David McAllister

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David McAllister (2013)
David McAllister 2013 im niedersächsischen Landtag

David James McAllister (ˈdeɪvɪd dʒeɪmz məˈkæləstə, * 12. Januar 1971 in West-Berlin) ist ein deutscher Politiker der CDU, der auch die britische Staatsbürgerschaft besitzt. Er war vom 1. Juli 2010 bis zum 19. Februar 2013 Niedersächsischer Ministerpräsident. Zuvor war er seit 2003 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion; seit 2008 ist er auch Vorsitzender der Landes-CDU. In diesen drei Ämtern ging ihm Christian Wulff direkt voran, der 2010 Bundespräsident wurde.

McAllister war der erste deutsche Ministerpräsident mit doppelter Staatsbürgerschaft.

Leben

Ausbildung und Beruf

David James McAllister wurde am 12. Januar 1971 als Sohn einer Deutschen und eines Briten geboren. Sein Vater, James Buchanan McAllister, stammt aus Glasgow und war seit 1955 als Zivilbeamter der Britischen Armee während des Kalten Kriegs an verschiedenen Dienststellen in Deutschland stationiert. Er hatte zuvor im Zweiten Weltkrieg bei der 51st (Highland) Division bei den britischen Streitkräften gedient, u. a. auch in Deutschland.[1][2] Seine Mutter Mechthild war Deutsch- und Gesangslehrerin. David wuchs zusammen mit seinen beiden älteren Schwestern in einer britischen Siedlung im Bezirk Charlottenburg auf.[3] Er wurde zweisprachig auf Deutsch und Englisch erzogen und besuchte zunächst eine britische Grundschule.[4]

Nachdem seine Eltern 1982 von Berlin nach Bad Bederkesa im Landkreis Cuxhaven umgezogen waren, bestand er 1989 sein Abitur am dortigen Niedersächsischen Internatsgymnasium. Von 1989 bis 1991 war er als Zeitsoldat (letzter Dienstgrad Obergefreiter[5]) bei der Bundeswehr im Panzerbataillon 74 in Cuxhaven.[6] Von 1991 bis 1996 studierte er mit einem Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung Rechtswissenschaften an der Universität Hannover. 1996 absolvierte er das erste juristische Staatsexamen. Nach der Referendarzeit folgte 1998 das zweite Staatsexamen. Danach wurde er Rechtsanwalt.

Parteilaufbahn

David McAllister auf dem niedersächsischen Landesparteitag der CDU (2008)

Von 1991 bis 1994 war McAllister Kreisvorsitzender der Jungen Union im Kreisverband Cuxhaven. Von August 2002 bis August 2003 war er Generalsekretär der CDU in Niedersachsen. Zunehmend versuchte McAllister, sich auch auf bundespolitischem Parkett zu profilieren. Er wurde für zwei Jahre stellvertretender Vorsitzender der Fraktionsvorsitzendenkonferenz von CDU und CSU und arbeitete am Grundsatzprogramm seiner Partei mit. 2005 wollte Angela Merkel ihn zum Generalsekretär der Bundes-CDU machen, was er jedoch ablehnte.[7]

Auf dem Landesparteitag der CDU am 14. Juni 2008 in Celle wurde McAllister mit 98,9 Prozent zum neuen Landesvorsitzenden als Nachfolger von Christian Wulff gewählt.[8] In diesem Amt wurde er am 27. August 2010 beim Landesparteitag in Lingen mit 97,0 Prozent[9] und am 12. Oktober 2012 beim Landesparteitag in Celle mit 98,2 Prozent bestätigt.

McAllister erklärte, auf dem ersten Platz der niedersächsischen Landesliste für die Europawahl 2014 anzutreten.[10] Als Spitzenkandidat will er die CDU in den Wahlkampf führen.[11]

Abgeordnetentätigkeit

Von 1996 bis 2010 war McAllister Abgeordneter im Cuxhavener Kreistag. Seit 1998 ist er Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Vom 4. Februar 2003 bis zu seiner Wahl zum Ministerpräsidenten am 1. Juli 2010 bekleidete er das Amt des CDU-Fraktionsvorsitzenden.

