Dserschinsk
| Stadt
Dserschinsk
Дзержинск
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Dserschinsk (russisch Дзержинск, nicht zu verwechseln mit diversen gleichnamigen Städten in Weißrussland und der Ukraine) ist eine Großstadt in Russland am Fluss Oka in der Oblast Nischni Nowgorod. Sie hat gut 240.000 Einwohner (Stand: 2010).
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[Bearbeiten] Geschichte
Die Stadt wurde 1920 gegründet und hieß zunächst Rastjapino (Растяпино), 1929 wurde sie nach dem Bolschewiken und Gründer der Tscheka, Felix Dserschinski, in Dserschinsk umbenannt. 1930 gab die sowjetische Führung den Befehl, am Ort der Siedlung Rastjapino eine große Industriestadt anzulegen. Dserschinsk entwickelte sich zu einem der wichtigsten Chemie-Industriestandorte in der Sowjetunion, was mit enormen Umweltbelastungen verbunden war.
In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 469 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[1]
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Heute gibt es in Dserschinsk ein Puppentheater, ein Dramentheater und außerdem ein seit 1932 bestehendes Heimatkundemuseum. Des Weiteren gibt es in der Nähe der Stadt die architektonisch interessanten NIGRES-Stromleitungsmasten.
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NIGRES-Stromleitungsmast an der Oka in der Nähe von Dserschinsk
[Bearbeiten] Sonstiges
Dserschinsk wurde im Oktober 2006 von der Umweltorganisation Blacksmith Institute zu einem der schmutzigsten Orte der Welt gewählt. In Dserschinsk hätten Männer demnach eine Lebenserwartung von 42 Jahren und Frauen von 47 Jahren. Die Stadt war zur Zeit des Kalten Krieges ein Zentrum für die Herstellung der sowjetischen Chemiewaffen, darunter Sarin und Senfgas. Die dabei verwendeten Chemikalien wurden in einer Wasser führenden Bodenschicht abgelagert, die auch die Stadt mit Trinkwasser versorgt.[2] Nach Angaben der Stadtverwaltung vom Juni 2011 beträgt dagegen die mittlere Lebenserwartung der Einwohner mit 64 Jahren lediglich 1,5 Jahre weniger als im gesamtrussischen Durchschnitt. [3].
[Bearbeiten] Städtepartnerschaft
Seit 1996 ist Dserschinsk die Partnerstadt von Bitterfeld, heute Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen[4].
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Oleg Wladimirowitsch Deripaska, Unternehmer
- Eduard Weniaminowitsch Limonow, Schriftsteller
- Sergei Nikolajewitsch Sorokin, Eishockeyspieler
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Seite der Stadt (russisch)
- Eintrag auf mojgorod.ru (russisch)
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
- ↑ Studie des Blacksmith Institute (engl.), Spiegel-Online und Tagesschau Aktuell (nicht mehr online verfügbar)
- ↑ Pressemitteilung der Stadtverwaltung vom 10. Juni 2011 (auf russisch)
- ↑ http://www.bitterfeld-wolfen.de/de/wisl_s-cms/_redaktionell/38/Partnerstaedte/147/.html
Verwaltungszentrum: Nischni Nowgorod
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