Angela Lansbury

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Angela Lansbury (2013)

Dame Angela Lansbury DBE[1] (bürgerlich Angela Brigid Lansbury Shaw * 16. Oktober 1925 in London) ist eine britische Schauspielerin, die seit 1944 im Filmgeschäft ist. Einem breiten Publikum wurde sie unter anderem durch die Rolle der Jessica Fletcher in der Fernsehserie Mord ist ihr Hobby (1984–1996) bekannt. Sie wurde sechsmal mit dem Golden Globe Award und fünfmal mit dem Tony Award ausgezeichnet, außerdem dreimal für den Oscar nominiert. 2013 wurde ihr der Ehrenoscar für ihr Lebenswerk zugesprochen (Verleihung am 16. November 2013).[2] 1995 wurde sie zur Disney-Legende ernannt, 2014 als Dame Commander des Order of the British Empire in den britischen Adelsstand erhoben.

Leben[Bearbeiten]

Lansbury und ihre Mutter
Lansbury mit ihren Kindern (1957)

Lansbury kam als ältestes von drei Kindern von Edgar Isaac Lansbury (1886–1934) und Charlotte Lillian McIldowie (1895–1975) in London zur Welt. Sie hatte zwei Brüder, die 1930 geborenen Zwillinge Edgar und Bruce. Über ihre Mutter können sie ihre Familienwurzeln bis nach Nordirland verfolgen.

Durch ihre Mutter, die mit Künstlernamen Moyna MacGill hieß und selbst Schauspielerin war, kam sie früh mit dem Showbusiness in Berührung. Sie nahm Schauspielunterricht an der South Hampton School. Mit 14, als der Zweite Weltkrieg begann, wanderte Lansbury mit ihrer Mutter in die USA aus. Dort kümmerte sich Lansbury um ihre Zwillingsbrüder.

Am 27. September 1945 heiratete Lansbury den Schauspieler Richard Cromwell (1910–1960). Die Ehe wurde im August 1946 geschieden. Am 12. August 1949 heiratete sie den Filmproduzenten Peter Shaw (1918–2003), mit dem sie zwei Kinder hat: Anthony Peter Shaw (* 7. Januar 1952) und Deirdre Angela Shaw (* 26. April 1953). Shaw brachte seinen Sohn David Shaw (* 1944) mit in die Ehe.

Schauspielerische Karriere[Bearbeiten]

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Erste Erfahrungen als Schauspielerin sammelte die 16-jährige Lansbury in Montreal und New York mit Auftritten in Nachtclubs und Kabaretts. Um die Arrangements zu erhalten, gab Lansbury 1921 als ihr Geburtsjahr aus und trat unter den Namen Bridget MacGill oder Bridget Lansbury auf.

Im Alter von 17 Jahren spielte Lansbury ihre erste Hollywood-Rolle in dem Film Das Haus der Lady Alquist (1944) mit Ingrid Bergman. Durch die Rolle als Hausmädchen erhielt sie ihre erste Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle und einen Sieben-Jahres-Vertrag mit MGM.

Ihre zweite Oscar-Nominierung bekam Lansbury ein Jahr später für Das Bildnis des Dorian Gray (1945). In Frank Capras Politsatire Der beste Mann erschien sie 1948 in der Rolle einer intriganten Zeitungschefin. Ihre dritte Nominierung erhielt sie für den United-Artists-Film Botschafter der Angst. In Der Hofnarr (mit Danny Kaye in der Hauptrolle) spielte sie 1955 die Tochter des Tyrannen Roderick.

Ihr Bekanntheitsgrad als Schauspielerin steigerte sich durch den von Robert Stevenson inszenierten Disney-Film Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett (1971), in dem sie an der Seite von David Tomlinson auch ihr Gesangstalent anbringen konnte.

Lansbury (rechts) mit Beatrice Arthur bei den Emmy Awards 1989

Im Jahr 1978 spielte sie unter anderem neben Peter Ustinov und Bette Davis die trunksüchtige Schundromanautorin Salome Otterbourne in der Agatha-Christie-Verfilmung Tod auf dem Nil. 1980 folgte die Rolle der Miss Marple in einer weiteren Christie-Filmadaption, Mord im Spiegel, in der sie unter anderem an der Seite von Elizabeth Taylor, Geraldine Chaplin und Rock Hudson agierte.

Sie spielte auch eine große Nebenrolle als Großmutter in dem Fantasyfilm Die Zeit der Wölfe (1984).

Ihre bekannteste Rolle spielte Lansbury als Krimi-Autorin und Hobby-Detektivin Jessica Fletcher in der langjährigen Fernsehserie Mord ist ihr Hobby. Die Serie wurde während der deutschen ARD-Erstausstrahlung 1988 unter dem Namen Immer wenn sie Krimis schrieb bekannt und läuft seitdem in regelmäßiger Wiederholung in den deutschen Fernsehsendern, unter anderem im WDR oder auf TNT Serie. Ihre Leistungen wurden mit zwölf Emmy-Nominierungen und vier Golden Globes, bei ebenfalls zwölf Nominierungen, belohnt.

