Bitterfeld-Wolfen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bitterfeld-Wolfen
Bitterfeld-Wolfen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bitterfeld-Wolfen hervorgehoben
51.62512.32472222222279Koordinaten: 51° 38′ N, 12° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 87,31 km²
Einwohner: 41.816 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 479 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 06749, 06766, 06803, 06808
Vorwahlen: 03493, 03494
Kfz-Kennzeichen: ABI, AZE, BTF, KÖT, ZE
Gemeindeschlüssel: 15 0 82 015
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
06766 Bitterfeld-Wolfen
Ortsteil Wolfen
Webpräsenz: www.bitterfeld-wolfen.de
Oberbürgermeisterin: Petra Wust (parteilos)
Lage der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Aken Bitterfeld-Wolfen Südliches Anhalt Südliches Anhalt Köthen Muldestausee (Gemeinde) Osternienburger Land Südliches Anhalt Raguhn-Jeßnitz Sandersdorf-Brehna Südliches Anhalt Südliches Anhalt Zerbst/Anhalt Zörbig Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Bitterfeld-Wolfen ist die größte Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Stadt liegt im Südosten des Landes Sachsen-Anhalt. Bitterfeld-Wolfen entstand am 1. Juli 2007 durch die Fusion der ursprünglich eigenständigen Städte Bitterfeld und Wolfen sowie der Gemeinden Greppin, Holzweißig und Thalheim.

Geografie[Bearbeiten]

Bitterfeld-Wolfen liegt etwa 25 km nordöstlich von Halle (Saale) und etwa 35 km nördlich von Leipzig. Die maximale Ausdehnung beträgt sowohl in Nord-Süd- als auch in Ost-West-Richtung jeweils etwa zehn Kilometer. Östlich befindet sich der Muldestausee, südöstlich der Goitzsche-See mit den Hafenanlagen, westlich das Sandersdorfer Strandbad. Die Stadt liegt im Naturraum Bitterfelder Bergbaurevier.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Raguhn-Jeßnitz im Norden, Muldestausee im Osten, Delitzsch im Süden sowie Sandersdorf-Brehna und Zörbig im Westen.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Bitterfeld[2]

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Bitterfeld beträgt 10,0 °C, der jährliche Niederschlag 518 Millimeter.

Geschichte[Bearbeiten]

Zum 1. Juli 2007 wurden die bis dahin selbstständigen Städte Wolfen mit den Ortsteilen Reuden, Rödgen, Zschepkau und Bitterfeld sowie die Gemeinden Greppin, Thalheim und Holzweißig zur Stadt Bitterfeld-Wolfen zusammengeschlossen.[3] Ein Vertrag zur Gebietsänderung wurde am 29. September 2005 von den (Ober-)Bürgermeistern der betreffenden Städte und Gemeinden unterzeichnet. Die Genehmigung dieser Gebietsänderungsvereinbarung durch die Kommunalaufsicht liegt seit 8. November 2005 vor. Die Gemeinde Bobbau mit dem Ortsteil Siebenhausen trat am 1. September 2009 ebenfalls zur Einheitsgemeinde bei,[4] obwohl sich bei einer Bürgeranhörung 54 % der Einwohner Bobbaus gegen den Beitritt ausgesprochen hatten.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bitterfeld 1. Juli 2007
Bobbau 1. September 2009
Greppin 1. Juli 2007
Holzweißig 1. Juli 2007
Reuden 13. Juli 1993 Eingemeindung nach Wolfen
Rödgen 15. März 2004 Eingemeindung nach Wolfen
Siebenhausen 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Bobbau
Thalheim 1. Juli 2007
Wolfen 1. Juli 2007
Zschepkau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Rödgen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(heutiger Gebietsstand)

