David Morrissey

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David Morrissey im Jahre 2013

David Morrissey (* 21. Juni 1964 in Kensington, Liverpool, England) ist ein britischer Schauspieler, Produzent und Regisseur.

Biografie[Bearbeiten]

Ausbildung und Schauspieldebüt[Bearbeiten]

David Morrissey wurde 1964 in Liverpool geboren und wuchs dort als jüngstes von vier Kindern auf. Morrissey wurde durch Ken Loachs Film Kes (1969) inspiriert den Schauspielerberuf zu ergreifen und begann während seiner Schulzeit an Theaterproduktionen mitzuwirken. Mit 16 Jahren verließ er die Schule und entschied, sich dem Everyman's Youth Theatre anzuschließen. Im Jahr 1983 feierte Morrissey seinen Durchbruch als Schauspieler in der Hauptrolle des Billy Rizley in der fünfteiligen Fernsehserie One Summer. Die Produktion von Channel 4 handelt von zwei Jugendliche aus Liverpool, die sich dafür entscheiden in das nördliche Wales auszureißen. Nach dem Erfolg seiner ersten Fernsehrolle verließ Morrissey Liverpool und zog nach London, wo er an der renommierten Royal Academy of Dramatic Art (RADA) studierte. Es folgte ein zweijähriges Engagement bei der Royal Shakespeare Company, später war er am National Theatre tätig. Nach seinem Kinodebüt in Peter Greenaways Tragikomödie Drowning by Numbers (1988) agierte Morrissey verstärkt in Fernsehfilmen und -serien für das britische Fernsehen, war aber auch in mehreren Kinoproduktionen zu sehen.

1997 war Morrissey, der wegen seiner Körpergroße von 1,91 m oft auf die Rolle des Polizisten oder Soldaten abonniert ist, in Adrian Shergolds achtteiligen Fernsehserie Holding On zu sehen. Hier spielt er einen Londoner Steuerprüfer, dessen Leben durch den Tod einer jungen Frau außer Kontrolle gerät. Holding On erhielt 1998 den wichtigsten britischen Fernsehpreis BAFTA als beste dramatische Fernsehserie, während Morrissey von der Royal Television Society als bester Fernsehdarsteller nominiert wurde. Nach einer tragenden Rolle in Arnand Tuckers Oscar-nominierten Drama Hilary & Jackie über die Beziehung der weltbekannten Cellistin Jacqueline du Pré zu ihrer Schwester Hilary, folgte 2001 John Maddens Corellis Mandoline. In dem wenig erfolgreichen Kriegsdrama erhielt Morrissey den Part des deutschen Hauptmanns Weber, dem Antagonist von Hauptdarsteller Nicolas Cage.

Erfolge im Fernsehen und Kino[Bearbeiten]

David Morrissey 2010

Den bisher größten Erfolg im britischen Fernsehen hatte David Morrissey mit Hauptrollen in David Yates' sechsteiliger Fernsehserie Mord auf Seite eins (State of Play) und Stephen Frears' Fernsehfilm The Deal, die beide im Jahr 2003 produziert wurden. In Mord auf Seite eins mimt David Morrissey den englischen Parlamentsabgeordneten Stephen Collins, der durch den Tod seiner Assistentin und eines jungen Schwarzen ins Fadenkreuz der Medien gerät. In The Deal, der sich einem fiktiven Treffen der Führungsspitzen der britischen Labour Party ("New Labour") annimmt, mimte der Brite an der Seite von Michael Sheen den amtierenden britischen Premierminister Gordon Brown. Für The Deal erhielt Morrissey ein Jahr später den Preis der Royal Television Society, während er für Mord auf Seite eins für den BAFTA Award als Bester Fernsehdarsteller nominiert wurde. Im Jahr 2004 folgte die Hauptrolle des schillernden Unternehmers Ripley Holden in der Fernsehserie Blackpool, der eine Spielhalle in seiner geliebten Heimatstadt Blackpool eröffnet. Die zwischen Krimi, Mystery, Drama und Romanze angesiedelte Produktion der BBC wurde 2006 für den Golden Globe in der Kategorie Beste Fernsehserie bzw. Bester Fernsehfilm nominiert.