Mitte der 1990er-Jahre spielte Lansbury die Hauptrolle in einem Weihnachtsmärchenfilm, Mrs. Santa Claus, welcher aber bis heute nicht im deutschsprachigen Raum gezeigt wurde. Außerdem spielte sie 2006 in dem Film Nanny McPhee mit.

Theater[Bearbeiten]

Lansbury 2007 in dem Broadway-Stück Deuce

Viele Erfolge und Auszeichnungen erwarb Lansbury auch am Broadway. Das Stück, mit dem sie ihren größten und längsten Erfolg feierte, war das Musical Mame (verfilmt jedoch mit Lucille Ball in der Hauptrolle, was Lansbury laut Autobiografie sehr getroffen haben soll, da eigentlich sie für die Rolle vorgesehen gewesen war). Weitere Broadway-Erfolgsrollen waren Rose im Musical Gypsy, das sie sowohl am Londoner West End als auch am New Yorker Broadway spielte, die Countess Aurelia (die Irre von Chaillot nach Jean Giraudoux) im Musical Dear World und Mrs. Lovett im Musical Sweeney Todd. Für ihre Mitarbeit an den Tonaufnahmen der Musicals Mame und Sweeney Todd wurde sie mit zwei Grammys ausgezeichnet.

Im Mai 2007 kehrte Lansbury nach über 20 Jahren mit Terrence McNallys Stück Deuce an den Broadway zurück. Im März und April 2009 war sie dort in Noël Cowards Komödie Blithe Spirit (Fröhliche Geister) zu sehen. Für diese Rolle erhielt sie den Tony Award. Insgesamt gewann sie diese Auszeichnung fünfmal. Nach 40 Jahren kehrte sie 2014 an die Bühnen London zurück, in der Rollde der Madame Arcati in Blithe Spirit. Ende 2014 bis Anfang 2015 wird Lansbury diese Rolle auf einer Tour durch die USA und Kanada erneut spielen.

Lansbury ist Mitglied der American Theatre Hall of Fame.

Tätigkeit als Synchronsprecherin[Bearbeiten]

Auch als Synchronsprecherin hatte Lansbury einige bedeutende Auftritte. Im Jahr 1982 lieh sie Mommy Fortuna ihre Stimme, der bösen Jahrmarkt-Hexe in dem Zeichentrickfilm Das letzte Einhorn. Im Jahr 1991 synchronisierte sie die Figur Madame Pottine in dem Disney-Zeichentrickfilm Die Schöne und das Biest sowie in den Playstation2-Spielen Kingdom Hearts und Kingdom Hearts 2. Fünf Jahre später, 1997, gab sie ihre Stimme der Dowager Empress Marie in dem Zeichentrickfilm Anastasia.

Schriftstellerische Tätigkeit[Bearbeiten]

Lansbury ist auch als Schriftstellerin tätig. Im Jahr 1990 schrieb sie das Buch Positive Moves, das eine Mischung aus Autobiografie, Wellnessbuch und positivem Denken darstellt, und zu dem es ein Trainingsvideo gibt. Eines ihrer weiteren Bücher ist ein Ratgeber zur Gestaltung von Festreden, insbesondere für Hochzeiten. Beide Bücher sind nur auf Englisch erhältlich.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten]

Fernseharbeit[Bearbeiten]

Fernsehfilme

  • 1982: Kleine Gloria – Armes, reiches Mädchen (Little Gloria … Happy at Last)
  • 1983: The Gift of Love: A Christmas Story
  • 1984: Mord nach Plan (A Talent for Murder)
  • 1984: Lace
  • 1986: Rage of Angels: The Story Continues
  • 1989: Die Muschelsucher (The Shell Seekers)
  • 1990: Abschied und Hoffnung (The Love She Sought)
  • 1992: Mrs. ’Arris Goes to Paris
  • 1996: Mrs. Santa Claus
  • 1997: Mord ist ihr Hobby: Eine Zeugin verschwindet (Murder, She Wrote: South By Southwest)
  • 1999: Die unerwarteten Talente der Mrs. Pollifax (The Unexpected Mrs. Pollifax)
  • 2000: Mord ist ihr Hobby: Eine zum Sterben schöne Geschichte (Murder, She Wrote: A Story to Die For)
  • 2001: Mord ist ihr Hobby: Der letzte freie Mann (Murder, She Wrote: The Last Free Man)
  • 2003: Mord ist ihr Hobby: Das Rätsel der Kelten (Murder, She Wrote: The Celtic Riddle)
  • 2004: The Blackwater Lightship
  • 2008: Heidi 4 Paws (Stimme)
  • 2011: Mr. Poppers Pinguine

Fernsehserien

Gastauftritte

Deutsche Synchronstimmen[Bearbeiten]

Bühne[Bearbeiten]

