Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

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Filmdaten
Deutscher Titel Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
Originaltitel Bedknobs and Broomsticks
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 89 (Deutsche gekürzte Fassung), 100 (Deutsche Kinofassung), 117 (US-Kinofassung), 139 (Ungekürzte Originalfassung) Minuten
Altersfreigabe FSK ohne Altersbeschränkung
Stab
Regie Robert Stevenson
Drehbuch Bill Walsh
Don DaGradi
Produktion Bill Walsh
Musik Richard M. Sherman
Robert B. Sherman
Irwin Kostal
Kamera Frank V. Phillips
Schnitt Cotton Warburton
Besetzung

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett ist eine Disney-Fantasy-Komödie von Robert Stevenson aus dem Jahr 1971. Das Besondere an diesem Film ist die Vermischung von Realszenen mit Zeichentrickszenen. Der Film basiert auf dem Roman Eine tolle Hexe (Originaltitel: Bedknob and Broomsticks) von Mary Norton.

Der deutsche Titel des Films zitiert jenen der Filmkomödie Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten.

Handlung[Bearbeiten]

(Handlung der deutschen Version. Die englische Version enthält einige zusätzliche Szenen.)

Die Handlung spielt in England zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. In der Anfangsszene fragt ein britischer Offizier einen Einheimischen nach dem Städtchen Pepperinge Eye. Dieser entgegnet jedoch keine Auskunft geben zu dürfen, und überpinselt soeben den Wegweiser, für den Fall dass die Deutschen eine Invasion durchführen. In der alten Burg von Pepperinge Eye werden aus London evakuierte Kinder ihren Pflegefamilien am Land zugeteilt. Unter ihnen sind auch die Geschwister Charles, Carrie und Paul Rawlins. Als die allein auf einem großen Landsitz lebende Miss Caroline Price den Ort erreicht, um ein Postpaket abzuholen, werden ihr die drei Kinder vom Verteidigungsministerium zugeteilt, welche sie nur höchst widerwillig mit sich nimmt.

Gleich nach ihrer Ankunft planen die Geschwister schon in der ersten Nacht ihre Flucht zurück nach London. Währenddessen packt Miss Price das erhaltene Paket aus. Es handelt sich hierbei um einen Zauberbesen, den sie vom Fernlehrinstitut für magische Wissenschaft in London erhält, an dem sie bereits seit längerem Hexerei studiert. Der beiliegende Brief stammt persönlich vom Direktor des Instituts, Professor Emelius Browne. Miss Price schafft es nach einigen Anläufen tatsächlich mit dem Besen zu fliegen, wird jedoch übermütig und stürzt ab, wobei der Besen zerstört wird. Dabei wird sie jedoch von dem Kindern beobachtet, die soeben versuchen auszureißen. Daraufhin beschließen die Kinder zu bleiben, um die Hexe zu erpressen.

Als Charles am nächsten Morgen offenbart, dass die Kinder die Wahrheit wissen, erhalten sie von Miss Price als Pfand für ihre Verschwiegenheit einen mit einem Reisezauber belegten Bettknopf. Kurz darauf trifft erneut ein Brief von Emelius Browne ein, der die Mitteilung enthält, dass das Hexereiinstitut aufgrund des Krieges geschlossen wurde und Miss Price die letzte Lektion des Kurses, an der sie besonders interessiert war, nicht mehr erhält.

Die Hexe leiht sich daraufhin von den Kindern den Bettknopf und reist gemeinsam mit ihnen auf dem fliegenden Bett, an dem der verzauberte Bettknopf angeschraubt werden muss, nach London. Dort treffen sie tatsächlich auf Emelius Browne, der sich jedoch als ein in Wahrheit schlechter Straßenzauberer entpuppt, dem bei einer Vorstellung sogar die eigenen Tricks misslingen. Miss Price verlangt von ihm die Herausgabe des letzten Zauberspruchs. Als Mr. Browne diese jedoch verweigert, verwandelt Miss Price ihn kurzzeitig in ein Kaninchen. Mr. Browne ist sprachlos als er sieht, dass seine Zaubersprüche tatsächlich funktionieren. Er erklärt, dass er die Sprüche einem alten Buch entnommen habe. Mit dem Bett begibt sich die Gruppe zu Mr. Brownes Haus, einem wegen eines nebenan liegenden Bombenblindgängers leerstehenden Herrenhaus, das er in Besitz genommen hat. Miss Price muss den redseligen Mr. Browne jedoch erneut in ein Kaninchen verwandeln, bevor dieser das Buch „Die Zaubersprüche des Astoroth“ herausrückt. Miss Price stellt fest, dass der letzte Teil des Buches samt dem letzten Spruch fehlt. Den zweiten Teil besitzt laut Mr. Browne ein Straßenhändler, der im Streit mit ihm das Buch auseinander riss. Währenddessen erkunden die Kinder das Haus. Paul findet dort ein Kinderbuch über Naboombu, einer von sprechenden Tieren bevölkerten Insel, und nimmt es mit sich.

