Daniel Nazareth

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Daniel Nazareth (* 8. Juni 1948 in Bombay; † 19. Juni 2014[1]) war ein indischer Dirigent und Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Daniel Nazareth studierte zunächst Wirtschaftswissenschaften an der University of Mumbai. Danach erwarb er ein Klavier-Diplom von den Royal Schools of Music in London. Er studierte privat bei Igor Markevitch und graduierte 1975 in der Dirigentenklasse von Hans Swarowsky und Karl Österreicher an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 1977 debütierte er mit Mozarts Cosi fan tutte beim Spoleto Festival in Italien. In Tanglewood (Leonardo Bernstein Conducting Fellowship) traf er 1978 mit Leonard Bernstein, Colin Davis, Gunther Schuller und Seiji Ozawa zusammen. Herbert von Karajan lud ihn als Gastdirigent zu den Berliner Philharmonikern und Wiener Symphonikern ein. Von 1982 bis 1985 war er Chefdirigent des Symphonischen Orchesters Berlin (SOB), das sich seit 1990 Berliner Symphoniker benennt. 1988 assistierte er Lorin Maazel bei Verdis Requiem in Neapel. Von 1988 bis 1989 war er dann Chefdirigent des Teatro San Carlo in Neapel. Von 1990 bis 1992 war er Musikdirektor des Arena di Veronas. Er arbeitete u.a. mit Luciano Pavarotti and Grace Bumbry. Von 1992 bis 1996 wirkte er als Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchesters Leipzig. Er war darüber hinaus Gastdirigent beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Sächsischen Staatskapelle Dresden, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester und Philharmonikern Hamburg. Nachdem er wegen eines schweren Unfalls mehrere Jahre Zwangspause einlegen musste, war er 2011 Musikdirektor des Orquesta Sinfonica Nacional de Costa Rica.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1974: Preisträger der International Malko Conducting Competition in Copenhagen
  • 1975: Erster Preis bei der International Ernest Ansermet Conducting Competition in Genf
  • 1978: Koussevitzky Conducting Award in Tanglewood

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Franz Liszt: Klavierkonzerte Nr. 1, Nr. 2 / Liebestraum Nr. 3 As-dur / Ungarische Rhapsodie Nr. 2 cis-moll. Intercord-Tongesellschaft, Stuttgart [1987]
  • Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 1 D-Dur. Mitteldeutscher Rundfunk, Leipzig [1993]
  • Live-Konzert aus Anlass des 15. Jahrestages der Wahl Sr. Heiligkeit Johannes Paul II.. Mitteldeutscher Rundfunk, Leipzig [1993]; darin: Hymnus pontificius / A. Vitalini. - Messe C-Dur op. 86 / Ludwig van Beethoven. - Stabat mater / Krzysztof Penderecki. - Te Deum / Anton Bruckner.
  • Michael Hofmann de Boer: Fascinating nature. Original motion picture soundtrack. Koch International, München [1996]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nazareth, Daniel. In: Brockhaus-Riemann Musiklexikon. CD-Rom, Directmedia Publishing, Berlin 2004, ISBN 3-89853-438-3, S. 13719.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Todesmitteilung auf seinem offiziellen Facebook-Profil bei facebook.com, abgerufen am 20. Juli 2014