Estorf (Landkreis Stade)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Estorf
Estorf (Landkreis Stade)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Estorf hervorgehoben
53.5783333333339.205277777777812Koordinaten: 53° 35′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Oldendorf-Himmelpforten
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 29,42 km²
Einwohner: 1387 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21727
Vorwahl: 04140
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 016
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Mittelweg 2
21709 Himmelpforten
Webpräsenz: www.oldendorf-
himmelpforten.de
Bürgermeister: Hans-Werner Hinck (SPD)
Lage der Gemeinde Estorf im Landkreis Stade
Balje Krummendeich Freiburg/Elbe Oederquart Wischhafen Drochtersen Großenwörden Engelschoff Hammah Düdenbüttel Himmelpforten Burweg Kranenburg Estorf Oldendorf Heinbockel Stade Deinste Fredenbeck Kutenholz Jork Buxtehude Apensen Beckdorf Sauensiek Ahlerstedt Brest Bargstedt Harsefeld Nottensdorf Bliedersdorf Horneburg Dollern Agathenburg Landkreis Stade Niedersachsen Landkreis Cuxhaven Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Hamburg Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Grünendeich Mittelnkirchen Neuenkirchen Guderhandviertel Steinkirchen Hollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Estorf (plattdeutsch Esdörp) ist eine niedersächsische Gemeinde im Landkreis Stade. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Himmelpforten hat.

Sie besteht aus den Ortsteilen Estorf, Gräpel und Behrste.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westen des Landkreises Stade an der Oste. Im Norden grenzt sie an die Gemeinde Kranenburg bzw. an den darin gelegenen Ort Brobergen. Im Osten liegt die Gemeinde Oldendorf.

Im Süden und Westen liegen die Orte Elmerheide, Elm, Nieder Ochtenhausen, Ottendorf und Ostendorf, die zu Bremervörde gehören. Bei Ostendorf reicht die Gemeinde als einziges Gebiet im Landkreis neben einem Teil Brobergens auf das linke Ufer der Oste.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit einem der größten Stackbuschhäfen Europas bot Gräpel bis weit in die 1960er Jahre regional ansässigen Binnenschiffern einen Überwinterungsplatz. Der örtliche Schifferverein pflegt das Andenken an die Tage, als Ewer und Binnenschiffe noch die Versorgung der Region übernahmen. Auch heute leben noch einige Binnenschiffkapitäne im Ort.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die ehemals eigenständigen Gemeinden Gräpel und Behrste wurden am 1. Juli 1972 im Zuge der Gemeindereform in Niedersachsen mit der Gemeinde Estorf zusammengelegt.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011
Einwohner 1475 1297 1282 1336 1456 1508 1486 1445 1454 1430 1420

(1961: am 6. Juni, 1970: am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse einschließlich Behrste und Gräpel[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[3])

Ort 1961 1970 2002
Behrste 207 183 167
Estorf 671 589 657
Gräpel 597 525 684

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2011 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. September 1973 vom Gemeinderat beschlossen und am 17. Dezember 1973 vom Landkreis Stade genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Grün und Silber; vorn ein silberner, schrägrechts geneigter abgehauener Baumstamm mit je zwei Aststümpfen an jeder Seite, hinten ein grüner Grapen mit drei silbernen Bändern, darüber zwei gekreuzte, auswärts schauende, grüne Pferdeköpfe.“

Das rechte Feld zeigt das Wappen der ehemaligen Herren von Estorf, das von der Gemeinde Estorf auch bisher schon als Wappen geführt worden ist. Der Grapen bezieht sich als redendes Symbol auf die zu Estorf gekommene ehemalige Gemeinde Gräpel, die dieses Zeichen in anderen Farben ebenfalls schon als Wappenbild gezeigt hat. Die gekreuzten Pferdeköpfe stehen für die ehemalige Gemeinde Behrste, die noch heute größtenteils aus alten, strohgedeckten niedersächsischen Bauernhäusern besteht.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Gräpel liegt direkt an der Oste und ist ein häufiges Reiseziel von Radwanderern und Anglern. Auch Vatertagstouren zum Gräpler Gasthof Plate direkt am Osteufer sind sehr beliebt. Dort findet zum Abschluss des Vatertags eine Feier mit je nach Witterung bis zu mehreren Tausend Beteiligten statt. Am Gasthof befindet sich auch die vom Gastwirt handbetriebene Prahmfähre über die Oste, die Teil der Deutschen Fährstraße ist.

Verkehr[Bearbeiten]

Die handbetriebene Prahmfähre über die Oste

Durch die Gemeinde verläuft die Kreisstraße 114, die bei Himmelpforten Anschluss an die Bundesstraße 73 Richtung Stade und Hamburg und bei Elm Anschluss an die Bundesstraße 74 nach Bremervörde hat. Von Gräpel aus führt die Kreisstraße 82 Richtung Brobergen. Verkehr mit der linken Seite der Oste ist nur sporadisch im Sommer über die kleine Gräpler Prahmfähre möglich oder über die feste Ostebrücke in Bremervörde.

Langfristig ist der Bau der Bundesautobahn 22 an Estorf vorbei geplant.

Bildung[Bearbeiten]

In Estorf besteht eine Grundschule. Weiterführende Schulen sind das Schulzentrum Oldendorf für Haupt- und Realschule sowie das Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade und das Gymnasium Bremervörde. Die frühere Zweigstelle der Grundschule in Gräpel wurde aufgegeben und beherbergt heute einen Kindergarten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Holst: Grupilinga und die Töchter, die Geschichte der Gemeinde Estorf.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Estorf (Landkreis Stade) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 246.
  3. LSKN-Online
  4. Wappenangaben auf der Internetseite der Samtgemeinde