Jahr/Datum Einwohner
1964 ¹ 74.747
1971 ¹ 74.369
1981 ¹ 73.719
31. Dezember 1985 75.274
31. Dezember 1989 76.147
3. Oktober 1990 72.218
31. Dezember 1990 71.916
31. Dezember 1995 67.060
Datum Einwohner
31. Dezember 2000 57.435
31. Dezember 2001 55.200
31. Dezember 2002 53.457
31. Dezember 2003 52.013
31. Dezember 2004 50.779
31. Dezember 2005 49.899
31. Dezember 2006 49.030
31. Dezember 2007 47.928
31. Dezember 2008 46.971
31. Dezember 2009 45.968
Datum Einwohner
31. Dezember 2010 45.171
31. Dezember 2011 ² 42.800

¹ Volkszählungsergebnis
² Nach Zensus 2011

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt[5]

Politik[Bearbeiten]

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Erste Oberbürgermeisterin der Stadt Bitterfeld-Wolfen wurde die ehemalige Oberbürgermeisterin von Wolfen, Petra Wust (parteilos). Bei der OB-Wahl 2009 setzte sich Wust am 22. November in der Stichwahl mit 56,87 Prozent gegen Dagmar Zoschke (Die Linke) durch.[6]

Stadtrat[Bearbeiten]

Dem Stadtrat gehören 40 Mitglieder und die Oberbürgermeisterin Petra Wust an. Bei der letzten Wahl zum Stadtrat am 22. April 2007 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 12
SPD 7
Die Linke 7
Pro Wolfen (Freie Wähler) 3
Wählerliste Sport (Freie Wähler)

Initiative für Wolfen (Freie Wähler)

FDP

Freie Wählergemeinschaft Holzweißig (Freie Wähler)

Freie Wählergemeinschaft Greppin (Freie Wähler)

3

2

2

2

1

MLPD 1

Die FDP und verschiedene Wählergruppen haben sich zu einer gemeinsamen Fraktion „WLS-IfW-FWG Holzweißig-FWG Greppin-FDP“ zusammengeschlossen.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Februar 2008 durch den Landkreis genehmigt und im Landeshauptarchiv Magdeburg unter der Wappenrollennummer 8/2008 registriert.

Blasonierung: „Geviert von Silber und Blau mit schwarzem Schildfuß; Feld 1: ein roter Rundkolben; Feld 2: eine strahlende ungebildete goldene Sonne; Feld 3: wachsend fünf goldene Ähren; Feld 4: drei (2:1) rote Seeblätter; im Schildfuß ein schräggekreuztes silbernes Bergmannsgezähe.“

Die Farben der Stadt sind Gold (Gelb) – Blau.[7]

Schildfuß: Der Bergbau ist die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Das Symbol dafür sind die Bergeisen.

Feld 1: Die chemische Industrie hat die Region geprägt. Der rote Chemiekolben stammt wie die Bergeisen aus dem Wolfener Wappen.

Feld 2: Die Solarindustrie hat große Zukunft – die Sonne steht symbolisch für Wärme, Leben und Wachstum sowie für eine moderne Technologie. Die gemeine Figur ist dem Thalheimer Wappen entnommen.

Feld 3: Bis zum Beginn des Bergbaus waren alle fünf Orte landwirtschaftlich geprägt – die fünf Getreideähren stehen ebenso für die fünf Orte wie auch für allgemeines natürliches Wachstum.

Feld 4: Die drei roten Seeblätter auf silbernem Feld stehen für den heraldisch-historischen Bezug zur regionalen Wappengeschichte und wurden dem Wappen der Stadt bzw. Grafschaft Brehna entnommen. Die Getreideähren entstammen dem Thalheimer und Wolfener Wappen.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Lutz Döring gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Gelb – Blau (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Der Ortsteil Bitterfeld unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Städten:

Der Ortsteil Wolfen unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke und Museen[Bearbeiten]

Rathaus Bitterfeld-Wolfen
Rathaus der Stadt Bitterfeld-Wolfen

Das Gebäude des heutigen Rathauses wurde zwischen 1936 und 1939 als Teil der Agfa-Werke errichtet. Mit der werksinternen Nummer 041 sollte es nach ersten Planungen das Wissenschaftliche Zentral-Laboratorium der Photographischen Abteilung von Agfa beherbergen. In der endgültigen Planung fand dann auch die Verwaltung des Unternehmens ihren Sitz im Gebäude. Nach den Plänen von Regierungsbaumeister Adolf Herberger entstand ein halbrunder Bau mit zwei zentralen Ecktürmen, Hörsaal, Wissenschaftlicher Bibliothek, Konferenzsaal, Ausstellungshalle, zwei Seitenflügeln und einem Luftschutzbunker vor dem Haus. 99 große Fenster bestimmten die Optik. Pfälzer Sandstein wurde für die Fassade verwendet.