Im Jahr 2005 erhielt David Morrissey die Hauptrolle in Michael Caton-Jones' Film Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tramell, der Fortsetzung von Paul Verhoevens weltweit erfolgreichen Thriller Basic Instinct (1992). Hier ist er in der Rolle des englischen Kriminalpsychologen Dr. Michael Glass zu sehen, der sich der mordverdächtigen Femme Fatale Catherine Tramell annimmt, die erneut von der US-amerikanischen Schauspielerin Sharon Stone verkörpert wird. Im selben Jahr agierte Morrissey in Nebenrollen in Stephen Woolleys Drama Stoned, eine filmische Biographie über den Mitbegründer der Rolling Stones, Brian Jones und in dem Thriller Entgleist, in dem Clive Owen, Jennifer Aniston und Vincent Cassel seine Filmpartner waren. Im Jahr 2006 spielte er an der Seite von Hilary Swank in Stephen Hopkins' Horrorfilm The Reaping eine tragende Rolle. In den Jahren 2012 und 2013 spielte er in der amerikanischen TV Sendung The Walking Dead die Hauptrolle des Governors - Philip Blake.

Arbeit als Produzent und Regisseur[Bearbeiten]

Neben seiner Arbeit als Schauspieler hat David Morrissey seine eigene Filmproduktionsfirma gegründet, Tubedale Films. Mit ihr koproduzierte er 2002 Andy Shelleys 12-minütigen Kurzfilm The Tail, sowie Patrice Lecontes preisgekrönte Tragikomödie Das zweite Leben des Monsieur Manesquier mit Johnny Hallyday und Jean Rochefort in den Hauptrollen. Zuvor hatte Morrissey bereits mit Kurzfilmen versucht als Regisseur Fuß zu fassen. Nach dem Kurzfilm Barber Shop für den er das Drehbuch schrieb und auch produzierte, realisierte er im Jahr 1998 bzw. 2000 die zwei 35-mm-Kurzfilme A Secret Audience und Bring Me Your Love. Während ersterer im Londoner West End aufgeführt wurde, lief Bring Me Your Love in den britischen Kinos als Vorfilm zu Simon Cellan Jones' Komödie Some Voices, in der ebenfalls David Morrissey eine tragende Rolle bekleidete. Sein zweiter Kurzfilm wurde von englischen Zeitungen wie The Guardian, The Independent, The Observer und Time Out rezensiert und auf einer Reihe internationaler Filmfestivals gezeigt, darunter das Edinburgh International Film Festival.

Ein Jahr nach Bring Me Your Love entstand für die BBC der Fernsehfilm Sweet Revenge, bei dessen Dreharbeiten er mit dem befreundeten Schauspielkollegen Paul McGann zusammenarbeitete. Für die Geschichte um einen Londoner Geschichtsprofessor (McGann), der mehreren Klienten hilft sich an ihren Mitmenschen zu rächen, wurde Morrissey im Jahr 2002 als bester neuer Fernsehregisseur für den BAFTA Award nominiert. 2004 führte der Brite in dem ebenfalls für die BBC produzierten Fernsehzweiteiler Passer-By Regie. Mit dem Drama um einen Londoner Röntgenassistenten (gespielt von James Nesbitt), der wichtige Informationen zu einem Vergewaltigungsfall beitragen kann, konnte Morrissey an seine früheren Erfolge als Filmemacher anknüpfen.

David Morrissey, der in seiner Freizeit diatonische Harmonika spielt und Sportarten wie Boxen, Darts und Fechten betreibt, ist mit der Schriftstellerin Esther Freud verheiratet. Morrisseys Ehefrau ist die Urenkelin Sigmund Freuds und Tochter des Künstlers Lucian Freud. Das Ehepaar lebt in London und hat drei gemeinsame Kinder.

Filmografie[Bearbeiten]

Schauspieler (Auswahl)[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

  • 1998: A Secret Audience (Kurzfilm)
  • 2000: Bring Me Your Love (Kurzfilm)
  • 2001: Sweet Revenge (TV)
  • 2004: Passer By (TV)
  • 2009: Don’t Worry About Me

Drehbuch[Bearbeiten]

  • 2009: Don’t Worry About Me

Auszeichnungen[Bearbeiten]

British Academy Television Award

  • 2002: nominiert als Bester neuer Fernsehregisseur für Sweet Revenge
  • 2004: nominiert als Bester Fernsehdarsteller für Mord auf Seite eins

Royal Television Society

  • 1998: nominiert als Bester Darsteller für Holding On
  • 2004: Bester Darsteller für The Deal

Broadcasting Press Guild

  • 2010: nominiert als Bester Darsteller für Yorkshire Killer

TV Guide Award

  • 2013: nominiert als Favorite Villain für The Walking Dead

Saturn Award

Weblinks[Bearbeiten]