle. Charles Westmoreland, ein Mithäftling der Hauptperson Michael Scofield, ist D. B. Cooper. Er verrät Scofield das Versteck des Geldes (in der Serie 5 Millionen).
  • Im Film Trouble ohne Paddel machen sich drei Freunde um die 30 auf die Suche nach dem Geld von D. B. Cooper und stoßen auf seine vermeintlichen Überreste.
  • In der Episode „Showdown einer Legende (The Ballad of D. B. Cooper)“ der 4. Staffel der US-Serie Renegade – Gnadenlose Jagd erhält Bobby Informationen über den aktuellen Aufenthaltsort von D. B. Cooper und begibt sich auf die Suche nach ihm.
  • In der 10. Episode „Alte Krieger (Old Soldiers)“ der 6. Staffel der US-Serie Numb3rs wird Ex-FBI-Agent Rodger Bloom, der seinerzeit in dem D. B. Cooper-Fall ermittelte, zu Ermittlungen hinzugezogen, nachdem Banknoten des Lösegeldes bei einem verhinderten Überfall aufgetaucht sind.
  • In der Folge „The D.B. Cooper Job“, der US-Serie Leverage wird der Fall erneut aufgerollt und in Rückblicken nachgestellt.
  • Folge 13 der Serie Geheimnisse der Geschichte (Rätsel um Flug NW 305) behandelt den Fall [21]
  • xkcd 1400 zieht Parallelen zwischen dem Verbleib von D. B. Cooper und Tommy Wiseau [22]

Musik[Bearbeiten]

  • Der amerikanische Songwriter Todd Snider nimmt sich des Themas in seinem Song "D.B. Cooper" an.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: D. B. Cooper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spur in einzig ungelöster US-Flugzeugentführung. In: Berliner Morgenpost vom 2. August 2011.
  2. Ralph P. Himmelsbach, Thomas K. Worcester: Norjak: The Investigation of D. B. Cooper. Norjak Project, West Linn, Oregon 1986, S. 135, ISBN 0-9617415-0-3.
  3. a b D.B. Cooper Redux – Help Us Solve the Enduring Mystery. FBI, 31. Dezember 2007, abgerufen am 21. Mai 2014 (englisch).
  4. In Search of D.B. Cooper – New Developments in the Unsolved Case. FBI, 17. März 2009, abgerufen am 21. Mai 2014 (englisch).
  5. Evan Pappas: Bigfoot killed and other infamous American hoaxes. Seattle Post-Intelligencer, 7. April 2014, abgerufen am 19. Mai 2014 (englisch).
  6. Oliver Burkeman: Heads in the clouds. The Guardian, 1. Dezember 2007, abgerufen am 12. Juli 2012.
  7. a b David Krajicek: DB Cooper: The Legendary Daredevil. Abgerufen am 12. Juli 2012.
  8. Himmelsbach et. al.: Norjak: The Investigation of D. B. Cooper. 1986, S. 18.
  9. D. B. Cooper’s loot to be auctioned off. Associated Press, 13. Februar 2006, abgerufen am 12. Juli 2012 (englisch).
  10. FBI Freedom of Information Act documents, Part 7. Federal Bureau of Investigation, S. 10–12, abgerufen am 12. Juli 2012 (PDF, 3.870 KB, englisch).
  11. D. B. Cooper Redux: Help Us Solve the Enduring Mystery. Federal Bureau of Investigation, 31. Dezember 2007, abgerufen am 26. März 2011 (englisch): „We originally thought Cooper was an experienced jumper, perhaps even a paratrooper. We concluded after a few years this was simply not true. No experienced parachutist would have jumped in the pitch-black night, in the rain, with a 200-mile-an-hour wind in his face, wearing loafers and a trench coat. It was simply too risky. He also missed that his reserve chute was only for training and had been sewn shut—something a skilled skydiver would have checked.“
  12. D B Cooper’s Loot Serial Number Searcher. check-six.com, 17. März 2011, abgerufen am 26. März 2011 (englisch).
  13. FBI-backed team finds Canadian link to famous ’70s plane hijacking. National Post, 24. November 2011, abgerufen am 20. Mai 2012 (englisch).
  14. Richard Floyd McCoy, Jr. – Aircraft Hijacking. Federal Bureau of Investigation, abgerufen am 12. Juli 2012.
  15. a b Marianne Funk und Staff Writer: McCoy’s widow admits helping in ’72 hijacking. Deseret News, 21. Februar 1992, abgerufen am 12. Juli 2012.
  16. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGeoffrey Gray: Unmasking D. B. Cooper. New York News & Features, 21. Oktober 2007, abgerufen am 26. März 2011 (englisch).
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFBI rejects latest D. B. Cooper suspect: Bonney Lake man accused of crime. The Associated Press, 26. Oktober 2007, abgerufen am 26. März 2011 (englisch).
  18. Dietrich Nixdorf: Die Jagd nach dem Phantom. In: Sz-online.de. 6. August 2011, abgerufen am 19. Mai 2014.
  19. Flugzeugspringer-Fall: Frau beschuldigt verstorbenen Onkel. In: Spiegel Online. 3. August 2011, abgerufen am 19. Mai 2014.
  20. Howard Berkes: D.B. Cooper Update: FBI Says No DNA Match With New Suspect. National Public Radio, 9. August 2011, abgerufen am 19. Mai 2014 (englisch).
  21. http://www.fernsehserien.de/geheimnisse-der-geschichte/episodenguide/0/15460#episode-343102
  22. http://xkcd.com/1400/