Nach dem Krieg und damit verbundenen Beschädigungen wurde die Filmfabrik sowjetisches Eigentum, bevor 1954 ein Volkseigener Betrieb (VEB) gegründet wurde. Zehn Jahre später wurde aus Agfa ORWO (ORiginal WOlfen). Der Betrieb beschäftigte 14.500 Menschen, wobei über die Hälfte Frauen waren. Eine Frauenplastik, die auch heute wieder vor dem Gebäude steht, symbolisiert den größten Frauenbetrieb der DDR.

Mit der Wende verlor die Filmfabrik an Bedeutung; damit verfiel das Gebäude 041 zunehmend. Erst mit der Gründung der Stadt Bitterfeld-Wolfen kam die Chance zur Wiederbelebung. Die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen mbH erwarb das Grundstück und investierte 8,1 Millionen Euro. Seit Januar 2010 ist die Stadtverwaltung Mieter des Rundbaus.

Städtisches Kulturhaus Bitterfeld-Wolfen
Städtisches Kulturhaus

Die bedeutendste kommunale kulturelle Begegnungsstätte ist das Städtische Kulturhaus. 1927 von den Agfa-Werken erbaut, diente das Kulturhaus bis zur politischen Wende 1989 hauptsächlich als Veranstaltungsstätte für die Mitarbeiter der ehemaligen Filmfabrik Wolfen. Erst mit der Übernahme des Kulturhauses durch die damalige Stadt Wolfen im Jahre 1991 konnten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass das Kulturhaus in wachsendem Maße Bedeutung für die Stadt, die Region und darüber hinaus einnahm.

Das Kulturhauses bietet ein breitgefächertes Angebot verschiedenster Genre. Neben Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche können das unter anderem Varietéveranstaltungen, Kabarett, Musicals, Ballett, Oper und Operette, Theater, Kleinkunst und Tanzveranstaltungen sein. Um die Angebotsvielfalt und die dazu notwendigen technischen Möglichkeiten bieten zu können, hat die Stadt in den letzten Jahren erhebliche finanzielle Mittel in den Um- und Ausbau des Kulturhauses investiert. Den Abschluss wird die Sanierung des Großen Saales bilden. Damit werden dann alle Räume und Säle des Kulturhauses für die Zukunft gerüstet sein.

Bitterfelder Bogen
Bitterfelder Bogen

Im August 2006 wurde der 28 Meter hohe und 81 Meter lange Bitterfelder Bogen auf dem Bitterfelder Berg eröffnet. Der Architekt und Künstler Claus Bury erschuf somit im süd-östlichen Teil Bitterfelds einen weiteren Aussichtspunkt, da die stählerne Bogenkonstruktion begehbar ist. Auf einem 540 Meter langen Laufsteg erreicht man die oberste Aussichtsplattform, von der man bei guter Sicht bis zum Flughafen Leipzig/Halle und manchmal sogar bis zum Brocken sehen kann. Ebenfalls bietet sich ein hervorragender Blick über die Goitzsche. Dank seiner erhöhten Lage kann das Bauwerk schon von weitem gesehen werden.

Freilichtbühne im Stadtteil Wolfen

Die Freilichtbühne im Stadtteil Wolfen liegt mitten im Naherholungsgebiet Fuhneaue. Sie gilt als größte Freilichtbühne in Sachsen-Anhalt und kann laut Stadtverwaltung kostenlos gemietet werden. In jedem Jahr finden mehrere Veranstaltungen auf dem Bühnengelände, welches auf einer künstlich geschaffenen Insel liegt, statt. Zu einer der bekanntesten Veranstaltungen gehört das im Herbst stattfindende „Fuhnespektakel“, ein Freiluftkonzert auf dem verschiedene regionale und überregionale Bands auftreten.