Broadway

  • 1957: Hotel Paradiso (Marcelle (Madame Cot))
  • 1960–1961: A Taste of Honey (Helen)
  • 1964: Anyone Can Whistle (Cora Hoover Hooper)
  • 1966–1968: Mame (Mame Dennis)
  • 1969: Dear World (Countess Aurelia)
  • 1974–1975: Gypsy (Rose)
  • 1978: The King and I (Anna Leonowens)
  • 1979–1980: Sweeney Todd (Mrs. Nellie Lovett)
  • 1982: A Little Family Business (Lillian)
  • 1983: Mame (Mame Dennis)
  • 2003: Alles über Eva (einmalige Benefizveranstaltung als Eve Harrington)
  • 2007: Deuce (Leona Mullen)
  • 2009: Blithe Spirit (Madame Arcati)
  • 2009–2010: A Little Night Music (Madame Armfeldt)
  • 2012: The Best Man (Mrs. Sue-Ellen Gamadge)
  • 2012: Anastasia (Werkstattaufführung als Dowager Empress Marie)

West End

  • 1972: All Over (The Mistress)
  • 1973–1974: Gypsy (Rose)
  • 1975: Hamlet (Gertrude)
  • 2014: Blithe Spirit (Madame Arcati)

Boston

  • 1971: Prettybelle (Prettybelle Sweet)

Tourneen

  • 1968: Mame (Mame Dennis)
  • 1980: Sweeney Todd (Mrs. Nellie Lovett)
  • 2013: Driving Miss Daisy (Daisy Werthan)
  • 2014/2015: Blithe Spirit (Madame Arcati)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar

  • 2014: Ehrenoscar für das Lebenswerk

Nominierung

BAFTA Award

  • 2003: Britannia Award für das Lebenswerk

Nominierung

Disney-Legende

  • 1995 ernannt

Drama Desk Award Gewonnen

  • 1975: Herausragende Hauptdarstellerin in einem Musical (Gypsy)
  • 1979: Herausragende Hauptdarstellerin in einem Musical (Sweeney Todd)
  • 2009: Herausragende Nebendarstellerin in einem Schauspiel (Blithe Spirit)

Nominierung

  • 1978: Herausragende Hauptdarstellerin in einem Musical (The King and I)
  • 2010: Herausragende Nebendarstellerin in einem Musical (A Little Night Music)
  • 2012: Herausragende Nebendarstellerin in einem Schauspiel (The Best Man)

Emmy Nominierung

  • 1983: Herausragende Hauptdarstellerin in einer limitierten Serie oder einem Special (Kleine Gloria – Armes, reiches Mädchen)
  • 1985: Herausragende Individuelle Leistung in einer Varieté- oder Musiksendung (Sweeney Todd: The Demon Barber of the Fleet Street)
  • 1985–1996: jeweils für Herausragende Hauptdarstellerin in einer Dramaserie (Mord ist ihr Hobby)
  • 1987/1990: Herausragende Individuelle Leistung in einer Varieté- oder Musiksendung (The 41st Annual Tony Awards)
  • 2004: Herausragende Nebendarstellerin in einer Miniserie oder einem Film (The Blackwater Lightship)
  • 2005: Herausragende Gastdarstellerin in einer Dramaserie (Law & Order: Trial by Jury)

Golden Globe Award Gewonnen

  • 1946: Beste Nebendarstellerin (Das Bildnis des Dorian Gray)
  • 1963: Beste Nebendarstellerin (Botschafter der Angst)
  • 1985/1987/1990/1992: Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama (Mord ist ihr Hobby)

Nominierung

  • 1971: Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical (Something for Everyone)
  • 1972: Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical (Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett)
  • 1984: Beste Nebendarstellerin – Serie, Miniserie oder Fernsehfilm (The Gift of Love: A Christmas Story)
  • 1986/1988/1989/1991/1993 und 1995: Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama (Mord ist ihr Hobby)

Grammy Award Gewonnen

National Board of Review Gewonnen

  • 1963: Beste Nebendarstellerin (Botschafter der Angst; Mein Bruder, ein Lump)
  • 1979: Beste Nebendarstellerin (Tod auf dem Nil)

Saturn Award

Screen Actors Guild Award

  • 1997 Lifetime Achievement Award für das Lebenswerk

Nominierung

  • 1995 nominiert: Herausragende Hauptdarstellerin – Dramaserie (Mord ist ihr Hobby)

Tony Award Gewonnen

  • 1966: Beste Hauptdarstellerin in einem Musical (Mame)
  • 1969: Beste Hauptdarstellerin in einem Musical (Dear World)
  • 1975: Beste Hauptdarstellerin in einem Musical (Gypsy)
  • 1979: Beste Hauptdarstellerin in einem Musical (Sweeney Todd)
  • 2009: Beste Nebendarstellerin (Blithe Spirit)

Nominierung

  • 2007: Beste Hauptdarstellerin (Deuce)
  • 2010: Beste Nebendarstellerin in einem Musical (A Little Night Music)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angela Lansbury – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. gov.uk
  2. Ehrenoscar für Angela Lansbury in: Handelsbaltt