Die Gruppe wird von Mr. Browne zur Portobello Road geführt, einem Flohmarkt in London, wo sie nach der zweiten Hälfte des Buches suchen. Sie werden jedoch bis zum Feierabend nicht fündig. Plötzlich taucht Mr. Swinburn, der Handlanger eines Buchhändlers, auf und zwingt die Gruppe mit ihm zu gehen. Sie wird in einen Kellerraum geführt, in dem der Buchhändler wartet, der die zweite Hälfte besitzt. Miss Price und der Buchhändler tauschen ihre Hälften aus, müssen jedoch feststellen, dass keine der beiden den Spruch enthält. Im Buch steht bloß, dass der Spruch auf einen Stern eingraviert steht, den der Zauberer Astoroth um den Hals getragen haben soll. Dieser Stern wurde ihm laut Legende von Tieren gestohlen, mit denen er experimentiert hatte. Diese Tiere seien geflohen und lebten seither auf einer einsamen Insel namens Naboombu. Nun zeigt Paul den Erwachsenen das Buch, welches die Existenz der Insel beweist. Miss Price und die Kinder fliehen zusammen mit Mr. Browne mit dem Bett aus der Gewalt des Buchhändlers, welches sie tatsächlich in die Lagune vor der Insel Naboombu bringt. Dort werden sie von einem sprechenden Bären herausgefischt, der sie schließlich auf ihre Bitte hin zum König der Insel, einem jähzornigen Löwen, bringt. Dieser trägt tatsächlich den Stern des Astoroth um den Hals. Um den König positiv zu stimmen, erklärt sich Mr. Browne freiwillig bereit, als Schiedsrichter bei einem Fußballspiel der Tiere zu fungieren. Da das Spiel jedoch äußerst unfair und völlig ohne Regeln vor sich geht, wird Mr. Browne immer wieder überrannt, bis die Mannschaft des Königs den Sieg davonträgt. Nach dem Spiel hilft Browne dem König in den Mantel und nimmt ihm dabei den Stern ab. Danach machen sich die Menschen so schnell wie möglich aus dem Staub. Kurz vor ihrer Flucht wird jedoch der Diebstahl bemerkt und nur Miss Price kann die Gruppe retten, indem sie den König in ein Kaninchen verwandelt.

Nachdem sie auf dem Bett wieder zurück im Landhaus sind, will Miss Price die magischen Worte „Treguna Mekoides Trecorum Satis Dee“, einen Bewegungszauberspruch, gleich ausprobieren. Der Spruch gelingt tatsächlich und sämtliche Kleidungsstücke im Anwesen erwachen zum Leben, werden jedoch mit der Zeit immer böswilliger. Nur mit Mühe kann der Spruch unterbrochen werden. Noch am selben Abend verabschiedet sich Mr. Browne, um zurück nach London zu fahren. In der Nacht landen jedoch deutsche Truppen an der Küste, nehmen Miss Price und die Kinder gefangen und sperren sie in die Burg von Pepperinge Eye. Auch Mr. Browne bemerkt am Bahnhof die Soldaten, die dort Kabel durchschneiden. Aus Angst um Miss Price läuft er zurück zum Landhaus, findet dort jedoch niemanden. Als er von den Soldaten bemerkt wird, verbarrikadiert er sich schließlich in einem Zimmer. Dort schafft er es tatsächlich, sich selbst in ein Kaninchen zu verwandeln und in dieser Gestalt bis zu Miss Price in die Burg zu gelangen. Dort mobilisiert Miss Price mit dem Zauberspruch sämtliche alten Rüstungen, welche dort lagern. Die Rüstungen marschieren wie geplant gegen die Deutschen an, die selbst mit Maschinengewehren nichts gegen die gestaltlosen Feinde ausrichten können. Hals über Kopf fliehen die Truppen zurück auf ihr Schiff, sprengen jedoch zuvor noch des Hexenarchiv von Miss Price und zerstören sämtliche Zaubersprüche. Der Bettknopf jedoch übersteht in Pauls Besitz den Angriff.