Der Pegelturm in Bitterfeld.
Pegelturm

Der begehbare Pegelturm steht etwa 50 m vom Ufer entfernt in der Goitzsche, in der Nähe der Bitterfelder Wasserfront. Der 26 Meter hohe Turm schwimmt auf der Wasseroberfläche des Sees und ist nach dem Sturmschaden wieder über eine Seebrücke zu erreichen. Besonders am Wochenende ist er Zielpunkt von vielen Touristen, da von ihm aus eine weite Rundumsicht ermöglicht wird. Im Dunkeln wird er durch langsam wechselnde Farben illuminiert. Am Ufer befinden sich Restaurants, Cafés sowie ein Souvenirladen. Weiterhin befindet sich unmittelbar an der Seebrücke ein kleiner Badestrand.

Industrie- und Filmmuseum
Industrie- und Filmmuseum

Das Industrie- und Filmmuseum befindet sich im Stadtteil Wolfen und liegt im Gebiet des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen. Das Museum beschäftigt sich mit der Geschichte der Filmfabrik Wolfen, die durch die Firma Agfa und später dann ORWO gebildet wurde. Weiterhin wird die Herstellung von Rohfilmen anhand von originalen Maschinen veranschaulicht. Im Gebäude des Filmmuseums finden mehrmals im Jahr Sonderausstellungen zur historischen und zeitgenössischen Fotografie statt.

Rathaus Bitterfeld
Bitterfelder Rathaus

Direkt am Marktplatz des Ortsteiles Bitterfeld steht das über 300 Jahre alte Rathaus. Charakteristisch für den Bau sind die rötlichen Backsteine und der in der Mitte befindliche Rathausturm. Erbaut wurde es nach einem Entwurf des Architekten Ritter. Der historische rote Backsteinbau wurde 1865 fertiggestellt, nachdem das alte Rathaus abgerissen worden war. Im Jahr 1991 begannen die Bauarbeiten für den Erweiterungsbau, welcher 1993 vollendet wurde. Für das Bauprojekt mussten viele Rathausnebengebäude weichen.

Wolfener Johanneskirche
Wolfener Johanneskirche

Die Kirche wurde 1898 und das letzte Mal von 1999 bis 2000 saniert. Bei der Sanierung wurde das Kirchenschiff restauriert und eine seit Jahrzehnten mit Spanplatten verkleidete alte Emporbrüstung freigelegt. Des Weiteren wurde der alte Taufstein wieder in die Mitte des Chorraumes eingesetzt und bildet somit einen Blickfang für den Hereinkommenden.

Berufsschulzentrum Bitterfeld-Wolfen
Berufsschulzentrum August von Parseval Bitterfeld-Wolfen

Das Berufsschulzentrum August von Parseval Bitterfeld-Wolfen wurde im Jahr 2000 seiner Bestimmung übergeben. Der Name August von Parseval erinnert an die Traditionen der Chemie und Luftschifffahrt im Raum Bitterfeld. Das Gebäude ist in Niedrigenergiebauweise ausgeführt.

Kulturpalast Bitterfeld
Kulturpalast Bitterfeld

Der Kulturpalast wurde 1952 bis 1954 nach dem Vorbild des Landestheaters Dessau gebaut. Im Stil des Neoklassizismus errichtet, sind die Wände des Foyers und Theatersaales reichlich mit Marmor, Travertin und Holz verkleidet sowie mit Stuck verziert. 1959 war der Kulturpalast Austragungsort einer kulturpolitischen Konferenz, deren Ergebnisse als „Bitterfelder Weg“ popularisiert wurden. Erklärtes Ziel war es u. a., die Werktätigen zu künstlerischem Schaffen anzuregen.

