Der König der Löwen 2 – Simbas Königreich

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Filmdaten
Deutscher Titel Der König der Löwen 2 – Simbas Königreich
Originaltitel The Lion King II: Simba’s Pride
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 81 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
Stab
Regie Darrell Rooney, Rob LaDuca
Drehbuch Jonathan Cuba, Flip Kobler
Produktion Jeannine Roussel
Musik Nick Glennie-Smith
Schnitt Peter Lonsdale
Synchronisation

Der König der Löwen 2 – Simbas Königreich aus dem Jahr 1998 ist der Nachfolger des Disney-Zeichentrickfilms Der König der Löwen von 1994. Der Film war die zum damaligen Zeitpunkt kommerziell erfolgreichste Videoveröffentlichung.

Handlung[Bearbeiten]

Nachdem Simba seinen Platz als Nachfolger von Mufasa und damit als rechtmäßiger König eingenommen hat, erhalten er und seine Partnerin Nala Nachwuchs: ein Mädchen mit dem Namen Kiara. Auf einem ihrer Streifzüge durch das Königreich trifft sie den jungen Löwen Kovu. Die beiden verstehen sich gut, doch dann taucht Simba unerwartet auf und unterbricht ihr gemeinsames Spiel. Kovus Mutter Zira erscheint ebenfalls. Nach Scars Tod wurden Zira und ihr Gefolge von Simba aus dem Geweihten Land verbannt. Sie gibt Simba nun zu verstehen, dass Kovu als Nachfolger Scars und rechtmäßiger Erbe alleinigen Anspruch auf das Königreich hat. Nach dieser Begegnung ersinnt Zira einen diabolischen Plan, wie sie durch Kovus Hilfe Simbas Rudel unterwandern kann. Während Kovu aufwächst, beginnt sie damit, ihn gezielt zu manipulieren und seinen Hass auf Simba zu schüren, damit er ihn zu einem geeigneten Zeitpunkt tötet.

Inzwischen ist Kiara erwachsen und geht zum ersten Mal alleine auf die Jagd. Simba, der seit Kiaras Geburt seine beiden Freunde Timon und Pumbaa auf sie aufpassen lässt, schickt die Zwei erneut los und bricht damit sein Versprechen, Kiara „alleine“ und selbstständig jagen zu lassen. Zira beginnt daraufhin mit ihrem Vorhaben und lässt von ihren Kindern Nuka und Vitani einen Steppenbrand legen, der Kiara umschließt und ohnmächtig werden lässt. Kovu, der auftaucht, bringt Kiara aus der Gefahrenzone und zurück ins Geweihte Land. Er erzählt Simba, dass er von den anderen Löwen verstoßen wurde und bittet um Aufnahme in sein Rudel. Simba ist zunächst misstrauisch, willigt jedoch ein. Mit der Zeit integriert sich Kovu am Königsfelsen und verliebt sich in Kiara. Ihm kommen Zweifel, ob er seine Mordpläne an Simba überhaupt ausführen soll.

Eines Tages, als Simba und Kovu gemeinsam durch das Savannnenland streifen, werden sie überraschend von Zira und ihren Löwinnen eingekreist. Simba glaubt, dass Kovu ihn absichtlich in diesen Hinterhalt geführt hat, dieser wusste jedoch nichts davon. Bei dem Versuch, Simba zu töten, stirbt Kovus Bruder Nuka, Simba entkommt leicht verletzt. Zira macht Kovu für den Tod Nukas verantwortlich und plant schreckliche Rache. Kovu kehrt zum Königsfelsen zurück und bittet Simba um Vergebung. Simba jedoch zeigt kein Erbarmen und verbannt Kovu aus seinem Reich. Kiara glaubt nicht an Kovus Verrat und folgt ihm.