Für die Landtagswahl am 27. Januar 2008 platzierte ihn die CDU auf Platz 2 der Landesliste. In seinem Wahlkreis 57 (Hadeln-Wesermünde) gewann er, wie bereits 2003, das Direktmandat (52,64 Prozent der Erststimmen) mit großem Vorsprung vor den Direktkandidaten der anderen Parteien. Bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 erreichte er im Wahlkreis 57 (Hadeln/Wesermünde) 64,4 Prozent und damit erneut ein Direktmandat. Er verbesserte somit gegen den Landestrend sein persönliches Ergebnis um etwa 12 Prozent. Dagegen hatte der Zweitstimmenanteil der CDU in seinem Wahlkreis gegenüber der vorherigen Landtagswahl nur leicht von 48,3 auf 48,8 Prozent zugenommen. McAllister stand auch auf Platz 1 der Landesliste seiner Partei.

Obwohl es nahegelegen hätte, dass McAllister nach seinem Ausscheiden als Ministerpräsident den Vorsitz seiner Landtagsfraktion übernimmt, entschied sich McAllister schon wenige Tage nach der Landtagswahl dagegen.[12] Stattdessen überließ er diese Funktion dem bisherigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Björn Thümler. Von Februar 2013 bis März 2014 saß McAllister als einfacher Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag. Dann schied er aus, um sich voll dem Europawahlkampf zu widmen. Für ihn rückte die frühere Ministerin Aygül Özkan in den Landtag nach.

Öffentliche Ämter

Landtagswahl in Niedersachsen 2013 mit Stefan Birkner, Stephan Weil, Stefan Wenzel (von links nach rechts)
Amtsübergabe in der Niedersächsischen Staatskanzlei; von links: Christine Hawighorst und David McAllister, Stephan Weil und Jörg Mielke

Von 2001 bis 2002 war McAllister Bürgermeister von Bad Bederkesa. Er wurde am 1. Juli 2010 zum Niedersächsischen Ministerpräsidenten gewählt. Er trat damit die Nachfolge von Christian Wulff an, der einen Tag zuvor von der 14. Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt wurde.[13] Bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 blieb die CDU unter McAllisters Führung mit 36,0 Prozent stärkste Partei, das Regierungslager von CDU und FDP unterlag jedoch knapp der bisherigen Opposition von SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

Privates

McAllister ist seit August 2003 mit der Rechtsanwältin Dunja McAllister, geb. Kolleck, verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter und wohnt in Bad Bederkesa.[14]

Auszeichnungen

Siehe auch

Literatur

  • Munzinger Internationales Biographisches Archiv 40/2007 vom 6. Oktober 2007

Weblinks

 Commons: David McAllister – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. David McAllister. Der Brite, der in Hannover regieren soll. Hannoversche Allgemeine. 25. Juni 2010. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  2. Could Germany be ruled by man named McAllister who got married in a kilt, supports Rangers... and drinks Irn-Bru? (Englisch) Mail Online. 6. Februar 2009. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  3. David McAllister. Leibniz Universität Hannover. 3. September 2012. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  4. McAllister: CDU und FDP können auch gegen drei linke Gegner bestehen. Deutschlandfunk. 31. Januar 2008. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  5. McAllister will Zivis durch Rentner ersetzen. Welt Online. 12. November 2010. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  6. David McAllister. WirtschaftsWoche. Abgerufen am 4. Februar 2013.
  7. Martina Fietz: David McAllister: Wulffs Terrier greift an. In: Focus Online. 4. Juni 2010, abgerufen am 3. Juli 2010.
  8. Vgl. CDU-Parteitag: Wulff übergibt Vorsitz an McAllister bei ndr.de, 13. Juni 2008 (aufgerufen am 14. Juni 2008).
  9. Vgl. McAllister als CDU-Landeschef wiedergewählt bei spiegel.de, 27. August 2010 (aufgerufen am 12. Februar 2012).
  10. Vgl. [1] bei cdu-niedersachsen.de, 21. November 2013
  11. Vgl. [2] bei welt.de, 26. September 2013
  12. Bericht im Tagesspiegel
  13. McAllister zum Ministerpräsident gewählt – NDR
  14. Mail-Online 6. Februar 2009: Could Germany be ruled by man named McAllister who got married in a kilt, supports Rangers... and drinks Irn-Bru?
  15. Niederrhein-Eule geht an David McAllister, in: Hamburger Abendblatt vom 1. Oktober 2010, abgerufen am 8. November 2010