Sport[Bearbeiten]

Woliday in Wolfen
Freizeitbad Woliday

Das Woliday ist ein Spaß- und Erholungsbad im Stadtteil Wolfen. Das Bad besitzt neben Erlebnisinnen- und außenbecken, einer 75-Meter-Rutsche und einer Breitrutsche im Außenbereich auch ein Solebecken. Auf dem Außengelände befinden sich großzügige Liegewiesen, ein Kinderspielplatz und ein Beachvolleyballfeld. Weiterhin hat das Woliday eine 200 m² große Saunaanlage mit Abkühlungsbecken und Gastronomie.

Sportschwimmhalle „Heinz Deininger“

Die Schwimmhalle „Heinz Deininger“ liegt im Ortsteil Bitterfeld, in der Nähe des Bitterfelder Zentrums. Neben den wettkampftauglichen Schwimmbahnen bietet die Sportschwimmhalle auch einen Saunabereich.

Jahnstadion in Wolfen
Jahnstadion

Das Jahnstadion im Ortsteil Wolfen ist ein reines Fußballstadion und bietet 5000 Zuschauern Platz. Die Tribüne besitzt ein Faltdach sowie Steh- und Sitzplätze. An der Gegengerade und den Stirnseiten wurden Betonstufen für Stehplätze installiert. Im Jahnstadion trainierte bis Ende 2011 der Fußballverein FC Grün-Weiß Wolfen, bevor dieser im Zuge eines Insolvenzverfahrens den Spielbetrieb einstellen musste.[9]

Vereine: u. a. SG Chemie Wolfen und SG Chemie Bitterfeld (viele verschiedene Sportarten)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Teil des Chemieparks Bitterfeld-Wolfen

Die Städte Bitterfeld und Wolfen waren im 20. Jahrhundert wichtige Chemiestandorte. Zu den herausragenden Unternehmen jener Ära zählen das Chemiekombinat Bitterfeld und die Filmfabrik Wolfen, die allerdings auch die Ursache für eine starke Umweltzerstörung der Region waren. Auf dem Gelände dieser beiden Unternehmen fand nach der Deutschen Wiedervereinigung eine umfangreiche Sanierung statt. Heute umfasst der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen eine Fläche von 1.200 Hektar, wo in zahlreichen neu gegründeten Unternehmen insgesamt etwa 11.000 Menschen beschäftigt sind.[10]

Zu den wichtigsten Unternehmen im Chemiepark gehören die Bayer Bitterfeld GmbH, die Viverso GmbH, ein Standort der Evonik Degussa GmbH, die Linde AG Geschäftsbereich Linde Gas, die P-D Group, die Heraeus Quarzglas GmbH & Co. KG, Dow Wolff Cellulosics GmbH (DWC) sowie die Akzo Nobel Industrial Chemicals GmbH.

Westlich des Chemieparks am Rand des Ortsteils Thalheim hat sich seit 2001 mit der Q-Cells SE ein Hersteller von Solarzellen etabliert. Mit der ebenfalls in Bitterfeld-Wolfen angesiedelten Sovello AG und weiteren Unternehmen dieser Branche wirbt die Region inzwischen mit der Bezeichnung Solar Valley.

Im Stadtgebiet konnte die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren deutlich erhöht werden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von etwa 17.000 im Jahr 2005 auf 22.104 zum 30. Juni 2009. Dies entspricht etwa 5.100 neuen Arbeitsplätzen für die Stadt, was eine Steigerung von etwa 30 Prozent bedeutet.[11]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Bitterfelder Bahnhof
Ehemaliger Wolfener Bahnhof

Schienenverkehr[Bearbeiten]

In Bitterfeld-Wolfen befinden sich die vier Bahnstationen für den Personenverkehr Bitterfeld, Greppin, Wolfen und Jeßnitz (Anhalt) (grenzt an Wolfen-Nord und Bobbau), wovon der an der Schnellfahrstrecke Berlin–Leipzig/Halle liegende Bahnhof Bitterfeld am größten und wichtigsten ist.

Dort halten im Fernverkehr einzelne Intercity-Express-Züge der Linie HamburgBerlinLeipzig (– NürnbergMünchen) und Intercity auf der Strecke (Ostseebad BinzStralsund –) Berlin – Halle (Saale)ErfurtKasselDortmund (– DüsseldorfKöln) im Zwei-Stunden-Takt.