Als sie ihn findet, beschließen die beiden, die verfeindeten Rudel wieder zu vereinen. Bei ihrer Rückkehr ist bereits ein wilder Kampf im Gange. Kurz bevor die Lage vollends außer Kontrolle zu geraten droht, kann Kiara ihren Vater mit Hilfe seiner eigenen Worte davon überzeugen, dass es eigentlich keinen wirklichen Unterschied zwischen ihnen und den anderen gibt. Sämtliche Mitglieder von Ziras Rudel geben daraufhin den Kampf auf und wechseln auf Simbas Seite. Als dieser jedoch für einen kurzen Moment abgelenkt ist, ergreift Zira ihre Chance und greift ihn an. Kiara versucht ihren Vater zu retten und stürzt dabei mit Zira eine Klippe hinunter, unter der ein reißender Fluss tost. Zira stürzt hinein und stirbt, nachdem sie Kiaras Hilfe ausgeschlagen hat. Simba sieht ein, dass er Unrecht hatte und nimmt die verbannten Löwinnen wieder ins Geweihte Land auf. Zusammen kehren sie zum Königsfelsen zurück und feiern ihren Sieg und den Frieden, der nun wieder im Geweihten Land herrscht.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Originalsprecher Deutscher Sprecher
Simba (Sprache) Matthew Broderick Frank-Lorenz Engel
Simba (Gesang) Cam Clarke Cusch Jung
Nala Moira Kelly Alexandra Wilcke
Junge Kiara (Sprache) Michelle Horn Debby Van Dooren
Junge Kiara (Gesang) Charity Sanoy Debby Van Dooren
Kiara (Sprache) Neve Campbell Natascha Petz
Kiara (Gesang) Liz Callaway Jasna Ivir
Junger Kovu (Sprache) Ryan O’Donohue Dorian Brecht
Kovu (Sprache) Jason Marsden Matthias Hinze
Kovu (Gesang) Gene Miller Hendrik Bruch
Junge Vitani (Sprache) Lacey Chabert Tanya Kahana
Junge Vitani (Gesang) Crysta Macalush Tanya Kahana
Vitani Jennifer Lien Sandra Schwittau
Nuka Andy Dick Mario von Jascheroff
Zira Suzanne Pleshette Cornelia Froboess
Mufasa James Earl Jones Wolfgang Kühne
Rafiki Robert Guillaume Joachim Kemmer
Pumbaa Ernie Sabella Rainer Basedow
Timon Nathan Lane Ilja Richter
Zazu Edward Hibbert Eberhard Prüter

Das Lied der Eröffnungssequenz "Er lebt in Dir" (He lives in you) wurde in der englischsprachigen Originalfassung von Lebo M komponiert und eingesungen, für die deutsche Synchronfassung übernahm dies Hendrik 'Ille' Ilgner.

Neue Figuren[Bearbeiten]

Die Bedeutung der Namen in Swahili steht in Klammern. Die Erläuterungen zu bereits aus dem Vorgängerfilm bekannten Figuren finden sich auf Der König der Löwen.

