Eauze

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Eauze
Wappen von Eauze
Eauze (Frankreich)
Eauze
Region Midi-Pyrénées
Département Gers
Arrondissement Condom
Kanton Eauze (Hauptort)
Koordinaten 43° 52′ N, 0° 6′ O43.8613888888890.10138888888889160Koordinaten: 43° 52′ N, 0° 6′ O
Höhe 106–193 m
Fläche 69,86 km²
Einwohner 4.020 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 58 Einw./km²
Postleitzahl 32800
INSEE-Code
Website Webseite der Gemeinde

Die Kathedrale Saint-Luperc

Die Gemeinde Eauze befindet sich in der französischen Région Midi-Pyrénées im Département Gers. Die 4020 Einwohner (Stand 1. Januar 2011) zählende Kleinstadt gilt als die Hauptstadt des Armagnacs und ist Hauptort des gleichnamigen Kantons. Durch den Ort führt der Fernwanderweg GR 65, welcher weitgehend dem historischen Verlauf des französischen Jakobsweges Via Podiensis folgt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Eauze gilt als Hauptstadt der historischen Region Armagnac im Herzen der Gascogne, die vor allem wegen des dort produzieren Weinbrandes, des Armagnac, weltbekannt ist. Die kleine Stadt liegt an dem Flüsschen Gélise, welches über die Baïse in die Garonne mündet. Die nächste größere Stadt ist Auch, welche man in südöstlicher Richtung über die Strecke D626 - N124 nach circa 52 Straßenkilometern erreicht. Die nächsten französischen Großstädte sind Toulouse (111 km) im Südosten und Bordeaux (122 km) im Nordwesten.[1]

Der nächste internationale Flughafen ist der Aéroport de Pau-Pyrénées. Er wird von den Gesellschaften Ryanair, Air France und Transavia angeflogen und ist in südwestlicher Richtung, über die Strecke D931, D834 nach circa 85 Straßenkilometern zu erreichen. An den Bahnhof von Mont-de-Marsan ist Eauze über eine Busverbindung via Barcelonne-du-Gers angebunden. Der nächste Bahnhof mit TGV-Anbindung befindet sich in Agen an der Strecke Paris - Toulouse. An das französische Fernstraßennetz ist Eauze über die A62 Toulouse-Nord - Bordeaux und die Ausfahrten 7 (Périgueux) bzw. 8 (Valence-d'Agen) angebunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Eauze kann auf eine mehr als 2000 Jahre zählende Geschichte zurückblicken. Der Name Eauze entwickelte sich aus Elusa, dem Hauptsitz des Volksstammes der Elusaten, welche den Truppen Julius Cäsars beim Vordringen nach Gallien am längsten Widerstand leisteten. Nach der erfolgreichen Eroberung durch die Römer wird Eauze Hauptstadt von Novempopulana, einer der drei römischen Provinzen, in die das gallische Aquitania aufgeteilt wurde. Im 5. Jahrhundert wird Eauze einer der ersten Bischofssitze, wird dann aber in den unruhigen Zeiten des frühen Mittelalters zerstört. 950 wird durch die Abtei Cluny in Eauze ein Kloster gegründet. Im Jahre 1352 verliert Eauze den Rang als Erzdiözese an die Stadt Auch. Während der Religionskriege ist Eauze im wechselnden Besitz der protestantischen bzw. der katholischen Seite.

Einwohnerentwicklung
(Quelle: [2])
1793 1831 1861 1896 1921 1954 1968 1982 1990 1999
4.915 3.202 3.255 4.175 3.381 3.612 4.010 4.298 4.131 3.881
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz


Jakobsweg (Via Podiensis)[Bearbeiten]

Eauze bietet eine Pilgerherberge (französisch: Gîte d'étape), Hotels und Privatzimmer (französisch: Chambre d'hôtes), sowie eine Touristeninformation. Der Weg führt weiter durch die Weinberge des Armagnac. Aber auch kleine Wälder und Maisfelder säumen den Weg. Die nächsten Orte am Jakobsweg sind Manciet gefolgt von Nogaro. Als Straßenverbindung führt die D636 nach circa 20 Straßenkilometern nach Nogaro. Weitere Unterkünfte vor Nogaro befinden sich in Manciet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kathedrale von Saint Luperc. Sie wurde 1521 durch John Marre, Bischof von Condom, erbaut. Für ihren Bau wurden Ziegel aus den gallo-römischen Ruinen verwendet. Sie wurde im typischen Stil des Languedoc als einschiffige Kirche mit Seitenkapellen und einem achteckigen Turm errichtet. Die hohen Fenster stammen aus dem 17. Jahrhundert. Der Turm ist von Rundtürmen und die Kirche von Backsteinbauten flankiert, die von einem ehemaligen Kloster aus dem 18. Jahrhundert stammen. Im Inneren der Kirche ist ein vorromanisches Taufbecken erhalten.
  • In der alten Stadt Eauze sind nur noch wenige Spuren der Stadtmauer und ehemaligen Befestigungen zu sehen.
  • Am Zentralen Platz gibt es eine ganze Reihe auf Arkaden stehender, alter Fachwerkhäuser. Darunter das Haus von Jeanne d'Albret aus dem späten 15. Jahrhundert mit hölzernen Säulen und geschnitztem Balken.
  • Das Archäologische Museum zeigt römische Funde, die 1985 in der Nähe des alten Bahnhofs gefunden wurden. Die Sammlung umfasst Münzen, Gold- und Silberschmuck. Die Objekte und Dokumente geben einen Einblick in das Leben der Bewohner des alten Elusa (Eauze), Hauptstadt der römischen Provinz Novempopulana.
  • Die Stierkampfarena Nimeño II mit 4.000 Sitzplätzen zeigt, dass man sich im Einflussgebiet der alten spanischen Provinz Navarra befindet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Region um Eauze ist vor allem landwirtschaftlich geprägt. Eauze gilt als Hauptstadt der Region Armagnac und liegt im Bereich der kontrollierten Herkunftsbezeichnung Bas-Armagnac, was in Frankreich ein renommierter Name ist. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind neben dem Wein, Mais und Geflügel. Die bekanntesten landestypischen Produkte sind der Armagnac, ein 40-prozentiger Weinbrand, der mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert wird, und Floc de Gascogne, ein Aperitif aus Traubensaft und Armagnac.[3]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bettina Forst: Französischer Jakobsweg. Von Le Puy-en-Velay nach Roncesvalles. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München (recte: Ottobrunn) 2007, ISBN 978-3-7633-4350-8 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeindeinformation auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 16. Februar 2014
  2. Eauze auf Cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 9. Februar 2010
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.quid.frGemeindeinformation auf quid.fr (französisch) Abgerufen am 21. Januar 2010