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung fertigte 1971 die Simoton Film Berlin an. Für Dialoge, Liedertexte und Synchronregie zeichnete Eberhard Cronshagen verantwortlich. Die musikalische Leitung hatte Heinrich Riethmüller.[1] Für die deutsche Fassung wurden dabei nicht nur der Name der Hexe von „Eglantine Price“ in „Caroline Price“ geändert, sondern auch alle direkten Hinweise auf die Zeit der Handlung, den Zweiten Weltkrieg, getilgt. So waren in dem für die deutsche Kinoauswertung angefertigten Vorspann beispielsweise keinerlei Bilder der Soldaten Nazi-Deutschlands mehr zu finden. Statt der einführenden Worte „England in the August of the Year 1940“ erschien in der deutschen Kinofassung nur ein vernebelndes „Es war einmal...“. Für die 2003 veröffentlichte DVD fand jedoch wieder der englischsprachige Original-Vorspann Verwendung. Auch aus den Dialogen wurde jede Anspielung auf das nationalsozialistische Deutschland oder die Wehrmacht gestrichen.[2] Die ursprüngliche deutsche Kinofassung hatte eine Laufzeit von ca. 100 Minuten, die heute bekannte Fassung, die auch auf VHS und DVD veröffentlicht wurde und im TV zu sehen ist geht hingegen nur noch 89 Minuten.[3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Caroline Price Angela Lansbury Christa Berndl
Emelius Browne David Tomlinson Friedrich Schoenfelder
Buchhändler Sam Jaffe Hans Hessling
Carrie Rawlins Cindy O’Callaghan Sabine Clasen
Charlie Rawlins Ian Weighill Benjamin Völz
Paul Rawlins Roy Snart André Brandt
Mrs. Jessica Hobday Tessie O’Shea Ursula Krieg
Mr. Jelk Roddy McDowall Wilfried Herbst
Swinburn Bruce Forsyth Gerd Martienzen
Oberst Heller John Ericson Thomas Danneberg
Captain Ainsley Greer Arthur Gould-Porter Helmut Heyne
General Sir Brian Teagler Reginald Owen Siegfried Schürenberg
König Leonidas Lennie Weinrib Arnold Marquis
Sekretär Lennie Weinrib Peter Schiff
Bär Dallas McKennon Edgar Ott
Kabeljau Robert Holt Erich Fiedler

Kritiken[Bearbeiten]

Der film-dienst bewertete Stevensons Film in seiner zeitgenössischen Kritik als „Mit etlichem Kitsch angereicherte Familienunterhaltung, die anspruchslos-sympathisch unterhält“.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1972 wurde der Film für fünf Oscars nominiert: Beste Ausstattung, Beste Kostüme (Bill Thomas), Beste Musik, Bester Song und Beste Spezialeffekte. Alan Maley, Eustace Lycett und Danny Lee gewannen den Oscar schließlich in der Kategorie Beste Spezialeffekte. Ebenso nominiert wurde Angela Lansbury als beste Darstellerin in einer Komödie für den Golden Globe.

Hörspiel-LP[Bearbeiten]

1971 erschien im Label Disneyland eine aufwendige Hörspiel-LP mit integriertem Bilderbuch.[5][6]

DVD-Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett. Walt Disney Meisterwerke – Special Collection. Buena Vista Home Entertainment 2002 – PAL-Region-2-DVD mit der gekürzten deutschsprachigen Kinofassung (89 Minuten, ergänzt um einige Extras)
  • Bedknobs and Broomsticks. Walt Disney Collection. Buena Vista Home Entertainment 2002 – PAL-Region-4-DVD mit der anlässlich des 25-jährigen Filmjubiläums 1996 restaurierten Fassung (134 Minuten, ergänzt um einige Extras)
  • Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett. Walt Disney Meisterwerke – Special Collection. Special Edition. Walt Disney Studios Home Entertainment, 2009 – PAL-Region-2-DVD mit der gekürzten deutschsprachigen Kinofassung (89 Minuten, ergänzt um einige Extras)

Soundtrack[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abspann der deutschen Filmfassung / in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 8. März 2008 / Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett im Disney-Synchron-Archiv; abgerufen am 24. März 2008.
  2. Detaillierte Darstellung der Eingriffe bei www.schnittberichte.com; abgerufen am 8. März 2008.
  3. "Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett" im Disney Synchron Archiv; abgerufen am 11. August 2014.
  4. vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
  5. Infos über die LP
  6. LP Cover bei Hörspielwelten.de