Kiara (vom lateinischen klar = hell, strahlend)
Tochter von Simba und Nala. Spätere Partnerin von Kovu. Kiara ist eigenwillig und ähnlich abenteuerlustig wie ihr Vater Simba zu seiner Jugendzeit im ersten Teil. Am Ende ist sie es, die die beiden verfeindeten Rudel schließlich überzeugen kann, den Kampf aufzugeben und sich auszusöhnen. Ihr Name lautete anfänglich noch Shani ("Abenteuer").
Kovu („Narbe“)
Erbe, jedoch nicht leiblicher Sohn von Scar. Sohn von Zira und Partner von Kiara. Von seiner Mutter als Nachfolger Scars bestimmt, wird er von ihr mit der Aufgabe betraut, Simba zu töten, um selbst Herrscher des Geweihten Landes zu werden. Die Liebe zu Kiara und das mit der Zeit wachsende Zutrauen Simbas, bringen ihn jedoch immer weiter von diesem Vorhaben ab. Als sein Bruder Nuka bei dem Versuch, Simba zu töten, stirbt, gibt Zira Kovu dafür die Schuld und schlägt ihm zur Strafe eine Narbe übers linke Auge, die ihm ungewollt eine noch größere, äußerliche Ähnlichkeit zu Scar verleiht.
Nuka („Gestank“)
Ältester Sohn von Zira. Bruder von Kovu und Vitani. Nuka ist zeit seines Lebens neidisch auf Kovu, da ihm nicht dieselbe Aufmerksamkeit von Zira zuteilwird, die Kovu anstatt seiner zum rechtmäßigen und einzigen Nachfolger Scars bestimmt hat. Als er sich vor seiner Mutter beweisen will, stirbt er bei dem Versuch, Simba zu töten.
Vitani („Krieg“)
Schwester von Kovu und Nuka. Vitani steht zunächst hinter den Absichten ihrer Mutter und legt mit Nuka den Brand bei Kiaras erster Jagd. Beim finalen Kampf gesteht sie sich jedoch als Erste ein, dass Kiara im Recht ist und wechselt daraufhin zu Simbas Seite, worin ihr die übrigen Löwinnen des „Schattenlandes“ folgen. Ursprünglich sollte sie Shitani („Teufel“) heißen. In den Comics ist sie die Freundin von Kiaras Bruder Kopa.
Zira („Hass“)
In frühen Entwürfen ursprünglich Bianca. Mutter von Kovu, Nuka und Vitani. Als Anführerin der mitvertriebenen Löwinnen bestimmt sie Kovu als Auserwählten für ihren geplanten Vergeltungsschlag gegen Simba. Als im Finale schließlich alle Mitglieder ihres Rudels zur anderen Seite überlaufen, will sie Simba attackieren, wird dabei jedoch von Kiara aufgehalten, woraufhin beide in eine Schlucht stürzen, unter der ein reißender Fluss tobt. Kiara landet auf einem kleinen Felsvorsprung und will Zira helfen, die in den Fluss abzustürzen droht, Kiaras Hilfe aber ausschlägt und so hinab in den Tod stürzt.

Dendrogramm der Löwenfamilie[Bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
(Mohatu)
 
 
 
(Asali)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
(Ahadi)
 
 
 
 
 
(Uru)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sarabi
 
 
 
Mufasa
 
 
 
 
 
Scar
 
 
 
Zira
 
 
 
(Chumvi)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Simba
 
 
 
Nala
 
 
Nuka
 
 
 
Vitani
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
(Kopa)
 
 
 
Kiara
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kovu
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Charaktere in Klammern werden nur in den König-der-Löwen-Comics erwähnt, nicht in den Filmen.

Produktion[Bearbeiten]

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils, wurde der zweite Teil, obwohl als unmittelbare Fortsetzung innerhalb des nächsten Jahres gedacht, erst vier Jahre später, am 27. Oktober 1998 in den USA veröffentlicht. Vier Monate später, am 25. Februar 1999, erschien der Film auch in Deutschland. Als Direktveröffentlichung auf VHS und ein knappes Jahr später in erster limitierter Auflage auch auf DVD, ergab sich ein in den ersten Verkaufswochen kommerziell ähnlich großer Erfolg. Allein in den USA verkaufte sich der Film innerhalb der ersten drei Tage 3.5 Millionen Mal.

Die bei Fortsetzungsfilmen zumeist üblichen Etatkürzungen wirkten sich qualitativ allerdings deutlich spürbar auf den Film aus. Kein Mitglied des angestammten Teams, das an dem ersten Teil gearbeitet hatte, war an der künstlerischen Umsetzung beteiligt. Ein Großteil der Animation entstand in dem Walt Disney Television Animation Studio für Walt Disney Fernsehproduktionen in Sydney.[1] Auch zu der disneyüblichen Kollaboration mit bekannten Musikstars kam es diesmal nicht. Superstars wie Elton John oder der oscarprämierte Produzent Hans Zimmer, die sich für den Soundtrack des ersten Teils verantwortlich zeigten, wurden nicht erneut verpflichtet.

Das Drehbuch wurde mehrfach grundlegend überarbeitet, was vornehmlich äußeren Umständen geschuldet war, die auf den Produktionsverlauf Einfluss nahmen. So war die Rolle der Sarabi, Simbas Mutter aus dem ersten Teil, als ein fester Bestandteil der Handlung vorgesehen, musste jedoch nach dem plötzlichen Tod ihrer Sprecherin Madge Sinclair im Jahre 1995 wieder verworfen werden. Kovu war in frühen Entwürfen zunächst als der leibliche Sohn Scars angelegt, was im Nachhinein geändert wurde, als man sich der Inzestproblematik zwischen Kovu und Kiara, die zwangsläufig entstehen würde, bewusst wurde. Die Figuren Zira und Scar stehen somit in keinem näheren Verhältnis zueinander; ob Nuka und Vitani mögliche Nachkommen Scars sind, wird im Film nicht näher beleuchtet.

Rezeption[Bearbeiten]

Wie bei allen Direct-to-Video-Veröffentlichungen, erfuhr der Film in den Leitmedien nicht dieselbe Aufmerksamkeit unter Kritikern wie sein Vorgänger. Gene Siskel und Roger Ebert gaben dem Film in ihrer TV-Show Siskel & Ebert zwei von vier möglichen Sternen und bezeichneten ihn als "zufriedenstellende Fortsetzung einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten", merkten jedoch an, dass er seinem Vorgänger in entscheidenden Punkten, wie etwa dem Soundtrack, der die Originalität des ersten Teils vermissen lasse, unterliege.

Die amerikanische Filmzeitschrift TV-Guide gab dem Film 2 1/2 von vier möglichen Sternen und kritisierte im Wesentlichen die etwas einfallslose Handlung ("die weit mehr Potential gehabt hätte") und den zweitklassig anmutenden Soundtrack, der es mit den eingängigen Hits des ersten Teils nicht aufnehmen könne.[2] Stephen Witty von Entertainment Weekly fand deutlich harschere Worte und bezeichnete den Film in seiner Kritik "nicht als Film, sondern als Merchandisingstrategie, für den niemand ernstlich Geld ausgeben müsse".[3]

Auf Rotten Tomatoes stieß der Film innerhalb der Fachkritik zwar auf ähnlich negative Resonanz (33%), wurde aber von einem Großteil der Fans wohlwollend aufgenommen (60%), die ihn mehrheitlich als gelungene Fortsetzung ansehen.[4]

Lieder[Bearbeiten]

Er lebt in dir (He Lives In You)
Das Intro des Films. Ursprünglich bereits für den ersten Teil vorgesehen, erinnern Aufbau und Ablauf stark an die Eröffnungssequenz des Vorgängers.
Wir sind eins (We Are One)
Simba lehrt Kiara, dass sie ein Teil des ewigen Kreises ist.
Mein Wiegenlied (My Lullaby)
Das Lied thematisiert die tief gehegten Rachegefühle Ziras und ihren diabolischen Plan, Kovu auf Simba abzurichten, um ihn zu töten und selbst König zu werden.
In Upendi (In Upendi)
Rafiki zeigt Kiara und Kovu die Schönheit der Liebe.
Verbannung (Not One Of Us)
Simba verbannt Kovu aus seinem Königreich als er von dessen vermeintlichem Verrat an ihm erfährt.
Liebe Triumphiert (Love Will Find A Way)
Der Song handelt von den innigen Gefühlen Kovus und Kiaras zueinander, die auch über den Zwist der beiden vormals verfeindeten Löwenrudel triumphieren und diesen so letztlich mitbeilegen können. Eine Parallele zum Song „Kann es wirklich Liebe sein?“ aus dem ersten Teil ist deutlich erkennbar.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susan King: 'LION KING': Roaring Only in Stores. LA Times, 26. Oktober 1998, abgerufen am 13. Januar 2014.
  2. TV Guide: 'The Lion King II: Simba's Pride Review'. 1998, abgerufen am 26. April 2014.
  3. Stephen Witty: The Lion King II: Simba's Pride. Entertainment Weekly, 30. Oktober 1998, abgerufen am 26. April 2014.
  4. The Lion King 2- Simba's Pride. Abgerufen am 26. April 2014.