Im Regionalverkehr verbinden Regional-Express-Züge Bitterfeld-Wolfen alle zwei Stunden u. a. direkt mit Leipzig, Dessau-Roßlau und Magdeburg. Diese halten sowohl in Bitterfeld, als auch in Wolfen. Zusätzlich bestehen in Bitterfeld einzelne Verbindungen in Richtung Halle (Saale) und Lutherstadt Wittenberg – Berlin. Regionalbahnen fahren stündlich von und nach Halle (Saale) und Leipzig und bis/ab Bitterfeld abwechselnd aus/in Richtung Dessau-Roßlau (– Lutherstadt Wittenberg – Falkenberg/Elster) und Gräfenhainichen – Lutherstadt Wittenberg. Die Züge in Richtung Dessau halten dabei auch in Greppin, Wolfen und Jeßnitz (Anhalt). Während des Berufsverkehrs verdichten einzelne Regionalbahnen nach Halle (Saale) und die S2 der S-Bahn Mitteldeutschland nach Leipzig, welche in Bitterfeld beginnen, diese Verbindungen auf einen Halbstundentakt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Durch Bitterfeld- Wolfen verlaufen die B 100 Halle (Saale) – Lutherstadt Wittenberg, die B 183 Köthen (Anhalt)TorgauBad Liebenwerda und die B 184 Leipzig – Dessau-Roßlau – Magdeburg. Die nächsten Autobahnanschlüsse bestehen an der A 9 Berlin – Leipzig – Nürnberg – München nach Süden mit der Abfahrt Halle (Saale) an der B 100 nahe Brehna, nach Norden mit der Abfahrt Dessau-Süd an der B 184 und für das Zentrum die Abfahrt Bitterfeld / Wolfen.

Busgesellschaft Vetter, verbindet die Stadt mit umliegenden Dörfern sowie mit Wittenberg

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der nächste größere Verkehrsflughafen ist der Flughafen Leipzig/Halle, welcher über die A9 und A14 in etwa 30 Autominuten zu erreichen ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Bitterfeld (Hrsg.): 775 Jahre Bitterfeld. Streifzüge durch die Geschichte einer Stadt. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1999. ISBN 3-932776-79-8
  • Dirk Hackenholz: Die elektrochemischen Werke in Bitterfeld 1914–1945. Ein Standort der IG-Farbenindustrie AG. LIT-Verlag, Münster 2004. ISBN 3-8258-7656-X
  • Bitterfeld und das untere Muldetal (= Werte der deutschen Heimat. Band 66). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2004, ISBN 3-412-03803-2.
  • Dokumentarfilme: Bitteres aus Bitterfeld, 30 Minuten, von Rainer Hällfritzsch, Margit Miosga und Ulrich Neumann, WIM, Berlin, 1988. Das war Bitteres aus Bitterfeld, 45 Minuten, von Rainer Hällfritzsch, Ulrike Hemberger und Margit Miosga; WIM, Berlin, Koprod.: MDR, 2005/06

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  5. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerungsbewegungen nach Gemeinden
  6. http://www.bitterfeld-wolfen.de/de/upload/Wahlergebnisse.pdf
  7. Urkunde des Landkreises zur Wappengenehmigung im Amtsblatt Nr. 4/2008 (PDF; 66 kB)
  8. Urkunde des Landkreises zur Flaggengenehmigung im Amtsblatt Nr. 4/2008 (PDF; 66 kB)
  9. Thomas Schaarschmidt: Grün-Weiß Wolfen muss aufgeben. In: mz-web.de. 29. November 2011, abgerufen am 13. Juli 2012.
  10. Homepage der P-D ChemiePark Bitterfeld Wolfen GmbH
  11. Stadt Bitterfeld-Wolfen – Sachbereich Wirtschaft/Beteiligungen: Marketing-Umfrage Auswertung Teil 3. In: Bitterfeld-Wolfener Amtsblatt, Ausgabe Nr. 9 / 2010, Erscheinungsdatum: 7. Mai 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bitterfeld-Wolfen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien